Transplantation bei Erwachsenen

Manchmal sind die Organe so schwer erkrankt, dass nur noch eine Transplantation helfen kann. Das Universitäre Transplantations Centrum ist eines der größten Transplantationszentren in Deutschland und ist im Bereich Lebendspende führend.

Hier finden Sie wichtige Informationen zu unseren Transplantationsprogrammen bei Erwachsenen:

  • Wann kommt eine Lebertransplantation infrage?

    Eine Lebertransplantation kommt in Betracht, wenn die Leber durch eine Erkrankung so sehr geschädigt ist, dass eine andere Behandlung wie zum Beispiel mit Medikamenten nicht mehr ausreichend ist. Die häufigste Erkrankungen dieser Art ist eine Leberzirrhose, die durch Entzündungen der Leber (Hepatitis), Entzündungen der Gallengänge oder auch durch toxische Substanzen wie Alkohol entstehen kann. Darüber hinaus gibt es aber auch seltene Stoffwechselerkrankungen oder auch Leberkrebs, die durch eine Lebertransplantation behandelt bzw. geheilt werden können.

    Wie verläuft der Weg zur Lebertransplantation?

    Sieht die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt bei einem Patienten oder einer Patientin eine Lebertransplantation als mögliche Behandlung an, sollte ein Termin in unserer Transplantationsambulanz vereinbart werden (siehe Sprechstunden ). Dort untersuchen wir die Patientin oder den Patienten gründlich. Um auf die Warteliste für eine Lebertransplantation zu kommen, ist eine Entscheidung der Lebertransplantationskonferenz notwendig. Hier werden alle Befunde von einem interdisziplinären Team noch einmal genau geprüft.

    In Deutschland wird die Vergabe von Spenderorganen zur Transplantation von verstorbenen Spendern durch die Organisation Eurotransplant koordiniert, eine eigens hierfür geschaffene Stiftung, in der sich mehrere europäische Länder zusammengeschlossen haben, um die Qualität der Organtransplantation und -verteilung zu verbessern. Wie lange ein Patient auf eine Leber warten muss, richtet sich nach der Schwere der Leberschädigung. Diese wird anhand unterschiedlicher Laborwerte errechnet und über einen Punktewert dargestellt: dem sogenannten MELD-Wert (Model for End-Stage-Liver-Disease). Wenn ein passendes Organ gefunden wurde, muss die Patientin oder der Patient schnellstmöglich in die Klinik kommen, damit die Transplantation durchgeführt werden kann.

    Wie erfolgt die Lebertransplantation?

    Zur Transplantation selbst wird die Patientin oder der Patient stationär aufgenommen und auf die Operation vorbereitet. Bei der Transplantation wird Ihre Leber entnommen und durch eine Spenderleber ersetzt – entweder durch ein ganzes Organ oder durch den rechten order linken Leberlappen. Die Spenderleber kann von einem verstorbenen Spender stammen. Es gibt aber auch die Möglichkeit der Lebendspende .

    Da eine Lebertransplantation eine große Operation ist, dauert sie im Regelfall sechs bis acht Stunden. Nach der Operation verbringet die operierte Person einige Zeit auf unserer Intensivstation, bevor sie auf die Normalstation verlegt werden kann. Wenn die Transplantation normal verläuft, bleiben Patienten etwa drei bis vier Wochen in der Klinik.

    Wie sieht die Zeit nach einer Lebertransplantation aus?

    Direkt nach dem Krankenhausaufenthalt empfehlen wir unseren Transplantationspatienten eine Rehabilitation. Hier werden die Leberwerte regelmäßig überwacht und der Wiederaufbau der Muskulatur wird durch Krankengymnastik gefördert. Nach einer Transplantation müssen Patienten bestimmte Medikamente einnehmen, um zu verhindern, dass das neue Organ vom Körper abgestoßen wird. In regelmäßigen Abständen untersuchen wir unsere transplantierten Patienten in unserer Transplantationsambulanz und prüfen, ob die transplantierte Leber gut funktioniert und die Medikamente richtig angepasst sind.

    Weitere Informationen

    Wir haben für unsere Patienten Schulungsunterlagen entwickelt. Gerne können Interessierte die Broschüren herunterladen, um sich weiter über das Thema Lebertransplantation zu informieren.

  • Informationen zur Leberlebendspende finden Sie unter Lebendspende

  • Wann kommt eine Nierentransplantation infrage?

    Die Nierentransplantation ist aktuell das beste Nierenersatzverfahren für dauerhaft dialysepflichtige Patienten. Wenn bei Ihnen eine terminale, dialysepflichtige Niereninsuffizienz vorliegt oder bald droht, besprechen Sie mit Ihrer betreuenden Ärztin oder Ihrem betreuenden Arzt, ob Sie sich in unserem Transplantationszentrum zur Beratung über eine Nierentransplantation vorstellen sollten. Eine Transplantation ist grundsätzlich nach Spende durch einen Verstorbenen über die Eurotransplant-Warteliste oder nach Lebendspende durch eine enge Bezugsperson möglich (siehe auch dort).

    Wie verläuft der Weg zur Nierentransplantation?

    Beim ersten Termin in unserer Transplantationsambulanz (siehe Sprechstunden ) untersuchen wir Sie eingehend und erläutern Ihnen detailliert, wie der Ablauf hin zu einer Transplantation aussieht und was eine Transplantation für Ihr weiteres Leben bedeutet. Nach Abschluss der vorbereitenden Untersuchungen prüft die Nierentransplantationskonferenz – ein interdisziplinäres Team aus Nephrologen, Transplantationschirurgen, Transplantationspsychologen, Transplantationsimmunologen und einem Vertreter des UKE-Vorstands – Ihre Befunde. Bei einer positiven Entscheidung werden Sie auf die Nierenwarteliste aufgenommen.

    In Deutschland wird die Vergabe von Organen zur Transplantation von verstorbenen Spendern durch die Organisation Eurotransplant koordiniert, eine eigens hierfür geschaffene Stiftung, in der sich mehrere europäische Länder zusammengeschlossen haben, um die Qualität der Organtransplantation und -verteilung zu verbessern. Wie lange Sie als Patient oder Patientin auf eine Niere warten müssen, richtet sich vor allem nach der Wartezeit (gerechnet ab dem ersten Tag einer dauerhaften Dialyse) und Ihren immunologischen Gewebemerkmalen. Wenn ein passendes Organ für Sie bereitsteht, müssen Sie schnellstmöglich in unsere Klinik kommen, damit die Transplantation durchgeführt werden kann.

    Wie erfolgt die Nierentransplantation?

    Zur Transplantation werden Sie nach Erhalt eines passenden Organangebots stationär aufgenommen und auf die Operation vorbereitet. Bei der Transplantation wird eine Spenderniere an Ihre Beckengefäße und Ihre Harnblase angeschlossen. Einen regelhaften postoperativen Verlauf vorausgesetzt, verbringen Sie etwa zwei Wochen auf unserer Transplantationsstation und werden in dieser Zeit intensiv im Umgang mit Ihrer Spenderniere geschult.

    Wie sieht die Zeit nach einer Nierentransplantation aus?

    Direkt nach dem Krankenhausaufenthalt empfehlen wir allen Patienten die Teilnahme an einer Rehabilitation. Hier werden die Nierenwerte regelmäßig überwacht und der Wiederaufbau der Muskulatur wird durch Krankengymnastik gefördert. Nach einer Transplantation müssen Sie Medikamente einnehmen, die verhindern, dass das neue Organ von Ihrem Körper abgestoßen wird. In regelmäßigen Abständen untersuchen wir Sie in unserer Transplantationsambulanz und prüfen, ob die transplantierte Niere gut funktioniert und die Medikamente richtig angepasst sind. Zudem sind jährliche Kontrollen bei unterschiedlichen Fachärzten erforderlich (Zahnarzt, Hautarzt, Urologe, Internist etc.).

    Weitere Informationen

    Wir haben für unsere Patienten Schulungsunterlagen entwickelt. Gerne können Sie die Broschüren herunterladen, um sich weiter über das Thema Nierentransplantation zu informieren.

  • Informationen zur Nierenlebendspende finden Sie unter Lebendspende .

  • Wann kommt eine Bauchspeicheldrüsentransplantation infrage?

    Eine Transplantation der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) kann bei Patienten mit einem Typ-1-Diabetes mellitus durchgeführt werden. Manchmal werden bei diesem Krankheitsbild auch Bauchspeicheldrüse und eine Niere kombiniert übertragen. Als Kandidaten für eine kombinierte Pankreas-Nieren-Transplantation kommen Patienten mit einer fortgeschrittenen diabetischen Nierenschädigung (Kreatininclearance <20 ml/min. oder bereits begonnene Nierenersatztherapie) bei einem langjährigen Typ-1-Diabetes mellitus infrage. Eine weitere Indikation liegt vor, wenn der Blutzucker mit Insulin nur schwer einstellbar ist und häufig Unterzuckerungen auftreten.

    Wie verläuft der Weg zur Bauchspeicheldrüsentransplantation?

    Um auf die Transplantationswarteliste zur Bauchspeicheldrüsen-/Nierentransplantation aufgenommen zu werden, können Patienten sich zunächst in unserer Nierentransplantations-Ambulanz vorstellen (siehe Sprechstunden ). Anschließend findet eine Mitbeurteilung in unserer diabetologischen Sprechstunde sowie durch unsere transplantationschirurgischen Kolleginnen und Kollegen statt. Gemeinsam prüfen wir, ob die Patientin oder der Patient für eine Transplantation infrage kommt. Danach werden Voruntersuchungen in die Wege geleitet, die meist in mehreren ambulanten Aufenthalten erfolgen. Dabei wird auch kontrolliert, ob die übrigen Organe gesund sind und der Körper einen solchen Eingriff voraussichtlich gut verkraftet. Zudem führen wir mit der Patientin oder dem Patienten ausführliche Aufklärungsgespräche zu Operationsrisiken und einem Leben mit einem transplantierten Organ.

    Nach Abschluss aller Untersuchungen werden die Ergebnisse in unserer Transplantationskonferenz besprochen und die endgültige Entscheidung über die Aufnahme auf die Warteliste getroffen. Die Vergabe der Bauchspeicheldrüsen-/Nierentransplantate erfolgt in Deutschland durch Eurotransplant, eine eigens hierfür geschaffene Stiftung, in der sich mehrere europäische Länder zusammengeschlossen haben, um die Qualität der Organtransplantation und -verteilung zu verbessern. Die Wartezeit, bis geeignete Spenderorgane für eine Bauchspeicheldrüsen-/Nierentransplantation gefunden werden, richtet sich primär nach dem Zeitpunkt der Aufnahme in die Eurotransplant-Warteliste innerhalb der Blutgruppe.

    Wie erfolgt die Bauchspeicheldrüsentransplantation?

    Durch unsere Transplantationskoordination wird die Patientin oder der Patient informiert, wenn ein geeignetes Organ vorliegt. Gemeinsam mit dem Patienten klären die Koordinatoren den Transport in unser Klinikum. Die Patientin oder der Patient wird zunächst auf unserer Transplantationsstation für viszerale Organe aufgenommen und dort von unserem spezialisierten Pflegepersonal sowie Ärztinnen und Ärzten empfangen.

    Während der Transplantation wird die Spenderbauchspeicheldrüse auf der rechten Bauchseite eingepflanzt und ggf. die Spenderniere in das linke kleine Becken eingesetzt. Die Transplantation ist eine große Operation, die etwa vier bis sechs Stunden dauert. Danach wird die operierte Person zunächst auf der Intensivstation überwacht. Nach etwa zwölf Stunden kehrt die Patientin oder der Patient im Allgemeinen auf die Transplantationsstation zurück. Die Länge des Aufenthaltes auf der Intensivstation richtet sich im Wesentlichen nach dem Zeitpunkt der Funktionsaufnahme der transplantierten Organe. Wenn die Transplantation ohne größere Komplikationen verläuft, können wir die Patientin oder den Patienten nach ungefähr drei bis vier Wochen entlassen.

    Wie sieht die Zeit nach einer Bauchspeicheldrüsentransplantation aus?

    Um nach der großen Operation wieder richtig fit zu werden, raten wir allen Patientinnen und Patienten zur Teilnahme an einer Rehabilitation nach dem Krankenhausaufenthalt. Hier können die Blutzucker- und Nierenwerte zunächst noch regelmäßig und engmaschig überwacht werden. Zusätzlich wird dort durch Krankengymnastik wieder mit dem Muskelaufbau begonnen. Einige Rehabilitationseinrichtungen arbeiten eng mit uns zusammen und sind auf die Betreuung transplantierter Patienten spezialisiert.

    Damit die neue Bauchspeicheldrüse/Niere nicht abgestoßen wird, müssen Patientinnen und Patienten nach der Transplantation sehr regelmäßig Tabletten, sogenannte immunsuppressive Medikamente, einnehmen. Diese Medikamente setzen die körpereigene Abwehr herab und verhindern, dass das Immunsystem die neue Bauchspeicheldrüse bzw. Niere angreift und abstößt. Patientinnen und Patienten sollten bedenken, dass dies fortan ihr ganzes Leben so bleibt und sie die Medikamente immer zuverlässig einnehmen müssen.

    Nach der Transplantation sollten Patientinnen und Patienten sich regelmäßig in unserer Transplantationsambulanz, bei unseren Transplantationschirurgen, in der diabetologischen Ambulanz sowie bei ihrem Nierenfacharzt vorstellen.

    Weitere Informationen

    Alle Patientinnen Patienten erhalten nach einer Transplantation von uns ein Transplantationsnachsorgeheft. Hier sind wesentliche Untersuchungen, die durchgeführt werden sollten, aufgeführt bzw. werden individuell für jede Patientin und jeden Patienten durch die Ärztin oder den Arzt der Ambulanz festgelegt. Für Fragen stehen auch unsere Transplantations-Pflegekräfte gerne zur Verfügung.

  • Wann kommt eine Herztransplantation infrage?

    Eine Herztransplantation kommt infrage, wenn alle anderen Therapien mit Medikamenten, Schrittmacher oder Herzoperationen ausgeschöpft sind. Unterschiedliche Erkrankungen können das Herz so weit schädigen, dass ein endgültiges Herzversagen – eine Herzinsuffizienz – droht oder bereits vorliegt. Dazu zählt vor allem die dilatative Kardiomyopathie, eine Herzmuskelkrankheit, bei der es zu einer deutlichen Überdehnung und Schwächung des Herzens kommt. Diese Erkrankung kann aufgrund genetischer Faktoren, durch äußere Einflüsse wie Alkohol oder Medikamente oder als Folge einer Herzmuskelentzündung nach bakteriellen oder viralen Infektionen auftreten. Häufig wird hierfür jedoch auch keine Ursache gefunden. Andere Ursachen für die Entwicklung einer Kardiomyopathie sind anhaltende Durchblutungsstörungen des Herzens, erworbene Herzklappenfehler, Speichererkrankungen wie Amyloidose, Herzrhythmusstörungen, angeborene Fehlbildung des Herzens und/oder des Kreislaufsystems.

    Wie verläuft der Weg zur Herztransplantation?

    Ein Herzinsuffzienz-Gremium aus Ärzten der Kardiologie, der Herzchirurgie, der Kinderkardiologie, Psychologen, Koordinator für die Herztransplantation und dem Ärztlichen Direktor des UKE entscheidet, ob ein Patient für eine Listung für eine Herztransplantation infrage kommt. Die Zusammensetzung dieses Gremiums folgt den Richtlinien des Transplantationsgesetzes. Kommt das Gremium zu einem positiven Beschluss, wird die Patientin oder der Patient evaluiert. Dafür untersuchen Fachärzte sämtliche Organe und das Blut des Patienten und führen umfangreiche Leistungstests mit ihm durch. Besteht keine Kontraindikation gegen eine Herztransplantation, dann stellt das Herzinsuffizienz-Gremium die Transplantationfähigkeit (T-Status) fest. Im T-Status - mit der normalen Dringlichkeit - kann der Herzempfänger die Wartezeit zu Hause ableisten. Ist der Zustand des Patienten so schlecht, dass kreislaufunterstützende Medikamente notwendig sind, dann kann der Patient nach Beschluss unabhängiger externer Gutachter hochdringlich (High Urgency = HU-Status) gelistet werden. HU-Empfänger werden bei der Vergabe bevorzugt behandelt. Sie dürfen während der Wartezeit im HU-Status das Transplantationszentrum nicht mehr verlassen. Eine Zuordnung zur HU-Gruppe muss in jedem Einzelfall bei Eurotransplant, in dessen Verbund Deutschland angeschlossen ist, begründet werden.

    Die Vergabe eines Spenderherzens erfolgt anhand medizinischer Kriterien über das Spenderherz und in Deutschland über den Verbund Eurotransplant, der eine Rangliste für die möglichen Empfänger des Herzens anhand der Blutgruppe, Größe, Gewicht und Dringlichkeit aufstellt. Wichtig für eine erfolgreiche Transplantation ist auch die Konservierungszeit, also die Zeit, die das Organ zwischen der Entnahme und der Transplantation konserviert werden muss. Je kürzer diese Zeitspanne, desto besser für die Organfunktion nach der Transplantation. Aus einer geringeren Entfernung zwischen dem Behandlungsort des Organempfängers und dem Ort der Organentnahme ergibt sich eine kürzere Konservierungszeit. Die kritische Konservierungszeit für das entnommene Herz liegt bei vier Stunden.

    Wie erfolgt die Herztransplantation?

    Zu Beginn einer Herztransplantation trennen die Operateurinnen und Operateure das Brustbein (Sternum) des Herzempfängers durch eine Längsteilung, um Zugang zum Brustkorb zu erhalten. Mithilfe von Kanülen schließen sie eine Herz-Lungen-Maschine an die Hauptschlagader und die beiden Hohlvenen an. Die Herz-Lungen-Maschine übernimmt während der Operation die Aufgabe des Herzens und der Lunge. Anschließend klemmen die Chirurginnen und Chirurgen die Hauptschlagader (Aorta) ab und entnehmen das kranke Herz der Patientin oder des Patienten bis auf den Teil des linken Vorhofs. Dazu werden Aorta, die Lungenschlagader und die obere und untere Hohlvene durchtrennt. Nun präparieren die Chirurginnen und Chirurgen das Spenderherz, um es auf den Einsatz beim Patienten vorzubereiten. Anschließend wird das Spenderherz durch Nähte in der Reihenfolge Vorhof links, obere und untere Hohlvene mit den im Körper verbliebenen Herzresten und Gefäßen verbunden. Bevor das neue Herz im Körper der Organempfängerin oder des -empfängers anfangen kann zu schlagen, wird das Herz entlüftet.

    Wie sieht die Zeit nach einer Herztransplantation aus?

    Zunächst bleibt der transplantierte Patient einige Tage oder Wochen stationär im Transplantations Centrum, bevor er in eine Rehabilitationsklinik wechselt. Das Ziel einer Herztransplantation ist die möglichst vollständige Wiederherstellung der sozialen und beruflichen Integration des herztransplantierten Patienten. Nach einer Herztransplantation ist es lebenswichtig, Medikamente – sogenannte Immunsuppressiva – einzunehmen, die das Immunsystem unterdrücken und so dafür sorgen, dass der Körper das transplantierte Herz akzeptiert. Die Dosierung der meisten Immunsuppressiva erfolgt anhand eines vorgegebenen Zielwertes im Blut durch die Transplantationsmedizinerin oder den -mediziner. In der weiteren Nachsorge muss sich die Patientin bzw. der Patient regelmäßig ambulant bei uns im Transplantations Centrum wiedervorstellen. Dabei achten die Ärztinnen und Ärzte insbesondere darauf, dass keine akuten Abstoßungen des neuen Herzens stattfinden. Bei den ambulanten Vorstellungen des Patienten alle vier Monate erfolgt jeweils eine Ultraschallkontrolle des Herzens (Echokardiografie), ein Elektrokardiogramm und die Kontrolle von Blutwerten. Eine möglichst frühzeitige Erkennung und Behandlung typischer allgemeiner Komplikationen oder Nebenwirkungen der Immunsuppressiva wie der Zuckererkrankung (Diabetes mellitus), Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Knochenschwund (Osteoporose) und Nierenschädigungen spielt eine entscheidende Rolle für die Lebensqualität und das Überleben der Patientin oder des Patienten. Zudem werden in den ersten Jahren regelmäßig Gewebeproben (Biopsien) aus dem Herzen entnommen und feingeweblich untersucht. Bei den Untersuchungen überwachen die Ärzte auch, ob bösartige Tumorerkrankungen und Infektionen, etwa duch das Cytomegalievirus, auftreten. Im weiteren Verlauf wird alle zwei Jahre eine Linksherzkatheteruntersuchung durchgeführt, um Veränderungen an den Herzkranzgefäßen (Transplantatvaskulopathie), durch die sich chronische Abstoßungen zeigen, frühzeitig festzustellen.

  • Wann kommt eine Lungentransplantation infrage?

    Für eine Lungentransplantation kommen grundsätzlich Patienten mit einer Lungenerkrankung im Endstadium in Betracht, bei denen die medikamentöse Therapie ausgeschöpft ist und deren Lebenserwartung durch die Erkrankung auf weniger als zwei bis drei Jahre begrenzt ist. Zu solchen Lungenerkrankungen gehören etwa vaskuläre Erkrankungen wie die primäre oder die sekundäre pulmonale Hypertension oder parenchymatöse Erkrankungen wie Mukoviszidose, COPD (Chronisch-obstruktive Bronchitis) und Lungenfibrose. Dabei kann je nach Befund eine Einzel- oder eine Doppellungentransplantation erwogen werden.

    Durch angeborene Herzfehler, die im Kindesalter nicht korrigiert werden, kann es im Verlauf unabhängig von der Herzerkrankung zur sekundären pulmonalen Hypertonie kommen. In sehr komplexen Fällen wird dann eine kombinierte Herz-Lungen-Transplantation erwogen.

    Wie verläuft der Weg zur Lungentransplantation?

    Wenn bei einer Patientin oder einem Patienten eine schwere Lungenerkrankung vorliegt, sollte zunächst mit dem behandelnden Arzt über eine mögliche Vorstellung in der Transplantationsambulanz gesprochen werden.

    Bei einem Termin in unserer Ambulanz werden die Patienten eingehend untersucht und geprüft, ob eine Transplantation für sie in Betracht gezogen werden kann. Wir klären sie auch über die Chancen und Risiken einer Transplantation genauer auf. Für eingehendere Voruntersuchungen werden Patienten für einen etwa zweiwöchigen stationären Aufenthalt in unsere Klinik aufgenommen. Nach Abschluss aller Untersuchungen bespricht die Transplantationskonferenz die Ergebnisse und entscheidet über eine Aufnahme auf die Warteliste.

    Bei einem positiven Beschluss werden die Patientendaten an Eurotransplant übermittelt. In dieser Stiftung haben sich mehrere europäische Länder zusammengeschlossen, um die Qualität der Organtransplantation und -verteilung zu verbessern. Die Vergabe von Spenderlungen durch Eurotransplant erfolgt nach dem „Lung Allocation Score“ (LAS-Score), der die Dringlichkeit und Erfolgsaussicht widerspiegelt. Um den aktuellen LAS-Score von Patienten zu ermitteln, ist alle drei Monate eine Vorstellung in der Transplantationsambulanz erforderlich. Dort wird der aktuelle Gesundheitszustand und Messparameter wie etwa eine Lungenfunktionsuntersuchung erhoben.

    Wie erfolgt die Lungentransplantation?

    Wenn Eurotransplant ein passendes Organ meldet, wird der Empfänger sofort benachrichtigt und durch einen Krankentransport von zu Hause in unsere Klinik gebracht. Ein Explantationsteam macht sich auf dem Weg zum Spenderkrankenhaus und überzeugt sich vor Ort, dass die Spenderlunge für die Transplantation auch wirklich geeignet ist. Der Empfänger wird bereits während dieser Phase für die Operation vorbereitet. Sobald das Spenderteam grünes Licht gibt, können die Narkoseeinleitung und die Transplantation starten.

    Bei der Operation wird der Brustkorb eröffnet und die erkrankten Lungenflügel nacheinander durch das Spenderorgan ersetzt. Meistens wird der Patient für diese Zeit an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, um eine gute Sauerstoffversorgung während und nach der Operation sicherzustellen. Die neue Lunge nach der Operation sofort belüftet und der Patient von der Herz-Lungen-Maschine entwöhnt. Anschließend erfolgt eine mindestens 48-stündige Überwachung von Kreislauf und Beatmung auf der Intensivstation. Ist alles stabil, wird der Patient aus der Narkose geholt und beginnt wieder, selbst zu atmen. Nach einigen Tagen wird der Patient wieder auf die Normalstation verlegt. Wenn die Transplantation normal verläuft, dauert der Klinikaufenthalt etwa drei bis vier Wochen.

    Wie sieht die Zeit nach einer Lungentransplantation aus?

    Direkt nach dem Krankenhausaufenthalt empfehlen wir allen Transplantationspatienten die Teilnahme an einer Rehabilitation. Hier wird die Lungenfunktion noch regelmäßig überwacht und der Wiederaufbau der Muskulatur durch Krankengymnastik gefördert. Wir arbeiten eng mit Rehakliniken zusammen, die auf die Betreuung lungentransplantierter Patientinnen und Patienten spezialisiert sind.

    Nach einer Transplantation müssen die Patienten bestimmte Medikamente einnehmen, die verhindern, dass die neue Lunge von ihrem Körper abgestoßen wird. In regelmäßigen Abständen werden die Patienten auch in der Folgezeit in unserer Transplantationsambulanz untersucht. Dabei prüfen wir, ob die transplantierte Lunge gut funktioniert und die Medikamente richtig angepasst sind. In der Frühphase erfolgen die Vorstellungen wöchentlich, langfristig bei gutem Verlauf nur noch vierteljährlich. Zusätzlich zu den Vorstellungen in der Transplantationsambulanz sind monatliche Blutkontrollen beim Hausarzt und regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen erforderlich.