Kardiale Bildgebung

Sowohl das Echolabor als auch die Bereiche Magnetresonanztherapie (MRT) und Computertomographie (CT) orientieren sich bei der Durchführung der Untersuchungen an den empfohlenen Standards der entsprechenden nationalen und internationalen kardiologischen und radiologischen Fachgesellschaften und sind als Ausbildungszentren zertifiziert.

Zertifizierung

Echokardiographie (Ultraschall)

Unser Labor für Echokardiographie wurde durch die European Society of Cardiology (Europäische Gesellschaft für Kardiologie) zertifiziert.

Im Bereich der Echokardiographie unterscheiden wir die drei verschidene Untersuchungsmethoden (Transthorakale Echokardiographie, transösophageale Echokardiographie, Stressechokardiographie), die wir Ihnen im Folgenden gern im Detail erläutern.

  • TTE
    TTE

    Die transthorakale Echokardiographie (TTE) umfasst den von den entsprechenden Fachgesellschaften empfohlenen Standarddatensatz, welcher hinsichtlich bestimmter Erkrankungen entsprechend erweitert werden kann. Die Untersuchung mittels TTE ist mittlerweile fester Bestandteil der Standard Diagnostik in der Kardiologie. Die Erfassung der Auswurfleistung beider Herzkammern, der Beurteilung der Funktion der Herzklappen und des Blutflusses ist ein wesentlicher Bestandteil der Planung der weiteren Diagnostik, aber auch der Beurteilung des Effekts der Therapie.

  • TEE
    TEE

    Die transösophageale Echokardiographie (TEE) wird mittels Platzierung einer Ultraschallsonde in die Speiseröhre des Patienten durchgeführt. Die Untersuchung hat dementsprechend einen semi-invasiven Charakter wobei der Patient 24 Stunden vor dem Eingriff über die Prozedur und die verbundenen potentiellen Risiken aufgeklärt werden muss. Die TEE Untersuchung kann unter Nutzung von einer Sedierung durchgeführt werden, erfordert aber an diesem Tag, dass der Patient kein Fahrzeug führen darf. In jedem Fall sollte bei geplanter TEE Untersuchung der Patient dazu angehalten werden mindestens 6 Stunden vor der Untersuchung nichts zu essen oder zu trinken. Die TEE Diagnostik ist vor allem zur Beurteilung der Herzklappen hinsichtlich der Fragestellung von Entzündungen (Endokarditis), Undichtigkeiten (Insuffizienzen) oder Einengungen (Stenosen) von grundlegender Bedeutung und bildet einen Baustein für die Diagnostik.

  • Stress-Echo
    Stress-Echo

    Die Stressechokardiographie dient der Beurteilung der Funktion des Herzens unter Belastung. Die Hauptfragestellung ist hierbei die Funktion oder Einschränkung der Durchblutung unter Belastung. Die Diagnose einer relevanten koronaren Herzerkrankung kann damit im Kontext mit Klinik und Befund des Elektrokardiogramms (EKG) gestellt werden. Die Stressechokardiographie kann sowohl mittels Fahrrad Ergometer, als auch pharmakologisch mit Dobutamin und Atropin, als auch mit dem gefäßerweiterndem Medikament (Adenosin) durchgeführt werden.
    Wesentlich zur Planung und Durchführung der Untersuchungen ist auch hierbei, dass die Patienten (außer bei der ergometrischen Stressechokardiographie) 24 Stunden vor der Untersuchung aufgeklärt wurden. Bei der Dobutamin Stressechokardiographie werden die Patienten ebenfalls gebeten, nüchtern zu erscheinen. Bei der Adenosin Stressechokardiographie sollte der Patient die folgenden Nahrungsmittel am Tag vor der Untersuchung meiden: Kaffee, Schokolade, Kakao, Cola, Lakritze,“Energy-Drinks“, Schokolade oder Bananen.

Echokardiographie des Herzens in 3D

Kardiale Magnetresonanztomographie (MRT)

Die kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht die exakte Darstellung wichtiger Herzfunktionen und -strukturen. Sie ist eine moderne, nicht-invasive Bildgebungsmodalität, die keine ionisierende Strahlung (Röntgenstrahlen) oder radioaktiven Substanzen benötigt. Sie eignet sich daher als risikoarmes Verfahren in der Diagnostik der kardiovaskulären Medizin.

Eine einzige Untersuchung ermöglicht die präzise Beurteilung sowohl von Morphologie und Funktion des Herzens als auch von Durchblutung und Gewebebeschaffenheit des Herzmuskels. Im Rahmen der letzten beiden Analysen werden zusätzlich gadoliniumhaltiges Kontrastmittel und neue Mapping-Techniken (T1-, T2-Mapping) verwendet.

Die kardiale MRT leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung anatomischer und funktioneller Fragestellungen und findet in einem breiten Spektrum von Erkrankungen Anwendung. Zu den häufigsten Indikationen gehören der Nachweis einer relevanten Belastungsischämie im Zuge einer koronaren Herzerkrankung, die differentialdiagnostische Abklärung von angeborenen und erworbenen Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) sowie die Evaluation entzündlicher Herzerkrankungen wie beispielweise einer Myokarditis.

Während einer Ischämietestung wird die Perfusion des Herzmuskels unter Ruhebedingungen und nach Gabe eines geeigneten belastungsinduzierenden Medikamentes abgebildet. Hierbei kann ergänzend vitales und vernarbtes Herzmuskelgewebe differenziert werden. Kardiomyopathien und entzündliche Veränderungen werden durch Gewebecharakterisierung mittels Kontrastmittelgabe (Late Gadolinium Enhancement) und myokardialem Mapping identifiziert. Die Durchführung der Untersuchungen erfolgt mit der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, um das gesamte Spektrum der apparativen und diagnostischen Möglichkeiten anbieten zu können. Die MRT Untersuchung ist damit eine wesentliche Untersuchungsmöglichkeit und alleinig, aber auch im Konzept der integrierten Bildgebung ein wesentlicher Bestandteil.

CT-Aufnahme des Herzens
CT-Aufnahme des Herzens

Kardiale Computertomographie (CT)

Die kardiale Computertomographie (CT) stellt eine wichtige nicht-invasive Bildgebungsmodalität des Herzens dar. Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wird ein hochmodernes Dual Source CT der neuesten Generation (Siemens Somatom FORCE) zur kardialen Bildgebung verwendet. Diese CT-Technologie ermöglicht eine optimale Bildgebung mit einer hohen zeitlichen und räumlichen Auflösung, verbunden mit einer niedrigen Strahlenexposition und einer geringen Kontrastmittelbelastung.

Das Hauptanwendungsgebiet der kardialen CT ist die Visualisierung der Koronararterien, insbesondere von Koronarkalk, Stenosen und Anomalien. Die Stärke der nicht-invasiven koronaren CT Angiographie liegt vor allem im Ausschluss einer Koronaren Herzerkrankung. In ausgewählten Fällen kann eine koronare CT-Bildgebung eine Alternative zur Koronarangiographie bieten. Die Beurteilbarkeit der Koronararterien kann durch Herzrhythmusstörungen, Adipositas oder starke Verkalkungen der Koronararterien eingeschränkt sein. Für die Optimierung der Untersuchungsbedingungen kann eine Gabe von Betablockern und Nitroglycerin notwendig werden.

Die Planung eines interventionellen Klappenersatzes (v.a. kathetergestützter Aortenklappenersatz oder kathetergestützter Mitralklappenersatz), von Ablationsverfahren und von herzchirurgischen Eingriffen sowie die Darstellung der Anatomie bei EHMA-Patienten sind weitere Einsatzgebiete der kardialen CT.