Gefäßchirurgie - Endovaskuläre Therapie - Angiologie

Forschung in der Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin

Die wissenschaftliche Forschung in allen Bereichen der Gefäßmedizin stellt einen wichtigen Bestandteil unserer täglichen Arbeit dar. Mit ihren regionalen, nationalen und internationalen Projekten kommt die Klinik ihrem Forschungsauftrag durch die Medizinische Fakultät der Universität Hamburg nach und verfügt hierfür über eine ausgezeichnete Infrastruktur und Vernetzung.

Forschungsbereiche

Die vaskuläre Forschung in der Klinik für Gefäßmedizin ist in mehrere Teilbereiche aufgeteilt:

  • Grundlagenforschung
  • Translationale Forschung
  • Angewandte Forschung und klinische Studien
  • Versorgungsforschung und GermanVasc

Die verschiedenen Arbeitsgruppen verfügen über die notwendige Expertise und Infrastruktur zur Durchführung klinischer Studien nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) sowie nach dem Arzneimittelgesetz (AMG). Darüber hinaus führen wir auch multizentrische und multinationale Anwenderbeobachtungen und Registerstudien durch, die nicht unter das MPG oder AMG fallen.

Grundlagenforschung

Für die Grundlagenforschung in der Klinik für Gefäßmedizin gibt es ein gefäßmedizinisches Labor (Haus W27), indem alle gängigen Methoden der modernen Molekularbiologie etabliert wurden. Ein Hauptfokus besteht in der Erforschung der Signaltransduktion im Rahmen der Re-Stenose (sog. Intimahyperplasie). Durch eine Kooperation mit der Technischen Universität (TU) Hamburg-Harburg erfolgt die Untersuchung von Fluiden im Kreislaufsystem und die Simulation von deren Interaktion.

Projektleitung: Prof. Dr. med. Axel-Antonio Larena-Avellaneda

Ansprechpartner: Dr. rer. nat. Günter Daum

Translationale Forschung

Die translationale Forschung stellt eine wichtige Schnittstelle zwischen der Grundlagen- und angewandten Forschung dar. In diesem Feld arbeiten mehrere Arbeitsgruppen in der Klinik:

Angewandte Forschung und klinische Prüfungen nach MPG oder AMG

Die Klinik für Gefäßmedizin verfügt über die Erfahrung und Infrastruktur, um klinische Prüfungen nach MPG und AMG zu planen und verantwortlich durchzuführen (Sponsor) und nimmt auch als Studienzentrum an klinischen Prüfungen zu allen Bereichen der Gefäßmedizin teil.

Unser Team besteht aus Studienassistent/innen, Prüfärzten und einem Studiensekretariat des Universitären Herzzentrums.

  • Study Nurses: 2 bis 3 Study Nurses unterstützen die Arbeitsgruppen regelmäßig bei den Forschungsaufgaben und klinischen Prüfungen.
  • Prüfärzte: 6 ärztliche Kolleginnen und Kollegen haben die curriculare Fortbildung für Prüfärzte nach den Vorgaben der Bundesärztekammer absolviert.
  • Themenfelder: Das Behandlungsspektrum der Klinik für Gefäßmedizin umfasst alle Erkrankungen der vaskulären Medizin inklusive seltener Gefäßerkrankungen (Kompressionssyndrome, genetische Aortenerkrankungen, Malformationen) und komplexen Erkrankungen (Protheseninfektionen). Bitte sprechen Sie uns für detaillierte Zahlen zu geplanten Studienvorhaben an.
  • Aktuelle Studien: Derzeit nimmt die Klinik an 1 klinischen Prüfung nach MPG (endovaskuläre Therapie des Aortenaneurysmas) und 1 klinischen Prüfung nach AMG (gerinnungswirksame Medikation) teil.
  • In unserer Hochschulambulanz der Gefäßmedizin verfügen wir unter anderem über drei voll ausgestattete Untersuchungsräume mit modernsten Ultraschallgeräten (inkl. Kontrastmitteluntersuchungen), Laufbandgeräten, oszillographischen und dopplersonographischen Untersuchungsgeräten, transkutaner Sauerstoffpartialdruckmessung, Fluoreszenzangiographie, Kapillarvideomikroskopie und Inventar zur Wundversorgung. Die Untersuchungen werden von drei Gefäßassistentinnen unterstützt.
  • Statistik und Datenanalyse: In der Arbeitsgruppe Germanvasc (siehe unten) ist eine Statistikerin und eine Epidemiologin beschäftigt.

Versorgungsforschung und GermanVasc

Die vaskuläre Versorgungsforschung beschäftigt sich mit epidemiologischen und praktischen Fragen der nationalen und internationalen Gefäßmedizin. Besondere Bedeutung hat die Entwicklung der sektorenübergreifenden (ambulanten oder stationären) Versorgung, die Häufigkeit vaskulärer Erkrankungen und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung.

In 2014 wurde die Arbeitsgruppe GermanVasc (www.germanvasc.de) gegründet, die sich mit Projekten der Versorgungsforschung und Qualitätssicherung der Gefäßmedizin beschäftigt und am Aufbau eines deutschlandweiten datenschutzkonformen und datensicheren Registers für gefäßmedizinische Behandlungen arbeitet.

  • Hamburg City Health Studie (HCHS): Die HCHS ist die größte lokale Gesundheitsstudie der Welt und findet auf Initiative des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) statt. Dr. med. C.-A. Behrendt ist Sprecher des Fachbereichs Gefäßmedizin im Forschungsverbund und koordiniert dort Projekte zum abdominellen Aortenaneurysma, zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und zur extrakraniellen Karotisstenose.

  • International Consortium of Vascular Registries (ICVR): Prof. Dr. med. E. S. Debus und Dr. med. C.-A. Behrendt sind Gründungsmitglieder dieser internationalen Kooperation, die sich mit Registerprojekten der Gefäßmedizin beschäftigt. Ein Teilprojekt (InVasc PAOD) beschäftigt sich derzeit mit einer Harmonisierung der Datensätze zu pAVK-Studien.

  • VASCUNET Komitee: Prof. Dr. med. E. S. Debus und Dr. med. C.-A. Behrendt sind ständige Mitglieder dieser europäischen Qualitätsinitiative der Europäischen Fachgesellschaft der Gefäßchirurgen (ESVS).

  • Multicenter-Registerstudien: Die AG GermanVasc führt nationale und internationale klinische Anwenderbeobachtungen und Registerstudien durch, die nicht unter das MPG oder AMG fallen (laufende oder abgeschlossene Studienprojekte: PSI-Studie, CORONA-Studie, IDOMENEO-Studie, VASCUNET Amputation Study).

  • MDEpiNet: Prof. Dr. med. E. S. Debus und Dr. med. C.-A. Behrendt sind Gründungsmitglieder des Medical Device Epidemiology Network (MDEpiNet) zur Entwicklung einheitlicher Identifikatoren und Versorgungsforschungsparameter zu medizinischen Katheterdevices.

  • IDOMENEO-Studie: Unter Projektleitung durch Prof. E. S. Debus und Dr. C.-A. Behrendt erfolgt derzeit die Durchführung einer mehrstufigen multimethodalen Studie zur Versorgung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) in Deutschland. An dem Konsortium sind weitere Kollegen aus dem UKE (Prof. Dr. Dr. M. Härter, PD Dr. L. Kriston), der Universität Hamburg Fakultät Informatik (Prof. Dr. H. Federrath) sowie der BARMER (Dr. U. Marschall) beteiligt. Das Projekt wird von April 2017 bis März 2020 durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mit insgesamt 3.567 Mio. Euro gefördert. Im Zentrum steht eine deutschlandweite multizentrische Registerstudie (GermanVasc-Register), die Nutzung von Routinedaten und die Betrachtung der Lebensqualität von PAVK-Patienten.

Projektleitung Versorgungsforschung: Univ.-Prof. Dr. med. E. Sebastian Debus

Projektleitung GermanVasc: Dr. med. Christian-Alexander Behrendt

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