Ethik und Recht

Die Entwicklung der Krebsmedizin ist durch eine zunehmende Komplexität gekennzeichnet. Damit geht die Notwendigkeit einher, ethische Fragen kontinuierlich neu zu beantworten. Diese können z.B. durch unterschiedliche Sichtweisen von Patientengruppen auf den Nutzen von Krebstherapien entstehen oder die Bewertung von Entscheidungskonflikten beziehen.

Aus diesen Betrachtungen sowie innovativen Therapiekonzepten können sich auch medizinrechtliche Konsequenzen ergeben, die analysiert werden müssen. In enger Zusammenarbeit von Ärzten, Soziologen, Medizinrechtlern sowie dem Klinischen Krebsforschungsregister und dem Hamburger Krebsregister werden verschiedene Forschungsprojekte zu diesen Themen durchgeführt.

Projekte

  • In einem mehrstufigen Projekt wird in Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster untersucht, nach welchen Kriterien verschiedene an Krebs erkrankte Patientengruppen den Nutzen krebsspezifischer Behandlungen bewerten. Daraus sollen u.a. Schlussfolgerungen gezogen werden, wie die klinische Krebsforschung zukünftig die Durchführung von Studien orientieren muss, um den Patienteninteressen möglichst gut zu entsprechen.

  • Die Durchführung von Tumorboards und interdisziplinäre Besprechung von Krebspatienten ist inzwischen medizinischer Behandlungsstandard geworden. Daraus ergeben sich verschiedene medizinrechtliche Aspekte, wie eine ordnungsgemäße Durchführung gewährleistet werden kann. Das beinhaltet u.a. Fragen des Datenschutzes, der medizinischen Verantwortung und der Haftung. Diese werden im Auftrag des CCC-Netzwerkes gegenwärtig unter Führung des UCCH aufgearbeitet und als Handlungsempfehlungen für alle Tumorzentren zur Verfügung gestellt.