Aktuelle Studien

  • Forschungsbild
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    Effekte einer standardisierten Bewegungstherapie

    Effekte körperlicher Aktivität bei Multiple Sklerose-Patienten

    (Impact of aerobic exercise on cognition and brain connectivity in MS: AERCONN)

    Dies Projekt ist Teil des übergeordneten Projekts: Imaging neuroprotection in MS - validation of new outcome measures (IMINEP) und Teil des NEUCONN- Verbundes mit dem Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie und dem Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple-Sklerose-Forschung (inims) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). NEUCONN ist ein Projekt zur klinischen Entwicklung von Bildgebungs-Markern zur Früherkennung neurodegenerativer Prozesse in Zusammenarbeit mit dem Konsortialverbund »NEU²«: „New Drugs against Neurological Diseases“. Das Projekt wird im Rahmen der BioPharma Initiative vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert (BMBF Fördernummer: 161A130). Es ist bei Clinical trials registriert: ClinicalTrials.gov Identifier: NCT02005237 und wurde von der Ethikkommission der Ärztekammer Hamburg begutachtet: PV4356.

    Fragestellung

    Wie wirkt sich körperliche Aktivität auf die kognitiven und hirnmorphologischen Strukturen und Funktionen von gering beeinträchtigten MS-Patienten (EDSS <3.5) aus? In der Studie „Imaging neuroprotection in MS - validation of new outcome measures (IMINEP)“ gehen wir gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Heesen vom Institut für Neuroimmunologie und Klinische MS-Forschung und Dr. Stefan Gold vom Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH) dieser Frage nach. Untersucht werden dabei neuropsychologische, sportmedizinische und Bildgebungsparameter (MRT, MRI) sowie auch endokrinologisch/immunologische Biomarker (Irisin, BDNF) des körperlichen Trainings.

    Vorstudie

    In einer Vorstudie zu diesem Projekt konnten wir signifikante Effekte körperlichen Trainings auf kognitive Funktionen (Aufmerksamkeit und Lernen) bei stark beeinträchtigten MS-Patienten demonstrieren (siehe Grafik). Außerdem verbesserte sich die Gehfähigkeit der trainierten Patienten. Die Folgestudie untersucht bei geringer beeinträchtigten MS-Patienten mittels Bildgebungsverfahren, inwieweit mit den kognitiven Verbesserungen auch hirnmorphologische Veränderungen einhergehen

    Ziel

    Ziel des Projekts ist es, ein multimodales Monitoring neuroplastischer und regenerativer Veränderungen in den frühen Stadien der MS zu etablieren. Körperliches Training gilt dabei inzwischen als die hierzu effektivste klinische Intervention. Zum ersten Mal werden bildgebende Parameter struktureller und funktioneller Konnektivität (fMRT und morphologische Marker) unter einem bewegungstherapeutischen Paradigma eingesetzt.

    Klinisches Angebot

    Aufbauend auf den Erfahrungen der Pilotstudie haben wir zusammen mit der MS-Tagesklinik ein bewegungstherapeutisches Angebot für MS-Patienten entwickelt (s. Flyer: „Bewegungstherapie bei Multipler Sklerose“).

  • 1. AMBOS - ArMergometrie zur VerBesserung der MObilität bei chronischer Multipler Sklerose

    PIA:
    Design: randomisiert-kontrollierte Studie home-based Armergometrie vs. gymnastische Übungen

    Einschluss/Ausschlusskriterien: EDSS 4-6, Fähigkeit eine Fahrradergometrie durchzuführen, minimal eingeschränkte Hand-/Armfunktion, keine kardiologischen Erkrankungen.

    Patientenzahl: n=40

    Intervention: individualisiertes Intervalltraining 2-3/Woche angepasst an Fitnesslevel nach Armergometrie

    • a) Randomisierte Studie zur Verbesserung der körperlichen Aktivität durch eine evidenzbasierte Patienten-Informations-App

    und:

    • b) Smartphone-Akzelerometrie zur Messung der körperlichen Aktivität für Personen mit chronischer MS

  • Abbildung 1 Forschung UKE Athleticum
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    Abbildung 1
    Abbildung 2 Forschung Athleticum
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    Abbildung 2 - Design der Studie

    Effekte körperlicher Aktivität auf kognitive Funktionen bei Patienten nach allogener Stammzelltransplantation (CaSpo)

    Interdisziplinäres Projekt zusammen mit der Interdisziplinären Klinik und Poliklinik für Stammzelltransplantation Onkologisches Zentrum (UCC) und dem Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, UKE.

    Gefördert durch die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung (DJCLS R 13/23).

    Die Studie ist bei ClinicalTrials.gov registriert (NCT02533947).

    Die Registriernummer bei der Ethikkommission der Ärztekammer Hamburg lautet: PV4699

    Patienten mit hämatologischen Erkrankungen, die sich einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSZT) unterziehen, stellen hinsichtlich der Entwicklung kognitiver Dysfunktionen eine besonders vulnerable Gruppe dar. So sind diese Patienten häufig neurotoxisch vorbehandelt und die neurotoxischen Effekte der allogenen HSZT (Konditionierung, Immunsuppression) treten zu diesen Vorbehandlungseffekten hinzu. Die Datenlage zu neuropsychologischen Beeinträchtigungen bei dieser Patientengruppe zeigt, dass ein substantieller Anteil der Patienten von kognitiven Einschränkungen betroffen ist, die sich auch noch Jahre nach der Transplantation nachweisen lassen. Angesichts dieser wachsenden empirischen Evidenz rückt die Entwicklung von darauf abzielenden Behandlungskonzepten zunehmend in den Blickpunkt der Forschung. Derzeit fehlt es jedoch an Interventionsstudien, die auf die Verbesserung der kognitiven Funktionsfähigkeit bei Patienten mit hämatologischen Erkrankungen nach allogener HSZT fokussieren. Dabei steht mit der Bewegungstherapie eine für diese Patientengruppe potentiell effektive Intervention zur Verfügung

    Der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und kognitiven Funktionen ist in der Literatur gut belegt. So weist zunehmende empirische Evidenz darauf hin, dass körperliche Aktivität neuronales Wachstum und Plastizität fördert und kognitive Funktionen verbessert. MRI-Studien belegen, dass dementsprechend präfrontale, parietale und temporale Hirnregionen bei fitteren Personen stärker ausgeprägt sind. Körperlich Aktive weisen insgesamt ein geringeres Risiko auf, kognitive Beeinträchtigungen im Alter zu entwickeln. In einer eigenen randomisierten kontrollierten Studie an Patienten mit Multipler Sklerose konnten wir nach einem 12-wöchigen Ausdauertraining zeigen, dass die Patienten sich in klinischen, affektiven und kognitiven Variablen deutlich besserten. Erste Interventionsstudien mit Krebspatienten deuten auf einen positiven Einfluss von Bewegungstherapie auf kognitive Funktionen hin. Ein konzeptuelles Modell der hypothetischen Effekte von körperlichem Training auf die Gesundheit wird in folgendem hypothetischen Modell dargestellt:

    Siehe Abb. 1: Ein konzeptuelles Modell der hypothetischen Effekte von körperlichem Training auf die Gesundheit (nach White & Castellano, 2008).

    Die randomisierte kontrollierte Interventionsstudie (prospektiver Längsschnitt im Prä-Post-Follow-up-Design) fokussiert auf die Überprüfung des Einflusses eines 4-monati­gen bewegungstherapeutischen Programms auf die kognitive Funktionsfähigkeit bei der genannten Patientengruppe. Der Interventionsstudie wurde eine Pilotphase zur Konzeption des bewegungstherapeutischen Programms vorangestellt, in die 10 Patienten eingeschlossen werden konnten. Die Studienhauptphase startete im August 2015. Ziel ist es, 80 Patienten konsekutiv einzuschließen, deren Transplantation drei bis fünf Monate zurückliegt. Die Patienten werden vor Beginn der Intervention/Wartezeit (T0), nach Abschluss der Intervention/War­tezeit (T1) und drei Monate nach Ende der Intervention/War­tezeit (T2) neuropsychologisch, sportmedizinisch und mittels Fragebögen untersucht. Die Randomisierung in die Interventions- oder Wartegruppe erfolgt nach den Baseline-Untersuchungen. Für ergänzende Vergleiche wird zusätzlich eine gesunde Kontrollgruppe (Einschluss n = 40) zu zwei Zeitpunkten (Wiederholungsmessung nach vier Monaten) neuropsychologisch und mittels Selbstberichtsinstrumenten untersucht. Neben der primären Zielgröße der kognitiven Funktionsfähigkeit werden sekundäre Zielgrößen (u.a. Lebensqualität, Fatigue, Angst, GvHD) sowie demografische und medizinische Basisdaten erhoben.

    Neben der Hauptfragestellung, ob sich bei allogen transplantierten Patienten ein positiver Einfluss eines 4-monatigen bewegungstherapeutischen Programms auf die kognitive Funktionsfähigkeit im Vergleich zur Regelversorgung nachweisen lässt, soll mithilfe der Studie geklärt werden, ob sich zusätzlich positive Effekte auf andere Bereiche zeigen. Zu diesen Bereichen zählen der Selbstbericht kognitiver Funktionsstörungen sowie verschiedene Aspekte der körperlichen und psychischen Befindlichkeit (körperliche Fitness/Aktivität, Muskelkraft, körperliche Stabilität, Körperzusammensetzung (BIA), Gehfähigkeit, GvHD, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Angst, Depressivität und Fatigue). Neuropsychogische Beeinträchtigungen erschweren die Bewältigung alltäglicher und beruflicher Aktivitäten und können zu psychischen Belastungen führen. Die Studienergebnisse stellen somit eine wichtige Grundlage für die Verbesserung der Nachsorge von Patienten mit allogener HSZT dar.

  • Logo JudoKids
    Logo JudoKids

    JudoKids – Judo bewegt adipöse Kinde

    Interdisziplinäres Projekt zusammen mit dem Kinderkrankenhaus Wilhelmstift und dem Hamburger Judoverband e.V.

    Gefördert durch Paul- und Helmi Nitsch-Stiftung, Jovita-Stiftung und Patienten im Mittelpunkt GmbH.

    Zulassung durch die Ethik-Kommission der Ärztekammer Hamburg (PV4859).

    Bewegungsmangel und Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen nehmen ständig zu und haben einen negativen Einfluss auf die körperliche, motorische, emotionale und kognitive Entwicklung. Übergewicht und Adipositas sind verbunden mit einer Vielzahl von kurz- und langfristigen gesundheitlichen Risiken: bspw. das so genannte „metabolische Syndrom” (d.h. Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Diabetische Stoffwechselstörung) und kardiovaskuläre Erkrankungen. Zudem haben adipöse Kinder ein erhöhtes Risiko, auch im Erwachsenenalter an Übergewicht und Adipositas zu leiden. Psychosoziale Folgen äußern sich vor allem in einer geringeren Lebensqualität (bzgl. körperlicher Gesundheit, sozialer Kontakte, emotionalem Wohlbefinden) im Vergleich zu normalgewichtigen Kindern und Jugendlichen sowie sozialer Isolation. Adipöse Kinder und Jugendliche zeigen außerdem ein geringeres Selbstwertgefühl und leiden häufiger unter depressiven Störungen.

    Was untersuchen wir und warum?

    Im Rahmen unserer Studie möchten wir erforschen, ob die körperliche Fitness (Körperstabilität, Bein-/Rückenkraft, Körperfettanteil) und das emotionale Wohlbefinden (bspw. Stimmung, Selbstwertgefühl, Lebensqualität) von übergewichtigen und (prä-)adipösen Kindern durch ein wöchentliches Judotraining, Ernährungsschulungen und psychologische Beratung über einen Zeitraum von 12 Monaten verbessert werden kann. Wir erhoffen uns dadurch für die Zukunft, konkrete Ansatzpunkte für ein Programm zur zielgerichteten Vorbeugung und wirksame Behandlung von Kindern mit einem Risiko für Übergewicht und (Prä-)Adipositas zu finden. Bei JudoKids handelt es sich um eine randomisierte kontrollierte Studie. Die per Zufall zusammengesetzte Interventionsgruppe, die das Judoprogramm, die Ernährungsberatung sowie die psychologische Beratung absolviert und eine Warte-Kontrollgruppe, die die Standarduntersuchungen sowie Angebote am KKH Wilhelmstift erhält (und erst nach Ablauf der Interventionsphase mit dem Judotraining startet) werden dabei verglichen.

    Wie läuft die Studie ab?

    Die Studie ist mit einer Teilnahme am wöchentlichen Judotraining (Dauer: 60 Minuten/Woche) über 12 Monate verbunden. Das Judotraining wird dabei in spielerischer Form von erfahrenen Judotrainern geleitet und findet in Gruppen mit ausschließlich übergewichtigen bzw. (prä-)adipösen Kindern statt. Dabei sollen die teilnehmenden Kinder beispielsweise lernen, ihre Bewegungsfertigkeiten (Gleichgewicht, Körperspannung) zu verbessern und erfahren, dass körperliche Aktivität vor allem auch mit Spaß verbunden sein kann. Die Sportart Judo ist aufgrund der physiologischen Ganzkörperbelastung und der Förderung aller sportmotorischen Fähigkeiten für Kinder im Allgemeinen, aber gerade auch für übergewichtige bzw. (prä-)adipöse Kinder sehr gut geeignet. Es besteht für alle Kinder die Möglichkeit, auf Wunsch am Ende der Studie die erste Gürtelprüfung (weiß-gelber Gürtel) abzulegen. Ein weiterer Baustein besteht darin, dass alle teilnehmenden Kinder im Rahmen von Ernährungsschulungen (8-12 Sitzungen, Einzelberatung wie auch Gruppenschulungen) lernen sollen, das eigene Essverhalten besser einzuschätzen und grundlegende Ernährungsempfehlungen (weniger Snacks und Softdrinks, mehr Obst und Gemüse) in kleinen Schritten in ihrem Alltag erfolgreich umzusetzen. Ein weiteres Angebot besteht in psychologischen Beratungsgesprächen. Hierbei liegt der Fokus darauf, die Familien in ihrer Motivation zu unterstützen ein gesünderes Leben zu führen. Individuelle Verhaltenspläne können erarbeitet und in ihrer Durchsetzung begleitet werden. Auch erfolgen eine generelle Bedarfserhebung von psychologischer Beratung und gegebenenfalls eine Weitervermittlung an psychiatrische oder psychotherapeutische Anlaufstellen.

    Pilotprojekt

    In einer Anfang 2014 von der Alexander-Otto-Stiftung geförderten, abgeschlossenen Pilotstudie mit einer Gruppe von 34 adipösen Kindern und Jugendlichen haben wir unser Konzept des Judotrainings bereits eingesetzt und dessen Durchführbarkeit demonstriert. Darüber hinaus weisen die teilnehmenden Kinder Erfolge im körperlichen und psychischen Bereich auf: Sie zeigen eine bessere Körperstabilität, eine Verbesserung der muskulären Kraft der Oberschenkelmuskulatur sowie eine Reduktion der Fettmasse. Zudem geben die Kinder und Jugendlichen an, nach Abschluss des Trainings weniger Verhaltensprobleme und Probleme mit Gleichaltrigen zu haben.

    Wie können Sie zusammen mit Ihrem Kind an unserer Studie teilnehmen?

    Alle Kinder, die an der Studie JudoKids teilnehmen möchten, müssen zwischen 7 und 14 Jahre alt sein. Kinder mit körperlich oder geistig schwerwiegend beeinträchtigenden Grunderkrankungen, wie z.B. schwer einstellbarem Asthma, kongenitalem Herzfehler, Herzrhythmusstörungen, schweren Systemerkrankungen, schwer einstellbarem Diabetes mellitus, kongenitaler Knochenbrüchigkeit, sowie Bewegungseinschränkungen, die das Erlernen und Ausüben von Judo unmöglich machen, können leider nicht an der Studie teilnehmen.(siehe Flyer „JudoKids“)

    Bei Interesse wenden Sie sich an judokids@uke.de.

  • Abbildung 3 Forschung
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    Abbildung 1: Teufelskreis der Inanktivität
    Abbildung 4 Forschung Athleticum
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    Abbildung 2

    Unterstützungsbedarf und multimodale Intervention bei ambulanten Tumorpatienten:

    Wege ins Leben (WiL)

    Interdisziplinäres Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit norddeutschen onkologischen Schwerpunktpraxen Gefördert durch Patienten im Mittelpunkt (PiM) GmbH. Ethikkommission Nr.: PV 4620 Die onkologische Versorgung durch niedergelassene Schwerpunktpraxen gewinnt zunehmend an Bedeutung. In der ambulanten Unterstützung des Tumorpatienten bestehen jedoch Defizite sowohl im flächendeckenden Angebot als auch in den angebotenen Leistungen. Inaktivität bzw. Bewegungsarmut der Patienten bedingen eine Zunahme der vorbestehenden körperlichen Schwäche und können die Entwicklung oder Weiterentwicklung eines metabolischen Syndroms fördern und die körperliche Ausdauerleistungsfähigkeit reduzieren. Dies wiederum führt zu einer reduzierten Lebensqualität und kann Depressivität begünstigen (s. Abbildung 1).

    Im Kontext der ambulanten Versorgungssituation onkologischer Patienten in Deutschland konzentrierte sich die Forschung bislang hauptsächlich auf unimodale Interventionen im stationären Setting. Innovative multimodale adjuvante Therapiestrategien stellen eine therapeutisch wertvolle Ergänzung der ambulanten medizinischen Behandlung dar. Durch eine individuelle Erfassung des Unterstützungsbedarfes können bedarfsgerechte Interventionen geplant und umgesetzt werden. Ziel der Studie ist zunächst die Identifikation des Unterstützungsbedarfs und motorischer Defizite ambulant versorgter Tumorpatienten. Darauf aufbauend soll ein multimodales, auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnittenes ambulantes Betreuungskonzept entwickelt werden.

    Die Studie ist also in zwei Phasen gegliedert:

    • 1. Querschnittliche Bedarfserhebunbung (N= 500)
      In der ersten Projektphase sollen Patienten mit onkologischen Erkrankungen aus norddeutschen onkologischen Schwerpunktpraxen untersucht werden. Es werden alle Tumorarten und Stadien der Tumorerkrankung in die Erhebung eingeschlossen um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Für die Bedarfserhebung werden standardisierte Verfahren zur Selbsteinschätzung der gesundheitlichen und psychischen Verfassung sowie zur Erfassung des Unterstützungsbedarfs eingesetzt. Zusätzlich werden sportmedizinische Verfahren eingesetzt, die eine Abschätzung der motorischen Defizite der Patienten erlauben.
    • 2. Konzeption, Implementierung und Evaluation einer Multimodalen Intervention (Ernährung, Bewegung, Stressmanagement)

    Gemäß erster Ergebnisse der Vorstudie basierend auf einer Teilstichsprobe wird ein individuelles Unterstützungsangebot konzipiert, implementiert und evaluiert, welches auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und sich durch das Ineinandergreifen verschiedener Komponenten auszeichnet (s. Abbildung 2, Ineinandergreifen der Komponenten des multimodalen Interventionskonzepts).

    Diese multimodale Intervention hat das Ziel die Patienten an einen gesunderen Lebensstil heranzuführen. Dies kann sich positiv auf die Lebensqualität, die krebsspezifische und die Gesamt-Morbidität und -Mortalität auswirken.