FAQ - Häufige Fragen

Wer Nachwuchs erwartet, möchte sich die Geburtsklinik aussuchen, in der sich Eltern und Baby am besten aufgehoben fühlen können. Wie in einem richtigen Zuhause. "Das erste Zuhause" ist auch der Leitspruch des Universitären Perinaltzentrums Hamburg. Wie unsere Expertinnen und Experten diesem Anspruch gerecht werden möchten, erklären sie hier.

Prof. Dr. Kurt Hecher, Direktor der Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin, Heike Molter, Leitende Hebamme und Stationsleitung Pränatalstation, und Prof. Dr. Dominique Singer, Leiter der Sektion Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, beantworten an dieser Stelle die drängendsten Fragen, die Eltern sich vor der Wahl der richtigen Geburtsklinik häufig stellen. *

Rund um Geburtshilfe

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Unterstützung durch die Hebamme

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Rund um Neonatologie

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* Die Aufnahmen haben wir vor der Einführung der medizinischen Maskenpflicht gedreht.

Alle Fragen und Antworten im Überblick

  • Wir hatten in den letzten Jahren eine Kaiserschnittrate von 28 bis 30 Prozent im Durchschnitt. Man muss allerdings unterscheiden zwischen Risikoschwangerschaften und normalen Schwangerschaften. Als Perinatalzentrum Level 1 haben wir sehr viele Risikoschwangerschaften, bei denen ein Kaiserschnitt von vorneherein als Entbindungsmodus geplant ist.

    Bei normalen Schwangerschaften liegt die Kaiserschnittrate etwa bei zehn bis 15 Prozent. Wenn sich die Notwendigkeit zu einem Kaiserschnitt z. B. aus einem nicht normalen Geburtsverlauf ergibt, werden die Frauen unter der Geburt extra darüber aufgeklärt.

    Die Kaiserschnitte werden direkt neben dem Kreißsaal durchgeführt, wir haben einen OP im Kreißsaalbereich, sodass die Wege sehr kurz sind, im Notfall stehen damit alle notwendigen Ärztinnen und Ärzte sofort zur Verfügung.

    Unsere Dammschnittrate liegt deutlich unter zehn Prozent. Wenn das Gewebe des Beckenbodens so straff und hoch aufgebaut ist, dass es am Ende der Geburt ein Geburtshindernis darstellt oder eine vaginaloperative Entbindung durchgeführt werden muss, kann es sein, dass ein Dammschnitt notwendig ist, aber die Rate ist sehr niedrig.

    Geburtsverletzungen werden in lokaler Betäubung oder unter der Periduralanästhesie genäht – mit Nahtmaterial, das sich selbst auflöst, sodass keine Fäden später gezogen werden müssen.

  • Grundsätzlich ist eine Begleitperson, also der Partner oder die Partnerin zur Begleitung bei der Geburt erlaubt.

    Auch unter einer Pandemie darf der werdende Vater oder die werdende zweite Mutter bei der Geburt anwesend sein. Sobald die Frau in den Kreißsaal kommt und regelmäßige Wehentätigkeit hat, wird die Begleitperson mit in den Kreißsaal aufgenommen. Allerdings muss die Begleitperson im Kreißsaal bleiben.

    Im Folgenden auf der Wochenbettstation ist ein Besuch von einer Person für eine Stunde täglich möglich. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Begleitperson mit in ein Familienzimmer aufzunehmen, das auf das häusliche Umfeld ohne zu viel medizinischen Charakter vorbereiten soll.

  • Die wichtigste Person unter der Geburt ist die Hebamme. Sie betreut die Frau unter der Geburt. Dazu kommt am Ende der Geburt eine Ärztin oder ein Arzt, die oder der sich auch bei Irregularitäten bereits vorher mit der Hebamme um die werdende Mutter kümmert. Eine Studierende oder ein Studierender ist nur wenn überhaupt Unterrichtszeit ist und nach Rücksprache sowie mit ausdrücklichem Einverständnis der Frau bei der Geburt dabei. Dies kann auch jederzeit ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden.

    In der Regel betreut nur eine Hebamme eine Frau unter der Geburt – es kann allerdings sein, dass bei Schichtwechsel eine neue Hebamme kommt. Zustand und Stadium der Geburt werden dann genau übergeben. Natürlich stellt sich die neue Hebamme bei der Frau vor. Durch die Überlappung der beiden Schichten ist eine kontinuierliche Betreuung gewährleistet.

  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Schmerztherapie: medikamentöse Schmerztherapie, schmerzlindernde oder krampflösende Medikamente, aber auch Akupunktur, homöopathische Mittel – viele Hebammen haben Ausbildungen in alternativen Schmerzbehandlungen.

    Die Periduralanästhesie, die sehr effektive Schmerztherapie, übernehmen unsere Anästhesiologen. Wir haben dazu auch eine Sprechstunde, in der sich die werdende Mutter über die Vorteile und geringen Risiken beraten lassen kann. Diese Möglichkeit empfehle ich schon vor Geburtsbeginn wahrzunehmen.

    Kaiserschnitte machen wir mit einer der PDA sehr ähnlichen Methode, der Spinalanästhesie, einer regionalen Betäubung – in Vollnarkose müssen nur Notkaiserschnitte durchgeführt werden.

  • Am besten melden Sie sich in der 20. Schwangerschaftswoche bei uns in der Pränatalambulanz zur Geburt an. Bitte teilen Sie damit auch mögliche Besonderheiten oder Vorerkrankungen mit.

  • Unsere Kreißsäle sind unterschiedlich ausgestattet. Im Badezimmer mit Badewanne kann die werdende Mutter ein Entspannungsbad nehmen, und ein Kreißsaal hat eine Gebärbadewanne.

  • Wir haben auf einer unserer Wochenbettstationen einige Familienzimmer, die mit Doppelbetten und Wickelkommoden ausgestattet sind. Hier kann die erste Zeit mit dem Nachwuchs gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner erlebt werden. Nähere Details zur aktuellen Anzahl der Familienzimmer und die Kosten sind auf der Internetseite zu finden.

  • Der gute Zeitpunkt, in die Klinik zu kommen, ist individuell verschieden. Bei Unsicherheiten während der Schwangerschaft ist die Gynäkologin oder der Gynäkologe erster Ansprechpartner. Ist dieser nicht erreichbar, können werdende Mütter natürlich jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen und zu uns kommen.

    Wann die Geburt losgeht, zeigen die Wehen an. Wenn die werdende Mutter zu uns kommt, machen wir uns ein Bild über das Stadium der Geburt und schauen, ob noch etwas Zeit ist, die werdende Mutter vielleicht nochmal spazieren gehen kann. Wenn die Geburt losgeht, ist der Partner oder die Partnerin als Begleitperson sehr gern gesehen.

  • Wer mit dem Auto zu uns kommt, kann zunächst auf einem der beiden Parkplätze in der Nähe der Zentralen Notaufnahme, die zum Kreißsaalbereich gehören, parken. Dauert die Geburt länger, sollte das Auto umgeparkt werden, um den Platz für weitere ankommende werdende Eltern wieder freizumachen. Von der Zentralen Notaufnahme aus führt ein Fahrstuhl direkt auf die Geburtstation im fünften Stock.

  • In Deutschland gibt es eine Reihe empfohlener Untersuchungen für alle Kinder, die im gelben Untersuchungsheft dokumentiert werden. Für neugeborene Babies sind die ersten drei Untersuchtungen zunächst relevant: Die U1 findet unmittelbar im Kreißsaal statt, hier schaut die Geburtshelferin/der -helfer, ob das Baby fit ist. Nach zwei Tagen kommt es zur U2, der ersten großen kinderärztlichen Untersuchung, bei der eine Kinderärztin/eine Kinderarzt das Baby gründlich von Kopf bis Fuß untersucht. Hinzu kommen weitere Untersuchungen wie etwa eine Blutabnahme, um nach möglichen Stoffwechselerkrankungen zu schauen, ein Hörtest, ein Sauerstoffsättigungstest – das Rund-um-sorglos-Paket fürs Baby.

    Die U3 ist die erste kinderärztliche Untersuchung beim niedergelassenen Kinderarzt, der niedergelassenen Kinderärztin in der Praxis, die für das Baby im Alter von vier bis sechs Wochen, also zum Übergang von der Neugeborenen- zur Säuglingsperiode, stattfindet. Hier lernt der künftige Kinderarzt, die künftige Kinderärztin das Baby sowie die Eltern erstmals kennen und betreut die Familien künftig weiter. Im ersten Lebensjahr des Kindes gibt es noch weitere Termine, mit einem viertel Jahr, einem halben Jahr, mit einem vollen Jahr und dazwischen auch noch ein paar Impftermine.

  • Die Mehrzahl der neugeborenen Babies muss überhaupt nicht behandelt werden, da es gesunde Neugeborene sind, die bei uns im Perinatalzentrum grundsätzlich im Zimmer der Mutter/ Eltern wohnen („Rooming-In“) – und dort auch für die kinderärztliche Untersuchung U2 abgeholt werden.

    Wenn Babies zum Beispiel eine Infektion haben oder eine etwas stärkere Neugeborenengelbsucht, dann werden sie auf unserer Neugeborenen-Normalstation behandelt, weil sie auch eine ständige Überwachung benötigen. Diejenigen Kinder, die auf Grund ihrer Frühgeburtlichkeit oder auf Grund von Erkrankungen Unterstützung bei der Atmung benötigen, müssen auf die Intensivstation für Früh- und Neugeborene, weil dort alle Atemhilfen bis hin zur künstlichen Beatmung zur Verfügung stehen. Für die Eltern ist eine solche Behandlung eine zusätzliche Belastung. Wenn es sich um ein geringeres Problem handelt, das auch nur kürzere Zeit dauert, können die frischgebackenen Mütter/ Eltern etwas länger auf der Wochenbettstation bleiben. Wenn sich die Behandlung wie etwa bei sehr kleinen Frühgeborenen länger hinzieht, gibt es für Eltern mit einem längeren Anfahrtsweg vom Wohnort zum Klinikum die Möglichkeit, in einem nahegelegenen Elternhaus unterzukommen. In manchen Fällen haben wir auch Eltern-Kind-Einheiten – im Moment noch wenige, aber bald noch weitere – in denen dann Mütter/ Eltern gemeinsam mit ihren Kindern sein können, auch wenn das Baby noch behandelt wird.

  • Wir haben in unserer Sektion Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin mehrere Stationen zur Verfügung. Auf unserer Frühgeborenen-Intensivstation haben wir 15 Betten bzw. Beatmungsplätze, auf der Kinder-Intensivstation im Kinder-UKE haben wir 14 Beatmungsplätze, und assoziiert ist außerdem noch eine Kinder-Herz-Intensivstation im Universitären Herz- und Gefäßzentrum mit acht Beatmungsplätzen. Hinzu kommen 27 Betten auf der Neugeborenen-Normalstation. Wir haben genügend Platz für Babies, die eine Behandlung benötigen. Trotzdem kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass alle Inkubatoren auf der Frühgeborenen-Intensivstation belegt sind, dann würden wir dafür sorgen, dass eine Schwangere, die eine Frühgeburt erwartet, rechtzeitig in ein anderes Perinatalzentrum umgeleitet oder verlegt wird. Unser Anliegen ist es, dass alle Babies in einem Zentrum geboren werden, in dem sie unmittelbar vor Ort versorgt werden können. Wir wollen auf gar keinen Fall Frühgeborene nach der Geburt verlegen müssen. Und umgekehrt bekommen auch wir gelegentlich Schwangere zugewiesen, wenn andere Perinatalzentren nicht genug Platz auf ihrer Frühchen-Intensivstation haben.

  • Wir bieten im UKE die Möglichkeit einer Nabeschnurblutspende an, Voraussetzung ist, dass die Eltern einen Vertrag mit einer der einschlägigen Firmen geschlossen haben und auch ein Proben-Entnahme-Set mibringen. Dann wird das Blut abgenommen, eingefüllt und versandt, danach kann es eingelagert oder gespendet werden.

    Man muss dazu sagen, dass die Indikationen für das Einfrieren von Nabelschnurblut und dessen Wiederverwendung bzw. der Wiederverwendung der Zellen, die im Nabelschnurblut enthalten sind, sehr begrenzt sind. Man sollte sich keine Sorgen machen, dass man etwas Wichtiges unterlässt, wenn man sich nicht für das Einfrieren von Nabelschnurblutzellen entscheidet.

    Es gibt im UKE außerdem einige Forschungsprojekte, bei denen Nabelschnurblutzellen benötigt werden, so dass es sein kann, dass werdende Eltern im UKE gefragt werden, ob sie einverstanden sind, dass aus der Nabelschnur, bevor diese entsorgt wird, Material für Forschungszwecke entnommen wird.