Hamburg Center of NeuroScience (HCNS)

Das HCNS vernetzt die neurowissenschaftlichen Aktivitäten in Hamburg von der molekularen Ebene bis zur klinischen Forschung und bietet zahlreiche interfakultäre und interuniversitäre Schnittstellen zwischen neurowissenschaftlich aktiven Instituten und Kliniken.

Hauptaufgabe des HCNS ist es, die Verbundforschung zu fördern. Beispiele sind der erfolgreich eingeworbene Sonderforschungsbereich 936 ( SFB 936 ) in den systemischen Neurowissenschaften, die Forschergruppe 2419 ( FOR 2419 ) das Schwerpunktprogramm 1665 ( SPP 1665 ), sowie mehrere bewilligte DFG-, BMBF- und EU-Projekte wie TENSION , NETS , WAKE-UP , IMAGEN . Ein ebenso wichtiges Anliegen ist die Optimierung der studentischen Ausbildung und der Karriereentwicklung von Forscherinnen und Forschern in den Neurowissenschaften.

Das HCNS vereint aktuell mehr als 400 Wissenschaftler/innen und Doktoranden/innen aus 27 Instituten und Kliniken des UKE , der Universität Hamburg und der Helmut-Schmidt-Universität . Eine allen gemeinsame wissenschaftliche These ist, dass es gelingt, mit modernster neurowissenschaftlicher Technik sowohl die normale als auch die durch Krankheit gestörte Funktion des Gehirns zu verstehen und dadurch heute unbehandelbare Erkrankungen in Zukunft besser therapieren zu können.

Kernthemen im HCNS sind neuronale Plastizität, Lernen und Gedächtnis, Regeneration des Nervensystems, Emotions- und Kognitionsforschung, Mechanismen der Neurodegeneration, systemphysiologische und molekulare Grundlagen der Signalübermittlung und Kommunikation im Gehirn, molekulare Grundlagen, Diagnostik und Therapie neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen. Aus den Instituten und Kliniken des HCNS sind entscheidende Innovationen und wissenschaftliche Erkenntnisse hervorgegangen, die nun systematisch weiterverfolgt werden.

In mehreren Instituten wird untersucht wie sich das Gehirn plastisch verändert und wie diese Neuroplastizität beeinflusst und therapeutisch genutzt werden kann, z.B. durch Gehirnstimulation nach Schlaganfall oder bei Parkinson‘scher Erkrankung.

Die Anwendung moderner Bildgebungsverfahren in der Diagnostik und Therapie neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen ist ein zentrales Element der Forschung im HCNS. So konnte im Jahr 2018 eine aus dem HCNS entworfene multizentrische Studie (WAKE-UP) erfolgreich beendet werden, deren Ergebnisse heute die Schlaganfallakutversorgung weltweit verändert haben.

Wichtige Erkenntnisse von Wissenschaftlern des HCNS zur Funktion des Belohnungssystems im Gehirn lassen uns heute die Spielsucht bei Jugendlichen besser verstehen - Befunde, die zu einer historisch einmaligen, im 6. Rahmenprogramm der EU geförderten Untersuchung an Teenagern geführt haben.

Neben neuen molekularen Tests zu Alzheimer-Demenz und Prionenerkrankungen erlauben aktuelle neuroimmunologische Daten aus dem HCNS die Entwicklung innovativer Therapiestrategien für Multiple Sklerose und Schlaganfall.

Sowohl im Bereich der Grundlagenforschung, der translationalen als auch der klinischen Forschung bestehen regionale, nationale und multinationale Verbindungen mit anderen Forschungseinrichtungen (z.B. DESY, Max-Planck-Institute, National Institutes of Health, University College of London, Harvard Medical School) sowie Private-Public Partnerships.

Die Zukunftsvision des HCNS ist es, insbesondere die lokale Vernetzung der Neurowissenschaften auszubauen und Hamburg so zu einem der international führenden neurowissenschaftlichen Standorte weiterzuentwickeln.

Sonderforschungsbereich 936

DFG Forschergruppe FOR 2419

Crossmodal Learning (CML)