SOMACROSS - Z-Projekt

Generische und Krankheitsspezifische Mechanismen der Persistenz somatischer Symptome bei verschiedenen Krankheiten

Der Entstehungsmechanismus persistierender somatischer Symptome (PSS) gilt als multifaktoriell, wobei biologische, psychologische und soziale Faktoren eine Rolle spielen. Während einige Risikofaktoren und mutmaßliche Mechanismen für PSS bei somatoformen Störungen und funktionellen Syndromen identifiziert werden konnten, fehlen entsprechende Studien für somatische Erkrankungen fast vollständig.

Bisher wurden isolierte Fragestellungen untersucht, z.B. welche psychosozialen Risikofaktoren existieren und welche Rolle Erwartungen spielen. Die Heterogenität der Daten bisheriger Studien erschwert es jedoch, konsistente Hypothesen zu krankheitsübergreifenden Risikofaktoren und -mechanismen aufzustellen. Daher besteht ein Bedarf an vergleichbaren, standardisierten, qualitativ hochwertigen Daten und Analysen über verschiedene Krankheiten und Syndrome hinweg, um konsistent beurteilen zu können, welche Faktoren generisch und welche spezifisch für bestimmte Erkrankungen sind.

Ziele

Das Gesamtziel des Z-Projekts besteht darin, qualitativ hochwertige Analysen, Datensynthese und Vergleiche zwischen den Projekten zu ermöglichen, indem eine übergeordnete Struktur geschaffen wird, die Inhalt und Design aller Projekte der Forschungsgruppe SOMACROSS berücksichtigt. Das Z-Projekt erlaubt auf der Grundlage des Arbeitsmodells der Forschungsgruppe ein umfassendes Strukturgleichungsmodell (SEM) für PSS zu erstellen.

Dieses Modell wird sowohl krankheitsspezifische als auch gemeinsame Risikofaktoren und deren Zusammenspiel beschreiben und ermöglicht die Entwicklung eines Prognosemodells und eines zugehörigen Risikoscores.

Arbeitsprogramm

Das Z-Projekt wird die prospektiv erhobenen Daten aus dem Kerndatensatz der Einzelprojekte 1 bis 6 von zehn unterschiedlichen Erkrankungen unter Verwendung der zu drei identischen Zeitpunkten (Baseline, 6- und 12-monatiges Followup) erhobenen Kerninstrumente in einer Datenbank zusammenführen, die vom Z-Projekt erstellt, verwaltet und gepflegt wird (Gesamtstichprobe N=1392).

Die Datenerhebungsprozesse werden durch das Z-Projekt gesteuert und supervidiert. Da eine große Anzahl von Variablen für PSS als relevant erachtet wird und die Wechselwirkungen vermutlich komplex sind, wird ein longitudinales SEM für PSS bei verschiedenen Erkrankungen und Syndromen erstellt. Darüber hinaus bietet das Z-Projekt methodische Unterstützung und interdisziplinäre Toolboxes in Bezug auf Methodik, Messzeitpunkte, Kerninstrumente und Zielgrößen über alle Projekte hinweg.

Erwartete Auswirkungen

Das Z-Projekt wird Infrastruktur zur Förderung interdisziplinärer Forschung bieten und hohe Methodenstandards und Vergleichbarkeit für alle Projekte gewährleisten. Zu den erwarteten Ergebnissen des Z-Projekts gehören ein longitudinales SEM für PSS über Erkrankungen und Syndrome hinweg und ein Risiko-Score zur Früherkennung. In der zweiten Förderphase werden das endgültige SEM und die daraus resultierenden Risikoscores validiert und kalibriert.