Zur Geschichte des ZMNH

Die Gründung des Zentrums für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH) erfolgte 1987 im Fachbereich Medizin der Universität Hamburg. Es war das erste Forschungszentrum mit dem Schwerpunkt molekulare Neurobiologie in Deutschland. Zum Gründungsdirektor wurde Dietmar Richter berufen, der bis zur Einweihung des Zentrumsneubaus 1996 die Leitung des ZMNH innehatte. 1988 konnte das Zentrum mit fünf Juniorgruppen seine Arbeit aufnehmen. Cornelis Grimmelikhuijzen war der erste, der von Heidelberg ans Zentrum berufen wurde; es folgten Eckart Gundelfinger, Thomas Jentsch, Craig Garner und Fritz Rathjen. Diese fünf Wissenschaftler trugen zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Bürde, die Labore einzurichten und das Zentrum zu entwickeln. In den folgenden Jahren wurden vier Institutsdirektorinnen und –direktoren, Chica Schaller, Olaf Pongs, Thomas Jentsch und Melitta Schachner, berufen. Zwei Interimsbauten dienten dem Zentrum acht Jahre lang als Arbeitsstätte.

Bereits in seiner Gründungsphase von 1987 bis 1996 setzte das Zentrum in vieler Hinsicht Maßstäbe: Die Einwerbung von Drittmitteln beim Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) belief sich auf über 60 Mio DM. Forschungserfolge führten zu zahlreichen Auszeichnungen, z.B. der Verleihung des Leibniz-Preises an Thomas Jentsch 1995. Eine neue Generation von Junior-Gruppenleitern nahm 1994 ihre Arbeit auf: Dietmar Kuhl, Michael Wegner und Roger Nitsch, alle aus den USA kommend, was die Bedeutung des Modells der Junior-Gruppen unterstreicht, junge Wissenschaftler aus dem Ausland zurückkehrend wieder in die hiesige Forschungslandschaft zu integrieren.

Die Gründungsphase endete 1996 mit dem Bezug des Neubaus am Falkenried 94 und damit auch die Tätigkeit des Gründungsdirektors, der in seiner Rede zur Einweihung noch einmal festhielt: „Die Förderung durch Mittel der Stadt oder des Bundes war sicherlich eine wichtige Voraussetzung, die Forschungsdynamik in einer Einrichtung wie dem Zentrum grundlegend zu ermöglichen. Die Kreativität, Ideen und Initiative Einzelner sind jedoch gefragt, um das Zentrum in der nun folgenden, sicherlich nicht einfacheren Ausbauphase weiter zu gestalten.“ Dass dies gelang, zeigt die Tatsache, dass das ZMNH im Jahr 2015 fünf Institute, acht Forschergruppen, zwei Gast-Forschungsgruppen und sieben Core Facilities umfasst. Die Berufungen von ZMNH Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an international herausragende neurowissenschaftliche Forschungseinrichtungen demonstrieren den hohen Standard der wissenschaftlichen Arbeit am ZMNH ebenso wie die zahlreichen Publikationen in renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften.

Mit dem Gesetz zur Errichtung der Körperschaft „Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“ (UKEG) vom 12. September 2001 wurde das ZMNH Teil des UKE, das mit seinem Forschungsschwerpunkt Neurowissenschaften und der Gründung des Hamburg Center of NeuroScience (HCNS) im Jahr 2009 dem ZMNH ein ausgezeichnetes Umfeld für neurowissenschaftliche Kooperationen bietet.

Interview mit Prof. Richter und Prof. Kuhl zum 25-jährigen Bestehen des ZMNH in den UKE news.

Ehemalige ZMNH Institutsdirektorinnen und - direktoren

Michael Frotscher (2011-2017) Direktor des ZMNH Instituts für Strukturelle Neurobiologie verstarb am 27.05.2017. Wir gedenken des herausragenden Forschers, wertvollen Kollegen und guten Freundes Michael Frotscher, dessen Herz für die Wissenschaft schlug und der uns stets mit Rat und Tat zur Seite stand, mit Dankbarkeit und Hochachtung.

Roland Martin (2006-2011) Direktor des ZMNH Instituts für Neuroimmunologie und klinische Multiple Sklerose Forschung ist jetzt Leiter der Abteilung Neuroimmunologie und MS Forschung (nims) am Zentrum für Neurowissenschaften des UniversitätsSpital Zürich, Schweiz.

Melitta Schachner (1995-2011) Direktorin des ZMNH Instituts für Biosynthese neuraler Strukturen, ist jetzt Leiterin der Emeritus Gruppe Biosynthese neuraler Strukturen am ZMNH.

Thomas Jentsch (1993-2006) Direktor des ZMNH Instituts für Neuropathologie, ist jetzt Wissenschaftlicher Koordinator des Bereiches Molekulare Physiologie und Zellbiologie am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie im Forschungsverbund Berlin e.V. (FMP) und Leiter der Abteilung Physiologie und Pathologie des Ionentransports am FMP und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin.

Olaf Pongs (1991-2011) bis zu seiner Emeritierung Direktor des ZMNH Instituts für Neurale Signalverarbeitung, ist jetzt am Institut für Physiologie der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes.

Chica Schaller (1991-2005) bis zu ihrer Emeritierung Direktorin des ZMNH Instituts für Entwicklungsneurobiologie widmet sich jetzt der Chica and Heinz Schaller Stiftung (CHS) in Heidelberg.

Ehemalige ZMNH Forschungsgruppenleiterinnen und -leiter

Edgar Kramer (2008-2016) jetzt Forschungsgruppenleiter am Institut für Angewandte Physiologie der Universität Ulm.

Manuel A. Friese (2008-2013) jetzt Direktor des ZMNH Instituts für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose (INIMS ).

Ileana Livia Hanganu-Opatz (2008-2013) jetzt Leiterin der Arbeitsgruppe Entwicklungsneurophysiologie am Institut für Neuroanatomie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Dirk Isbrandt (2009 - 2013) jetzt Leiter der Forschergruppe Experimentelle Neurophysiologie (ENP) am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) an der Universität Köln.

Hans-Christian Kornau (2004 -2011) jetzt Heisenberg Stipendiat am Neurowissenschaftlichen Forschungszentrum der Charité - Universitätsmedizin Berlin .

Thorsten Hoppe (2003-2008) jetzt Leiter der Forschergruppe Proteostasis in Development and Aging am Institut für Genetik der Universität Köln und Principal Investigator am Exzellenzcluster CECAD Köln.

Matthias Kneussel (2002-2010) jetzt Direktor des ZMNH Instituts für Molekulare Neurogenetik.

Thomas Schimmang (2000-2005) jetzt Leiter der Arbeitsgruppe Inner Ear Deveopment am Institute for Biology and Molecular Genetics in Valladolid, Spanien.

Dieter Riethmacher (1999-2008) jetzt Visiting Professor für Humangenetik an der University of Southampton, Hampshire, UK und seit 2015 Departmental Chair an der Nazarbayev University School of Medicine , Astana, Kazakhstan.

Maike Sander (1999-2003) jetzt Direktorin des Pediatric Diabetes Research Center am Department of Cellular and Molecular Medicine, University of California, San Diego, USA.

Ingolf M. Bach (1998-2005) jetzt Professor am Department Molecular, Cell and Cancer Biology der University of Massachussetts Medical School in Worchester, MA, USA.

Dietmar Kuhl (1994-2002) von 2002 bis 2008 Professor am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie der Freien Universität Berlin; jetzt Direktor des ZMNH Instituts für Molekulare und zelluläre Kognition .

Roger M. Nitsch (1994-2000) jetzt Direktor der Abteilung für Psychiatrische Forschung der Universität Zürich, Schweiz.

Michael Wegner (1994-2000) jetzt Leiter des Lehrstuhls für Biochemie und Pathobiochemie an der Universität Erlangen.

Craig C. Garner (1988-1993) Professor am Department of Psychiatry and Behavioral Sciences, Stanford University, USA bis 2014; jetzt Gruppenleiter am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE ) an der Charite-Universitätsmedizin Berlin.

Cornelis Grimmelikhuijzen (1988-1993) jetzt Professor am Department of Cell Biology des Zoologischen Instituts der Universität Kopenhagen, Dänemark.

Eckart D. Gundelfinger (1988 - 1992) jetzt Leiter der Abteilung Neurochemie-Molekularbiologie und Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Neurobiologie Magdeburg .

Thomas J. Jentsch (1988-1993) Direktor des ZMNH Instituts für Neuropathologie von 1993 bis 2006; jetzt Wissenschaftlicher Koordinator des Bereiches Molekulare Physiologie und Zellbiologie am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie im Forschungsverbund Berlin e.V. (FMP) und Leiter der Abteilung Physiologie und Pathologie des Ionentransports am FMP und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin.

Fritz Rathjen (1988-1993) jetzt Leiter der Forschungsgruppe Entwicklungsneurobiologie am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin.