Sarkome des Bauchraumes und Retroperitoneums

Sarkome können auch im Körperinneren auftreten, so zum Beispiel in der Bauchhöhle („intraabdominell“) oder auch in einem Kompartiment noch "tiefer" im Körper, im sogenannten Retroperitoneum. Hier befinden sich auch Organe wie die Nieren oder die großen Gefäße des Körpers.

Leider bleiben Sarkome in der Bauchhöhle oft lange unentdeckt. Wegweisende Symptome entstehen oft erst bei beachtlicher Größe des Tumors.

Diese können eine Vermehrung des Bauchumfanges, ein Druckgefühl, ungewollter Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche oder auch Schmerzen im Bauchraum sein. Nicht selten sind Sarkome des Bauchraumes und Retroperitoneums auch Zufallsbefunde, welche entdeckt werden, weil aufgrund einer anderen Erkrankung beispielsweise eine Computertomographie (CT) durchgeführt wird. Je nach Art und Dauer der Erkrankung können Sarkome sehr groß werden und in umliegende Organe einwachsen ("infiltrieren").

Steht der Verdacht auf einen Weichteiltumor im Raum, sollte zügig weitere Diagnostik veranlasst werden. Entscheidend ist hierbei eine adäquate Bildgebung sowie eine Probenentnahme aus dem Tumor, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen oder auszuräumen.

  • Verschiedene Arten der Biopsie
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    Biopsie in örtlicher Betäubung oder Narkose

    Am Anfang steht die Biopsie

    In der Behandlung von Sarkomen ist eine Probenentnahme von besonderer Bedeutung. Es existieren über 100 verschiedene Subtypen, welche zum Teil ganz unterschiedliche Therapieansätze benötigen. Daher ist eine vorherige Bestimmung der Sarkom-Unterart entscheidend. So ist es bei einigen Subtypen ratsam eine Vorbehandlung vor der Entfernung des Tumors durchzuführen, bei anderen Konstellationen empfiehlt sich hingegen die direkte Operation.

    Im besten Fall zeigt die Biopsie auch eine gutartige oder weniger bösartige Variante, welche sparsamer (marginal) operiert oder zunächst beobachtet werden kann.

    Vor diesem Hintergrund streben wir nach Erhebung der ersten Befunde und der Untersuchung meist zunächst eine Biopsie an. Diese kann auf verschiedene Arten erfolgen. Entweder über eine Stanzbiopsie in örtlicher Betäubung, welche per Ultraschall oder CT-gesteuert erfolgen kann, oder über eine offene Probenentnahme, was eine kleine Operation in Narkose bedeutet.

    Je nach Ausmaß und Durchführbarkeit erfolgen diese Biopsien ambulant oder über einen eintägigen stationären Aufenthalt.

    Im Anschluss werden die Proben durch unsere Pathologie detailliert aufgearbeitet, was je nach Komplexität etwa 7 Werktage in Anspruch nimmt. Sobald wir das Ergebnis vorliegen haben, werden Sie telefonisch über das weitere Vorgehen informiert.

    Weitere Informationen zum Ablauf

Operative Therapie

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Die Behandlung von intraabdominellen und retroperitonealen Sarkomen stellt einen Schwerpunkt unseres Zentrums dar. Sofern sich keine Tochtergeschwülste (Metastasen) zeigen, kann mittels einer Operation eine Heilung erzielt werden. Entscheidend ist es dabei den Tumor restlos und in Gänze zu entfernen, was unter Umständen eine ausgedehnte Operation im Bauchraum mit der Entfernung mehrerer betroffener Organe (sog. multiviszerale Resektion) bedeuten kann.

Auch deshalb ist es entscheidend, einen solchen Eingriff in einem Zentrum mit der entsprechenden Expertise in Viszeral- und Gefäßchirurgie wie dem UKE durchführen zu lassen.

Vor und nach einem solchen Eingriff werden Sie durch ein interdiziplinäres und speziell geschultes Team aus Ärzt:innen, Pflegekräften, Physiotherapeut:innen und Ernährungsberater:innen umfassend betreut.

Bei großen viszrealchirurgischen Eingriffen bieten wir Patient:innen das ERAS-Programm zur schnellen Erholung nach der Operation an. Die Vorbereitung beginnt bereist in den Wochen vor der OP und zieht sich weit bis in die Nachsorge im Anschluss.

Erfahren Sie mehr über das ERAS-Programm

Ihre Ansprechpartner:innen für operative Therapien

PD Dr.med. Anna Duprée

Oberärztin Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie


Dr. med. Rainer Grotelüschen

Oberarzt Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie