"Der Gesunde kennt tausende Wünsche - der Kranke nur einen Einzigen!"

Hamburger Stammzell-Datei am UKE
Hamburger Stammzell-Datei am UKE

Die Hamburger Stammzellspender-Datei (HSD) am UKE

Das UKE unterhält eine eigene Stammzellspender-Datei (HSD) in der aktuell über 25.000 potenzielle Spenderinnen und Spender registriert sind. Jede weitere Spenderin und jeder weitere Spender erhöht die Chance, dass wir das passende "Blutsgeschwister" für unseren kleinen und großen Patienten finden können. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben und/oder Blut- oder Stammzellspender werden möchten, stehen wir Ihnen gerne zu den Öffnungszeiten unserer Blutspendedienste, per Telefon +49 (0) 40 7410 - 52616 oder Telefon +49 (0) 40 7410 - 54579 ,
im Internet www.blutsgeschwister.net oder
per E-Mail blutspende@uke.de zur Verfügung.

  • Warum werden Stammzellspender benötigt?
    Jedes Jahr erhalten in Deutschland etwa 12.000 Menschen die Diagnose Blutkrebs (Leukämie), darunter auch sechshundert Kinder. Das Knochenmark als Quelle aller Blutzellen im Körper ist bei diesen Patienten so schwer betroffen, dass innerhalb von Wochen bis Monaten keine funktionstüchtigen weißen (Leukozyten) oder roten (Erythrozyten) Blutkörperchen und Blutplättchen (Thrombozyten) mehr gebildet werden können. Die Folge sind schwere Infektionen, Atemnot, Blutungen und letztendlich der Tod.
    Trotz immer neuer Therapieansätze stellt für viele dieser Patienten nur eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation (STZ-/KM-Tx) von einem gesunden Spender eine dauerhafte Heilungschance dar. Von den ca. 2.900 Transplantationen pro Jahr in Deutschland, werden zweihundert (d.h. etwa jede 15te Transplantation) im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) durchgeführt.
    Nur bei einem Viertel der Patienten kann ein passender Spender in der Familie gefunden werden, alle anderen sind auf freiwillige Fremdspender angewiesen. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche STZ-/KM-Transplantation sind die bestmögliche Übereinstimmung des Empfängers und des Patienten in ihren Gewebemerkmalen. Diese Gewebemerkmale sind auf den weißen Blutkörperchen in großer Zahl vorhanden und werden beim Menschen maßgeblich durch das HLA-System (Human Leukozyten Antigene) bestimmt. Sie ermöglichen dem menschlichem Immunsystem zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen zu unterscheiden.
    Die Wahrscheinlichkeit außerhalb der Familie in der Bevölkerung einen passenden, nicht verwandten Spender für einen Patienten zu finden, liegt abhängig von der Art seiner Gewebemerkmale bei 1: 20.000 bis zu 1 : 50.000.000. Diese Zahlen demonstrieren eindrücklich wie wichtig es ist möglichst viele potenzielle Spender zu gewinnen.
    Die molekulargenetische Bestimmung der HLA-Merkmale kann sehr gut und effektiv aus dem venösen Blut und mit gewissen Einschränkungen auch mittels einer Speichelprobe oder eines Wangenschleimhautabstrichs durchgeführt werden. Aus den gewonnenen Spenderzellen wird dann die Erbsubstanz (DNA) isoliert, die HLA-Bestimmung durchgeführt und eine Restmenge eingefroren und aufbewahrt, um bei Bedarf weitere Zusatzuntersuchungen durchführen zu können.
    Die für eine Spendersuche bzw. STZ-/KM-Transplantation benötigten, jedoch nicht ihre persönlichen Daten, werden dann an das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) in Ulm und andere internationale Register verschlüsselt (pseudonymisiert) weitergegeben. Da alle Spenderdateien an das ZKRD melden, ist es ausreichend, wenn Sie jemals in einer Datei aufgenommen wurden. Eine erneute Typisierung in einer weiteren Datei sollte vermieden werden.
    Die Wahrscheinlichkeit tatsächlich als registrierter Spender für einen Patienten in Frage zu kommen, liegt unter 1%. Wenn es soweit ist, setzen wir uns umgehend mit Ihnen in Verbindung und laden Sie zu einer zweiten Blutentnahme (Bestätigungstypisierung [CT = Confirmatory Typing]) ein. Falls Sie im Anschluss als Spender ausgewählt werden, folgen dann innerhalb weniger Wochen weitere körperliche und laborchemische Untersuchungen um sicherzustellen, dass Sie gesund sind und Ihnen durch eine Spende keine gesundheitlichen Risiken entstehen.

  • Methoden der Stammzellentnahme
    Es stehen aktuell zwei Methoden zur Gewinnung von Blutstammzellspenden zur Verfügung, wobei die Entnahme aus dem peripheren Blut (Stammzellapherese) mit Hilfe eines Zellseparators derzeit in über 85% aller Fälle zum Einsatz kommt.

    Stammzellapherese: Damit die Stammzellen aus dem Blut eines Gesunden gesammelt werden können, muss zunächst die Zahl der Stammzellen im Blut erhöht werden. Hierzu ist eine Vorbehandlung des Spenders mit dem Botenstoff G-CSF erforderlich. Dieser Wachstumsfaktor entsteht auch auf natürliche Weise im menschlichen Organismus, z.B. bei Infektionen oder Verletzungen. Er bewirkt, dass Stammzellen vom Knochenmark in das periphere Blut übertreten. Das Medikament wird, ähnlich wie eine Thrombosespritze, für einen Zeitraum von 5 Tagen vor der Sammlung jeweils morgens und abends unter die Haut gespritzt. Die Stammzellen werden dann mittels einer Maschine (Zellseparator) in einem 3-5stündigen Verfahren (Stammzellapherese) aus dem Blut des Spenders gesammelt. Hierzu wird Blut aus einer Armvene entnommen und in einem ständigen Kreislauf über eine Zentrifuge seine einzelnen Bestandteile aufgetrennt. Der Teil, der die Stammzellen enthält, wird entnommen, alle anderen Bestandteile erhält der Spender unmittelbar zurück. Es besteht dabei für den Spender kein Infektionsrisiko, da ausschließlich steriles Einmalmaterial eingesetzt wird. Das Medikament G-CSF wird seit einigen Jahrzehnten sowohl bei Patienten als auch bei gesunden Stammzellspendern verwendet. Die Erfahrungen zeigen, dass G-CSF bezüglich seiner Nebenwirkungen als sicher anzusehen ist. Häufig können Symptome wie Knochen-, Muskel- oder Kopfschmerzen auftreten, die als unangenehm empfunden werden können, aber harmlos sind. Diese Symptome können bei Bedarf mit handelsüblichen Schmerzmitteln behandelt werden und klingen nach Ende der Behandlung wieder ab. Nachteilige Langzeiteffekte sind seit Beginn des Einsatzes von G-CSF nicht beschrieben geworden. In extrem seltenen Fällen können schwerwiegende Nebenwirkungen (wie z.B. allergische Reaktionen, Milzriss) aber nicht ausgeschlossen werden. Die Entnahme über die Zellseparation selbst ist ein sehr sicheres und seit Jahrzehnten etabliertes Verfahren, welches im UKE über 3.000 Mal im Jahr eingesetzt wird. Insgesamt werden Sie über das Risikoprofil einer Stammzellapherese in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch mit unseren Ärzten informiert.

    Knochenmark-Entnahme: In wenigen Fällen werden die Blutstammzellen auch heute noch mit einer Punktion aus dem Beckenkamm entnommen. Wichtig ist an dieser Stelle den Begriff "Knochenmark" nicht mit "Rückenmark" zu verwechseln. Das Knochenmark ist blutbildendes Gewebe, das in bestimmten Knochen vorkommt. Das Rückenmark hingegen liegt im Wirbelkanal und ist ein Teil des Nervensystems, welcher nicht transplantiert werden kann. Die Knochenmarkentnahme ist ein operativer Eingriff unter Vollnarkose, bei dem innerhalb von etwa einer Stunde ungefähr 500 - 1000 ml Blut aus dem Beckenkamm entnommen werden. Jede Knochenmarkentnahme und jede Vollnarkose beinhalten ein gewisses Risiko. Bei gesunden Spendern ist die Gefahr ernster Komplikationen jedoch sehr gering. An der Entnahmestelle können sich Blutergüsse bilden, es können noch einige Tage Schmerzen auftreten und theoretisch kann, trotz steriler Arbeitsweise, eine Infektion des Knochens auftreten. Das Knochenmark selbst regeneriert sich in kurzer Zeit, so dass keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Über alle Verfahrensweisen und Risiken im Rahmen der Entnahme der Blutstammzellen werden Sie sehr ausführlich in unserer Entnahmeeinheit im UKE aufgeklärt, wenn eine Spende bevorsteht.

  • Entstehen mir irgendwelche Kosten? Die Spende ist grundsätzlich unentgeltlich und wird nicht vergütet. Für jeden Spender wird im Rahmen einer Spende eine Unfallversicherung (incl. Risikolebens- und Invaliditätsversicherung) abgeschlossen. Die mit der Entnahme verbundenen Kosten übernimmt das Spenderregister. Ein etwaiger Einkommensausfall kann ggf. kompensiert werden.

  • Voraussetzungen zur Aufnahme in Datei:

    • ein Spender muss bei Aufnahme mindestens 18 und maximal 40 Jahre alt sein
    • mit Erreichen des 61. Lebensjahres werden die Spenderdaten aus dem nationalen Register gelöscht
    • mit der Unterschrift unter der Einverständniserklärung erklärt ein Spender, dass er seines Wissens nach gesund ist und keines der folgenden Leiden vorliegt:
      • schwere Herz-Kreislauferkrankung
      • schwere Lungenerkrankung
      • schwere Nierenerkrankung
      • schwere neurologische Erkrankung
      • schwere Stoffwechselstörung
      • schwere tropische Infektionskrankheiten, insbesondere Malaria (aktiv oder abgelaufen)
      • Infektion (auch eines Sexualpartners) mit HIV, Hepatitis B oder C, HTLV, Syphilis
      • systemische Autoimmunerkrankungen oder andere schwere chronische Erkrankungen
      • Krebserkrankung
      • Erbkrankheiten des Blutes oder des Immunsystems
    Ausführliche Informationen entnehmen Sie bitte unserem Aufklärungsschreiben "Knochenmark spenden, Hoffnung schaffen, Leben retten".
    Mit ihrer Aufnahme in die Hamburger Stammzellspender-Datei, erklären sie sich einverstanden, bei Bedarf für einen ihnen nicht verwandten Patienten Blutstammzellen oder Knochenmark zu spenden. Eine Aufnahme zur gerichteten, nur auf eine oder mehrere Personen beschränkte, Blutstammzellenspende ist nicht zulässig.

  • Eine Aufnahme als Blut- und/oder Stammzellspender ist jederzeit ohne Anmeldung zu den Öffnungszeiten unserer Blutspendedienste möglich. Bitte bringen Sie einen gültigen Personalausweis mit.

    Blutspende/Stammzellspendertypisierung im UKE, Martinistraße 52, Haus Ost 38
    Montag, Donnerstag, Freitag 7:00 - 14:00
    Dienstag, Mittwoch 12:00 - 19:00

    Blutspende Albertinenhaus, Sellhopsweg 18-22
    Montag, Dienstag 15:30 - 19:00
    Mittwoch geschlossen
    Donnerstag 7:00 - 10:30
    Freitag 7:00 - 14:00

  • Die Kosten für die Registrierung neuer Spenderinnen und Spender belaufen sich auf jeweils 50,- Euro und werden nicht von den Krankenkassen oder dem Gesundheitssystem getragen.
    Wir sind daher dringend auf Spenden angewiesen, freuen uns über jeden Beitrag und danken Ihnen für Ihre Unterstützung!
    Auch wenn Sie nicht zum aktiven Spenderkreis gehören können, weil Sie älter als 55 Jahre oder medizinische Ausschlussgründe gegeben sind, können Sie uns dennoch unterstützen. Werden Sie Sponsor! Für die Gewebetypisierung freiwilliger Stammzellspender nehmen wir gerne Geldspenden an unser Spendenkonto:
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
    Hamburger Sparkasse
    Kto.-Nr.: 1234 36 36 36
    BLZ: 200 505 50
    IBAN: DE 54200505501234363636
    BIC: HASPDEHHXXX
    Verwendungszweck: 0134/101 - HSD
    Bitte geben Sie auf dem Überweisungsträger auch Ihre Adresse an, damit wir Ihnen eine Zuwendungsbestätigung für das Finanzamt ausstellen können.