Integrierte Versorgung

Hier finden Sie allen Integrierten Versorgungsangebote unserer Klinik. Zu folgenden zwei Indikationen stehen Ihnen Integrierte Versorgungsmodelle zur Verfügung:

  • Psychosen (inklusive Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis, bipolare Störungen, schwere unipolare Depressionen mit psychotischen Symptomen)
  • Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline)

Alle unter "Indikationen zur Teilnahme" genannten psychischen Erkrankungen sind mit dem Therapiewegweiser verlinkt. Informieren Sie dort über psychische Erkrankungen.

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  • Integrierte Versorgung Psychosen
  • Integrierte Versorgung Psychosen

    Überblick

    Das „Hamburger Modell" für Menschen mit Psychosen ist ein Integriertes Versorgungsmodell nach §140a SGB V, das seit dem 1.5.2007 im Arbeitsbereich Psychosen in Zusammenarbeit mit niedergelassenen PsychiaterInnen und anderen Institutionen läuft.

    Das Hamburger Modell Psychosen wird von fünf Krankenkassen unterstützt:

    Patienten in diesem Modell werden in einem Netzwerk von Psychose-Spezialinstitutionen innerhalb und außerhalb des UKE behandelt. Kernbestandteil ist die Behandlung durch ein sog. Therapeutisches Assertive Community Treatment (TACT) Team, d.h. ein Team von Psychose-Experten, das eine intensive und psychotherapeutisch ausgerichtete Therapie anbietet, auch im eigenen Lebensumfeld. Darüber hinaus kann jeder Patient alle Therapiemöglichkeiten im Netzwerk nutzen (siehe Leistungen).

    Die zwei Modelle der Integrierten Versorgung Psychosen

    • Für mehrfacherkrankte erwachsene Patienten im Alter von 18+ Jahren
    • Für ersterkrankte Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 29 Jahren in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKE

    Indikationen zur Teilnahme

    IV
    Integrierte Versorgung
    Intensive Therapie mit besseren Behandlungserfolg

    Alle Einschlussbedingungen klären wir mit Ihnen gerne im persönlichen Gespräch.

    Unsere Leistungen

    Die Behandlungsplanung im „Hamburger Modell“ richtet sich individuell nach den Bedürfnissen des Patienten und seiner Angehörigen. Unser übergeordnetes Ziel ist, eine größere Stabilität und damit eine höhere Lebensqualität zu erreichen. Vor allem sollen Krisenzeiten besser aufgefangen werden und Klinikaufenthalte vermieden oder verkürzt werden. Zu den angebotenen Leistungen gehören:

    • Früherkennung von Psychosen inklusive mobile Früherkennung im eigenen Umfeld
    • Nutzung aller vollstationären und tagesklinischen Behandlungseinheiten der Erwachsenen- und Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKE
    • Langfristige Behandlung durch Mitarbeiter des Therapeutischen Assertive Community Treatment (TACT) Teams inklusive Einzelpsychotherapie und Pharmakotherapie
    • Nutzung aller Therapieangebote in der Psychosen Spezialambulanz des UKE (z.B. Gruppentherapien, Soziotherapie, Selbsthilfe, Angebote für Angehörige, Spezialangebote für bipolare Patienten, Peer-Begleitung)
    • Zuhausebehandlung durch das TACT Team
    • 24h-tägliche Krisenintervention im eigenen Lebensumfeld
    • Engmaschigere Betreuung bei den teilnehmenden niedergelassenen Psychiater
    • Koordination weiterer Hilfen durch das TACT Team innerhalb und außerhalb des UKE

    Besserer Behandlungserfolg

    Das Hamburger Modell hat im Vergleich zur Regelversorgung folgende Vorteile nachgewiesen:

    • Deutlich niedrigere Behandlungsabbruchrate 1-5
    • Größere und anhaltende Verbesserungen von Symptomen 1-5
    • Größere Verbesserungen der Arbeitsfähigkeit und der Teilnahme am Sozialleben 1-5
    • Größere Verbesserungen der Lebensqualität 1-5
    • Weniger Rückfälle und Krankenhausbehandlungen 1-5
    • Deutlich weniger Zwangseinweisungen 4,5
    • Deutlich höhere ambulante Kontaktfrequenz 1-5
    • Deutlich höhere Anzahl von Patienten in Einzel- und /oder Gruppenpsychotherapie 3-5
    • Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen deutlich höhere Chance auf gleichzeitige und dauerhafte Remission von Symptomen und Wiederherstellung des Funktionsniveaus 6,7
    • Niedrigere Kosten 8

    Literatur:

    • 1. Lambert et al. Assertive Community Treatment (ACT) as part of Integrated Care versus Standard Care: a 12-month trial in patients with first- and negatively selected multiple-episode schizophrenia-spectrum disorders treated with quetiapine IR. J Clin Psychiatry 2010; 71: 1313-23.
    • 2. Karow et al. The Hamburg-model of integrated care for patients with psychosis: Part 2. Results of the clinical course over 2- and 4-years of treatment. Psychiatr Prax 2014; 41: 266-73.
    • 3. Schöttle et al. Translating research into clinical practice: effectiveness of Integrated Care (IC) including therapeutic Assertive Community Treatment (ACT) in severe and persistent schizophrenia-spectrum and bipolar I disorders - a 24 months follow-up study (ACCESS II study). J Clin Psychiatry 2014; 75: 1371-1379.
    • 4. Lambert et al. Integrierte Versorgung für erst- und mehrfacherkrankte Patienten mit schweren psychotischen Erkrankungen: 3-Jahres Ergebnisse des Hamburger Modells. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2015; 58: 408-19.
    • 5. Lambert M, Ruppelt F, Rohenkohl A, Karow A, Wiedemann K. Langzeittherapie in der Schizophrenie - Erfolgreiche psychosoziale Re-Integration durch Integrierte Versorgung. Psychopharmakotherapie 2016; 23: 58–66.
    • 6. Lambert et al. Early Detection and Integrated Care in Adolescents and Young Adults with Severe Psychotic Illnesses. Psychiatr Prax 2015 Jul; 42 Suppl 1: 49-53.
    • 7. Lambert et al. Early detection and integrated care for adolescents and young adults with psychotic disorders: the ACCESS III study. Acta Psychiatr Scand 2017 Aug;136(2):188-200.
    • 8. Karow A, Brettschneider C, Helmut König H, et al. Better care for less money: cost-effectiveness of integrated care in multi-episode patients with severe psychosis. Acta Psychiatr Scand. 2019 Dec 8. doi: 10.1111/acps.13139. [Epub ahead of print].

    Leitung

    • Leitung Administration und Forschung: Prof. Dr. med. Martin Lambert, Prof. Dr. Anne Karow
    • Leitung Klinik: Prof. Dr. med. Martin Lambert, Dr. Michael Lipp
    • Leitung Organisation und Forschung: Dr. Anja Rohenkohl, Bianca Lühr
    • Administration: Barbara Schnieders, Bianca Lühr

    Mitarbeiter

    • Dr. Michael Schödlbauer (Dipl. Psychologe, Teamleitung)
    • Andrea Kerstan (Psychologin aprobiert)
    • Aniele Friese (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie)
    • Katharina Rohlfing (Psychologin)
    • Dr. Anja Rohenkohl (Psychologin, Teamleitung)
    • Friederike Ruppelt (Psychologin, Teamleitung)
    • Pia Abzieher (Assistenzärztin)
    • Martina Fieker (Psychologin)
    • Dr. Aljosha Deen (Assistenzarzt)
    • Thomas Uken (Psychologe)
    • Tina Petersen (Psychologin)
    • Julia Gaianigo (Psychologin)
    • Jana Hubert (Sozialarbeiterin)
    • Alexander Czogalla (Genesungsbegleiter)

    Flyer der Integrierten Versorgung Psychosen zum Download

    Kooperierende niedergelassene Psychiater

    NameStraßeTelefon 040 /
    Frau Christiane BiehlElbgaustr. 112841084
    Dr. Friedrich ChabanMoorweidenstr. 12449766
    Dr. Mauricio DessauerHoheluftchaussee 564204152
    Frau Dr. Doris FolkertsSchäferkampsallee 56-5840170260
    Dr. Ansgar FrielingNeuer Wall 25343541
    Frau Dr. Gabriele GadeSchäferkampsallee 56-5840170260
    Prof. Dr. Christian HaasenHolstenplatz 20b3800259
    Dr. Klaus HitschfeldBudapester Str. 38310790
    Dr. Jürgen LangeOsterstraße 1554910416
    Dr. Richard MiranowiczColonnaden 72212032
    Frau Susanne MoosleitnerHolstenplatz 20b3800259
    Dr. Nikolas NowakWaitzstr. 1489018055
    Dr. Christian PerroEppendorfer Landstr. 37464554
    Frau Dr. Renate Roßnagel-TullenaarKieler Str. 4135404142
    Dr. Ralf SchnedlerWitts Allee 7868388
    Dr. Michael SchultEidelstedter Platz 23a5705236
    Dr. Farhad ShowghiAdenauer Allee 1280950333
    Dr. Peter TonnStresemannstr. 2353307380
    Frau Dr. Birgit Wegleitner-BrkitschGroten Hoff 138616989
    Dr. Ludger WiethaupEppendorfer Landstr. 37464554
    Dr. Oktay YagdiranGroße Bergstraße 2113808766

    Kontakt und Anmeldung

  • Integrierte Versorgung Borderline

    Die Integrierte Versorgung Borderline (IV-Borderline) bietet Menschen mit Borderline Persönlichkeitsstörungen eine weitgehend ambulante, langfristige, multimodale, störungsspezifische und DBT-basierte Behandlung. Diese zielt darauf ab, die Fähigkeit zur Selbstregulation zu stärken und stationäre Kriseninterventionen zu reduzieren. Angeboten wird die IV-Behandlung von einem interdisziplinären Team in einem Netzwerk bestehend aus dem UKE, niedergelassenen Psychiatern und anderen Einrichtungen. Die IV-Borderline folgt strukturell dem „Hamburger Modell" der Integrierten Versorgung nach §140 SGB V.

    Wen behandeln wir?

    Eine Behandlung in der IV-Borderline kommt unter folgenden Voraussetzungen für Sie in Frage:

    • Sie wohnen in räumlicher Nähe zum UKE
    • Sie sind mindestens 18 Jahre alt
    • Bei Ihnen wurde eine emotional-instabile / Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert
    • Bei Ihnen besteht die Indikation zu einer vollstationären Aufnahme unter bisherigen Rahmenbedingungen (Krankenhauseinweisung)
    • Für Sie kommt eine Behandlung nach dem Prinzip „ambulant vor stationär“ unter den intensiven Bedingungen der IV in Frage
    • Sie sind bei einer teilnehmenden Krankenkassen versichert:


    • Sie haben die Motivation, Ihre Probleme mit therapeutischer Hilfe zu verändern

    Alle Einschlussbedingungen klären wir mit Ihnen gerne im persönlichen Gespräch.

    Was bieten wir an?

    Die Behandlung in der IV-Borderline richtet sich individuell nach den mit Ihnen vereinbarten Zielen. Unser übergeordnetes Ziel ist, Sie auf Ihrem „neuen Weg“ in Richtung größerer Stabilität und höherer Lebensqualität zu unterstützen. Außerdem sollen Krisenzeiten besser aufgefangen werden und Klinikaufenthalte vermieden oder verkürzt werden. Dazu bieten wir eine intensive ambulante und nur im Notfall stationäre Behandlung an. Die Behandlung umfasst in der Regel engmaschige Einzel- und Gruppenpsychotherapie und ein individuelles Konzept zum Umgang mit Krisen. Psychopharmakotherapie, Sozialberatung und weitere Therapiebausteine können bei Bedarf hinzukommen. Das gesamte IV-Kernteam fühlt sich für Ihre Behandlung verantwortlich. Hauptsächlich durchgeführt wird sie durch Ihren Bezugstherapeuten und seine Vertretung. Zu den angebotenen Leistungen gehören:

    • Einzel- und Gruppenpsychotherapie auf Basis eines multimodalen, dialektisch-behavioralen Therapiekonzepts
    • Langfristiges Case-Management durch das IV-Kernteam, vor allem durch Ihren Bezugstherapeuten und seine Vertretung
    • Entwicklung eines individuellen Krisenplans. Dieser kann Selbsthilfe, Telefoncoaching, ambulante und im Notfall auch stationäre Kriseninterventionen umfassen
    • Permanente Erreichbarkeit des IV-Kernteams tagsüber über das Krisentelefon. Tägliche 24h-Erreichbarkeit der Klinik über die Zentrale Notaufnahme des UKE
    • Sozialberatung im IV-Kernteam
    • Psychopharmakotherapie bei teilnehmenden niedergelassenen Psychiatern oder im IV-Kernteam
    • Diagnostik und ggf. Behandlung von Begleiterkrankungen
    • Nutzung weiterer Therapieangebote des Ambulanzbereichs des UKE insbesondere der Spezialambulanz für Persönlichkeits- und Belastungsstörungen (z.B. weitere Gruppentherapien, Beratung durch Genesungsbegleiter)
    • Angehörige und Vertrauenspersonen können in die Behandlung mit einbezogen werden
    • In besonderen Fällen besteht die Möglichkeit von Interventionen im eigenen Umfeld
    • Koordination weiterer Hilfen durch das Therapieteam innerhalb und außerhalb des UKE

    Wer sind wir?

    Das Team der IV-Borderline besteht aus Psychologen, Ärzten und Sozialpädagogen. Es arbeitet in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKE. Das Team ist innerhalb der Klinik mit Stationen und Ambulanzen vernetzt, sowie außerhalb der Klinik mit niedergelassenen Behandlern, Betreuern und Institutionen.

    • PD Dr. med. Sarah Biedermann, Prof. Dr. med. Anne Karow (Oberärztinnen)
    • Dr. phil. Andreas Schindler, Psychologischer Psychotherapeut (Therapeutische Leitung)
    • Katharina Krog, Psychologische Psychotherapeutin (Therapeutische Co-Leitung)
    • Marlene Reiner, Psychologische Psychotherapeutin (Therapeutische Co-Leitung)
    • Nora Surpanu, Psychologische Psychotherapeutin
    • Pujan Neshatrooh, Psychologischer Psychotherapeut
    • Inga Liedtke-Margraf, Psychologische Psychotherapeutin
    • Dr. med. Louise Antonia Reich
    • Soz. Päd. Christiane Maier
    • Dipl. Psych. Julia Bierbrodt, Evaluation

Verantwortlich für den Inhalt
Autoren: Prof. Dr. Martin Lambert
Erstellung: 22.03.2020
Letzte Änderung: 30.09.2020