Unsere Leistungsschwerpunkte

Modernste Untersuchungs- und Therapiemethoden ermöglichen die Behandlung des gesamten Spektrums des herz- und gefäßchirurgischen Erkrankungen. Besonders große Erfahrung besteht in der modernen Therapie erkrankter Herzgefäße mit arteriellen Bypässen.

Bei dieser Operation kann sehr häufig auf den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden. Weiterer Schwerpunkt ist die Reparatur von defekten Herzklappen. Dieses Verfahren wird zur Operation der Mitralklappe wesentlich häufiger angewandt als der Herzklappen Ersatz. Viele Operationen werden derzeit minimal-invasiv unter Verwendung von kleinen Schnitten (Schlüsselloch-Operation) durchgeführt. Zunehmend ist der Anteil der Patienten, die intraoperativ auch ein Ablationstherapie bei Vorhofrhythmusstörungen erhalten.

"Pro Jahr werden über 2.000 Patienten an Herz und Gefäßen operiert. Schonende und rekonstruktive Verfahren sowie minimal-invasive Operationen bilden die Schwerpunkte unseres Zentrums."

Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner
Klinikdirektor

  • Aortokoronare Bypassoperation

    Das Herz hat aufgrund der ständigen mechanischen Beanspruchung einen hohen Sauerstoff- und Nährstoffbedarf, welcher über die Herzkranzgefäße (Koronargefäße), die an der Oberfläche des Herzmuskels verlaufen gewährleistet wird. Infolge bestimmter Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder familiärer Veranlagung, manchmal aber auch ohne erkenntliche Vorerkrankungen kann es zu Einengungen (Stenosen) dieser Gefäße kommen, der sogenannten koronaren Herzerkrankung (KHK).

    Diese führt zu einer Minderdurchblutung des Herzens, welche sich durch Angina pectoris (Brustenge, stechende Schmerzen in der Brust, Luftnot, Übelkeit, etc.) häufig zunächst bei Belastung, dann aber auch in Ruhe bemerkbar machen kann. In bestimmten Fällen wird dann eine Bypass-Operation notwendig. Häufig wird die Operation unter Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt, welche für die Dauer des Eingriffes die Funktion des stillgestellten Herzens und der Lungen übernimmt.

    Es kommen in erster Linie körpereigene Gefäße in Betracht. Routinemäßig wird die linke, in der Mehrzahl der Fälle auch die rechte Brustwandarterie verwendet. Selten kommen Venen von der Innenseite des Beines (vena saphena magna) oder Armarterien (arteria radialis) in Betracht. Diese beiden Gefäße können komplett endoskopisch entnommen werden. Die Bypässe werden hinter den Einengungen der Herzkranzgefäße aufgenäht und leiten so den vormals unterversorgten Herzmuskelarealen wieder ausreichend Blut zu.

    Total- und vorwiegend arterielle Myokardrevaskularisation

    Im Langzeitverlauf zeigt sich nach zehn und mehr Jahren ein Vorteil für arterielle Bypässe gegenüber solchen aus Venen hinsichtlich der Offenheitsrate. Dies bedeutet für den Patienten ein längeres beschwerdefreies Intervall ohne Notwendigkeit erneuter Eingriffe. Dieser Effekt liegt insbesondere bei Verwendung beider Brustwandarterien vor, mit denen auch drei und mehr Herzkranzgefäße versorgt werden können. Ein weiterer Vorteil dieser Technik besteht in der Vermeidung einer neuen Verbindung zur Hauptschlagader, wodurch das Embolierisiko bei Manipulationen an dieser verringert wird. Sollte aufgrund der Lage der Herzkranzgefäße oder andere patientenspezifischer Merkmale eine arterielle Revaskularisation nur mit beiden Brustwandarterien nicht möglich sein, steht noch die Unterarmarterie zur Verfügung.

    Im UHZ steigt der Anteil voll-arteriell versorgter Patienten stetig an. Mittlerweile hat sich auch in größeren Studien gezeigt, dass die Verwendung beider Brustwandarterien mit Ausnahme von bestimmten Risikogruppen die Wundheilung nicht beeinträchtigt und somit ohne zusätzliche Risiken für die Patienten ist.

    Die Anlage der Bypässe kann auch voll-arteriell sowohl konventionell, als auch ohne Herz-Lungen Maschine, am schlagenden Herzen erfolgen.

    Bypass-Operationen ohne Herz-Lungen Maschine (OPCAB)

    (engl.: Off-Pump-Coronary-Artery-Bypass, OPCAB)

    Durch ein standardisiertes Verfahren, in dem im Team zusammen mit der Anästhesie das Management der Patienten während der Operation optimiert wurde, können alle geplanten Bypass-Operationen auch ohne Herz-Lungen Maschine durchgeführt werden. Dies ist insbesondere bei Patienten von Vorteil, die aufgrund von Begleiterkrankungen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen durch die Herz-Lungen Maschine aufweisen.

    Am UHZ ist die Bypassanlage ohne Herz-Lungen Maschine, das sogenannte OPCAB-Verfahren, mittlerweile Standard. Aktuell liegt der Anteil der ohne Herz-Lungen Maschine am UHZ operierten Bypasspatienten bei über 50%, hier wird noch ein weiterer Anstieg angestrebt. Hierbei werden die Patienten natürlich auch mit arteriellen Bypässen versorgt. Die Anzahl der angelegten Bypässe unterscheidet sich ebenfalls nicht vom konventionellen Verfahren: Es wird ebenso eine vollständige Revaskularisation aller betroffenen Herzkranzgefäße angestrebt und auch durchgeführt.

    AG Koronarchirurgie

    AG Koronarchirurgie

    AG Koronarchirurgie

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    Beate Reiter
    Dr. med.
    Beate Reiter
    • Fachärztin für Herzchirurgie
  • Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion (MIC MKR)

    Das Universitäre Herzzentrum Hamburg genießt einen internationalen Ruf als Klinik mit einem besonderen Schwerpunkt auf moderner, minimal-invasiver Herzchirurgie. Der Erhalt und die Rekonstruktion der Mitralklappe in minimal-invasiver Technik wird an unserer Klinik als Standardverfahren durchgeführt. Bei diesem Vorgehen wird der Zugang zum Herzen über einen Zwischenrippenraum im Bereich des rechten Brustkorbes gewählt wird und der Eingriff unter Zuhilfenahme eines 3D Endoskops durchgeführt. Auf eine Spreizung der Rippen kann gänzlich verzichtet werden. Diese hochentwickelte OP-Technik wird weltweit nur von wenigen Kliniken angeboten. So kann die Rekonstruktion der Mitralklappe in einem für den Patienten schonenden Verfahren mit überdies exzellentem kosmetischem Ergebnis durchgeführt werden. Zusätzliche Eingriffe wie die Rekonstruktion der Trikuspidalklappe oder die Vorhofablation bei Vorhofflimmern können durch diesen Zugangsweg begleitend mit durchgeführt werden. Durch die hohe Expertise des Universitären Herzzentrums können inzwischen über 90% aller Mitralklappen rekonstruiert werden, nur selten muss die Herzklappe ersetzt werden.

    Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion

    Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion (MIC MKR)
    Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion

    Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion

    Minimal-invasiver Aortenklappenersatz (MIC AKE)

    Bei den meisten Patienten, die einen isolierten Aortenklappenersatz benötigen, kann heutzutage auf die vollständige Längseröffnung des Brustbeines verzichtet werden. Die Darstellung der Aortenwurzel kann über eine sogenannte partielle obere Sternotomie, also eine Durchtrennung lediglich des oberen Anteils des Brustbeines erfolgen. Alternativ kann bei geeigneter Anatomie auch ein Zugang durch den zweiten Zwischenrippenraum unterhalb des rechten Schlüsselbeines gewählt werden, hierbei bleiben die knöchernen Strukturen des Brustkorbes vollständig intakt. Vorteilhaft ist bei diesen schonenden, minimal-invasiven Verfahren, dass die Patienten so von einem schnelleren Heilungsverlauf profitieren. Auch der Blutverlust und das Ausmaß post-operativer Schmerzen sind nach minimal-invasivem Vorgehen deutlich geringer. Am Universitären Herzzentrum Hamburg ist ein minimal-invasives Vorgehen beim isolierten Aortenklappenersatz mittlerweile zum Standardverfahren geworden und wird bei der weit überwiegenden Mehrzahl der Patienten angewendet.

    Minimal-invasiver Aortenklappenersatz

    Minimal-invasiver Aortenklappenersatz (MIC AKE)

    Minimal-invasive Bypass-Operation (MIDCAB Verfahren)

    Sind bei Patienten isoliert die Herzkranzgefäße der Herzvorderwand betroffen, kann der chirurgische Zugang zum Herzen alternativ zur Längseröffnung des Brustbeins auch durch eine sogenannte anterolaterale Minithorakotomie erfolgen (MIDCAB Verfahren, Minimally-invasive direct coronary artery bypass grafting). Hierbei wird über einen wenige Zentimeter langen Schnitt ein Zwischenrippenraum im Bereich des linken Brustkorbes unmittelbar über dem Herzen eröffnet. Über diesen Zugangsweg erfolgt dann die Präparation der linken inneren Brustwandarterie und Anlage des Bypasses ohne Verwendung der Herzlungenmaschine. Durch dieses Vorgehen ist der postoperative Heilungsverlauf deutlich schneller, so dass die Patienten die Klinik häufig bereits nach wenigen Tagen wieder verlassen können.

    Minimal-invasive Bypass-Operation (MIDCAB Verfahren)

    Minimal-invasive Bypass-Operation (MIDCAB Verfahren)

    Hybridrevaskularisation

    Dem interdisziplinären Ansatz des Universitären Herzzentrums Hamburg folgend werden komplexe Krankheitsfälle von Herzchirurgen und Kardiologen gemeinsam diskutiert, um das ideale, individuelle Behandlungskonzept für den jeweiligen Patienten zu ermitteln. In ausgewählten Fällen kommt ein sogenanntes Hybridverfahren zum Einsatz, bei dem eine minimal-invasive Bypassversorgung (MIDCAB Verfahren) mit einem kathetergestützten Verfahren (Ballondilatation, Stentimplantation) kombiniert wird. Diese Art des Eingriffes findet in einem neuen, mit hochmoderner Technik ausgestatteten Hybrid-Operationssaal statt.

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    Lenard Conradi
    Dr. med.
    Lenard Conradi
    • Facharzt für Herzchirurgie
  • Kathetergestützter Aortenklappenersatz (TAVI)

    Seit einiger Zeit ist der funktionelle Ersatz der Aortenklappe auch ohne offene Operation durch ein neues kathetergestütztes Verfahren möglich (TAVI, transcatheter aortic valve implantation). Hierbei wird ein klappentragender Katheter, der in der Regel über die Leistenschlagader eingeführt wird bis zur Basis der Körperschlagader vorgeschoben. Dann wird die verengte, körpereigene Aortenklappe durch die entfaltbare Prothese an selber Position ersetzt. Alternativ kann, etwa bei starken Verkalkungen der Blutgefässe auch ein Zugang über einen Zwischenrippenraum auf der linken Seite des Brustkorbes und direkt über die Herzspitze gewählt werden. Weitere Zugangswege können die linke Armschlagader oder die Hauptschlagader des Patienten sein. Das TAVI Verfahren wird in einem hochmodernen Hybrid-Operationssaal durch ein spezialisiertes, interdisziplinäres Team aus Herzchirurgen und Kardiologen durchgeführt. Hierdurch wird die größtmögliche Sicherheit für den Patienten gewährleistet.

    Das kathetergestützte Verfahren stellt besonders bei solchen Patienten eine sinnvolle, schonende Alternative zum herkömmlichen chirurgischen Klappenersatz dar, für die eine herkömmliche Herzoperation aufgrund von Vorerkrankungen oder fortgeschrittenem Lebensalter zu risikoreich ist. Das Universitäre Herzzentrum Hamburg war eine der ersten Kliniken in Europa, an der diese neue Technik verfügbar war und genießt inzwischen eine internationale Vorreiterrolle auf dem Gebiet der TAVI. Aktuell stehen sieben verschiedene Systeme für die TAVI zur Verfügung, um den individuellen Gegebenheiten der Patienten in optimaler Weise gerecht zu werden. Mit derzeit über 400 Prozeduren im Jahr zählt das Universitäre Herzzentrum Hamburg zu den größten Programmen überhaupt. Diese große Erfahrung erhöht die Sicherheit des Verfahrens und kommt unseren Patienten zugute.

    Claret
    Um die TAVI Prozedur noch sicherer für unsere Patienten zu gestalten kommt häufig ein Filtersystem zum Einsatz,
    das hilft, die seltene aber ernste Komplikation eines Schlaganfalls zu reduzieren.

    Das Verfahren wird fortlaufend auf mögliche Verbesserungen überprüft und die Ergebnisse im Rahmen der bundesweiten Qualitätssicherung im Deutschen Aortenklappenregister kontrolliert. Am Universitären Herzzentrum Hamburg werden hier im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sehr gute Ergebnisse erzielt.

    Das Universitäre Herzzentrum Hamburg ist internationales Schulungszentrum für nahezu alle verfügbaren TAVI Systeme. Alle TAVI Prozeduren werden in interdisziplinärer, enger Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgen und Kardiologen unter Ausschöpfung der gesamten klinischen Expertise beider Fachdisziplinen durchgeführt.

    transfemorale TAVI
    transfemorale TAVI
    (mit Edwards Sapien 3 Prothese) © Edwards Lifesciences Corporation
    transapikale TAVI
    transapikale TAVI
    (mit Edwards Sapien 3 Prothese) © Edwards Lifesciences Corporation
    transaortale TAVI
    transaortale TAVI
    (mit Edwards Sapien 3 Prothese) © Edwards Lifesciences Corporation
    Kathetergestützer Ersatz der Aortenklappe mit Edwards Sapien Prothese
    Kathetergestützer Ersatz der Aortenklappe mit Edwards Sapien Prothese
    Diese kann über die Leistenschlagader oder direkt über die Herzspitze ohne Eröffnung des Brustbeins und ohne Herz-Lungen-Maschine vorgenommen werden.
    Kathetergestützer Ersatz der Aortenklappe mit Edwards Sapien Prothese
    Kathetergestützer Ersatz der Aortenklappe mit Edwards Sapien Prothese
    Diese kann über die Leistenschlagader oder direkt über die Herzspitze ohne Eröffnung des Brustbeins und ohne Herz-Lungen-Maschine vorgenommen werden.
    Kathetergestützter Ersatz der Aortenklappe mit CoreValve Prothese
    Schema: Der kathetergestützte Ersatz der Aortenklappe mit CoreValve Prothese.
    Bei diesem Klappensystem wird die Prothese in der Regel über die Leistengefäße, in Ausnahmefällen über eine Armarterie eingeführt.
    Edwards Sapien 3
    Edwards Sapien 3
    Am UHZ besteht eine langjährige Erfahrung mit zahlreichen verschiedenen TAVI-Herzklappensystemen. Die Behandlung wird individuell für jeden Patienten gewählt.
    CoreValve EvolutR
    CoreValve EvolutR
    Am UHZ besteht eine langjährige Erfahrung mit zahlreichen verschiedenen TAVI-Herzklappensystemen. Die Behandlung wird individuell für jeden Patienten gewählt.
    Symetis Acurate Neo
    Symetis Acurate Neo
    Am UHZ besteht eine langjährige Erfahrung mit zahlreichen verschiedenen TAVI-Herzklappensystemen. Die Behandlung wird individuell für jeden Patienten gewählt.
    Boston Scientific Lotus
    Boston Scientific Lotus
    Am UHZ besteht eine langjährige Erfahrung mit zahlreichen verschiedenen TAVI-Herzklappensystemen. Die Behandlung wird individuell für jeden Patienten gewählt.
    JenaValve
    JenaValve
    Am UHZ besteht eine langjährige Erfahrung mit zahlreichen verschiedenen TAVI-Herzklappensystemen. Die Behandlung wird individuell für jeden Patienten gewählt.
    NVT Allegra Klappe
    NVT Allegra Klappe
    Am UHZ besteht eine langjährige Erfahrung mit zahlreichen verschiedenen TAVI-Herzklappensystemen. Die Behandlung wird individuell für jeden Patienten gewählt.
    Portico Valve Hero Angle - ©St. Jude Medical 2016
    Portico Valve Hero Angle - ©St. Jude Medical 2016
    Am UHZ besteht eine langjährige Erfahrung mit zahlreichen verschiedenen TAVI-Herzklappensystemen. Die Behandlung wird individuell für jeden Patienten gewählt.

    Kathetergestütztes Mitralklappen-Clipping (MitraClip)

    Die minimal-invasive, klappenerhaltende Mitralklappenrekonstruktion ist grundsätzlich das beste Verfahren zur Behandlung von Patienten, die an einer Undichtigkeit der Mitralklappe leiden (siehe Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion). Allerdings kann dieser Eingriff für den älteren Patienten oder bei Vorliegen bedeutsamer Nebenerkrankungen zu risikoreich sein. Solche Fälle werden am Universitären Herzzentrum Hamburg interdisziplinär zwischen Herzchirurgen und Kardiologen besprochen und sofern geeignet gemeinsam in einem hochmodernen Hybrid-Operationssaal durchgeführt.

    MitraClip
    Über einen Steuerungskatheter wird ein nur wenige Millimeter kleiner Clip so an der Mitralklappe fixiert,
    dass eine Undichtigkeit ohne Operation behoben werden kann.

    Beim Einsatz des MitraClip-Systems kann der behandelnde Arzt einen kleinen Clip am schlagenden Herzen zwischen die beiden Segel der Mitralklappe setzen. Ein solcher Clip kann gesetzt werden ohne dass der Brustraum chirurgisch eröffnet werden muss und ohne den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Das ist möglich weil der behandelnde Arzt mit Hilfe kleiner Katheter über eine Leistenvene bis in das linke Herz gelangen kann. Der Clip befindet sich an der Spitze eines solchen Katheters und wird unter Ultraschall-Steuerung platziert. Vielen Patienten, für die eine Operation an der Mitralklappe zu belastend wäre, kann somit auf schonende Weise geholfen werden. Das MitraClip Verfahren wurde in Europa zuerst am Universitären Herzzentrum Hamburg angewendet, seither sind hier weltweit die meisten Patienten behandelt worden. Diese große Erfahrung erhöht die Sicherheit und die Erfolgsaussichten des Verfahrens und kommt unseren Patienten zugute.

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    Lenard Conradi
    Dr. med.
    Lenard Conradi
    • Facharzt für Herzchirurgie
  • Durch die Weiterentwicklung der minimal-invasiven und rekonstruktiven Herzchirurgie sind die klappenerhaltenden und schonenden operativen Verfahren bei der Aortenklappeninsuffizienz und der bikuspiden Aortenklappenerkrankung zunehmend in den Fokus geraten und zum Schwerpunkt unseres Behandlungskonzepts geworden.

    Basierend auf der interdisziplinären Zusammenarbeit ist am Universitären Herzzentrum Hamburg (UHZ) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf ein umfassendes Behandlungskonzept der Aortenklappeninsuffizienz und der bikuspiden Aortenklappenerkrankung entwickelt worden, hauptsächlich unterstützt durch die Etablierung eines interdisziplinären Expertenteams, eine zunehmende Spezialisierung auf die klappenerhaltenden Operationsverfahren und differenzierte Behandlung der häufig begleitenden Hauptschlagader-Erweiterung.

    Die Etablierung einer interdisziplinär geführten BAV-Sprechstunde für die Patienten mit Aortenklappeninsuffizienz und bikuspider Aortenklappenerkrankung bietet neuerdings eine moderne Möglichkeit, unseren Patienten eine individualisierte Behandlungsberatung anzubieten.

    Rekonstruktion der Aortenklappe

    Der entscheidende Vorteil einer Aortenklappenrekonstruktion (d.h., gegenüber einem mechanischen Herzklappenersatz) für den Patienten ergibt sich aus der fehlenden Notwendigkeit der lebenslangen oralen Antikoagulation mit Marcumar, wodurch die Lebensqualität uneingeschränkt erhalten bleibt und die Rate von Embolien (z.B. Schlaganfall) und Blutungskomplikationen drastisch gesenkt werden kann.

    Die Rekonstruktion mit Erhalt der nativen Aortenklappe kommt überwiegend bei Undichtigkeit der Aortenklappe zum Einsatz, wenn aufgrund der Erweiterung des Klappenringes und/ oder Veränderungen der Aortenklappentaschen (sog. Prolaps) zu einer Schlussunfähigkeit des Klappenventils kommt (Abbildung 1).

    Die Rekonstruktionsverfahren der Aortenklappe richten sich individuell nach Undichtigkeitsmechanismus, der mittels einer Ultraschalluntersuchung des Herzens und weiterer bildgebenden Verfahren (z.B. Magnetresonanztomographie des Herzens und der Hauptschlagader) ermittelt wird.

    Die operativen Schritte der Aortenklappen-Rekonstruktion beinhalten in der Regel eine Korrektur der defekten Aortenklappentaschen und Straffung des erweiterten Aortenklappenringes. Das Ergebnis der Rekonstruktionsmaßnahmen wird direkt im Operationssaal mittels einer Ultraschalluntersuchung des Herzens überprüft (Abbildung 2).

    Chirurgische Behandlung der bikuspiden Aortenklappenerkrankung

    Die bikuspide Aortenklappenerkrankung ist die häufigste angeborene Fehlbildung des Herzens, die mit einer Häufigkeit von 1-2% in der Gesamtbevölkerung auftritt. Die meist sehr jungen Patienten, bei denen bikuspide Aortenklappeninsuffizienz erkannt wird, wurden bisher überwiegend mit einer mechanischen Klappenprothese versorgt, was eine lebenslange Einnahme von Marcumar und ein damit verbundenes Risiko von Embolien und Blutungskomplikationen bedeutete. In den letzten Jahren hat jedoch die Behandlung der bikuspiden Aortenklappenerkrankung (BAV) in unserem Herzzentrum zahlreiche konzeptionelle und chirurgisch-technische Neuerungen erfahren, hauptsächlich bedingt durch die Etablierung klappenerhaltender Operationsverfahren und spezialisierte Behandlungsstrategie der erweiterten Hauptschlagader (sog. bikuspide Aortopathie).

    Eine häufige Ursache für die Operation bei bikuspider Aortenklappenerkrankung (Abbildung 3A) ist die Undichtigkeit der bikuspiden Aortenklappe (sog. Aortenklappeninsuffizienz), wodurch ein Teil des Blutausstroms in der Diastole aus der Hauptschlagader in die linke Herzkammer zurückfließt. Dadurch wird die linke Herzkammer mit einem Blutrückfluss dauerhaft belastet, was zu einer zunehmenden Vergrößerung der linken Herzkammer führt (Abbildung 3B/C). Obwohl das Herz den Klappenfehler über mehrere Jahre beschwerdefrei kompensiert, führt die fortschreitende Herzvergrößerung zu einer langsam entwickelnden Herzschwäche, die der Patient als eine zunehmende Belastungsatemnot merkt.

    Die Undichtigkeit der bikuspiden Aortenklappe kann in den meisten Fällen mittels Rekonstruktionsverfahren korrigiert werden, solange die Struktur des eigentlichen Klappentaschengewebes keine schwerwiegenden Verkalkungen aufweist.

    Erweiterung der Hauptschlagader bei bikuspider Aortenklappe

    Die Klappenfehler bei der bikuspiden Aortenklappe (insbesondere die Undichtigkeit) werden häufig von einer bedeutsamen Erweiterung der Hauptschlagader begleitet. In manchen Fällen steht die Erweiterung der Hauptschlagader ganz im Vordergrund, ohne dass die bikuspide Aortenklappe selbst einen schwerwiegenden Klappenfehler aufweist. Deshalb wird bei den Operationen der bikuspiden Aortenklappe in manchen Fällen auch die begleitende Erweiterung der Hauptschlagader mittels einer Gefäßprothese mit behandelt. Die Entscheidung ob die erweiterte Hauptschlagader während der Operation ersetzt werden sollte, wird in unserem Herzzentrum anhand einer individuellen Risikoanalyse entschieden. Aktuelle Literaturdaten und unsere Studienergebnisse deuten auf ein Vorliegen von unterschiedlichen Formen der Hauptschlagader-Erweiterung innerhalb des Krankheitsbildes der bikuspiden Aortenklappe hin, die eine unterschiedliche Prognose haben und dadurch eine spezialisierte Behandlungsform erforderlich machen (Abbildung 4).

    Bikuspide Aortenklappe 1

    Abbildung 1: Schlussunfähigkeit des Klappenventils
    Bikuspide Aortenklappe

    Abbildung 2: Überprüfung der Rekonstruktionsmaßnahmen mittels Ultraschalluntersuchung
    Bikuspide Aortenklappe

    Abbildung 3a: Bikuspide Aortenklappenerkrankung; Abbildung 3b/c: Vergrößerung der linken Herzkammer
    Bikuspide Aortenklappe

    Abbildung 4: unterschiedliche Formen der Hauptschlagader-Erweiterung innerhalb des Krankheitsbildes der bikuspiden Aortenklappe

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    Evaldas Girdauskas
    Prof. Dr. med.
    Evaldas Girdauskas
    • Facharzt für Herzchirurgie
  • Herztransplantation

    Das Universitäre Herzzentrum Hamburg gehört zu den sechs größten Transplantationszentren in Deutschland. Seit der ersten Herztransplantation in Hamburg 1984 wurden bereits mehr als 300 dieser Operationen durchgeführt, um Patienten, die an terminaler Herzschwäche leiden, ein neues Leben zu ermöglichen.

    Die enge Vernetzung zwischen den verschiedenen medizinischen Disziplinen der Kardiologie, Herzchirurgie und Intensivmedizin, sowie die enge Anbindung unserer Patienten an unser Zentrum bei der Nachsorge ermöglicht die hohe Qualität.

    Herzunterstützungssysteme

    Terminal herzinsuffiziente Patienten können erfolgreich mit einem Herzunterstützungssystem (VAD) behandelt werden.

    Dieses System pumpt Blut aus der linken Herzkammer in die Aorta. Die Pumpe ist über ein Kabel mit einem Kontrollgerät verbunden, welches der Patient in einer Art Bauchtasche mit sich führt, um eine ständige Stromzufuhr zu gewährleisten.
    Diese Form der Therapie ermöglicht es den Patienten, mit ihrem Gerät ein normales Leben zu führen, sich mehr zu belasten und dadurch eine höhere Lebendqualität zu erlangen.

    Patienten mit akuter kardialer Dekompensation in zuweisenden Krankenhäusern – ECMO Transport

    Bei Patienten mit akuter Dekompensationen der Herzinsuffizienz bis zum therapierefraktären Kreislaufversagen, werden im Universitäres Herzzentrum Hamburg als Erstversorgung temporäre Kreislaufunterstützungssysteme mit extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO) eingesetzt. Der arterielle und der venöse Zugang der ECMO erfolgt meistens über Punktion oder die offene Freilegung der Leistengefäße. Angetrieben von einer Zentrifugalpumpe kann mit der ECMO das erforderliche Kreislaufvolumen zur Überbrückung der Herz- und Lungenfunktion eingestellt werden, so dass bei rechtzeitiger ECMO-Therapie ein dauerhafter Schaden der Organe vor allem der Niere und der Leber verhindert wird. Die ECMO-Therapie ist geeignet für einen Zeitraum von wenigen Tagen bis zu einem Monat und erlaubt einerseits, eine Erholung des Herzversagens abzuwarten. Anderseits ermöglicht es im Falle eines persistierenden Herzversagens aus der Verlaufsbeurteilung weiterführende Therapieentscheidungen, wie Listung zur Herztransplantation, Implantation eines dauerhaften mechanischen Kreislaufunterstützungssystems wie LVAD oder BVAD oder aber auch die Entscheidung zum Therapiebeendigung, zu treffen. Gerade bei unklarem neurologischen Zustand bei reanimierten Patienten bietet die ECMO-Therapie Zeit, die für eine weiterführende Therapieentscheidung wichtige Beurteilung der Bewusstseinslage und der neurologischen, sowie kognitiven Fähigkeiten des Patienten. Befinden sich Patienten mit Kreislaufversagen wegen einer akuter Herzinsuffizienz in Krankenhäusern in Hamburg oder Umgebung bietet das Universitäre Herzzentrum Hamburg an, diese Patienten vor Ort mit einer mobilen, miniaturisierten ECMO, einem sog. extracorporeal life support (ECLS) –System, zu stabilisieren und zur weiteren Therapie mitzunehmen. Die weitere Therapieentscheidung erfolgt in enger Absprache mit den zuweisenden Krankenhäusern und niedergelassenen Kardiologen. Dazu wurde eigens eine Rufbereitschaft eingerichtet, um diese Leistung rund um die Uhr anbieten zu können.

    ECMO

    ECMO2

    HTX2

    HTX3

    LVAD

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    Alexander Bernhardt
    Dr. med.
    Alexander Bernhardt
    • Facharzt für Herzchirurgie

    Lungentransplantation (LuTx)

    Lungentransplantationen werden als chirurgische Standardtherapie für Patienten mit terminaler Lungenerkrankung routinemäßig weltweit angeboten. Hierbei sind verschiedene pulmonale Grunderkrankungen ursächlich. So kann die COPD, die pulmonale Fibrose, die Mukoviszidose (Cystische Fibrose) oder die pulmonal-arterielle Hypertonie eine Indikation zur Transplantation darstellen. Andere Grunderkrankungen sind sehr viel seltener.

    Nach Überweisung der Patienten, meist eines Lungenfacharztes, in unsere Transplantationsambulanz führen wir nach Durchsicht der Befunde ein ausführliches Gespräch durch. Hierbei werden Therapieoptionen, Lebensqualität, Erfolgsaussichten und Risiken der operativen Versorgung zusammen mit einem Pulmologen und einem Transplantationschirurgen genau besprochen. Weitere Untersuchungen bestätigen dann im Verlauf, ob ein Patient für eine Transplantation geeignet ist oder nicht. Im Anschluss werden alle Patienten in unserer interdisziplinären Transplantationskonferenz besprochen. Hier wird dann endgültig die Listung für eine Lungentransplantation festgelegt.

    Die Transplantation wird zumeist als Doppellungen-TX (Verpflanzung beider Lungenflügel) oder als Einzellungen-TX (eines Lungenflügels) durchgeführt. In sehr seltenen Fällen kann auch eine kombinierte Herz-Lungen-Transplantation nötig sein. Im Rahmen der Lungentransplantation können, falls notwendig, auch operative Eingriffe am Herzen parallel vorgenommen werden.

    Durch eine Kooperation verschiedener Kliniken:

    • Das Universitäre Herzzentrum Hamburg (Prof. Dr. H. Reichenspurner, PhD)
    • Die Pneumologie (II. Medizinische Klinik) des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (Dr. H. Klose)
    • Die Pneumologie der LungenClinic Grosshandsdorf (Prof. Dr. Klaus F. Rabe)

    wird die Betreuung unserer Patienten nach der Transplantation sichergestellt. Unser Team besteht aus Krankenschwestern der Ambulanz, unserer Transplantationkoordinatorin (Frau C. Oelschner) sowie Fachärzte für Pulmologie, Intensivmedizin und Herz- und Thoraxchirurgie.

    Kontakt

    Samer Hakmi
    Dr. med.
    Samer Hakmi
    • Facharzt für Herzchirurgie
  • Erkrankungen der thorakalen Aorta

    Wir bieten Ihnen in der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Universitären Herzzentrum Hamburg im Rahmen des Deutschen Aortenzentrums das gesamte Spektrum der chirurgischen Versorgung der Hauptschlagader (Aorta) im Brustkorb (thorakalen Aortenchirurgie) an und gewährleisten durch die Anwendung modernster diagnostischer Möglichkeiten, einer interdisziplinärer Expertise und die Anwendung neuester, innovativer Operationsverfahren, eine „State of the Art“ Therapie auf höchstem internationalem Niveau.

    Besondere Schwerpunkte sind der klappenerhaltende Aortenwurzelersatz (s.u.) sowie die komplexe Aortenbogenchirurgie mit den neuesten Hybridstentgraftprothesen.

    Auch geben wir unsere Expertise in Rahmen von Fortbildungen in der Aortenbogenchirurgie an externe Herzchirurgen weiter und präsentieren unsere Ergebnisse auf nationalen und internationalen Kongressen.

    Ursachen und Entstehung von Erkrankungen der Hauptschlagader

    • Aussackung (Aneurysma)

    Unter dem Begriff Aortenaneurysma versteht man eine umschriebene, krankhafte Aufweitung der Aorta auf einen Durchmesser von >50% des erwarteten Normwertes.

    Als Ursache liegt meist eine Wandschwäche durch Degeneration der Arterienwand vor. Diese ist am häufigsten durch eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose) bedingt, kommt aber auch bei angeborenen Defekten im Rahmen von Bindegewebserkrankung (z.B. Marfan-Syndrom, Loeys-Dietz-Syndrom vor. Ein Aneurysma kann auch nach einem schweren Unfall auftreten, entzündlich bedingt sein, oder im Rahmen einer Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) entstehen.

    Bei einem Aneurysma der aufsteigenden Aorta sollte nach aktuellen Richtlinien der europäischen und amerikanischen Fachgesellschaften, je nach Ursache, ab einem Durc

    hmesser von 5,5 cm bei arteriosklerotisch bedingten Aneurysmen bzw. schon ab 4,5 – 5,0 cm bei Bindegewebserkrankungen vorbeugend operiert werden, um ein Platzen der Hauptschlagader (Ruptur) zu vermeiden.

    Aneurysma im Querschnitt

    Aneurysma im Querschnitt
    Aneurysma im Längsschnitt

    Aneurysma im Längsschnitt

    • Aufspaltung der Wandschichten (Dissektion)

    Eine Dissektion der Hauptschlagerader ist eine Aufspaltung der Wandschichten. Durch einen Einriss der Innenschicht der Hauptschlagader dringt Blut in die Wand der Hauptschlagader ein, wodurch es zu einer Längszerreissung kommt. Der eindringende Blutstrom bahnt sich somit einen falschen Weg durch die Gefäßwand. Durch die Ausdehnung des Blutes zwischen den Wandschichten entsteht somit ein Doppellumen der Hauptschlagader mit einem „wahren“ und „falschen“ Lumen.

    Dadurch kann es zu einer Minderdurchblutung der Organe (Gehirn, Rückenmark, Bauchorgane, Extremitäten) kommen, die über die Hauptschlagader mit Blutversorgt werden. Außerdem ist durch die Aufspaltung der Hauptschlagader die Gefäßwand geschwächt und das Risiko einer Ruptur steigt stark an.

    Seltener kann es auch zu einer Blutung in der Gefäßwand kommen (sogenanntes intramurales Hämatom), welches lokal auf die Gefäßwand begrenzt bleibt.

    Die häufigsten Ursachen für eine Aortendissektion sind ein erhöhter Blutdruck (arterieller Hypertonus) und eine Wandschwäche der Hauptschlagader. Ein weiterer Risikofaktor für eine Erkrankung der Aortenwand ist das Alter. Eine Aortendissektion kann auch frühzeitig bei vererbten Bindegewebserkrankungen auftreten. Seltenere Ursachen für eine Aortendissektion sind entzündliche Erkrankungen der Aorta sowie im Rahmen eines Traumas (Schleudertrauma). Auch im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft kann vorwiegend bei unter 40-jährigen Frauen im letzten Drittel der Schwangerschaft oder kurz nach der Entbindung eine Dissektion auftreten. Diese Patientinnen weisen jedoch häufig ein Marfan-Syndrom oder einen Bluthochdruck auf.

    Dissektion im Querschnitt

    Dissektion im Querschnitt
    Dissektion in der Rekonstruktion

    Dissektion in der Rekonstruktion

    Operationspektrum:

    - Ersatz der aufsteigenden Aorta und der Aortenwurzel

    Ist die aufsteigende Aorta aneurysmatisch erweitert, so kann diese mit einer Gefäßprothese mit sehr niedrigem Operationsrisiko ersetzt werden. Ist die Aortenwurzel betroffen, ist die Operation aufwendiger, da dort die Herzkranzgefäße abgehen und die Aortenklappe mit ihren Aussackungen entspringt. Es gibt zwei unterschiedliche Arten die Aortenwurzel zu ersetzen. Dies kann entweder unter Erhalt der eigenen Herzklappe erfolgen (Operation nach David oder Yacoub; Abb. 1a, b) oder, wenn die eigene Herzklappe strukturell verändert ist, mittels einer klappentragenden Conduitprothese (mit biologischer oder mechanischer Herzklappenprothese, Abb. 2). Die klappenerhaltene Operation nach David ist einer der Schwerpunkte der Klinik, insbesondere bei jüngeren Patienten, die aufgrund einer Bindegewebserkrankung ein Aneurysma der Aortenwurzel entwickelt haben. Dieser Eingriff kann ggf. auch in minimal-invasiver Technik (über eine sogenannte obere Teilsternotomie) durchgeführt werden. Bei jeder Art des Aortenwurzelersatzes ist es notwendig, die Herzkranzarterien wieder in die jeweilige Gefäßprothese zu reimplantieren. Wenn die eigene Herzklappe erhalten werden kann ist eine Therapie mit Aspirin nicht notwendig, wie es bei biologischen Herzklappenporthesen der Fall ist. Bei mechanischen Klappenprothesen ist nach wie vor eine lebenslange Behandlung mit Marcumar zwingend notwendig.

    Wurzelaneurysma OP situs

    Wurzelaneurysma OP situs
    David-Operation mit Reimplantation der Aortenklappe

    David-Operation mit Reimplantation der Aortenklappe

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    Christian Detter
    Prof. Dr. med.
    Christian Detter
    Jens Brickwedel
    Dr. med.
    Jens Brickwedel
    • Facharzt für Herzchirurgie
  • Begleitende chirurgische Vorhofflimmerablation
    Die begleitende chirurgische Ablation wird bei Patienten mit Vorhofflimmern, welche sich einer Herzklappen- oder Bypass Operation unterziehen routinemäßig im Rahmen der OP durchgeführt. Dieses Verfahren stellt eine sehr sichere und effiziente Therapie des Vorhofflimmerns dar. Zusätzlich wird in diesem Rahmen das linke Vorhofohr entfernt, wodurch das Schlaganfallrisiko erheblich gesenkt werden kann.

    Ca. 10% aller herzchirurgischer Patienten und bis zu 50% der Patienten mit Mitralklappenerkrankung leiden an begleitendem Vorhofflimmern, verbunden mit reduzierter Leistungsfähigkeit und erhöhtem Schlaganfallsrisiko. Am Universitärem Herzzentrum gehört es zum Standard, Vorhofrhythmusstörungen durch gezielte Verödung bestimmter Bereiche des Vorhofgewebes (sog. Vorhofablation) begleitend zu herzchirurgischen Eingriffen schnell, effektiv und schonend zu beseitigen. Hierbei wird für jeden Patienten, je nach Dauer und Art des Vorhofflimmerns die passende Ablationsmethode ausgewählt. Außerdem wird durch zusätzliche Entfernung des linken Vorhofohrs, welches als Hauptquelle von Blutgerinnseln gilt, das spätere Schlaganfallrisiko deutlich gesenkt.

    Alleinige chirurgische Vorhofflimmerablation (Stand-Alone Ablation)
    Ca. 1-2% unserer Bevölkerung leidet an Vorhofflimmern oder –flattern ohne begleitende Herzerkrankung. Dieses kann durch zu langsamen Herzschlag oder anhaltendes Herzrasen zu deutlich reduzierter Leistungsfähigkeit und Lebensqualität führen. Außerdem kommt es häufiger zu Schlaganfällen und gelegentlich auch zu Todesfällen. Gerade chronisches, seit langem bestehendes Vorhofflimmern ist selten erfolgreich durch alleinige Einnahme von Medikamenten oder und nur sehr schwer durch Katheterablationen behandelbar. Dank modernster 3-D Technologie kann dieses langanhaltende Vorhofflimmern heute herzchirurgisch komplett endoskopisch, also ohne Eröffnung des Brustkorbs, schonend, sicher und mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit behandelt werden. Gleichzeitig kann hierbei auch das linke Vorhofohr entfernt werden. Dieses endoskopische Verfahren wird in unserer Klinik seit mehreren Jahren erfolgreich durchgeführt.

    Des Weiteren besteht die Möglichkeit der sogenannten Hybrid Ablationsprozedur. Hierbei wird bei Patienten mit bereits sehr großen Vorhöfen und seit langen Jahren bestehendem Vorhofflimmern, erst eine minimal-invasive chirurgische Ablation durchgeführt. In einem zweiten Schritt werden dann mittels Katheterablation noch mögliche vorhandene Vorhofflimmerpotentiale ausgeschaltet. Durch die Kombination der beiden Verfahren, werden selbst bei diesem schwierigen Patientenkollektiv sehr gute Erfolgsraten erzielt.

    Vorhofohr-Clip
    Bei Patienten mit Vorhofflimmern und einer Unverträglichkeit gegen blutverdünnende Medikamente, kann das linke Vorhofohr als Ursache für Schlaganfälle ausgeschalten werden. Hierbei wird über eine endoskopische Technik, ohne Eröffnung des Brustkorbs, ein Clip (Atriclip) auf das linke Herzohr gesetzt, sodass dieses komplett an der Basis verschlossen ist. Hierdurch können sich keine Blutgerinnsel mehr im Vorhofohr bilden und das Schlaganfallrisiko kann hierdurch erheblich gesenkt werden.

    Kontakt

    Simon Pecha
    Dr. med.
    Simon Pecha

    Chirurgische Ablation

    Chirurgische Ablation

  • Herzschrittmacher- und ICD Therapie sowie Sondenextraktion

    Die Anzahl an Herzschrittmacher- sowie Defibrillator Implantationen hat in den letzten Jahren stark zugenommen und in Deutschland werden derzeit jährlich rund 110000 neue Schrittmacher-und ICD Systeme implantiert. Im Zuge dessen ist auch die Anzahl an Elektroden und Devices gestiegen, welche aus unterschiedlichen Gründen wie z.B. Systeminfektionen oder Elektrodendefekten entfernt werden müssen. Als spezialisiertes Zentrum verfügen wir in unserer Klinik über eine langjährige Erfahrung und bieten in Zusammenarbeit mit der Klinik für Elektrophysiologie das gesamte Spektrum der Implantation sowie Entfernung von Schrittmacher- und ICD Systemen an.

    Behandlungsspektrum

    - Implantation und Wechsel von Herzschrittmachern und ICDs

    - Revisionen und Systemumwandlungen von Herzschrittmachern und ICDs

    - Minimal-invasive (endoskopische) epikardiale Sondenanlage

    - Sondenentfernung mittels

    • Innerer Schienung (Lead Locking Devices)
    • Excimer Laser Technologie
    • Mechanischer Extraktionsschleusen
    • Extraktionsschlingen
    • Offenen herzchirurgischen Verfahren

    Kontakt

    Samer Hakmi
    Dr. med.
    Samer Hakmi
    • Facharzt für Herzchirurgie
    Simon Pecha
    Dr. med.
    Simon Pecha

    Herzschrittmacher- und ICD Implantation sowie Revision

    Wir bieten in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie mit Schwerpunkt Elektrophysiologie die Möglichkeit zur Implantation sowie zum Wechsel von Einkammer-, Zweikammer und biventrikulären Herzchrittmacher- und ICD Systemen an. Desweiteren haben wir uns auf Revisionen und Systemumwandlungen von Schrittmacher und ICDs spezialisiert. Ist eine transvenöse Schrittmacherimplantation nicht möglich, bieten wir die Möglichkeit der minimal-invasiven epikardialen Sondenanlage. Hierbei können die Elektroden entweder endoskopisch über ein sogenanntes Schlüssellochverfahren oder durch eine linkslaterale Mini-Thorakotomie implantiert werden.

    Sondenentfernung

    Die Entfernung von Elektroden stellt gerade bei langjährig implantierten Sonden oder mehreren implantierten Elektroden eine große Herausforderung dar. Zur Entfernung dieser Sonden, sind eine große Erfahrung und ein speziell dafür ausgebildetes Team notwendig. Wir haben uns auf die minimal-invasive interventionelle Entfernung dieser Sonden spezialisiert und wenden hierbei je nach Bedarf die jeweils notwendigen Instrumente zur Elektrodenextraktion an.

    Sondenentfernung

    Zur Erhöhung von Patientensicherheit und Effizienz werden alle Sondenextraktionen in einem mit modernster Technik ausgestatteten Hybrid-OP durchgeführt. Dies ermöglicht eine verbesserte intraoperative Diagnostik sowie Prozedursteuerung mittels modernster Durchleuchtungsanlagen sowie 3D-Echokardiographie.

    Präoperative Diagnostik vor der Sondenextraktion (3D CT)

    Präoperative Diagnostik vor der Sondenextraktion (3D CT)

    Innere Schienung (Lead Locking Device)

    Durch sogenannte Lead Locking Devices, welche in das Innenlumen der Sonde eingeführt werden, kann eine Stabilisierung und Fixierung der Sonden auf der kompletten Länge erreicht werden. Dies ermöglicht in vielen Fällen die Möglichkeit der Elektrodenentfernung durch manuellen Zug an der Elektrode.

    Excimer Laser Technologie

    Wir verfügen über eine große Expertise im Bereich der Sondenentfernung und haben in den letzten Jahren über 1000 Elektroden Mithilfe der Excimer Laser Technologie entfernt. Die Laser Technologie bietet gerade bei langjährig implantierten Sonden eine große Effizienz und Sicherheit. Durch die Laser Energie können selbst starke Verwachsungen gelöst werden und sogar verschlossene Venen können wiedereröffnet werden. Als Schulungszentrum bieten wir immer wieder Fortbildungen zur Sondenextraktion mittels Laser Technologie für ärztliche Kollegen an.

    Laser Sondenextraktion unter Durchleuchtungskontrolle

    Laser Sondenextraktion unter Durchleuchtungskontrolle

    Mechanische Extraktionsschleusen

    Bei besonders starken Verkalkungen kann der Einsatz von mechanischen Extraktionsschleusen notwendig werden. In Kombination mit der intraoperativen diagnostischen Venographie kann die Lokalisation von Verkalkungen dargestellt werden und somit ein gezielter und sicherer Einsatz der mechanischen Extraktionsschleusen ermöglicht werden.

    Mechanische Sondenextraktion unter Durchleuchtungskontrolle

    Mechanische Sondenextraktion unter Durchleuchtungskontrolle

    Extraktionsschlingen

    Bei verbliebenen Elektrodenresten oder venösen Kathetern bieten wir die Bergung mittels verschiedener interventioneller Techniken in Kombination mit Extraktionsschlingen an. Besonders bei infizierten Systemen ist eine vollständige Elektrodenentfernung notwendig um kontinuierliche Infektionen zu vermeiden.

    Offen chirurgische Sondenentfernung

    Durch die Kombination der oben genannten Verfahren kann in mehr als 95% der Fälle eine komplette Sondenentfernung erreicht werden. Sollte eine interventionelle Sondenextraktion nicht zum Erfolg führen, bieten wir die offen chirurgische Sondenentfernung unter Einsatz der Herzlungenmaschine an. Dieses Verfahren ist in der Regel nur bei gleichzeitiger Notwendigkeit anderer herzchirurgischer Operationen (Klappen- oder Bypasschirurgie) indiziert. Des Weiteren wird sie bei sehr großen, interventionell nicht entfernbaren Vegetationen angewendet.

    Forschung

    Im Rahmen der Forschung beschäftigen wir uns mit der Optimierung der Entfernung langjährig implantierter Sonden unter Zuhilfenahme verschiedener Extraktionsinstrumente. Ein weiterer klinischer Forschungsschwerpunkt liegt bei der Versorgung von Patienten mit infizierten Herzschrittmachern, ICD- oder CRT-Systemen. Sowohl die Überbrückung nach der Explantation mit einem temporären, transcutanen (von außen auf der Haut liegenden) Herzschrittmacher als auch die Versorgung mit einem tragbaren Defibrillator stehen hier im Mittelpunkt.

    Intraoperative Venographie zur Darstellung von Verwachsungen

    Intraoperative Venographie zur Darstellung von Verwachsungen
  • Kontakt

    Sonja Schrepfer
    Prof. Dr. med.
    Sonja Schrepfer