Neben der Suche nach neuen Kooperationen wirbt das ZfAM erfolgreich Drittmitteln zur Weiterentwicklung seiner arbeitsmedizinischen Forschung auf hohem Niveau ein. Nachfolgend finden Sie ausgesuchte Drittmittelprojekte.

Drittmittelprojekte

  • Fortsetzung der halbjährlichen Vorsorgeuntersuchungen gegenüber Tiefkälte (< -55°C) exponierter Arbeiter (n=12-15): Nach abgeschlossener Zwischenauswertung in 2011 im 3,5 jährigen Verlauf (n=28), welche keine Änderung der Lungenfunktionswerte zeigte, werden nun auf Personen mit täglich mehrstündiger Exposition untersucht.

  • Die in 2013 abgeschlossenen Untersuchungen der 65 Entsorger (davon 35 Müllwerker aus dem Bereich Restmüllabfuhr, 12 von der Biomüllabfuhr und 18 Straßenreiniger) wurden ausgewertet. Auch die Ergebnisse der Feldmessungen mit 18 Restmüll-, 6 Biomüllentsorger und 15 Strassenreiniger wurden verarbeitet. Ziel war, die Belastungs- und Beanspruchungssituation sowie das gesundheitliche Befinden der Müllwerker und Straßenreiniger möglichst umfassend zu erfassen und zu beschreiben.

    Ergebnisse und auch bisherige Bewertungsskalen zur Schwere von physischer Arbeit sollten in weiteren Studien überprüft werden. Entwicklung von Kriterien für die Einstellung von Müllwerkerinnen. Wissenschaftliche Begleitung der Arbeit von Frauen in der Müllentsorgung.

  • DiMoPEX, EU-H2020-COST

  • BfR/Bund

  • Mit der Gesetzesänderung im SGB IX (§§ 215-218) vom 01.01.2018 sind Inklusionsbetriebe dazu verpflichtet, Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung vorzuhalten. Aktuell liegen keine wissenschaftlich fundierten Studien vor, die sich mit der betrieblichen Gesundheitsförderung in Inklusionsbetrieben auseinandersetzen. Ziel des Projektes ist es, Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Inklusionsbetrieben zu erproben und zu evaluieren.

    Dazu wird in fünf Hamburger Inklusionsbetrieben eine Ist-Analyse, bestehend aus teilnehmenden Beobachtungen, Fokusgruppen mit Beschäftigten sowie halbstrukturierten Interviews mit Lehrkräften bzw. weiteren relevanten Akteuren, wie etwa Integrationsämtern, durchgeführt. Dabei werden heterogene Beschäftigtenkreise (z.B. Beschäftigte mit variierenden Beeinträchtigungen), unterschiedliche Branchen (z.B. Gastronomie, Handwerk, Garten- und Landschaftsbau) und Unternehmensgrößen berücksichtigt.
    Auf Basis der Ist-Analyse werden verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in partizipativ gestalteten Workshops gemeinsam mit den Beschäftigten und Leitungskräften (weiter-)entwickelt, in den Betrieben erprobt und im Rahmen einer Evaluation überprüft. Ein besonderer Fokus liegt auf der psychischen Gesundheitsförderung. Die Projektergebnisse werden in Form eines Handbuchs mit praktischen Handlungsempfehlungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung verbreitet und den Inklusionsbetrieben sowie anderen relevanten Akteuren zur Verfügung gestellt.

  • Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst kontinuierlich und in diesem Zusammenhang auch der Bedarf nach qualifizierten Pflegekräften in der stationären und ambulanten Versorgung.

    Pflegekräfte sind in ihrer täglichen Arbeit hohen körperlichen und seelischen Anforderungen ausgesetzt. Körperliche Belastungen im Pflegeberuf umfassen langes Stehen, schweres Heben, ungünstige Körperhaltungen. Psychische Belastungen beinhalten u.a. die große Verantwortung, die ständige Aufmerksamkeit sowie der Termin- und Leistungsdruck. Zusätzlich sind Pflegekräfte im Arbeitsalltag häufig emotionalen Belastungen ausgesetzt. Das sind beispielsweise der Umgang mit Abschied, Leid und Trauer. Zudem wird der Erwartungsdruck seitens der Angehörigen hinsichtlich der Versorgungsgüte aufgeführt. Ziel dieser qualitativen Studie ist es, das Gesundheitsverhalten sowie Arbeitsbedingungen von ambulanten Pflegekräften in kleineren und mittleren Betrieben (KMU) explorativ zu untersuchen. Des Weiteren sollen bestehende Angebote und das Nutzungsverhalten von (betrieblichen) Gesundheitsförderungsmaßnahmen erfasst sowie Zugänge von e-health Angeboten zur Gesundheitsförderung erfragt werden. Auf der Grundlage der erhobenen Daten sollen erste konzeptionelle Ansätze für zielgruppenorientierte, bedarfsgerechte Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung für Beschäftigte in der ambulanten Pflege entwickelt werden.

  • Die berufliche Tätigkeit in der Sozialen Arbeit ist beherigen Studien zufolge mit hohen Belastungen und einem zum Teil starken Stresspegel für die Beschäftigten verbunden. Charakteristisch für die vielfältigen Tätigkeitsfelder in der Sozialen Arbeit sind die beruflich bedingten engen und intensiven Beziehungen der Beschäftigten zu ihren KlientInnen. Dabei sind die Beschäftigten in der Sozialen Arbeit häufig emotional stark in die persönlichen Geschichten und Schicksale eingebunden. In Bereichen wie der Flüchtlings- und Wohnungslosenhilfe arbeiten sie zudem mit Menschen, die sich in prekären Lebenslagen befinden und teilweise schwer traumatisiert sind.
    Das primäre Ziel der Studie ist, die Arbeits- und Gesundheitssituation von Beschäftigten in der Sozialen Arbeit mit Menschen in prekären Lebenslagen umfassend zu untersuchen und hieraus Handlungsempfehlungen für die Berufsgruppe sowie Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention abzuleiten.
    Im Einzelnen werden dabei die folgenden sekundären Ziele verfolgt:
    1. Anhand von qualitativen Interviews sollen die besonderen Arbeitsanforderungen, Bewältigungsstrategien und Bedürfnisse von Beschäftigten in der Sozialen Arbeit mit Menschen in prekären Lebenslagen untersucht werden.
    2. Die Ergebnisse zur Arbeits- und Gesundheitssituation von Beschäftigten in der Sozialen Arbeit mit Menschen in prekären Lebenslagen sollen mithilfe einer breit angelegten Online-Befragung mit standardisierten Erhebungsinstrumenten verifiziert und auf eine repräsentative Basis gehoben werden.

  • Im Labor werden laufend neue analytische Human-Biomonitoring-Methoden etabliert, um auch künftig objektive Expositionsabschätzungen treffen zu können, egal ob bei sich ändernden Belastungssituationen während der Arbeit oder in der Umwelt.

  • Im Projekt wird die dermale Aufnahme von krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) nach verschiedenen Brandszenarien untersucht. Ziel ist die Ableitung individueller Schutzkonzepte.

  • Im Auftrag des Umweltbundesamtes erhebt das ZfAM repräsentative Expositionsdaten für den alternativen Wechmacher Id(2-ethylhexyl)terephthalat (DEHTP) in der erwachsenen deutschen Allgemeinbevölkerung. DEHTP wird seit einigen Jahren vermehrt als Austauschprodukt für den reproduktionstoxischen Weichmacher Di(ethylhexyl)phthalat (DEHP) eingesetzt.

  • Im Hinblick auf eine mögliche teratogene Wirkung des Inhalationsanästhetikums Sevofluran sollen moderne Mutterschutzkonzepte für Schwangere in Operationsbereichen etabliert werden. Basis hierfür sind Messungen des spezifischen Expositonsmarkers Hexafluorisopropanol (HFIP) in Abhängigkeit von Einsatzbereichen und Tätigkeitsprofilen.

  • Datenbrillen ermöglichen es, den Beschäftigten individuell an jedem Arbeitsplatz die Informationen bereitzustellen, die für eine spezifische Aufgabe im Arbeitsablauf benötigt werden. Das Projekt befasst sich mit den mögichen Auswirkungen auf die Augengesundheit, die Muskelatur und Gangstabilität durch eine berufsspezifische tägliche, mehrstündige Nutzung.

  • Das Forschungsprojekt AKSE befasst sich mit den möglichen Effekten von Exoskeletten auf den Oberkörper, die Schultern und Arme auf der Basis von biomechanischen Messungen und Nutzerangaben zu muskuloskelettalen Belastungen und Beanspruchungen bei industriellen Überkopf-Tätigkeiten. Ziel ist es, präventive Maßnahmen sowie Empfehlungen zur Arbeitssicherheit abzuleiten.

  • Intelligente Lichtsteuerungssysteme eröffnen die Möglichkeit an Schichtarbeitsplätzen Lichtprofile nach funktionalen und biologischen Bedürfnissen zu gestalten. Es fehlen jedoch noch wissenschaftliche Studien, die die gesundheitlichen Auswirkungen untersuchen. Die Studie "Licht und Schicht" wird dazu einen Beitrag leisten.

  • Insbesondere für Beschäftigte im Gesundheitswesen besteht in der SARS-CoV-2-Pandemie ein hohes Infektionsrisiko. In der ambulanten Pflege suchen die Pflegekräfte pro Arbeitsschicht viele verschiedene Haushalte auf, sodass aufgrund der größeren Anzahl von Kontakten das Potential einer unerkannten Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus über die Hausbesuche besteht. Um Erkenntnisse zur Seroprävalenz und zu möglichen Übertragungswegen in der ambulanten Pflege zu gewinnen, wurde die Studie mit Pflegediensten in Hamburg gestartet.

  • Obstruktive Atemwegserkrankungen gehören in Deutschland zu den am häufigsten gestellten Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit. in der arbeitsmedizinischen Forschung und Praxis bestehen dazu immer noch offene Fragen, insbesondere zur Entstehung einer chronischen obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) durch arbeitsbedingte Einflüsse. Ziel des Vorhabens ist es, anhand der branchen- und berufsspezifischen Ergebnisse der Studie noch gezielter zu informieren, die Aufklärung über die Krankheit COPD und die Prävention weiter zu verbessern.