Veranstaltungen

Wir organisieren regelmäßige Vorträge und Veranstaltungen, um eine stetige wissenschaftliche Weiterbildung zu unterstützen. Diese Veranstaltungen sind öffentlich. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Gerne können Sie sich auch in unseren Verteiler eintragen lassen und werden dann direkt über neue Termine informiert. Bitte übersenden Sie Ihre Anmeldung per E-Mail an unser IMBE Sekretariat ( Frau Petra Hasselberg imbe-sekretariat@uke.de ).

Seminarreihe Epidemiologie und Biostatistik

Die Seminarreihe Epidemiologie und Biostatistik ist eine fortlaufende Veranstaltung. Einmal pro Monat laden wir herausragende externe Wissenschaftler:innen aus den Bereichen Epidemiologie und Biometrie zu uns ein.

Frühere Veranstaltungen

  • Details zum Vortrag

    17.02.2022
    16:00 Uhr

    ONLINE, Zoom

    Statistische Gesichtspunkte bei der Evaluierung der analytischen Performance von IvD

    ABSTRACT

    Bei der Validierung der klinischen Performance in diagnostischen Studien wird als gegeben vorausgesetzt, dass die analytische Performance des diagnostischen Tests ausreichend gut evaluiert wurde. Häufig ist dies jedoch nicht der Fall. Aus diesem Grund sollten die Biometriker, die diagnostische Studien planen und auswerten, die analytische Performance des Tests und die Bedingungen hinterfragen, unter denen sie validiert wurden.

    Im Vortrag werden die wichtigsten zu validierenden Eigenschaften (Bias, Präzision, Robustheit, Nachweis- und Bestimmungsgrenze, Interferenzen/Matrixeffekte/Spezifität sowie Linearität) und die Experimente zu Validierung entsprechend CLSI-Guidelines (Clinical Laboratory Standards Institute, USA) vorgestellt.

    Diese Guidelines haben sich im Bereich der IvD-Hersteller durchgesetzt, da sie von der FDA bei Zulassungen zugrunde gelegt werden. Allerdings sind einige statistische Vorgehensweisen nicht korrekt oder noch nicht vollständig beschrieben. Insbesondere werden bei Äquivalenzfragestellungen nicht die adäquaten Tests verwendet.

    Ein Grund hierfür ist die Schwierigkeit, allgemeinverbindliche Limits (anhand state of the art, biologischer Variabilität oder diagnostischer Konsequenz) festzulegen, die auch die Unsicherheit des Experimentes abbilden.

    Im Vortrag werden diese Sachverhalte an Beispielen erläutert und offene biometrische Fragen diskutiert

    Thomas Keller, ACOMED statistik, Leipzig



  • Online Symposion zu aktuellen Themen der Epidemiologie
    28. Januar 2022 ab 09.45 Uhr
    Zoom-Meeting


    Programm

    ZeitNameTitel
    09:45
    Prof. Dr. Heiko Becher, UKE
    Prof. Dr. Götz Thomalla
    Prof. Dr. Antonia Zapf, UKE
    Begrüßung


    10:00PD Dr. phil. Ulrike Grittner
    Charité Berlin
    Contribution of risk factors and scaling of questionnaire items – examples from epidemiological studies
    10:45PAUSE
    11:00PD Dr. Antje Hebestreit
    BIPS Bremen
    Etablierung eines gesamteuropäischen Monitoring- und Surveillance Systems zur Gesundheitsüberwachung in jungen und erwachsenen Bevölkerungsgruppen
    11:45PD Dr. sc. hum. Michael Hoffmeister
    DKFZ Heidelberg
    Molekularpathologische Epidemiologie:
    Welche Relevanz haben Tumor-Subtypen bei Darmkrebs?
    12:30MITTAGSPAUSE
    13:00Dr. med. Berit Lange
    HZI Braunschweig
    Applying clinical infectious disease epidemiology in times of pandemics

    13:45Nicole Rübsamen Ph.D.
    Universität Münster
    Biomarker für komplexe Erkrankungen


    14:30 PAUSE
    14:45Dr. Christian Stock
    Boehringer Ingelheim
    "Real world"-Daten in der Arzneimittelentwicklung


    15:30Marianna Cortese, PhD.
    Harvard University, USA
    Environmental risk factors for multiple sclerosis


    16:15Prof. Dr. Heiko Becher
    Prof. Dr. Antonia Zapf
    Schlussworte


  • Details zum Vortrag

    13.01.2022
    16:00 Uhr

    ONLINE, Zoom

    Zeitliche Trends in der Gesundheit von älteren Migrant:innen und Nicht-Migrant:innen in Europa -
    SHARE 2004-2017

    ABSTRACT

    Introduction: European populations are becoming older and more diverse. Little is known about the health differences between the migrant and non-migrant elderly in Europe. The aim of this paper was to analyse changes in the health patterns of middle- and older-aged migrant and non-migrant populations in Europe from 2004 to 2017, with a specific focus on differences in age and gender. We analysed changes in the health patterns of older migrants and non-migrants in European countries from 2004 to 2017.

    Method: Based on data from the Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (6 waves; 2004−2017; n = 233,117) we analysed three health indicators (physical functioning, depressive symptoms, and self-rated health). Logistic regression models for complex samples were calculated. Interaction terms (wave * migrant * gender * age) were used to analyse gender and age differences and the change over time.

    Results: Middle- and older-aged migrants in Europe showed significantly higher rates of depressive symptoms, lower self-rated health, and a higher proportion of limitations on general activities compared to non-migrants. However, different time trends were observed. An increasing health gap was identified in the physical functioning of older males. Narrowing health gaps over time were observed in women.

    Discussion: An increasing health gap in physical functioning in men is evidence of cumulative disadvantage. In women, evidence points towards the hypothesis of aging-as-leveler. These different results highlight the need for specific interventions focused on healthy ageing in elderly migrant men.

    Dr. Nico Vonneilich und
    Dr. Daniel Lüdecke,
    Hamburg

  • 16.12.2021
    16:15 Uhr
    ONLINE

    Diversität in Gesundheitsberichterstattung und Forschung

    Frau Dr. Claudia Hövener

    Robert Koch-Institut, Berlin

    Deutschland ist ein Einwanderungsland, 2020 hatten 27,6% der hier lebenden Menschen einen sogenannten Migrationshintergrund, d.h. sie selbst oder mindestens eines ihrer Elternteile wurden mit einer nicht-deutschen Staatsangehörigkeit geboren. Diese Bevölkerungsgruppe ist sehr heterogen in Bezug auf ihre Teilhabechancen, sozioökonomische Lage, sprachlichen Kompetenzen sowie auf die Motive und Umstände ihrer eigenen oder familiären Migrationsgeschichte. Diese Diversität geht auch mit unterschiedlichen gesundheitlichen Chancen und Risiken und Versorgungsbedarfen einher und sollte sich in Analysen zu Migration und Gesundheit wiederspiegeln. In diesem Zusammenhang erscheint es notwendig, das Gesundheitsmonitoring und die Gesundheitsberichterstattung am Robert Koch-Institut zu erweitern, um Menschen mit Migrationsgeschichte in bundesweiten Gesundheitssurveys entsprechend ihres Anteils in der Gesamtbevölkerung zu erreichen und verbesserte Aussagen zu ihrer gesundheitlichen Lage zu ermöglichen. Dieser Vortrag stellt Strategien und Maßnahmen dar, um 1) Menschen mit Migrationsgeschichte besser in Gesundheitssurveys einzubeziehen, 2) neue Konzepte zur Erfassung relevanter migrationsbezogener Aspekte zu entwickeln und in Surveys zu integrieren und 3) verantwortungsvoll und diversitätssensibel über die gesundheitliche Lage von Menschen mit Migrationsgeschichte zu berichten.

  • 18.11.2021
    16:00 Uhr

    N55 HS

    Zur „Philosophie der Gesundheit“ im Kontext von Covid-19

    Prof. Dr. Alexander Krämer

    Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld

    Im Vortrag wird ausgehend von einer globalen Betrachtung und Analyse der Pandemie und ihrer Entwicklung versucht, charakteristische Muster und Dynamiken ausfindig zu machen, die dafür verantwortlich sind, dass die Epidemie in verschiedenen Ländern unterschiedlich verläuft. Ein globaler Blick auf die Pandemie ergibt große Unterschiede hinsichtlich von Infektionen, durch Sars-CoV-2 bedingten Krankheitslasten und von Impfraten zwischen dem „Westen“ und fernöstlichen Regionen, ebenso wie zwischen dem industrialisierten „Norden“ und Entwicklungsländern im „Globalen Süden“. An einzelnen Fallbeispielen wird erläutert, wie bestimmte ausgewählte Länder auf die Epidemie in ihrem Land reagiert haben, und wie dies mit gesundheitspolitischen und im weiteren Sinne kulturellen Einstellungen und Konzepten zusammenhängt, welche wiederum durch die religiöse und philosophische Denktradition in diesen Gesellschaften geprägt sind. Anhand der Betrachtung und historischen Analyse der Bekämpfung anderer Infektionskrankheiten wie z. B. der weltweiten Pockenepidemie werden soziopolitische Gesetzmäßigkeiten identifiziert, die für die erfolgreiche Kontrolle der Pocken verantwortlich waren. Diese historischen Analysen verdichten sich in der Erkenntnis, dass der Freiheitsbegriff der bürgerlichen Gesellschaft, der auch für die Entwicklung des inzwischen weltweit vorherrschenden modernen Kapitalismus prägend ist, in gewissem Gegensatz steht zu einer erfolgreichen Kontrolle von Sars-CoV-2 durch die Gesundheitswissenschaften (Public Health). Offenbar ist das Mischungsverhältnis der Ideale von Französischer Revolution und Aufklärung, also von liberté, égalité und fraternité, deutlich zuungunsten von Gleichheit und Brüderlichkeit verschoben worden. Dies hat Implikationen auch für die Bekämpfung des Klimawandels und erfordert eine Anpassung unseres westlichen Demokratieverständnisses und -modells an die gegenwärtigen Herausforderungen.

  • 21.10.2021
    16:00 Uhr
    N55 HS

    Migration und Gesundheit – ein Überblick mit Fokus auf eine empirische Untersuchung unter Geflüchteten aus Syrien

    Prof. Dr. Hajo Zeeb

    Leibniz Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie-BIPS, Bremen

    Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften, Universität Bremen

    Migration und Gesundheit ist ein wichtiges Thema der diversitätsorientierten Gesundheitsforschung u.a. in Epidemiologie, Public Health und Sozialmedizin. Das facettenreiche Thema umspannt historische demografische Entwicklungen, die Verfügbarkeit und Nutzung von entsprechenden Gesundheitsdaten, Versorgungsanalysen und vielfältige ethische, rechtliche und politische Rahmenbedingungen und Konzepte. Vor kurzem wurde das erste deutschsprachige Handbuch Migration und Gesundheit veröffentlicht, dessen besonderen Entstehungsprozess und Inhalt dieser Beitrag aufzeigt. Ein großes Thema in diesem Buch ist auch die gesundheitliche und rechtliche Situation Geflüchteter. Hier knüpft eine aktuelle Studie unter Nutzung des Flüchtlingssurveys des SOEP aus dem Jahr 2016 ein, die für Geflüchtete aus Syrien zeigen konnte, dass bestehende soziodemographische Unterschiede bei Gesundheitsindikatoren vor Migration in erheblichem Maße verringert wurden – bei Menschen mit höherem sozioökonomischen Status vor der Migration nahm z.B. die gesundheitliche Zufriedenheit im Zielland Deutschland besonders stark ab. Der Beitrag beschreibt Methodik und Ergebnisse dieser quasi-longitudinalen Analyse des SOEP Flüchtlingssurveys und stellt das neue Handbuch Migration und Gesundheit vor.

  • QR-Code
    27. Mai 2021 Online VK
    QR-Code: Das Event für Ihren Kalender

    27. Mai 2021
    Online VK 16.00-18.00 Uhr

    Die Rolle der Ethikkommissionen
    Prof. Dr. Peter Schlattmann und Prof. Dr. Geraldine Rauch

    Prof. Dr. Peter Schlattmann

    Institut für Medzinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften, Universitätsklinikum Jena

    Der Vortrag beschreibt die Rolle der Ethikkommission in der Arzneimittelforschung. Zunächst wird der regulatorische Hintergrund und die Tätigkeit der Ethikkommission als ’Behörde’ beschrieben [1]. Dazu wird ein Überblick über wichtige Leitlinien wie z.B. die Deklaration von Helsinki [2] und über relevante Teile des Arzneimittelgesetzes gegeben. Ausgehend von der besonderen Situation von Phase I Studien (First in Human) wird die Frage diskutiert, unter welchen Bedingungen Forschung am Menschen ethisch vertretbar ist. Dann wird die Rolle der Biometrie in der Ethikkommission diskutiert [3]. An praktischen Beispielen aus u.a. publizierten Studien werden wichtige und häufige Probleme der Planung und Auswertung von Studien exemplarisch dargestellt. Abschließend wird die Verantwortung des Biometrikers in der Ethikkommission thematisiert und Anforderungen an dessen Qualifikation beschrieben [4].

    Literatur:

    [1] S. Graf von Kielmansegg, N. Benda, G. Grass, and T. Sudhop. Die Rolle von ethikkommissionen bei der Bewertung klinischer Arzneimittelprüfungen. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz, 62(6):706–712, 2019.

    [2] Deklaration von Helsinki. https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/International/Deklaration_von_Helsinki_2013_20190905.pdf, 2019.

    [3] P. Schlattmann, A. Scherag, G. Rauch, and U. Mansmann. Biometrische Aspekte in Ethikkommissionen. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz, 62(6):751–757, 2019.

    [4] C. Gerlinger, L. Edler, T. Friede, M. Kieser, C. T. Nakas, M. Schumacher, J. Seldrup, and N. Victor. Considerations on what constitutes a ’qualified statistician’ in regulatory guidelines. Stat Med, 31(11-12):1303–5, 2012.


    Prof. Dr. Geraldine Rauch

    Institut für Biometrie und Klinische Epidemiologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin

    Gleich der erste Artikel unseres Grundgesetztes lautet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Das Würdeprinzip ist auch ein zentraler Grundsatz für die Forschung am Menschen. Die übergreifende Aufgabe medizinischer Ethikkommissionen ist es dabei, die wissenschaftliche Qualität und Validität von medizinischen Forschungsprojekten sicherzustellen. Die ethische Beurteilung der Forschung am Menschen folgt daher einer Werteabwägung zwischen allgemeinem Erkenntnisgewinn und dem individuellen Interesse an körperlicher Unversehrtheit. Ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis und die Selbstbestimmung der Teilnehmenden sind hierfür essenziell. Aber was genau leistet eine medizinische Ethikkommission? Kann sie tatsächlich ein „Gütesiegel“ für medizinische Forschungsprojekte vergeben? Übernimmt sie als zentrale Instanz die Verantwortung für ethisch einwandfreie medizinische Forschung?

    Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Arbeit einer medizinischen Ethikkommission sind hoch und übertreffen teilweise die gesetzlichen Vorgaben: Die tatsächlichen Aufgaben, Rechte und Pflichten medizinischer Ethikkommissionen sind juristisch in verschiedenen Gesetzestexten festgelegt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Arzneimittelgesetz, dessen letzte Novellierung in 2017 entscheidende Änderungen bezüglich der Befugnis und der Zusammensetzung von medizinischen Ethikkommissionen enthält. Neben diesen sogenannten klinischen Studien gibt es noch eine Reihe weiterer Arten von Studien an Menschen. Allerdings gibt es nicht für jede dieser Studienarten einen entsprechenden Gesetzestext und so greifen manchmal nur unverbindliche Normen oder Leitlinien. Die verschiedenen Ethikkommissionen in Deutschland arbeiten dabei im Wesentlichen autark. Auf welchem Niveau und in welcher Tiefe ein eingereichtes Forschungsprojekt geprüft und kommentiert wird, hängt von der jeweiligen zuständigen Ethikkommission selbst und deren Besetzung ab.

    Aufgrund der wachsenden Bedeutung von Ethikkommissionen für die medizinische Forschung und der damit verbundenen Verantwortung der beteiligten Biometriker haben die beiden bedeutenden Fachgesellschaften in Deutschland, die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) e. V. und die Deutsche Region der Internationalen Biometrischen Gesellschaft, eine Projektgruppe „Biometrie in der Ethikkommission“ gegründet. Das Ziel dieser Projektgruppe ist es, eine Handreichung der erforderlichen Methodik für die Arbeit in Ethikkommissionen und ein entsprechendes Training bereitzustellen.

    *Der Abstract für diesen Vortrag ist eine gekürzte Form der unten genannten Quelle, welches von Vertreter:innen der Projektgruppe Biometrie in der Ethikkommission der GMDS und der IBS-DR verfasst wurde, siehe auch https://www.gmds.de/de/aktivitaeten/medizinische-biometrie/projektgruppen/projektgruppen/biometrie-in-der-ethikkommission/

    Quelle:

    Pigeot, I., Mansmann, U. & Rauch, G. Forschung am Menschen – Prinzipien und Herausforderungen für die Arbeit von Ethikkommissionen. Bundesgesundheitsbl 62, 679–681 (2019).

  • 20. Mai 2021
    Online VK 16.00-18.00 Uhr

    PD Dr. Michael Kulig

    Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

    Als Oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen entscheidet der G-BA über Therapieangebote für GKV Versicherte. Es wird erläutert wie und anhand welcher Regelungen solche Beschlüsse zur medizinischen Versorgung entschieden werden: Der Gesetzliche Rahmen, die Struktur und die Funktionen des G-BA, die Vorgaben für die Entscheidungsfindung und der Ablauf der Evidenzbewertung und Entscheidungsfindung. Zudem werden anhand von zwei Beispielen aus dem Bereich Arzneimittel Schwierigkeiten bei der Bewertung und Entscheidungsfindung diskutiert.

    Dr. Lars Beckmann

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

    In dem Vortrag wird das IQWiG sowie das Ressort „Medizinische Biometrie“ vorgestellt. Anhand eines Beispiels zur frühen Nutzenbewertung wird das methodische Vorgehen des Instituts erläutert und es wird auf Unterschiede im Vergleich zur Arzneimittelzulassung eingegangen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Bewertung von Nebenwirkungen in onkologischen Studien. Abschließend gibt es einen kritischen Ausblick auf die Rolle der Estimands bei der Nutzenbewertung von Medikamenten.


  • Dr. Florian Lasch
    (Institut für Biometrie, Medizinische Hochschule Hannover)

    Regulatorisch inspirierte Forschung in der Biometrie

    06.05.2020
    Oniline VK 16:00 Uhr

    Regulatorische Forschung leistet einen wichtigen Beitrag für die Bewertung von Arzneimitteln. Der Vortrag nähert sich den Formen der regulatorischen Forschung in der Biometrie und präsentiert zwei Beispiele.

    Basierend auf der EMA Guideline zum Umgang mit fehlenden Werten wird eine empirische Untersuchung zur Spezifikation von gemischten Modellen in Studienprotokollen präsentiert. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob komplexe statistische Methoden hinreichend genau beschrieben werden.

    Die Initiierung von symptomatische Behandlung ist in Studien für eine krankheitsverändernde Behandlung bei Alzheimer ein relevantes Intercurrent Event. Für die Zulassung kann in diesen Situationen ein Estimand von Interesse sein, der eine hypothetische Strategie für den Umgang mit der Initiierung von symptomatischer Behandlung verwendet. Allerdings gibt es für diesen Estimand keinen etablierten Schätzer. In einer Simulationsstudie werden verschiedene Schätzer für den Therapieeffekt im hypotethischen Szenario, dass keine symptomatische Behandlung initiiert würde, unter verschiedenen Szenarien miteinander verglichen.

  • Dr. Theodor Framke
    European Medicines Agency (EMA)

    Übersicht, Biostatistik

    Nachdem in den letzten Vorträgen die nationalen Zulassungsbehörden präsentiert wurden, wird nun die Rolle der EMA in internationalen Zulassungsprozessen beleuchtet. In dem ersten Vortrag wird zunächst eine allgemeine Übersicht über die EMA gegeben. Neben einigen interessanten Zahlen und Fakten werden dabei die verschiedenen Zulassungswege, die internationale Zusammenarbeit und die Arbeit verschiedener Komitees thematisiert. Im zweiten Teil des ersten Vortrags wird dann die Rolle der Biostatistik erläutert, wobei das Arbeitsfeld, die Einbindung in Entscheidungsprozesse und verschiedene Projekte hervorgehoben werden.

    Prof. Dr. Joerg Hasford
    Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE),
    Ludwig-Maximilians-Universität München

    Zur Pharmakovigilanz der EMA

    Nach einer Einführung in die medizinische und ökonomische Bedeutung unerwünschter Arzneimittelwirkungen wird auf die fast unüberschaubaren rechtlichen Rahmenbedingungen der Pharmakovigilanz in der EU und der EMA kurz eingegangen. Die Zusammensetzung und die Funktion des Pharmacovigilance Risk Assessment Committees(PRAC) und die Bedeutung der EudraVigilance Datenbank werden erklärt. Danach wird anhand von Fallbeispielen, u.a. des Pharmakovigilanzplanes der EMA für Covid-19 Vakzine, der große Unterschied von Anspruch und Wirklichkeit thematisiert. Abschließend wird auf die Schwierigkeiten, die Leistung und den gesellschaftlichen Nutzen behördlicher Pharmakovigilanz zu messen, hingewiesen.

  • Dr. Lukas Aguirre Dávila
    Paul-Ehrlich-Institut (PEI)

    PD Dr. Norbert Benda
    Bundesinstitut für Arzneimittel- und
    Medizinprodukte (BfArM)

    15. April 2021
    Online VK 16:00-17:30 Uhr

    Die Bewertung und Zulassung von Arzneimitteln und Medizinprodukten erfolgt in Deutschland durch zwei Bundesoberbehörden im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit: Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die beiden Einrichtungen tragen Verantwortung für unterschiedliche Produkte, so ist das PEI als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel für Produkte zuständig, die durch ihre biologische Variabilität gekennzeichnet sind, das BfArM für alle anderen Arzneimittel und Medizinprodukte.

    Die Aufgaben der Biostatistik in diesen Regulationsbehörden sind vielfältig. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Aufgaben in den verschiedenen Bereichen, insbesondere der Zulassung, der wissenschaftlichen Beratung und der Genehmigung klinischer Prüfungen, sowie für die Definition wissenschaftlicher Standards für die Zulassung in Form von Guidelines und die internationale Zusammenarbeit mit der europäischen Arzneimittelagentur EMA und den Regulationsbehörden anderer Mitgliedsstaaten der EU.

  • Prof. Dr. Karl Wegscheider
    Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

    25. März 2021
    Online VK 16.00-17.30 Uhr

    Eine Einführung

    In einem Einleitungsvortrag wird Professor Dr. Karl Wegscheider, ehemaliger Direktor des Institutes für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, einen aus der Geschichte abgeleiteten Überblick über das Geflecht der Institutionen geben. Sein Vortrag wird sich mit den Leitideen der Regulation und den Konfliktfeldern, in denen sie sich bewegt (z.B. Verbraucherschutz versus Wirtschaftsförderung, Wirksamkeit versus Sicherheit, Wirksamkeit versus Nutzen) beschäftigen und u.a. auf seine persönlichen Erfahrungen als Gutachter und Ad-hoc-Experte für BMG, BfArM, EMA/CPMP, RKI und BVA zurückgreifen. Der Vortrag wird sich auch mit der Frage beschäftigen, inwieweit sich dieses Institutionengeflecht in der Pandemie bewährt hat.

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