Refertilisierung
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Eine Vasektomie lässt sich rückgängig machen

Eine äußerst sichere Methode zur Verhütung ist die Vasektomie (Sterilisation beim Mann). Bei dem risikoarmen Eingriff werden die Samenleiter im Hodensack durchtrennt, um die Passage von Samenzellen zu verhindern. Die Menge des Ejakulats verändert sich dadurch nicht. Die Sterilisation des Mannes gehört heute zu den gängigsten Verhütungsmethoden in den westlichen Industrienationen. Und entgegen der Meinung vieler Paare ist sie nicht endgültig.

Immer wieder kommt es vor, dass sich die Lebensumstände ändern und die Entscheidung für die Vasektomie bereut wird. Zum Beispiel, weil der Mann eine neue Partnerin gefunden hat und der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind wächst. In diesem Fall ist die Refertilisierung (auch "Refertilisation") die optimale Lösung, um eine natürliche Schwangerschaft herbeizuführen. Denn andere Verfahren haben normalerweise schlechtere Erfolgsquoten und bedeuten zumeist höhere finanzielle Kosten.

So läuft eine Refertilisierung ab

Bei der Refertilisation handelt es sich um eine mikrochirurgische Operation mit dem Ziel, die Zeugungsfähigkeit des Mannes wieder vollständig herzustellen. Voraussetzung für eine Zeugungsfähigkeit auf natürlichem Wege sind durchgängige Samenleiter. Zur Auswahl stehen zwei Optionen: die Wiederverbindung der Samenleiter (Vasovasostomie, überwiegend nach Sterilisation) oder die Anbindung des Samenleiters an ein Nebenhoden-Kanälchen (Vaso-Epididymostomie oder Tubulovasostomie). Beide Verfahren führen wir ambulant in Vollnarkose durch. Die Entscheidung, ob eine Vasovasostomie oder eine Vaso-Epididymostomie erforderlich ist, fällen wir während des Eingriffs durch eine spezielle Untersuchung der Samenflüssigkeit.

  • Die Vasovasostomie

    Die Vasovasostomie führen wir unter Verwendung eines hochauflösenden Mikroskops mit mehr als 20-facher Vergrößerung und sehr feiner Instrumente durch. Zunächst erfolgen zwei kleine Hautschnitte am Hodensack. Unter dem Operationsmikroskop werden dann die Enden der Samenleiter freigelegt und mit allerfeinsten Nähten wieder aneinandergefügt. Der Eingriff setzt ein spezielles operatives Training voraus und sollte nur von versierten Operateuren mit großer Erfahrung auf dem Gebiet der chirurgischen Refertilisierung durchgeführt werden.

    Weitere Informationen | Vasovasostomie - Kinderwunsch nach Vasektomie machen


    Die Vaso-Epididymostomie

    Die Vaso-Epididymostomie (oder Tubulovasostomie) ist etwas komplexer als die Vasovasostomie. Bei dem Eingriff wird der Samenleiter an die extrem kleinen und feinen Nebenhodenkanälchen angebunden. Auch hier gilt: Nur sehr mikrochirurgisch versierte und geübte Operateure sind in der Lage, eine Vaso-Epididymostomie erfolgreich durchzuführen. In etwa 10 Prozent der Fälle ist die Vaso-Epididymostomie der Eingriff der Wahl.

    Weitere Informationen | Die Tubulovasostomie bzw. Vaso-Epididymostomie

  • Die Erfolgsquoten einer Refertilisation

    Professor Dr. Sommer ist auf dem Gebiet der Refertilisierung weltweit führend. Er hat bereits mehr als 2.000 Refertilisierungen durchgeführt, seine Erfolgsquote liegt bei über 95 Prozent. Für Paare bedeutet dies: Die Schwangerschaftsraten sind genauso hoch wie bei Paaren, bei denen sich der Mann keiner Vasektomie unterzogen hat. Studien haben übrigens gezeigt, dass es für die Erfolgswahrscheinlichkeit der Refertilisierung unerheblich ist, wann die Vasektomie durchgeführt wurde. Recherchiert man im Internet zu diesem Thema, wird man auch viele Halbwahrheiten stoßen. Davon sollte man sich nicht irritieren lassen: Denn einen Zusammenhang zwischen der Erfolgswahrscheinlichkeit und der Anzahl der Jahre, wie lange die Vasektomie her ist, gibt es nicht. Vielmehr ist es von immenser Bedeutung, dass die diagnostischen und partnerschaftlichen Parameter stimmen.

    Weitere Informationen | Erfolgschancen einer Refertilisierung


  • Wenn Sie mit dem Gedanken spielen eine Refertilisierungsoperation durchführen zu lassen, sollte auf jeden Fall vor der Operation ein Gespräch und eine entsprechende gezielte Untersuchung durchgeführt werden. Nähere Informationen, was das dabei zu beachten ist finden Sie hier.

    Weitere Informationen | Vor der Refertilisierungsoperation machen


    Wenn Sie und Ihre Partnerin bezüglich Ihres Kinderwunsches medizinisch abgeklärt worden sind und die Untersuchungsergebnisse für Sie positiv ausgefallen sind, steht einer Refertilisierungsoperation (Vasovasostomie, Epididymovasostomie) nichts mehr im Wege. Nähere Informationen zum Operationsablauf finden Sie hier.

    Weitere Informationen | Der Operationsverlauf machen


    Nach erfolgreicher Operation gibt es ein paar Dinge die man berücksichtigen sollte. Beispielsweise wie man sich körperlich schont und wann man wieder weitere körperliche Aktivitäten aufnehmen kann. Weiter Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

    Weitere Informationen | Nach der Refertilisierungsoperation machen


  • Für den Erfolg einer Refertilisierung sind vor allem auch die Erfahrung, das Können und Geschick des Operateurs entscheidend. Insbesondere die feinen Strukturen des Samenleiters stellen hohe Anforderungen an die Präparationstechnik. Daher ist es ratsam, dass Sie sich nur in die Hände eines versierten Operateurs begeben, der bereits hunderte, besser tausende erfolgreiche Refertilisierungseingriffe (Vasovasostomien und Vasoepididymostomien) vorweisen kann.

    Ferner sollten Sie sich danach erkundigen, ob der Eingriff unter 20- bis 24-facher Vergrößerung durchgeführt wird. Denn zur Rekonstruktion der Samenleiter werden extrem feine Fäden verwendet, die mit bloßem Auge fast nicht erkennbar sind. Ein weiteres Qualitätsmerkmal: Während der OP werden hochmoderne mikrochirurgische Operationsmikroskope verwendet. Diese sollen sich stufenlos elektronisch einstellen lassen: Ansonsten besteht Gefahr, dass der Operateur während der Rekonstruktion durch aufwändige Einstellungsoptionen abgelenkt wird. Die meisten Urologen können diese Voraussetzungen nicht bieten. Daher raten wir Männern dazu, für eine Refertilisierung nur eine Klinik zu auszuwählen, die gute Operateure und eine Top-Operationstechnik haben. Schließlich sollte vor einer Refertilisierung unbedingt abgeklärt werden, ob eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege überhaupt möglich ist.

  • Leider besteht keine Kostenübernahme der gesetzlichen bzw. der privaten Krankenkasse. In den Kosten der Refertilisierung enthalten sind der mirkochirurgische Eingriff mit extrem hochwertigem Nahtmaterial, die Vollnarkose im OP und die Nachsorge. Bei der vergleichsweise komplexen Vaso-Epididymostomie kommen keine unkalkulierbaren Mehrkosten auf Sie zu. Sehr gerne geben wir Ihnen hierzu telefonisch oder im persönlichen Gespräch nähere Auskünfte. Sprechen Sie uns gern diesbezüglich an!

  • Die In-vitro-Fertilisation (IVF)

    Bei der IVF findet die Befruchtung „künstlich" im Labor statt. Voraussetzung ist fast immer eine oftmals langwierige Hormonbehandlung der Frau. Gelingt die Befruchtung der Eizellen, werden ein bis höchstens drei Embryonen in die Gebärmutter übertragen. Nach etwa zwei Wochen 14 Tagen lässt sich dann feststellen, ob die Frau schwanger ist. Die Geburtenrate nach einer IVF liegt bei 15 bis 20 Prozent, in einigen Fällen sogar auch bei 30 Prozent pro Behandlungszyklus. Gegenüber der Refertilisierungsoperation bringt die IVF Risiken mit sich. Studien untersuchen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Fehlbildungen der geborenen IVF-Kinder, die sich in Veränderungen im Zentralnervensystem oder im Bewegungsapparat oder auch in angeborenen Herzfehlern zeigen können. Außerdem besteht das Risiko von Frühgeburten und Mehrlingsschwangerschaften.


    Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

    Diese Behandlung ist eine spezielle Form der IVF. Dabei werden die Spermien auf chirurgischem Wege gewonnen (TESE) und dann für eine künstliche Befruchtung eingesetzt, die dann als „Spermieninjektion“ in die Eizelle erfolgt. Angewendet wird die ICSI-Methode vor allem, wenn die Spermienqualität stark eingeschränkt ist oder wenn eine vorangegangene IVF-Behandlung erfolglos war. Die Risiken gleichen denen einer IVF. Bei einer Refertilisierungsoperation sind die langfristigen Schwangerschaftsraten höher als bei einer künstlichen Befruchtung. Zudem ist die Refertilisierung kostengünstiger und komplikationsärmer. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Zeugungsfähigkeit durch die Refertilisation dauerhaft wiederhergestellt wird: Somit sind auch weitere Schwangerschaften möglich – und zwar ohne zusätzliche aufwändige Behandlungen.