Unsere Arbeitsgruppen

  • AG Klinische Studien

    Prof. Dr. med. Rainer Böger, Dr. Juliane Hannemann

    Forschung

    Die klinische Erforschung von Wirkstoffen ist ein zentrales Aufgabengebiet der Klinischen Pharmakologie. In der Arbeitsgruppe werden Studienprotokolle entwickelt, klinische Studien durchgeführt und ausgewertet. Dabei handelt es sich in aller Regel um sogenannte „Investigator-initiated Trials“ (IIT), also Studien, die nicht im Auftrag der pharmazeutischen Industrie, sondern unabhängig und in Trägerschaft des UKE durchgeführt werden. Ein Beispiel ist die Erforschung der Wirkungen von Melatonin auf den Tag-Nacht-Rhythmus bei Schichtarbeitern, eine Studie im Rahmen des EU-geförderten Projekts EuRhythDia. Auch für die Qualitätssicherung anderer IIT-Studien, die im UKE durchgeführt werden, übernimmt die Arbeitsgruppe im Auftrag des Dekanats wichtige Aufgaben.

  • AG Molekulare Mechanismen chronischer Erkrankungen

    Dr. Juliane Hannemann, Prof. Dr. med. Rainer Böger

    Forschung

    Molekulare Mechanismen chronischer Erkrankungen

    Das Auftreten chronischer Erkrankungen im fortschreitenden Lebensalter ist ein wesentlicher Faktor für die Begrenzung der Lebenserwartung in Westeuropa. Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems, Erkrankungen der Lunge, Stoffwechselerkrankungen, chronisch-degenerative Erkrankungen verschiedener Organsysteme sowie Krebserkrankungen machen einen großen Anteil der Mortalitätsursachen aus. Dabei liegen vielen dieser Erkrankungen gleiche oder ähnliche Pathomechanismen zugrunde; chronische Entzündungsprozesse, die Entgleisung von adaptativen oder kompensatorischen Mechanismen der physiologischen Regulation und molekulargenetische Veränderungen sind Beispiele hierfür.

    Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Identifikation solcher molekularer Pathomechanismen und versucht hieraus neue Ansatzpunkte für die Erkennung, die Prävention und Therapie chronischer Erkrankungen zu entwickeln. Beispiele sind u.a. die Auswirkungen von Störungen der circadianen Regulation auf den Glucosestoffwechsel (EU-Projekt EuRhythDia) und die Auswirkungen von Hypoxie auf die endotheliale Regulation der Kreislaufhomöostase (BMBF-Projekt DECIPHER).

    Wissenschaftler: Dr. Juliane Hannemann, Prof. Dr. Rainer Böger

    Bei Interesse an einer experimentellen Doktorarbeit in dieser Arbeitsgruppe nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf unter j.hannemann@uke.de oder 040-7410-59701.

    AG Biomarker und vasoaktive Botenstoffe

    Prof. Dr. rer. nat. Edzard Schwedhelm

    Forschung

    • Biomarker für kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Erkrankungen
    • Sphingosin-1-Phosphat und die Schlaganfall-Herz-Achse
    • Argininstoffwechsel und Homoarginin als therapeutisches Target
    • cGMP-Signalwege in Kardiomyozyten bei Herzinsuffizienz

    Das Zusammenspiel verschiedener Botenstoffe ist für die Funktion und Integrität des Herz-Kreislauf-Systems von zentraler Bedeutung. Neben Vasokonstriktoren wie Katecholaminen, Endothelin-1 und Angiotensin II gehören dazu unter anderem Sphingosin-1-Phosphat (S1P), Prostaglandine und Isoprostane. Der wichtigste Vasodilatator ist Stickstoffmonoxid (NO), das im vaskulären Endothel aus Arginin gebildet wird. Unsere Arbeitsgruppe untersucht, wie diese Signalwege bei kardiovaskulären Erkrankungen verändert sind und an welchen Stellen sie sich pharmakologisch beeinflussen lassen.

    Sphingosin-1-Phosphat und das Schlaganfall-Herz-Syndrom
    Das Schlaganfall-Herz-Syndrom (SHS) beschreibt das Auftreten kardialer Funktionsstörungen im zeitlichen Zusammenhang mit einem akuten zerebralen Ereignis. Inwieweit und über welche Mechanismen ein solches Ereignis zur beobachteten Fehlregulation der Herzfunktion beiträgt ist unklar. Etwa 20% der Patienten mit ischämischem Schlaganfall entwickeln schwerwiegende kardiovaskuläre Komplikationen (major adverse cardiovascular events - MACE), die nach dem primären neurologischen Schaden die zweithäufigste Todesursache darstellen. Ein Schwerpunkt unserer Forschung ist Sphingosin-1-phosphat (S1P), einem bioaktiven Sphingolipid, das über fünf verschiedene Rezeptoren unter anderem die Gefäßintegrität und Immunantwort reguliert. Im Rahmen eines vom BMfTR geförderten Standortprojektes des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK) untersuchen wir in Mausmodellen die Bedeutung der S1P-Rezeptoren S1PR2 und S1PR3 für die kardiale Dysfunktion nach zerebraler Ischämie.

    Homoarginin und Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion
    Niedrige Plasmaspiegel der Aminosäure Homoarginin sind mit einer erhöhten kardiovaskulären Sterblichkeit verbunden. Mäuse, denen das Homoarginin-bildende Enzym Arginin-Glycin-Amidinotransferase (AGAT) fehlt, zeigen kardiovaskuläre Veränderungen, die sich durch Homoarginin-Gabe verbessern lassen. Wir untersuchen, welche Rolle Homoarginin bei der Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion (HFpEF) spielt. Für diese Form der Herzinsuffizienz, die eng mit Bluthochdruck, Übergewicht und Typ-2-Diabetes zusammenhängt, gibt es bislang nur wenige wirksame Therapien. Im Rahmen der DFG-geförderten internationalen Graduiertenschule IRTG 3215 untersuchen wir gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Paris-Saclay im Mausmodell und an Herzmuskelzellen, ob Homoarginin die Herzfunktion verbessert und wie es die cGMP-Signalwege in der Zelle beeinflusst.

    Massenspektrometrie und Cardiometrics
    Ein Schwerpunkt unserer Arbeit sind pharmakologische und metabolische Analysen mit Massenspektrometrie, im Tiermodell sowie in klinischen Proben. Dafür wurde 2012 die Shared Expertise „Cardiometrics“ des DZHK gegründet, die gezielte Metabolitenanalysen in Plasma, Serum und Gewebe anbietet.

    Eine aktuelle Übersicht unserer Publikationen finden Sie hier

  • Diabetes mellitus und DLK

    Prof. Dr. med. Elke Oetjen

    Forschung

    Molekulare Pathogenese des Diabetes mellitus Typ 2 und seiner Komplikationen

    Diabetes mellitus gehört zu den weltweit am stärksten zunehmenden Erkrankungen. Mikro- und makrovaskuläre Komplikationen mit Erkrankungen des kardiovaskulären Systems zählen zu den Folgeerkrankungen von Diabetes. Neben der peripheren Insulinresistenz führt der Verlust der Funktion und der Masse der Insulin produzierenden pankreatischen beta-Zellen zu Diabetes Typ 2. Unsere eigenen Untersuchungen zeigen, dass die dual leucine zipper kinase (DLK) beta-Zellapoptose und damit beta-Zellverlust induziert und die Insulinsekretion und –biosynthese als wichtige Funktionen der beta-Zelle hemmt. Wir untersuchen jetzt die Rolle der DLK für die Entstehung von Diabetes und dessen Folgeerkrankungen. Ferner untersuchen wir die Regulation dieser Kinase.

    Hypothese wie DLK zu der Entstehung von Diabetes mellitus beiträgt

    Unsere Hypothese ist, dass die DLK in der Beta-Zelle durch Hemmung von wichtigen Transkriptionsfaktoren zu der Entstehung von Diabetes mellitus beiträgt.

    Mitarbeiter:

    Kyra Alexandra Köster

    Sabine Schröder

    Annegret Ruge

    Diana Kaiser

    Elke Oetjen Kontakt

    Förderung:

    DFG

    Unsere Publikationen zu diesem Projekt:

    Börchers S, Babaei R, Klimpel C, Duque Escobar J, Schröder S, Blume R, Malik MNH, Oetjen E (2017) TNFalpha-induced DLK activation contributes to apoptosis in the beta-cell line HIT. Naunyn-Schmiedeberg's Arch Pharmacol, 390: 813-825

    Oetjen E (2016) Regulation of Beta-Cell function and mass by the dual leucine zipper kinase. Arch Pharm (Weinheim), 349: 410-413. doi: 10.1002/ardp.201600053. Review

    Oetjen E, Lemcke T (2016) Dual leucine zipper kinase (MAP3K12) modulators: a patent review (2010-2015). Expert Opin Ther Pat, 25: 607-616

    Wallbach M, Duque Escobar J, Babaeikelishomi R, Stahnke M-J, Blume R, Schröder S, Kruegel J, Maedler K, Kluth O, Kehlenbach RH, Miosge N, Oetjen E (2016) Distinct functions of the dual leucine zipper kinase depending on its subcellular function. Cell Signal, 28: 272- 283

    Stahnke M-J, Dickel C, Schröder S, Kaiser D, Blume R, Stein R, Pouponnot C, Oetjen E (2014) Inhibition of human insulin gene transcription and MafA transcriptional activity by the dual leucine zipper kinase. Cell Signal, 26: 1792-1799

    Phu DT, Wallbach M, Depatie C, Fu A, Screaton RA, Oetjen E (2011) Regulation of the CREB coactivator TORC by the dual leucine zipper kinase at different levels. Cell Signal, 23: 344-353

    Plaumann S, Blume R, Börchers S, Steinfelder HJ, Knepel W, Oetjen E (2008) Activation of the dual-leucine-zipper bearing kinase (DLK) and induction of beta-cell apoptosis by the immunosuppressive drug cyclosporin A. Mol Pharmacol 73: 652-659

    Oetjen E, Lechleiter A, Blume R, Nihalani D, Holzman L, Knepel W (2006) Inhibition of membrane depolarisation-induced CREB activity by the dual-leucine-zipper-bearing kinase in a pancreatic islet cell line. Diabetologia 49: 332-342

    Kardiovaskuläres System und CRCT1

    Prof. Dr. med. Elke Oetjen

    Forschung

    Rolle des transkriptionellen Koaktivators CRTC1 für die Entwicklung maladaptiver Herzhypertrophie.

    Die maladaptive Herzhypertrophie führt zu einer Herzinsuffizienz, die einen der häufigsten Gründe für eine Krankenhauseinweisung darstellt. Das Enstehen dieser Herzhypertrophie ist noch nicht vollkommen verstanden. Unsere eigenen Ergebnisse zeigen, dass cyclic AMP regulated transcriptional co-activator 1 (CRTC1) in Kardiomyozyten durch beta-adrenerge Signale reguliert wird. In humanen und murinen Herzen mit HCM findet sich ein erhöhter Gehalt an CRTC1. Wir untersuchen deshalb die Rolle von CRTC1 für die Entwicklung der kardialen Hypertrophie.

    Regulation des transkriptionellen Koaktivators CRCT1

    CRCT1 wird durch cAMP- und Kalzium abhängige Signalwege dephosphoyliert, wandert in den Zellkern und aktiviert die Gentranskription

    Mitarbeiter:

    Anna Laura Gundler

    Sabine Schröder

    Annegret Ruge

    Diana Kaiser

    Elke Oetjen Kontakt

    Förderung:

    DZHK

    Werner-Otto-Stiftung

    Unsere Publikationen zu diesem Projekt:

    Morhenn K., Quentin T., Wichmann H., Steinmetz M., Prondzynski M., Söhren K.-D., Christ T., Geertz B., Schröder S., Schöndube F.A., Hasenfuss G., Schlossarek S., Zimmermann W.H., Carrier L., Eschenhagen T., Cardinaux J.-R., Lutz S., Oetjen E. (2019) Mechanistic role of CREB regulated transcription coactivator 1 in cardiac hypertrophy. J Mol Cell Cardiol, 127:31-43; doi: 10.1016/j.yjmcc.2018.12.001