Interventionelle Elektrophysiologie

Neben der Diagnostik von Herzrhythmusstörungen mittels Langzeit- oder Belastungs-EKG, externer bzw. interner Eventmonitore oder auch elektrophysiologischer Untersuchungen liegt unser Fokus insbesondere auf der Therapie von Vorhofflimmern und ventrikulären Tachykardien (Kammertachykardien, ventrikuläre Extrasystolen) sowie supraventrikulären Tachykardien (Vorhofflattern, atriale Tachykardien, AV-Knoten-Reentrytachykardien, akzessorische Leitungsbahnen).

Alle Eingriffe werden in tiefer Sedierung der Patienten durchgeführt, sodass die Ablation für die Patienten sehr schonend und völlig schmerzfrei abläuft. Um die entsprechenden Katheter zum Herzen führen zu können, sind in den meisten Fällen lediglich venöse und/oder arterielle Gefäßzugänge über die rechte Leiste nötig. Alle Eingriffe werden mittels modernster Röntgenanlagen durchgeführt, um ein Höchstmaß an Präzision und Strahlenreduktion gewährleisten zu können.

Für die katheterinterventionelle Therapie von Vorhofflimmern setzen wir modernste und innovative Ablationsverfahren ein. Neben Hochfrequenzstrom in Kombination mit hochauflösenden dreidimensionalen Mappingsystemen, welche eine präzise und strahlenarme Navigation der Katheter erlauben, verwenden wir die jeweils neuesten Generationen von Ballonverfahren wie den Cryoballon oder den endoskopischen Laserballon.

Die Therapie ventrikulärer Tachykardien stellt aufgrund der Komplexität des Eingriffs eine besondere Herausforderung dar. Um hier ein Höchstmaß an Sicherheit und Effektivität zu gewährleisten, können diese Ablationsbehandlungen in unserer Klinik unter Integration modernster Bildgebungsverfahren und bei Notwendigkeit auch mit Herzkreislaufunterstützungssystemen (z.B. Impella-Pumpe oder Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO)) durchgeführt werden.

Die prä- und postinterventionelle stationäre Versorgung unserer Patienten erfolgt auf spezialisierten Rhythmusstationen mit insgesamt 33 Monitor-Betten.

Mit der akuten Therapie ist unsere Versorgung nicht am Ende! Auch nach der Entlassung können wir in unserer Rhythmusambulanz im weiteren Verlauf die Mitbetreuung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen anbieten.

    • Langzeit-EKG (bis zu 72 Stunden)
    • Langzeit-Blutdruck (24 Stunden)
    • Event-Recording (Tele-EKG-Scheckkarte, implantierbare Event-Recorder)
    • Ergometrie
    • Transthorakale und transösophageale Echokardiographie
    • Ambulante Rhythmussprechstunde
    • Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)
    • Kardio-MRT

    • Differentialdiagnose und Beratung bei seltenen rhythmogenen Erkrankungen
      • Long-QT-Syndrom
      • Short-QT-Syndrom
      • Brugada-Syndrom
      • Catecholaminerge polymorphe ventrikuläre Tachykardie (CPVT)
      • Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC)
      • Non-compaction Kardiomyopathie
    • Humangenetische Abklärung
    • 12-Kanal-Langzeit-EKG
    • Primär- und sekundärprophylaktische ICD-Implantation und Nachsorge

    • Differentialdiagnose und Beratung
    • Langzeit-EKG
    • Implantierbare Event-Recorder
    • Karotis-Duplexsonographie
    • Karotissinusmassage
    • Schellong-Test
    • Implantation und Nachsorge von Ereignisrekordern und Schrittmachern

    • Elektrische oder pharmakologische Kardioversion
    • Katheterablation

    • Elektrische und pharmakologische Kardioversion
    • Katheterablation (3D-Mapping-Systeme & Cryoballon-Ablation):

    Cyroballon-Ablation

    Vorhofflimmerablatation mit dem Cryoballon
    Aufgrund der Häufigkeit und der Bedeutung von Vorhofflimmern für Betroffene werden aktuell zahlreiche neue Behandlungsverfahren entwickelt. Neben dem Hochfrequenzstromkatheter, mit welchem die Katheterverödung durch Wärme durchgeführt wird, bietet der Cryoballon eine zunehmend bedeutsame Möglichkeit zur Ablationsbehandlung von Vorhofflimmern; statt mit Hitze können die Muskelbrücken zwischen den Lungenvenen und der linken Vorkammer mittels des Cryoballon mit Kälteenergie verödet werden, um fälschliche „Zündkerzen“ auszuschalten. Hierbei werden die Lungenvenen von der linken Vorkammer elektrisch getrennt, um so die Entstehung von weiteren Vorhofflimmerepisoden zu verhindern.

    Für die Untersuchung wird in unserem Herzkatheterlabor ein venöses Leistengefäß (Vena Femoralis) punktiert und es können für die Behandlung so verschiedene Katheter im Herzen positioniert werden. In der Regel reicht hierfür die Punktion einer Leiste. Nach einmaliger Punktion der Vorhofscheidewand im Herzen mit einer Nadel wird der Cryoballon zu den Lungenvenen navigiert. Dort angekommen wird er mit flüssigem Lachgas gefüllt, woraufhin sich der Ballon ausdehnt und so die Lungenvene abdichtet. Durch Kontrastmittel kann die erfolgreiche Positionierung kontrolliert werden. Unter Durchleuchtung wird mit Hilfe von Röntgenstrahlung die Position des Cryoballons kontrolliert. Sobald eine optimale Positionierung erreicht ist erfolgt die Kühlung des Ballons. Bei diesem Prozess entstehen Temperaturen bis zu -80° Celsius, wodurch die Muskelbrücken in den Lungenvenen beseitigt werden.

    Die Ablation mit dem Cryoballon ist mittlerweile eine weltweit eingesetzte, im klinischen Alltag zunehmend etablierte alternative Ablationstechnologie. Der Eingriff zur Verödung aller Lungenvenen einschließlich umfassender Erfolgskontrollen dauert in der Regel ca. zwei Stunden. Dieses Verfahren wird in Abhängigkeit der Begleitumstände wie der Vorhofflimmerform (z.B. kurzanhaltend/langanhaltende Formen), der Vorkammergröße, der Nierenfunktion und weiteren Faktoren seit 2014 für eine „maßgeschneiderte“ Therapie des einzelnen Patienten erfolgreich in der klinischen Routine unseres Herz- und Gefäßzentrums eingesetzt.


    3D-Mapping-Systeme

    Dreidimensionale Navigationssysteme
    Zur Echtzeitdarstellung von elektrophysiologischen Kathetern in den Herzhöhlen wurden in den letzten Jahren verschiedene dreidimensionale Mappingverfahren (Erstellen einer elektroanatomischen Landkarte, =Map) entwickelt. Diese ermöglichen eine Führung der Katheter in einer rekonstruierten dreidimensionalen Geometrie mit dem Ziel der besseren Darstellbarkeit der Rhythmusstörung und der anatomischen Gegebenheiten, sowie eine Reduktion der Strahlenbelastung für Patient und Untersucher. In unserer Klinik kommen in Abhängigkeit der vorliegenden Rhythmusstörung unterschiedliche Systeme zum Einsatz. Sämtliche aktuell verfügbare Systeme stehen in unserer Klinik zur Verfügung.

    CARTO 3®
    Hervorzuheben ist bei diesem System die Möglichkeit über das Modul CartoUnivu™ die fluoroskopische Darstellung des Vorhofs sowie die Pulmonalvenenangiographie in die 3D-Rekonstruktion zu integrieren sowie die automatische Visualisierung der abladierten Bereiche im Herzen (VISITAG™). Bevorzugt benutzen wir dieses System außerdem bei Vorliegen von Kammerrhythmusstörungen.

    Ensite Velocity®
    Bei Vorliegen komplexer Vorhofrhythmusstörungen kommt aufgrund der Vorteile in der Signalverarbeitung zumeist dieses System zum Einsatz

    Rhythmia™
    Die Stärke dieses Systems liegt in der schnellen Erstellung besonders dichter und damit sehr genauer Maps. Dies ist besonders bei nur kurz anhaltenden Rhythmusstörungen hilfreich.

    Acutus Medical’s AcQMap™
    Bei diesem noch sehr neuen, auf Ultraschall basierendem, System ist die sowohl örtlich als auch zeitlich sehr hochauflösende Anatomie der erstellten Maps hervorzuheben. Das System wird derzeit im Rahmen klinischer Studien in unserer Klinik verwendet.

    • endokardialer Vorhofohrverschluss
    • epikardialer Vorhofohrverschluss (LARIAT®)

    • Katheterablation
      • 3D-Mapping-Systeme

    • ICD-Implantation