Forschungsgruppe "Youth Sex & Gender"

Die Forschungsgruppe "Youth Sex & Gender" untersucht verschiedene Fragestellungen zur geschlechtlichen und sexuellen Entwicklung und Vielfalt im Kindes- und Jugendalter. Hierzu zählen vorrangig Fragen der Geschlechtsdysphorie/Transgender/Genderdiversität (ehemalige Projekte: „Geschlechtsidentitätsentwicklung bzw. Geschlechter-Diversität im Kindes- und Jugendalter“) sowie die psychische und sexuelle Gesundheit von jungen queeren/LGBTQIA*Personen.

Warum braucht es (mehr) Forschung?

Seit Beginn unserer Forschung am UKE (2013) sind die Überweisungen an trans*-spezifische Spezialsprechstunden und die Diagnose Geschlechtsdysphorie in Deutschland deutlich gestiegen. Gleichzeitig gibt es aktuell noch viel zu wenig Forschung und Wissen zur Behandlung im Jugendalter bzw. den Behandlungserfahrungen von jungen trans* und non-binären Menschen. Das wollen wir ändern. Unsere neues Forschungsprojekt Trans*Follow soll deshalb wichtige Forschungslücken schließen, z.B. durch längere Follow-Up-Zeiträume (bis zu 13 Jahre), eine große Stichprobe und eine bessere Abbildung der zunehmenden klinischen Diversität und Behandlungsverläufe. Unser Ziel ist es außerdem, weitere relevante Faktoren aus den Lebensrealitäten von jungen trans*Menschen für die psychische Gesundheit bzw. das Wohlbefinden mit einzubeziehen. Hierzu zählt z.B. die erlebte psycho-soziale Unterstützung oder mögliche Diskriminierungserfahrungen. Mit Hilfe von Forschung können wir zu evidenzbasierten Behandlungsempfehlungen und somit zu einer Verbesserung der Versorgung beitragen. Zudem tragen die erhobenen Daten zur Entstigmatisierung von Trans*identität im Jugendalter bei.

TransFollowLogo

Trans*Follow

Das aktuelle von der DFG (Projektnummer: 573880441) geförderte Forschungsprojekt Trans*Follow findet begleitend zur Spezialsprechstunde der Hamburg GIS am UKE statt.

Geleitet und durchgeführt wird das Projekt von Dr. Inga Becker-Hebly und Dr. Lena Herrmann, die bereits seit vielen Jahren gemeinsam zu diesen Themen forschen.

Nun haben wir einen neuen Fragebogen entwickelt, der so lebensnah wie möglich die individuellen Erfahrungen von trans* und non-binären Personen während und nach einer Transition oder Behandlung erfasst. Dabei interessieren uns insbesondere die Erfahrungen mit dem spezifischen Angebot der Spezialsprechstunde des UKEs (Hamburg GIS) – auch, wenn die Behandlung abgebrochen oder woanders fortgeführt wurde:

* WEIL IHRE ERFAHRUNG ZÄHLT!

Die Einladung zum Forschungsprojekt und Informationen zum Studienablauf erhalten Patient:innen nach Anmeldung in der Sprechstunde oder postalisch, wenn Sie bereits vor oder seit einigen Jahren bei uns waren. Weitere Informationen zum Projekt Trans*Follow finden Sie zudem in diesem Flyer: Studienflyer Trans*Follow ab 2026

Zusammenfassungen unserer bisherigen Forschungsergebnisse

Wenn Sie sich darüber hinaus dafür interessieren, was wir in der Vergangenheit untersucht und welche Ergebnisse wir bisher als wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht haben, können Sie hier Studieninformationen und -ergebnisse einsehen:

Kooperationen

Es bestehen Kooperationen zu den anderen Forschungsgruppen der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie dem Institut für Sexualforschung am UKE.

Mitarbeit

In unserem Forschungsprojekt gibt es für Student:innen der Psychologie und der Medizin aktuell die Möglichkeit Praktika und Abschlussarbeiten zu absolvieren. Bitte nehmen Sie hierzu Kontakt mit uns auf!

Feedback und Fragen zur Studie

Sollte Sie ein Feedback an uns haben, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail unter trans-follow@uke.de . Bei Behandlungsanliegen wenden Sie sich bitte telefonisch an unser Ambulanzteam unter +49 (0) 40 7410 55014 .

Vielen Dank für Ihre Unterstützung der Forschung!

Das Studienteam von Trans*Follow

Weitere Projekte

In der Vergangenheit haben wir weitere Forschungsprojekte durchgeführt, so z.B. zu trans* und Autismus im Kindes- und Jugendalter („Geschlechter- und Neurodiversität im Kindes- und Jugendalter“) und zur reproduktiven Versorgungssituation von trans*Individuen in Deutschland aus Sicht von Behandelnden („trans*Fertil“). Weitere Informationen dazu finden Sie in den Flyern und unseren Publikationen.

Leitung

Inga Becker-Hebly
Dipl.-Psych.
Inga Becker-Hebly
Ph.D.
  • Wissenschaftliche Arbeitsgruppenleiterin
Kontakt

Standort

W29 Erika-Haus, 2. Etage
Lena Herrmann
Lena Herrmann
M. Sc. Psychologie Ph.D.
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Standort

W29 Erika-Haus, 2. Etage

Ausgewählte Publikationen aus unserer Arbeitsgruppe:

  • Inga Becker-Hebly, Sarah Hohmann, Saskia Fahrenkrug, Carola Bindt & Lena Herrmann (vrsl. 2027). Wissensstand und Lücken in der Forschung zu und Behandlung von transgeschlechtlichen und genderdiversen Jugendlichen. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie (eingereicht).
  • Lena Herrmann, Claus Barkmann, Saskia Fahrenkrug, Sarah Hohmann, Carola Bindt, Clara Lammers & Inga Becker-Hebly (2026). Ten years of a gender identity service for children and adolescents in Germany: demographic and clinical patterns. European Child & Adolescent Psychiatry. Advance online publication. doi:10.1007/s00787-026-03080-w.
  • Charlotte Barton, Marie Werner, Lena Herrmann, Nadine Janis Pohontsch, Carola Bindt & Inga Becker-Hebly (2025). Contraceptive care for transgender and gender diverse individuals from the perspective of healthcare providers in Germany: a qualitative study. Reproductive Health, 22, Article e250. doi: 10.1186/s12978-025-02223-7.
  • Antonia Schulte-Markwort, Lena Herrmann, Saskia Fahrenkrug, Claus Barkmann, Aglaja Stirn & Inga Becker-Hebly (2025). Die Perspektiven der Eltern von Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie: Mögliche Belastungen, Sorgen und Unterstützungswünsche in der Behandlung. Zeitschrift für Sexualforschung, 38(02), 82–93. doi:10.1055/a-2595-6797.
  • Lena Herrmann, Saskia Fahrenkrug, Carola Bindt & Inga Becker-Hebly (2024). Wie veränderbar ist das Geschlechtserleben von binär vs. nichtbinär identifizierten transgeschlechtlichen Jugendlichen und welche Einflussfaktoren gibt es? Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 52(1), 12–29. doi:10.1024/1422-4917/a000957.
  • Lena Herrmann, Claus Barkmann, Carola Bindt, Sarah Hohmann, Saskia Fahrenkrug & Inga Becker-Hebly (2024). How social is social media for transgender and gender-diverse youth? Association of online social experiences with internalizing mental health problems. European Child & Adolescent Psychiatry 33(10), 3503–3516. doi:10.1007/s00787-024-02396-9.
  • Lena Herrmann, Carola Bindt, Sarah Hohmann & Inga Becker-Hebly (2023). Social media use and experiences among transgender and gender diverse adolescents. International Journal of Transgender Health, 25(1), 36–49. doi: 10.1080/26895269.2023.2252410.
  • Lena Herrmann, Claus Barkmann, Carola Bindt, Saskia Fahrenkrug, Franziska Breu, Jörn Grebe & Inga Becker-Hebly (2023). Binary and non-binary gender identities, internalizing problems, and treatment wishes among adolescents referred to a gender identity clinic in Germany. Archives of Sexual Behavior, 53(1), 91–106. doi: 10.1007/s10508-023-02674-8.
  • Lena Herrmann, Carola Bindt, Saskia Fahrenkrug, Franziska Breu, Jörn Grebe, Clara Lammers, Christoph Reichardt & Inga Becker-Hebly (2022). „Trans ist plural”: Behandlungsverläufe in der Hamburger Spezialsprechstunde für Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie. Zeitschrift für Sexualforschung, 35(04), 209–219. doi: 10.1055/a-1964-1907.
  • Inga Becker-Hebly, Saskia Fahrenkrug, Florentien Campion, Hertha Richter-Appelt, Michael Schulte-Markwort & Claus Barkmann (2021). Psychosocial health in adolescents and young adults with gender dysphoria before and after gender-affirming medical interventions: a descriptive study from the Hamburg Gender Identity Service. European Child & Adolescent Psychiatry, 30(11), 1755–1767. doi: 10.1007/s00787-020-01640-2.
  • Timo O Nieder, Toby K Mayer, Sophia Hinz, Saskia Fahrenkrug, Lena Herrmann & Inga Becker-Hebly (2021). Individual treatment progress predicts satisfaction with transition-related care for adolescents with gender dysphoria: a prospective clinical cohort study. Journal of Sexual Medicine, 18(3), 632–645. doi: 10.1016/j.jsxm.2020.12.010.