Aktuelle Veranstaltungen des IGEM


Interdisziplinäres Ethikseminar Sommersemester 2019
Details

Aktuelles im Medizinhistorischen Museum

Rahel Plaut mit einem Patienten an einem Gerät
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Rahel Plaut
Erste habilitierte Ärztin in Hamburg

Neue Ausstellung "Ärztin werden"

ab sofort geöffnet!

Vor genau 100 Jahren begannen in Hamburg die ersten Medizinstudierenden mit ihrer Ausbildung. Anlässlich des Universitätsjubiläums widmet sich ein neuer Teil der Dauerausstellung der Geschichte der medizinischen Lehre. Sie beleuchtet die Wechselwirkungen von Medizin, Gesellschaft und Politik von der umstrittenen Gründung einer medizinischen Fakultät in Hamburg, der umkämpften Zulassung von Frauen zum Medizinstudium, über die Komplizenschaft universitärer Institute mit der nationalsozialistischen Diktatur bis hin zu den Forderungen der 68er-Bewegung nach einem neuen Ärztinnen/Ärzte-Bild. Der weiße Arztkittel, ein zentrales Exponat, steht dabei stellvertretend für den Status und das Ansehen, welches dem Arztberuf bis heute zuteil wird.

Weitere Infos hier

 Marcel Proust, undatiert, unbekannter Photograph
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Marcel Proust, undatiert, unbekannter Photograph

Patientengeschichten.

Veranstaltungsreihe des Medizinhistorischen Museums Hamburg im Wintersemester 2019/20

Donnerstags, 17. Oktober 2019 bis 16. Januar 2020, 18.30 Uhr bis 20 Uhr, Medizinhistorisches Museum Hamburg, Gebäude N30b (Fritz-Schumacher-Haus), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52 (Eingang Schedestraße / Ecke Frickestraße), 20246 Hamburg.

In den 1980er Jahren setzte in der Medizingeschichte ein Perspektivenwechsel ein, der verstärkt nach den Erfahrungen und Wahrnehmungen von Patient*innen fragte und diese als historische Subjekte in den Fokus der Forschung rückte. Wie nahmen Patient*innen Krankheiten wahr, und wie erlebten sie Schmerzen? Wie gingen sie mit ihren Leiden um, wen konsultierten sie? Und welche Ausdrucksformen fanden Patient*innen, um ihre Nöte und Ängste einem möglichen Gegenüber zu vermitteln?

Weitere Informationen zu den Themen und den Vortragenden finden Sie hier.. .

Dorothea Buck: Der Schmerz 1938/2017
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Dorothea Buck: Der Schmerz 1938/2017

Medizinverbrechen im Nationalsozialismus

Der Lern- und Gedenkort Medizinverbrechen im Nationalsozialismus ist Teil der Dauerausstellung des Museums. Er erinnert an die Hamburger Opfer der NS-Euthanasie, der Zwangssterilisationen und der Humanexperimente im Nationalsozialismus und thematisiert die Verantwortung der Wissenschaften für die Herleitung eines an Eugenik, Rassenideologie und Produktivität orientierten Menschenbilds.

Untersuchung von Auswanderern
Untersuchung von Auswanderern

Fortschritt und Erfassung

Ab dem 22.11.2017 eröffnet ein weiterer neuer Raum mit dem Titel „Fortschritt und Erfassung“, der die ambivalente Geschichte der öffentlichen Gesundheit in den Jahren 1890 bis 1930 vorstellt. Vor über 125 Jahren forderte in Hamburg Europas letzte große Cholera-Epidemie über 8 600 Tote. Die Hafenstadt wurde zum Symbol der verkommenen, ungesunden Großstadt – ohne adäquate Wasserversorgung und mit Slums, in denen Tuberkulose grassierte. In den 1920er Jahren aber entwickelte sich das Schlusslicht urbaner Sanierung zu einer Vorzeigemetropole. Lebensbedrohliche Krankheiten verschwanden durch Prävention, die Säuglingssterblichkeit wurde halbiert. Der Aufbau einer effektiven kommunalen Gesundheitsfürsorge war einer der größten Erfolge der jungen Weimarer Demokratie – sie führte dennoch in eine Katastrophe. Erfassung und Kontrolle verwandelten den Sieg über die Krankheiten in einen Krieg gegen Kranke.