Forschung

Die Forschungsschwerpunkte des Instituts für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung liegen im Bereich der ökonomischen Evaluation von Gesundheitsleistungen und der Versorgungsforschung, mit einem Schwerpunkt im Bereich der Versorgung psychisch kranker und alter Menschen.

Gegenwärtig werden Methoden zur Messung der präferenzbasierten Bewertung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Kosten in verschiedenen Diagnosegruppen weiterentwickelt und getestet. Außerdem werden Krankheitskostenstudien durchgeführt und Krankheitsmodelle als Grundlage für entscheidungsanalytische Evaluationsstudien entwickelt. Darüber hinaus werden ökonomische Evaluationsstudien von neuen präventiven, diagnostischen und therapeutischen Versorgungsleistungen für Patienten aus verschiedenen Krankheitsgruppen durchgeführt sowie neue Finanzierungsformen der psychiatrischen Versorgung evaluiert.

Des Weiteren liegt ein Forschungsschwerpunkt im Feld der Versorgungsepidemiologie. Dieser Bereich ist an der Schnittstelle von Versorgungsforschung, Gesundheitsökonomie und Epidemiologie angesiedelt. Interdisziplinäre Fragenstellungen der Versorgungsforschung werden dort empirisch analysiert, ebenfalls mit einem Schwerpunkt auf Versorgung im Alter und bei psychischen Erkrankungen und überwiegend basierend auf Daten aus Kohortenstudien.

Arbeitsgruppen

Aktuelle Forschungsprojekte

Geriatrische und pflegebezogene Forschungsprojekte

  • Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2021-2024

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten II

  • Für ältere Menschen mit Pflegebedürftigkeit treten zunehmende Hemmnisse auf, Ihre häusliche Mundpflege selbstständig zu erbringen und die empfohlenen regelmäßigen Kontrolluntersuchungen in der Zahnarztpraxis wahrzunehmen. Ohne adäquate häusliche Zahnpflege und ohne regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen verschlechtert sich jedoch die Mundgesundheit und dies kann wiederum negative Auswirkungen auf die Ausprägung der systemischen Erkrankungen haben, derentwegen die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist.
    Durch den Abbruch der zahnärztlichen Betreuung sind die Konsequenzen für die Mundgesundheit häufig nicht bekannt. Hinzu kommt, dass es keinen koordinierten und verbindlichen Austausch zwischen Zahn- und Hausarztpraxis, Pflegepersonal, Angehörigen oder Patientinnen und Patienten gibt. Das Projekt InSEMaP knüpft an diese ungünstige Versorgungssituation von ambulant gepflegten Menschen an und zielt auf die Verbesserung von deren zahnärztlicher Versorgung.
    Im Projekt werden zuerst förderliche und hinderliche Versorgungsfaktoren identifiziert sowie Versorgungspfade (Ablaufpläne zur Durchführung von medizinischen Behandlungen) beschrieben. Eine Routinedatenauswertung soll Zusammenhänge zwischen Zahnarztleistungen, Pflegebedürftigkeit, Morbidität und Kosten aufdecken. Parallel werden ambulant Pflegebedürftige von einem Studienzahnarzt aufgesucht. Durch anschließende radiologische Diagnostik wird objektiv analysiert, ob eine unerkannte Behandlungslast besteht. Aus den Daten wird ein Versorgungspfad entwickelt, in dem alle beteiligten Personen berücksichtigt sind. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,363 Millionen Euro gefördert.
    Im Erfolgsfall kann das Konzept weitergeführt und dadurch eine Verbesserung der Mundgesundheit von ambulant gepflegten Menschen erreicht werden. Durch Wechselwirkungen mit systemischen Erkrankungen kann sich dies wiederum positiv auf den gesamten Gesundheitszustand und die Lebensqualität auswirken.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2021-2024

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten III (Studienkoordination), Arbeitsgruppe Routinedaten I

  • Die COVID-19-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung stellen eine neue Herausforderung für Deutschland dar. Kenntnisse zu dessen Auswirkungen auf das Versorgungssystem werden dringend benötigt, um weiterhin eine angemessene Versorgung der Bevölkerung gewährleisten zu können. Die informelle Pflege ist eine zentrale Säule dieses Versorgungsystems. Über 70% der Pflegebedürftigen in Deutschland werden durch informell Pflegende versorgt, teilweise mit Unterstützung ambulanter Pflegedienste. Eine Überlastung der informellen Pflege würde nicht nur die Gesundheit der Pflegenden gefährden, sondern entsprechend auch eine zusätzliche Belastung der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nach sich ziehen. Bislang liegt noch keine Forschung zu Änderungen und Herausforderungen in der informellen Pflege sowie zu Folgen für die psychische Verfassung und Belastung der informell Pflegenden aufgrund der COVID-19-Krise vor. Diese Erkenntnisse sind jedoch wesentlich, um ungedeckte Bedarfe und Problemfelder zu erkennen und angemessene Unterstützung zur Aufrechterhaltung des informellen Pflegesystems zu ermöglichen. Daher sollen die möglichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, inklusive der Maßnahmen zu ihrer Eindämmung, auf die informelle Pflegeversorgung und die psychische Verfassung und Belastung der informell Pflegenden im Rahmen dieses Projekts untersucht werden.

    Förderer: Forschungsförderungsfond der Medizinischen Fakultät des UKE

    Laufzeit: 2021

    Zuständigkeit: Professur für Interdisziplinäre Versorgungsepidemiologie

  • In einer multizentrischen randomisierten kontrollierten Studie soll ein multidimensionales Pro-gramm zur Förderung der Teilhabe älterer, zuhause lebender und zunehmend gebrechlicher Personen untersucht werden. Ziel dieses Programmes ist es, den weiteren Funktionsverlust aufzuhalten und die Teilhabe zu verbessern. Kernkomponente des multidimensionalen Pro-gramms ist ein zwölfmonatiges Trainingsprogramm. Bei Bedarf können weitere Komponenten wie Beratung zu Themen der sozialen Teilhabe und zu psychosozialen Themen sowie Ernäh-rungs- und Wohnraumberatung zusätzlich vermittelt werden. Begleitend zu dieser Studie be-stimmt das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung des Universitätsklini-kums Hamburg-Eppendorf die Interventionskosten. Darüber hinaus wird eine gesundheitsöko-nomische Evaluation durchgeführt. Zur Bestimmung der Gesundheitseffekte werden qualitäts-adjustierte Lebensjahre basierend auf den EQ-5D-5L berechnet. Auf Basis dieser werden in-krementelle Kosten-Effektivitätsrelationen sowie Kosten-Effektivitäts-Akzeptanzkurven berechnet.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2020-2023

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten I

  • In Deutschland werden derzeit mehr als 400.000 alterstraumatologische Frakturen pro Jahr stationär behandelt, von denen die Mehrzahl bei älteren Menschen auftritt. Diese Patienten leiden häufig unter einer Vielzahl von Begleiterkrankungen (Multimorbidität) und nehmen deshalb eine Reihe unterschiedlicher Medikamente ein (Polypharmazie). Die Behandlung dieser Patienten ist komplex und erfordert nicht nur die operativ-unfallchirurgische, sondern auch die internistisch-geriatrische Expertise. Um die Versorgung dieser Patienten zu verbessern, wurde in den letzten Jahren in bestimmten deutschen Krankenhäusern das orthogeriatrische Ko-Management als neuer Versorgungsansatz eingeführt. Dieses Projekt untersucht den Einfluss von orthogeriatrischem Ko-Managements auf relevante Outcomes wie Mortalität, Pflegebedürftigkeit, Pflegeheimaufnahme, Rehospitalisierung oder Kosten von Patienten mit alterstraumatologischen Frakturen. Zudem wird eine Kosteneffektivitätsanalyse durchgeführt. Es werden Kranken- und Pflegekassendaten genutzt. Die Ergebnisse dieses Projekts werden von besonderem Interesse für Länder einer mit alternden Bevölkerung sein und die Verteilung von finanziellen Ressourcen unterstützen.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2020-2022

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Routinedaten I

  • Das Projekt AgeWell.de zielt auf selbstständig lebende Personen zwischen 60 und 77 Jahren ab, die unter einem erhöhten Risiko stehen Demenz zu entwickeln. Die Intervention besteht aus sieben Komponenten, u.a. Ernährungsberatung, kognitives Training, Medikamentenoptimierung. Im Rahmen einer multizentrischen, zweiarmigen, Beobachter-verblindeten, cluster-randomisierten kontrollierten Studie wird diese Intervention mit der Standardversorgung verglichen. Primärer Endpunkt ist die kognitive Funktionsfähigkeit gemessen einer neuropsychologischen Testbatterie zum 24-Monats-Zeitpunkt.
    Das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung führt eine Kosten-Effektivitätsanalyse basierend auf Befragungsdaten durch. Berücksichtigung finden direkte Kosten. Als Effektmaß dienen qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALY), die mittels des EQ-5D-5L berechnet werden. Zielgrößen sind die inkrementelle Kosten-Effektivitätsrelation (IKER) und Wahrscheinlichkeit für Kosteneffektivität erfasst mittels einer Kosten-Effektivitätsakzeptanzkurve (KEAK). Es findet der Net-Benefit Ansatz hierbei Anwendung.

    Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Laufzeit: 2017-2021

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten II

  • Mit der demografischen Entwicklung wird der Anteil hochaltriger Menschen in der Gesellschaft in den nächsten Dekaden zunehmen. Das bedarf der Entwicklung medizinisch sinnvoller Konzepte zum langfristigen Erhalt der körperlich-geistigen Funktionalität und Lebensqualität im hohen Alter und kosteneffektiver Präventions- und Versorgungsleistungen. Geschlechtsspezifische Unterschiede im Lebensstil, in den sozialen Rollen und in der Gesundheitsversorgung werden als modifizierbare Determinanten für gesundes Altern und als Ausgangspunkt für gezielte Interventionen diskutiert. Die empirische Forschung hierzu ist in Deutschland bislang stark begrenzt. Die vorliegende Studie zielt auf die Evaluation geschlechtsspezifischer gesundheitlicher Ungleichheiten im höheren Lebensalter ab. Die Ergebnisse sind von grundlegender Bedeutung und ergeben Ansatzpunkte für gezielte Interventionen im Bereich der Prävention und Versorgungsforschung im hohen Alter.

    Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Laufzeit: 2017-2020

    Zuständigkeit: Professur für Interdisziplinäre Versorgungsepidemiologie

  • In einer multizentrischen (Heidelberg, Stuttgart), randomisiert, kontrollierten Studie soll das Lifestyle-integrated Functional Exercise (LiFE) Programm zur körperlichen Aktivitätsförderung und Sturzprävention bei älterer Menschen untersucht werden. Hierbei wird die gruppenbasierte Variante (G-LiFE) verglichen mit dem originalen, individuell vermittelten Programm (I-LiFE). Begleitend zur klinischen Studie sollen in diesem Vorhaben die Interventionskosten abgeschätzt werden. Darüber hinaus werden mit Hilfe des EQ-5D die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten gemessen und qualitätsgewichtete Lebensjahre ermittelt. Anschließend werden Interventionskosten und Effektivität in einer Kosten-Effektivitätsanalyse gegenübergestellt. Ergänzend werden Budget-Impact-Analysen durchgeführt, um die ökonomischen Auswirkungen von G-LiFE und I-LiFE als mögliche Standardbehandlungen zu ermitteln.

    Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Laufzeit: 2017-2020

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten I

  • Interprof ACT ist ein von Prof. Hummers-Pradier (Universitätsmedizin Göttingen) geleitetes, BMBF-gefördertes Verbundprojekt. Im Rahmen des Projektes wird untersucht ob durch eine Verbesserung der Koordination zwischen Pflegeheimen und Hausärzten gegenüber der Regelversorgung eine Verringerung der Krankenhauseinweisungsrate von Pflegeheimbewohnern erreicht werden kann. Im Rahmen des gesundheitsökonomischen Teilprojektes wird die Kosteneffektivität der Intervention im Vergleich zur Regelversorgung analysiert. Zu diesem Zweck wird die Inanspruchnahme der Pflegeheimbewohner gemessen, um Kosten zu ermitteln. Darüber hinaus wird mit Hilfe des EQ-5D-5L Lebensqualitätsfragebogens die gesundheitsbezogene Lebensqualität gemessen, um qualitätsgewichtete Lebensjahre zu ermitteln und eine Kosten-Effektivitäts-Analyse der Interprof ACT-Intervention durchzuführen. Primäres Outcome der Kosten-Effektivitäts-Analyse ist die inkrementelle Kosten-Effektivität-Relation (ICER) von Interprof ACT im Vergleich zur Regelversorgung aus gesellschaftlicher Perspektive.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2017-2020

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten III

  • Durch Medikamente hat die durchschnittliche Lebenserwartung und Lebensqualität in den vergangenen Jahr-zehnten beträchtlich zugenommen. Jedoch ereignen sich in der Arzneimitteltherapie auch die häufigsten medi-zinischen Behandlungsfehler. Dazu zählen insbesondere falsche Verordnungen. Gemessen an Gesundheitsstatus und Gebrauch von Medikamenten sind ältere Menschen besonders für die negativen Auswirkungen solcher Fehler gefährdet.
    Das Projekt hat das Ziel, die Arzneimitteltherapiesicherheit bei der älteren Bevölkerung zu verbessern. Eine wichtige Fragestellung ist: Lassen sich mögliche Verordnungsfehler aktuell hinreichend erfassen und damit ver-bunden auch die Konsequenzen für ältere Menschen vorhersagen? Antwort soll ein Vergleich dreier etablierter Instrumente zur Bestimmung potenziell inadäquater Medikation (PIM) bei Älteren geben. Darauf aufbauend wird untersucht, inwiefern sich diese Instrumente für den Einsatz in der Klinik oder zum Monitoring von Routinedaten eignen.
    Um das geeignetste Instrument zur Erfassung möglicher Verordnungsfehler zu identifizieren, sollen deutsche Routinedaten aufbereitet und ausgewertet werden. Sie sollen Informationen zum Auftreten unerwünschter Arzneimittelwirkungen und der damit verbundenen Sterberate liefern. Zudem werden die Inanspruchnahme und Kosten von Gesundheitsleistungen ausgewertet. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 270.000 Euro gefördert.
    Im Erfolgsfall lassen sich die untersuchten Instrumente hinsichtlich ihrer Vorhersagekraft besser einschätzen. Dies ermöglicht den Behandelnden, Risiken in der Arzneimitteltherapie älterer Menschen genauer zu erkennen und auch zu vermeiden. Die Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse in die Versorgungspraxis könnte die Patientensicherheit erhöhen und die Versorgungsqualität verbessern. Zudem könnten unnötige Gesundheitsleistungen und deren Kosten vermieden werden und so auch die Wirtschaftlichkeit der Versorgung erhöht werden.

    Konsortialpartner:Universitätsklinikum Hamburg‐Eppendorf, Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Universitätsklinikum Heidelberg

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2017-2019

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Routinedaten II

  • Die AgeCoDe-Kohorte gehört zu den international größten prospektiven Studien der Altenbevölkerung (n = 3.327 Personen zur Indexuntersuchung; 75+ Jahre). Die Kohorte wurde 2003-2005 als repräsentative Stichprobe von Patienten ohne Demenz in Hausarztpraxen (Studienzentren Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, Mannheim, München) rekrutiert. Die Weiterführung der AgeCoDe-Kohorte im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten AgeQualiDe-Studie verfolgt das Ziel, eine detaillierte Untersuchung der bedarfsgerechten Versorgung der hochaltrigen Hausarztpatienten unter der speziellen Berücksichtigung von gedeckten und ungedeckten Bedarfen, der assoziierten Versorgungsinanspruchnahme (und den direkten Kosten) und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität durchzuführen.

    Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Förderzeitraum: 2013-2017

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten II , Professur für Interdisziplinäre Versorgungsepidemiologie

Forschungsprojekte zu psychischer Gesundheit

  • Tension ist ein von Prof. Bendszus (Universitätsklinikum Heidelberg) geleitetes, von der Europäischen Union gefördertes, multinationales Verbundprojekt, in dem die Wirksamkeit von später Thrombektomie im Vergleich zu bestmöglicher Standardversorgung bei Schlaganfallpatienten untersucht wird. In einem gesundheitsökonomischen Teilprojekt wird eine Kosteneffektivitätsanalyse des Versorgungsansatzes für Deutschland und gegebenenfalls für weitere Länder durchgeführt. Zu diesem Zweck werden im Rahmen der Studie Inanspruchnahmedaten erhoben und anschließend monetär bewertet, während die Effektivität mit qualitätsgewichteten Lebensjahren (QALYs) abgebildet wird. Um die Kosteneffektivtät zu analysieren wird ein Markov-Modell entwickelt, mit dem die langfristigen Kosten und Effekte für verschiedene Ausprägungen des mRS-Scores abgebildet werden.

    Förderer: Europäische Union

    Förderzeitraum: 2018-2023

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten I

  • BarrierefreiASS ist ein von Prof. Schulz (UKE) geleitetes, vom Innovationsfonds gefördertes Projekt, in dem die Versorgungssituation von Menschen mit Autismus-Spektrum-Erkrankungen in Deutschland analysiert und ein gestuftes Modellkonzept der Versorgung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Assistenzansätze, des spezifischen Bedarfes und Implementationschancen entwickelt werden soll. Im Rahmen des gesundheitsökonomischen Teilprojektes wird in einem ersten Schritt eine Krankheitskostenstudie von Autismus-Spektrum-Erkrankungen aus einer gesellschaftlichen Perspektive durchgeführt. Zu diesem Zweck werden in einer Online-Erhebung fragebogengestützt die Inanspruchnahme spezifischer Gesundheitsleistungen und Parameter zur Abschätzung krankheitsbedingter Produktivitätsverluste erhoben und anschließend mit Standardkostensätzen monetär bewertet. In einem zweiten Schritt wird eine modellgestützte orientierende Kosteneffektivitätsanalyse des zu entwickelnden Modellkonzeptes durchgeführt.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2020-2023

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten III

    Link: https://www.uke.de/barrierefreiass

  • Im Rahmen einer multizentrischen, prospektiven randomisierten kontrollierten Studie erhalten Patientinnen und Patienten mit Anorexia nervosa im Anschluss an einen stationären Aufenthalt eine 20 Sitzungen umfassende individuelle Psychotherapie, die größtenteils mittels Videokonferenz erbracht wird. Die Kontrollgruppe erhält eine optimierte Standardversorgung. Primärer Endpunkt ist der Body Mass Index am Ende der Behandlung nach 8 Monaten.
    Das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung führt eine Kosten-Effektivitätsanalyse basierend auf Befragungsdaten durch. Die Analyse wird über einen Zeithorizont von 14 Monaten aus der gesellschaftlichen Perspektive durchgeführt. Berücksichtigung finden direkte wie auch indirekte Kosten. Als Effektmaß dienen qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALY), die mittels des EQ-5D-5L berechnet werden. Zielgrößen sind die inkrementelle Kosten-Effektivitätsrelation (IKER) und Wahrscheinlichkeit für Kosteneffektivität erfasst mittels einer Kosten-Effektivitätsakzeptanzkurve (KEAK).

    Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Laufzeit: 2020-2024

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten II

  • Diese web-basierte Studie ist eine dreiarmige, randomisiert-kontrollierte Studie mit einem 6-monatigen Zeithorizont zur Erfassung der Wirksamkeit einer Rückmeldung nach Depressionsfrüherkennung. Die Kontrollgruppe erhält nur die Depressionsfrüherkennung, die Interventionsgruppen erhalten zusätzlich ein standardisiertes bzw. ein personalisiertes Feedback. Primärer Endpunkt ist die Depressionsschwere gemessen mit dem PHQ-9 nach 6 Monaten.
    Das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung führt eine Kosten-Effektivitätsanalyse basierend auf Befragungsdaten aus der gesellschaftlichen Perspektive durch. Berücksichtigung finden direkte wie auch indirekte Kosten. Als Effektmaß dienen qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALY), die mittels des EQ-5D-5L berechnet werden. Zielgrößen sind die inkrementelle Kosten-Effektivitätsrelation (IKER) und Wahrscheinlichkeit

    Förderer: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Laufzeit: 2020-2023

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten II

  • Das Projekt IMPROVE-MH hat das Ziel, die psychische Gesundheit geflüchteter Familien mit jungen Kindern zu verbessern. Die Intervention richtet sich an geflüchtete, arabischsprachige Eltern, die ein erhöhtes Maß an Depressivität, Angst und/oder Stress erleben, sowie an ihre Kinder (0-6 Jahre). Die Intervention ist ein 10-wöchiges Programm, das aus drei Aspekten (4 Sitzungen beim Allgemeinmediziner, online Eltern-Erziehungsprogramm und regelmäßige Telefonate mit einem Psychologen) besteht. Im Rahmen einer multizentrischen, zweiarmigen, Beobachter-verblindeten, randomisierten kontrollierten Studie wird diese Intervention mit der Standardversorgung verglichen. Primäre Endpunkte sind die Erziehungskompetenz und die psychische Gesundheit von Eltern und Kindern nach 12 Monaten.
    Das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung führt eine Kosten-Effektivitätsanalyse basierend auf Befragungsdaten durch. Berücksichtigung finden direkte Kosten. Als Effektmaß dienen qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALY), die mittels des EQ-5D-5L berechnet werden. Zielgrößen sind die inkrementelle Kosten-Effektivitätsrelation (IKER) und Wahrscheinlichkeit für Kosteneffektivität erfasst mittels einer Kosten-Effektivitätsakzeptanzkurve (KEAK). Es findet der Net-Benefit Ansatz hierbei Anwendung.

    Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Laufzeit: 2019-2024

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten II

  • Die Intervention innerhalb des Projektes GET.FEEDBACK.GP liefert dem Patienten und dem Hausarzt basierend auf einem routinemäßigen Depressionsscreening in der Hausarztpraxis individuell zugeschnittene Feedbacks zu den Ergebnissen an. Im Rahmen einer multizentrischen, dreiarmigen, Beobachter-verblindeten, randomisierten kontrollierten Studie unter Praxisbedingungen wird diese Intervention verglichen mit einem Feedback, welches ausschließlich an den Hausarzt geht, und einer Variante ohne automatisiertes Feedback. Primärer Endpunkt ist die Depressionsschwere gemessen mit dem PHQ-9 zum 6-Monats-Zeitpunkt.
    Das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung führt eine Kosten-Effektivitäts- analyse basierend auf Befragungsdaten durch. Berücksichtigung finden direkte wie auch indirekte Kosten. Als Effektmaß dienen qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALY), die mittels des EQ-5D-5L berechnet werden. Zielgrößen sind die inkrementelle Kosten-Effektivitätsrelation (IKER) und Wahrscheinlichkeit für Kosteneffektivität erfasst mittels einer Kosten-Effektivitätsakzeptanzkurve (KEAK). Der Net-Benefit-Ansatz findet hier Anwendung.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2019-2023

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten II

  • Im Rahmen des Projektes „ENHANCE“ wird eine multizentrische randomisierte kontrollierte Studie zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen nach Misshandlung in der Kindheit durchge-führt. Die Behandlung erfolgt durch eine ambulante traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (STAIR-Exposition) oder durch eine ambulante psychodynamische Therapie (TF-PDT). Patientinnen und Patienten in der Kontrollgruppe sind auf einer 6-monatigen Warteliste. Die Ergebnismaße werden zu Baseline, nach 8 und 16 Sitzungen, unmittelbar sowie 6 und 12 Monate nach Abschluss der Behandlung erhoben.
    In diesem Zusammenhang führt das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung eine gesundheitsökonomische Evaluation zum Vergleich von STAIR-Exposition und TF-PDT im Vergleich mit einer Kontrollgruppe (Wartelite) durch. Direkte und indirekte Kosten werden aus gesellschaftlicher Perspektive auf Basis der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, reduzierter Produktivität am Arbeitsplatz und Arbeitsunfähigkeitstagen berechnet. Zur Bestimmung der Gesundheitseffekte wer-den qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALYs) basierend auf dem EQ-5D-5L berechnet. Auf dieser Basis werden inkrementelle Kosten-Effektivitätsrelationen (IKER) berechnet sowie Kosten-Effektivitäts-Ak-zeptanzkurven (KEAK) mittels net-benefit-Regressionen konstruiert.

    Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Laufzeit: 2019-2023

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten I

  • Die I-REACH-Studie unter der Leitung von Prof. Knaevelsrud (Freie Universität Berlin) ist ein vom BMBF gefördertes Verbundprojekt, in dem transdiagnostische Screening- und Behandlungsprogramme für geflüchtete Menschen mit psychischen Erkrankungen entwickelt und evaluiert werden. Zu diesem Zweck werden existierende Screeninginstrumente und E-Mental-Health-Interventionen an die Zielgruppe angepasst und in verschiedene Zielsprachen übersetzt. Im Rahmen des gesundheitsökonomischen Teilprojektes werden Budget-Impact-Analysen und Kosten-Effektivitäts-Analysen der entwickelten Behandlungsprogramme durchgeführt. Dafür notwendige Kostendaten werden im Rahmen der klinischen Projekte erhoben. Als Maß für die Effektivität werden mit Hilfe des EQ-5D-5L Lebensqualitätsfragebogens qualitätsgewichtete Lebensjahre ermittelt. Primäres Outcome der gesundheitsökonomischen Evaluation ist der Budget-Impact der entwickelten Behandlungsprogramme, sekundäres Outcome ist ihre inkrementelle Kosten-Effektivitäts-Relation im Vergleich zur Regelversorgung aus gesellschaftlicher Perspektive.

    Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Laufzeit: 2019-2024

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten III

  • Depressionen und Angststörungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der hausärztlichen Praxis. Durch die oft unspezifisch auftretenden Symptome und die im hausärztlichen Setting häufige Multimorbidität der Pati-enten gestaltet sich die Diagnostik in vielen Fällen schwierig und langwierig.
    Ziel des Projekts ist es, aus der hausärztlichen Praxis heraus maßgeblich zu einer besseren und bedarfsgerechte-ren Versorgung von psychisch Kranken beizutragen. Der Hausarzt soll dabei unterstützt werden, Depressionen und Panikstörungen früher und zuverlässiger zu erkennen und zügig eine adäquate Behandlungsstrategie entwi-ckeln zu können, d.h. zu entscheiden, ob der Patient umgehend an einen Fachspezialisten überwiesen werden muss oder ob er zunächst selber behandeln kann. Dafür werden digitale Werkzeuge zur Verfügung gestellt, die sowohl die Diagnostik als auch die Behandlung unterstützen. Die Intervention wird im Dreierbündnis Hausarzt – medizinische Fachangestellte – Patient durchgeführt und beinhaltet ein 12-monatiges, E-Health-gestütztes Case-Management-Programm.
    Anhand einer cluster-randomisierten Studie werden eine Interventions- und eine Kontrollgruppe hinsichtlich der Auswirkungen auf die Symptomatik, die Lebensqualität und die Versorgungskosten verglichen. In der Kon-trollgruppe werden die Patienten herkömmlich behandelt, während in der Interventionsgruppe das zwölfmona-tige Case-Management-Programm durchgeführt wird. Eine qualitative Studie untersucht, ob die neue Versor-gungsform im hausärztlichen Behandlungsalltag funktioniert und für Patienten und Praxen eine spürbare Ver-besserung der Versorgung bringt. Im Erfolgsfall ist davon auszugehen, dass sich die neue Versorgungsform auch auf andere Regionen und weitere psychische Erkrankungen ausweiten lässt. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 4,9 Millionen Euro gefördert.

    Konsortialpartner: Kassenärztliche Vereinigung Hessen; Embloom GmbH; Klinik Universität München, Institut für Allgemeinmedizin; Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Allgemeinmedizin

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2018-2022

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Routinedaten II

  • Die RECOVER-Studie unter der Leitung von Prof. Lambert (UKE) ist eine vom Innovationsfonds finanzierte Studie, in der ein Modellprojekt zur sektorenübergreifend-koordinierten, schweregradgestuften und evidenzbasierten Versorgung von psychischen Erkrankungen untersucht wird. Hauptziel der Intervention ist eine Reduktion von stationären Aufenthalten durch einen schweregrad-gestuften und gezielten Einsatz ambulanter Versorgungsformen. Im Rahmen des gesundheitsökonomischen Teilprojektes wird primär untersucht welche Auswirkungen die Recover-Intervention auf die Kosten der Versorgung psychischer Erkrankungen hat. Um die Kosten der Versorgung aus einer gesellschaftlichen Perspektive zu messen, werden Fragebögen eingesetzt, für die Analyse aus GKV-Perspektive werden Routinedaten der beteiligten Krankenkassen genutzt. Darüber hinaus wird mit Hilfe des EQ-5D-5L Lebensqualitätsfragebogens die gesundheitsbezogene Lebensqualität gemessen, um qualitätsgewichtete Lebensjahre zu ermitteln und eine Kosten-Effektivitäts-Analyse der RECOVER-Intervention durchzuführen. Primäres Outcome der Kosten-Effektivitäts-Analyse ist die inkrementelle Kosten-Effektivität-Relation (ICER) von RECOVER im Vergleich zur Regelversorgung aus einer gesellschaftlichen Perspektive.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2017-2020

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten III

  • COMET ist eine cluster-randomisierte kontrollierte Interventionsstudie. Das Ziel ist die Evaluation eines multiprofessionellen, integrierten und gestuften Versorgungsansatzes für Hausarztpatienten, die an einer Depression, einer Angststörung, einer somatoformen Störung und/oder einem Alkoholabhängig-keitssyndrom erkrankt sind. Hausarztpatienten in der Kontrollgruppe erhalten die Regelversorgung. Die Datenerhebung erfolgt mittels telefonischer Befragung zu vier Messzeitpunkten innerhalb eines Jahres (Baseline, 3, 6 und 12 Monate nach Baseline). In diesem Zusammenhang führen wir eine ge-sundheitsökonomische Evaluation zum Vergleich von COMET mit der Regelversorgung durch. Direkte und indirekte Kosten werden aus gesellschaftlicher Perspektive auf Basis der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, reduzierter Produktivität am Arbeitsplatz und Arbeitsunfähigkeitstagen be-rechnet. Zur Bestimmung der Gesundheitseffekte werden qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALYs) ba-sierend auf dem EQ-5D-5L berechnet. Auf Basis dieser werden inkrementelle Kosten-Effektivitätsrela-tionen (IKER) berechnet sowie Kosten-Effektivitäts-Akzeptanzkurven (KEAK) konstruiert.

    Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Laufzeit: 2016-2021

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten I

  • Die Nachwuchsgruppe bearbeitet verschiedene Projekte und bedient sich unterschiedlicher Methoden.Ein besonderer Fokus wird auf die Analyse der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und informeller Pflegegelegt. In Teilprojekt A wird dieses Spannungsfeld unter Anwendung qualitativer Forschungsmethodenuntersucht. Ziel ist es Faktoren zu identifizieren, die die Entscheidung für eine Aufgabe derErwerbstätigkeit bzw. den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben beeinflussen. Teilprojekt B wendet sich aufquantitativer Ebene unter Anwendung panelökonometrischer Verfahren der Frage zu, welchevolkswirtschaftlichen Konsequenzen mit der Aufnahme informeller Pflege verbunden sind. In TeilprojektC werden die Demenzkosten für Deutschland unter Anwendung von Modellierungen bis ins Jahr 2060prognostiziert. Szenarien zur Abbildung verschiedener Entwicklungen des Pflegesektors und derDemenzprävalenz werden in diesem Zusammenhang zusätzlich berücksichtigt.

    Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Laufzeit: 2016-2020

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten II

  • In diesem Projekt wird in Kooperation mit dem Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Universität Leipzig und der AOKplus ein internetbasiertes verhaltenstherapeutisches Selbsthilfeprogramm (MoodGym.de) hinsichtlich seiner Kosteneffektivität aus der GKV-Perspektive für Menschen mit leichten und mittelschweren depressiven Störungen im deutschen Hausarztsetting praxisnah evaluiert. Das Programm basiert auf dem australischen MoodGym-Programm (Australian National University) und ist eines der am besten evaluierten Programme in diesem Bereich.

    Förderer: AOK Bundesverband

    Laufzeit: 2016-2019

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Routinedaten II

Forschungsprojekte zu somatischen Erkrankungen

  • INCREASE ist ein von Prof. Girdauskas (Universitätsklinikum Augsburg) geleitetes, vom Innovationsfonds gefördertes, multizentrisches Verbundprojekt, in dem die Wirksamkeit eines perioperativen Managements auf Grundlage des ERAS (early recovery after surgery) Models bei minimalinvasiven Herzklappeneingriffen analysiert werden soll. Im Rahmen eines gesundheitsökonomischen Teilprojektes wird zunächst untersucht, welche Kosten mit dem Ansatz im Vergleich zur Standardversorgung einerseits aus einer Krankenhausperspektive und andererseits aus einer Sozialversicherungsperspektive verbunden sind. Darüber hinaus wird eine Kosteneffektivitätsanalyse aus einer gesellschaftlichen Perspektive durchgeführt. Zu diesem Zweck wird mit Hilfe von Fragebögen die krankheitsspezifische Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen abgefragt und anschließend monetär bewertet. Als Maß für die Effektivität in der Kosteneffektivitätsanalyse werden qualitätsgewichtete Lebensjahre (QALYs) auf Grundlage des EQ-5D-5L ermittelt.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2021-2024

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten II

  • Das Modellprojekt StroCare beinhaltet die Umsetzung und Evaluation einer sektorenübergreifenden akutstationären Schlaganfallbehandlung mit anschließender neurologischer Rehabilitation. Die Besonderheit der Versorgung in diesem Projekt ist die sektorenübergreifenden Prozesskette mit einem strukturierten, sektorenübergreifenden und koordinierten Behandlungspfad mit Integration einer patientenorientierten Outcomemessung. Anknüpfend an die Akutphase wird der Übergang in die neurologische Rehabilitation optimal gestaltet, indem Fallmanager Patienten unterstützen und eine elektronische Portallösung die Übermittlung klinischer Daten in die Rehakliniken sicherstellt. Die anschließende ambulante medizinische Nachsorge findet in den beteiligten, auf Schlaganfall spezialisierten Klinikambulanzen statt und wird durch das Fallmanagement der Krankenkasse organisatorisch und inhaltlich unterstützt.
    In diesem Zusammenhang vergleicht das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung im Rahmen einer gesundheitsökonomischen Evaluation die Kosten von StroCare mit den Kosten in der Routineversorgung. Des Weiteren soll die Leistungsinanspruchnahme in den einzelnen Sektoren analysiert werden. Die Kostenvergleichsanalyse wird unter Verwendung eines quasi-experimentellen Designs auf Basis von Routinedaten der BARMER durchgeführt. Zielgrößen der Kostenvergleichsanalyse sind die Versorgungskosten im gesamten Follow-up-Zeitraum (z.B. ambulant,stationär, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel, Pflege). Die Daten werden sowohl deskriptiv als auch inferenzstatistisch ausgewertet. Die Vergleichbarkeit der Gruppen in Hinsicht auf soziodemographische und klinische Charakteristika wird mittels geeigneter Matching-Verfahren hergestellt.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit 2019-2022

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Routinedaten I

  • Im Rahmen des Projektes wird ein Konzept zur strukturierten interdisziplinären und berufsübergrei-fenden Fallbesprechung (KOPAL) bei der Palliativversorgung von Patienten mit schwerer Herzinsuffizi-enz, fortgeschrittener COPD und Demenz entwickelt. Die Effektivität, Plausibilität und Akzeptanz von KOPAL im Versorgungsalltag soll anhand einer prospektiven multizentrischen clusterrandomisierten kontrollierten Studie überprüft werden.
    In diesem Zusammenhang führt das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung eine gesundheitsökonomische Evaluation in Form einer Kosten-Effektivitäts-Analyse durch, um die Kosten aus der gesellschaftlichen Perspektive und die Effektivität von KOPAL der Regelversorgung gegenüber-zustellen. Dabei wird die Effektivität anhand der Zunahme von qualitätsadjustieren Lebensjahre basie-rend auf EQ-5D-5L Indexwerten gemessen. Unsicherheiten bei der Kosten-Effektivität aufgrund ver-schiedener Zahlungsbereitschaften werden mittels Kosten-Effektivitätsakzeptanzkurven bestimmt. Diese werden mittels Net-Benefit-Regressionen basierend auf generalisierten linearen gemischten Modellen kalkuliert, um für Unterschiede in soziodemographischen und klinischen Parametern zu ad-justieren.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2019-2022

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten I

  • In Deutschland weisen derzeit 4,5 Millionen Erwachsene eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) auf. Die Erkrankung wirkt sich gravierend auf die Gesundheit und Lebensqualität aus. 75 Prozent der Betroffenen sterben an den Folgen. Ziel des Projektes ist es daher, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, die Gehbeeinträchtigung zu verbessern, Amputationen zu vermeiden und Krankenhausaufenthalte und damit Versorgungskosten zu reduzieren. Weitere Ziele sind die Steigerung der Lebensqualität des Patienten sowie die Verbesserung der Gesundheitskompetenz, Patientenaktivierung und Adhärenz.
    PAVK-Patienten, bei denen innerhalb der vergangenen 12 Monate eine pAVK der Stadien IIa und IIb festgestellt wurde, können an dem Coachingprogramm teilnehmen. Sie erhalten einen Aktivitätstracker (Fitnessarmband), der die Gehstrecke und evtl. Herzfrequenz erfasst und an telemetrisch geschulte Gesundheitscoaches übermittelt. Anhand dieser Daten beraten diese die Patienten zur pAVK und betreuen sie bei ihrem täglichen Gehtraining, das von dem behandelnden Arzt erstellt wurde. Da pAVK mit Begleiterkrankungen und Risikofaktoren, wie z. B. Koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen einhergeht, motiviert der Coach zur Lebensstilanpassung und Therapieadhärenz. Die Maßnahmen sollen schließlich eine Verhaltensänderung bewirken.
    Zur Messung der Effekte wird eine prospektive randomisiert-kontrollierte Studie mit insgesamt 2.244 Teilnehmern durchgeführt. Dabei wird insbesondere geprüft, ob das Gesundheitscoaching die Versorgungskosten reduziert. Mittels Fragebögen wird zudem untersucht, ob sich die Lebensqualität, die Gesundheitskompetenz, Aktivierung und Therapieadhärenz positiv beeinflussen lässt. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. sieben Millionen Euro gefördert.
    Im Erfolgsfall kann das Gesundheitscoaching auf selektivvertraglicher Basis weiter angeboten werden. Darüber hinaus kann die telemedizinische Lösung auch bei weiteren Erkrankungen und Indikationen Anwendung finden.

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2017-2021

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Routinedaten II

  • Die DEDICATE-Studie unter der Leitung von Prof. Blankenberg (UKE) ist eine vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. geförderte Interventionsstudie in der der Einsatz endovaskulären Aortenklappenersatzes (TAVI) mit offen chirurgischem Herzklappenersatz (SAVR) verglichen wird. Die Studie ist mit einer geplanten Stichprobengröße von 800 Patienten pro Studienarm die größte ihrer Art weltweit und weist als weitere Besonderheit auf, das TAVI-Herzklappen einer Vielzahl von Herstellern eingesetzt und nach rein klinischen Gesichtspunkten ausgewählt werden. Im Rahmen des gesundheitsökonomischen Teilprojektes soll eine vollständige ökonomische Evaluation von TAVI-Herzklappen durchgeführt werden. Zu diesem Zweck werden die krankheitsspezifische Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen dokumentiert, um Kosten zu ermitteln und der EQ-5D-5L Lebensqualitätsfragenbogen eingesetzt, um qualitätsgewichtete Lebensjahre zu ermitteln. Primäres Outcome der ökonomischen Evaluation ist die inkrementelle Kosten-Effektivität-Relation (ICER) von TAVI im Vergleich zu SAVR aus einer gesellschaftlichen Perspektive.

    Förderer: Deutsches Zentrum für Herz-Kreislaufforschung e.V. (DZHK)

    Laufzeit: 2017-2021

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten II

  • Brustschmerzen veranlassen viele Menschen dazu, einen Arzt aufsuchen. In 10 bis 15 Prozent der Fälle ist eine Koronare Herzkrankheit (KHK) die Ursache. Die meisten Situationen können Hausärzte und ambulant tätige Kar-diologen mit einfachen Untersuchungen abklären. Erprobte Entscheidungsregeln für diesen Filterprozess liegen bereits vor. Allerdings verläuft ihre Umsetzung in der Praxis bisher nicht befriedigend. Regionale Unterschiede in der Häufigkeit der erbrachten KHK-Versorgungsleistungen weisen darauf hin, dass der Versorgungsaufwand nicht bedarfsgerecht ist.
    Das Projekt untersucht die Bedarfsgerechtigkeit der Linksherzkatheter(LHK)-Versorgung. Es soll die folgenden Fragen beantworten: Wie ausgeprägt ist die regionale Variation auf Ebene von Landkreisen? Welche Einflussfak-toren auf die regionale Variation lassen sich identifizieren? Lässt sich die Indikationsqualität, d. h. die Qualität von Diagnose und Therapie der LHK-Versorgung verbessern? Kurzfristiges Ziel ist die Entwicklung eines Instruments, das den Bedarf zur LHK-Versorgung in einer Region abschätzen kann. Zudem sollen regionale Behandlungspfade für die Versorgung durch lokale Akteure wie z. B. Hausärzte, Kardiologen, Krankenhausambulanzen und Notaufnahmen entwickelt werden. Diese sollen die Kooperation der verschiedenen Akteure bei der Versor-gung von Patienten mit Brustschmerzen bzw. koronarer Herzkrankheit intersektoral verbessern. Langfristiges Ziel ist die Optimierung der Indikationsqualität in der Versorgung von Herzkrankheiten sowie eine bessere Ver-sorgungsqualität von LHK-Patienten.
    Im Erfolgsfall wird für die LHK-Versorgung ein Modell für die Berechnung des regionalen Bedarfs an Kapazitäten zur Verfügung stehen. Die in den Modellregionen erarbeiteten Behandlungspfade sind auch auf andere Versor-gungsprobleme übertragbar, z. B. dort, wo unklare regionale Unterschiede oder eine Diskrepanz von erwarteten und tatsächlich durchgeführten Maßnahmen vorliegen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,9 Millionen Euro gefördert.

    Konsortialpartner: AOK Bundesverband, BARMER, Techniker Krankenkasse, Stiftung Institut für Herzinfarktforschung, Fachbereich Health Services Management Ludwig-Maximilians-Universität München, Institute für Allgemeinmedizin der Cha-rité – Universitätsmedizin Berlin, Universitätsmedizin Göttingen und der Universität Würzburg, Abteilung für Allgemeinmedizin der Ruhr Universität Bochum

    Förderer: Innovationsfonds

    Laufzeit: 2017-2020

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Routinedaten II

Methodische und weitere Forschungsprojekte

  • Die medizinische Versorgungspraxis für Minderjährige, deren Geschlechtsidentität nicht den anatomisch-biologischen Gegebenheiten ihres Körpers entspricht (Geschlechtsinkongruenz), hat sich in den vergangenen Jahren rapide verändert. Bei Vorliegen einer Geschlechtsdysphorie (GD), früher Transsexualität genannt, kann nach anerkannten internationalen Leitlinienstandards auch bei Jugendlichen eine gestufte Hormonbehandlung indiziert werden, um einen sozialen Rollenwechsel ins trans*Geschlecht medizinisch zu unterstützen. Die Hormonbehandlung besteht in der Regel aus einer Unterdrückung der Pubertät, gefolgt von einer geschlechtsangleichenden Hormonbehandlung. Voraussetzung für eine solche Behandlung ist die Einhaltung bestimmter Kriterien. Gleichwohl gibt es in der Versorgungspraxis eine große Entscheidungsunsicherheit für Behandelnde.Um Entscheidungssicherheit und Versorgungsqualität zu verbessern, sind definierte Struktur- und Qualitätsstandards notwendig, für die eine epidemiologische Evidenzbasis bislang allerdings noch fehlt. Unklar ist zum Beispiel warum in den vergangenen fünf Jahren überregional ein rapider Anstieg an Behandlungsfällen zu beobachten ist und ob dieser Anstieg repräsentativ ist. Zudem können zu jedem Zeitpunkt vor oder nach der Transition psychosoziale Probleme und behandlungsdürftige Komorbiditäten auftreten.Mit dem Projekt TRANSKIDS-CARE werden erstmalig die heterogene Versorgungsrealität sowie das Spektrum der Verläufe medizinischer Inanspruchnahme auf epidemiologischer und gesundheitsökonomischer Basis untersucht. Dazu werden Daten von mehr als 1.000 Versicherten zweier großer Krankenkassen ausgewertet. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 900.000 Euro gefördert.Im Erfolgsfall können die Projektergebnisse genutzt werden, um die flächendeckende Realisierung von Struktur- und Qualitätsstandards nachhaltig zu verbessern. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, die individuellen Behandlungsentscheidungen sowohl für Behandelnde als auch für Behandlungssuchende zu stärken.

    Förderer: Innovationsfonds

    Förderzeitraum: 2021-2024

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Routinedaten I

  • i2TransHealth ist ein Modellprojekt mit dem im Zuge einer sektorenübergreifenden, interdisziplinären und internetgestützten Gesundheitsversorgung für Menschen mit Transsexualismus (TS: ICD-10) und/oder Geschlechtsdysphorie (GD: DSM-5) die strukturelle Benachteiligung für Behandlungssu-chende aus versorgungsschwachen Regionen abgebaut werden soll. Im Rahmen einer prospektiven randomisiert-kontrollierten Studie soll durch Etablierung eines initialen und wohnortnahen Zugangs durch niedergelassene Haus- und Fachärzte zu einer Behandlung die Reduktion der Symptombelastung von Patienten untersucht werden.In diesem Zusammenhang führt das Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung eine gesundheitsökonomische Evaluation zum Vergleich des i2TransHealth-Projektes mit einer Kontroll-gruppe (Warteliste) durch. Dabei sollen Excess-Kosten von TS und/oder GD im Vergleich zur deutschen Allgemeinbevölkerung bestimmt werden. Hierzu werden Daten zur Inanspruchnahme der deutschen Allgemeinbevölkerung mit Hilfe des entropy balancing der erhobenen Inanspruchnahme von Patienten mit TS und/oder GD gegenübergestellt. Unterscheide zwischen beiden Gruppen sollen anhand von generalisierten linearen Modellen oder two-part-Modellen bestimmt werden. Weiterhin wird eine Kos-ten-Effektivitäts-Analyse basierend auf qualitätsadjustieren Lebensjahren durchgeführt. Die Bestim-mung der Wahrscheinlichkeit von Kosteneffektivität erfolgt auf Grundlage von Kosten-Effektivitätsak-zeptanzkurven. Diese werden mittels des Net-Benefit-Ansatzes unter Anwendung generalisierter linearer Modelle kalkuliert.

    Förderer: Innovationsfonds

    Förderzeitraum: 2018-2020

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten I

  • PECUNIA ist ein von der europäischen Union gefördertes Verbundprojekt unter der Leitung von Prof. Simon (Universität Wien), in dem die Messung und monetäre Bewertung von Versorgungsleistungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen länderübergreifend harmonisiert werden soll. Dies soll die länderübergreifende Vergleichbarkeit von ökonomischen Evaluationen verbessern, die heute noch stark eingeschränkt ist. Zu diesem Zweck werden in einem ersten Schritt in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Spanien, Ungarn und den Niederlanden alle Leistungen in und außerhalb des Gesundheitswesens, die in die Versorgung von psychischen Erkrankungen eingehen, erfasst. In einem zweiten Schritt werden diese Leistungen mit einem länderübergreifend standardisierten Verfahren beschrieben und klassifiziert, um in einem dritten Schritt ein einheitliches Befragungsinstrument zu entwickeln. In einem vierten Schritt werden mit einem länderübergreifend standardisierten Verfahren zu diesem Instrument passende monetäre Bewertungssätze ermittelt.

    Förderer: Europäische Union

    Laufzeit: 2018-2021

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten III

  • Laufzeit: 2017-2020

    Zuständigkeit: Arbeitsgruppe Studiendaten I

  • Link zur Studie: HCHS

    Förderer: Eigenmittel des UKE, Industriesponsoren

    Laufzeit: 2016-2026

    Zuständigkeit: Professur für Interdisziplinäre Versorgungsepidemiologie

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Eine Übersicht über abgeschlossene Forschungsprojekte finden Sie hier .