ERC Projekte (Europäischer Forschungsrat)

ERC (European Research Counsil)

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ERC bedeutet European Research Counsil und bietet ein besonderes Förderinstrument für Top-Wissenschaflerinnen und Top-Wissenschafter in Europa.

Seit 2007 wurden ca. 4.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 43.000 Anträgen mit einem ERC Grant ausgezeichnet.

Link zur ERC-Website mit englischen Projektbeschreibungen

  • European Research Council Executive Agency
    (Exekutivagentur des Europäischen Forschungsrats)

    ERC-2010-AsG_20100317
    Klaus Pantel, PI

    Brust-, Prostata-, Lungen- und kolorektaler Krebs als solide Tumoren, die aus epithelialem Gewebe entstehen, sind für 90 % aller neuen Krebserkrankungen in Europa verantwortlich. Das Tumor-Staging basiert vorwiegend auf der lokalen Ausbreitung des Tumors, der Betroffenheit metastasierter Lymphknoten und dem Nachweis einer Fernmetastasierung durch bildgebende Verfahren. Diese gängigen Einschätzungen des Ausmaßes der Krebserkrankung sind jedoch nicht empfindlich genug, um eine frühzeitige Streuung von Tumorzellen zu erkennen: das Schlüsselereignis beim Fortschreiten der Tumorerkrankung. Deshalb hat sich unser Team darauf konzentriert, ultrasensitive Assays zu entwickeln, die die spezifische Erkennung und molekulare Charakterisierung von einzelnen Tumorzellen im Knochenmark (DTCs) und Blutproben (CTCs) von Krebspatientinnen und –patienten ermöglichen.

    Diese Methoden erlauben den spezifischen Nachweis von streuenden Tumorzellen, wodurch sich möglicherweise auch zielgerichtete Therapien entwickeln und Mechanismen der Therapieresistenz von Patientinnen und Patienten aufzeigen lassen. Mithilfe unseres bewährten Netzwerks aus klinischen Kooperationen identifizieren und charakterisieren wir im Rahmen der Projekt-Studie DISSECT DTCs und CTCs bei Patientinnen und Patienten mit den vier häufigsten Tumorarten in der EU. Wir werden repräsentative Klinische Studien auf die gegenwärtigen Behandlungsstandards hin untersuchen und testen, inwiefern Untersuchungsbiopsien, die chirurgische Entfernung des Primärtumors, Strahlentherapie, Chemotherapie und insbesondere zielgerichtete Therapien einen Einfluss auf die Streuung von Tumorzellen haben.

    Die von unserem Team entwickelten Technologien zur Analyse der DTCs und CTCs werden durch innovative Spitzentechnolgien ergänzt und die Analyse an entscheidende molekulare Prozesse angepasst, die dieser speziellen Intervention unterliegen. Durch die im Projekt DISSECT erzielten Ergebnisse werden einzigartige Einsichten in die Biologie der Tumorzellstreuung gewonnen, die zu optimierten Konzepten bei der klinischen Behandlung von Krebspatientinnen und Krebspatienten führen kann.

  • Klaus Pantel, PI

    EU Horizon 2020 Excellent Science, Call: ERC-2014-PoC

    Der Hauptgrund für den Tod von Krebspatientinnen und –patienten ist in der Regel nicht auf den Primärtumor zurückzuführen, sondern meist auf die Streuung von aggressiven Tumorzellen durch den gesamten Körper der Patienten (Metastasierung). Streuende Tumorzellen, die im Blut der Patienten zu finden sind, werden als Zirkulierende Tumorzellen (CTCs) bezeichnet. CTCs können daher ein wertvolles diagnostisches Werkzeug im Bereich der Onkologie sein, sobald eine zuverlässige, kosteneffektive Methode zum Nachweis der Zellen etabliert ist. Das bestehende aktuelle Forschungsprojekt ERC Advanced Investigator Grant DISSECT (PI: Klaus Pantel) hat klare Grenzen der vorhandenen Plattformen zur Erkennung von CTCs aufgezeigt. Die Anreicherung und Identifizierung von CTCs aus Blutproben ist immer noch eine große Herausforderung, vor allem weil das Mengenverhältnis zwischen CTCs und Blutzellen ca. 1:10E9 ist.

    Das Projekt CAPTURE-CTC basiert auf diesen Erkenntnissen und hat das Ziel, eine neue verbesserte Plattform zum CTC-Nachweis zu entwickeln und zu validieren.

    Hierbei wird eine Lösung aus Blut- und potentiellen Tumorzellen durch einen mikrofluiden Chip gepumpt, wobei vorab „markierte“ CTCs spezifisch an ein Mikro-Pattern anhaften, wobei das Anhaften über eine Biotin-Streptavidin-Interaktion vermittelt wird.

    Im Anschluss an die Qunatifizierung der CTCs kann nachfolgend kann gezielt eine Einzelzell-Analyse der Zellen mittels Mikromaipulation erfolgen. Diese neue Plattform wird aktuell an Blutproben von Krebpatientinen und –patienten validiert.

    Der CTC-Nachweis ist ein sehr aktives Gebiet, das von zahlreichen mittelständischen Unternehmen verfolgt wird - mit Ansätzen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und/oder der klinischen Anwendung. Gegenwärtig besitzt lediglich das CellSearch®-System ein Zertifikat der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) für die Analyse von Blutproben aus Patienten mit metastasiertem Mamma-, Prostata- und Kolorektumkarzinom. Dieses System ist daher als gegenwärtiges Standardsystem für den Nachweis von CTCs zu betrachten. Allerdings hat dieses System technische Limitierungen, da es auf der positiven Selektion über EpCAM basiert und somit die molekulare Analyse von EpCAM-negativen Zellen nicht ermöglicht. Unser neu entwickelter Assay kann diese Limitierung umgehen und alle CTC-Subpopulationen für molekulare Folgeanalysen detektieren, wodurch die Nutzung der CTCs als „Liquid Biopsy“ gezielter eingesetzt werden kann.