Aktuelle Sonderausstellungen
Untenrum verhandelt. Gynäkologien zwischen Wissen und Macht
17.06. - 08.07.2026
Wie wird über weiblich gelesene Körper gesprochen – medizinisch, gesellschaftlich, politisch? Welche Geschichten werden erzählt, welche verschwiegen? Und wer verfügt darüber, was als Wissen über Körper, Gesundheit, Reproduktion und Sexualität gilt?
Die Ausstellung versammelt studentische Arbeiten aus einem bilingualen Seminar der Universität Hamburg und bringt diese mit historischen Objekten aus der Sammlung des Medizinhistorischen Museums Hamburg in Dialog. Zwischen Audioinstallation, Collage, Videoarbeit, Postkarte und Archivobjekt eröffnen die Arbeiten Perspektiven auf gynäkologische Wissensordnungen sowie auf die Erfahrungen, Affekte, Widerstände und Leerstellen, die sie begleiten.
Die Ausstellung ist eine Kooperation der Institute für Anglistik und Amerikanistik und Liberal Arts & Sciences der Universität Hamburg mit dem Medizinhistorischen Museum und der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie des UKE .
Begleitet wird die Ausstellung von einem künstlerischen und wissenschaftlichen Rahmenprogramm, darunter ein Workshop zu „Unerhörten Körpern“, ein Vortrag zu gynäkologischen Wissensordnungen sowie eine Finissage mit der Künstlerin Kirstin Burckhardt. Das vollständige Programm finden Sie auf der Website zur Ausstellung .
Wir laden Sie herzlich ein zur Eröffnung am Mittwoch, 17. Juni 2026, 20 Uhr!
Lenins Tod. Eine Sektion
Sonderausstellung 14.02.2025 - 17.01.2027
1924 starb der Gründer der Sowjetunion Wladimir Iljitsch Lenin in Gorki bei Moskau. Unter den Ärzten, die von der Regierung an sein Krankenbett gerufen worden waren, befand sich auch der Hamburger Neurologe Max Nonne – ausgerechnet.
Noch im November 1918 waren deutsche Revolutionäre auf der Suche nach Max Nonne und seinen Assistenten durch das Eppendorfer Krankenhausgelände gezogen, „um sie zu erschießen“. Denn sie kannten Nonne als Verfechter eines umstrittenen Verfahrens, das die Leistungsfähigkeit psychisch erkrankter Soldaten mit Hilfe schmerzhafter Stromstöße wiederherzustellen versuchte.
Nonnes Aufzeichnungen stehen im Zentrum der Ausstellung. Die Krankenakte ist Ausgangspunkt einer vielschichtigen wissenschafts- und kulturhistorischen Sektion: Wer war Lenins Arzt Max Nonne? Was machte seine Hypnose- und Stromtherapie mit den Traumatisierten des Ersten Weltkriegs, und welche Rolle spielte er bei den Krankenmorden in der NS-Zeit?
Auch auf das Nachleben des toten Lenin erstreckt sich die Untersuchung: Welches Menschenbild steckt hinter der Forschung an Lenins Hirn? Wie entstand sein Totenkult? Und warum interessierte sich der Hamburger Kunsthistoriker Aby Warburg so sehr für eine sowjetische Trauerbriefmarke?
Weitere Informationen
Pandemie. Rückblicke in die Gegenwart
„Wann ist es vorbei?“ war zu Beginn eine oft gestellte Frage. Mit ihr verband sich das Vertrauen, die moderne Medizin werde die Corona-Krise in den Griff bekommen. Kinder hängten bunte Regenbogen-Bilder in die Fenster, das Symbol des guten Ausgangs verheerender Katastrophen. Schon die Überlebenden don Pest prägten ihn auf Erinnerungsmedaillen.
Die Ausstellung stellt aktuelle Maßnahmen und Konzepte in den Kontext ihrer Geschichte. Denn auch bei Pest, Cholera und Spanischer Grippe bemühten sich Menschen, von der vorangegangenen Pandemien zu lernen.