Unsere Leistungsschwerpunkte

Modernste Untersuchungs- und Therapiemethoden ermöglichen die Behandlung des gesamten Spektrums des herz- und gefäßchirurgischen Erkrankungen. Besonders große Erfahrung besteht in der modernen Therapie erkrankter Herzgefäße mit arteriellen Bypässen.

Bei dieser Operation kann sehr häufig auf den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden. Weiterer Schwerpunkt ist die Reparatur von defekten Herzklappen. Dieses Verfahren wird zur Operation der Mitralklappe wesentlich häufiger angewandt als der Herzklappen-Ersatz. Viele Operationen werden derzeit minimal-invasiv unter Verwendung von kleinen Schnitten (Schlüsselloch-Operation) durchgeführt. Zunehmend ist der Anteil der Patient:innen, die intraoperativ auch ein Ablationstherapie bei Vorhofrhythmusstörungen erhalten.

  • ERAS - Enhanced Recovery After Surgery

    Für Patient:innen, bei denen eine strukturelle Herzerkrankung diagnostiziert wurde bzw. eine herzchirurgische Operation notwendig ist, bieten wir das ERAS-Programm an. Dieses Konzept zielt auf die Genesung und Wiederherstellung der Selbstständigkeit und Mobilität nach einer Operation ab. Durch standardisierte, wissenschaftlich fundierte Behandlungsabläufe soll unter anderem das Komplikationsrisiko nach einer Operation gesenkt und eine schnellere Entlassung ermöglicht werden.

    Durch einen vorstationären Termin einige Tage bis Wochen vor der geplanten Operation (prästationärer Termin), haben unsere Patient:innen die Möglichkeit, das interprofessionelle Team kennenzulernen, Fragen zu stellen und ausführliche Informationen zum Behandlungsprozess zu erhalten. Uns ist es wichtig, dass sich unsere Patient:innen vorab ein Bild von unserem Haus, ihrer Diagnose, den möglichen Versorgungskonzepten und dem interprofessionellen Team machen, um gut vorbereitet und mit einem sicheren Gefühl in unserem Haus versorgt zu werden.

    Vorgespräch (Prästationärer Termin)

    Bevor Sie für eine geplante herzchirurgische Operation stationär aufgenommen werden, laden wir Sie zu einem Vorgespräch in unsere Klinik ein. Wir freuen uns, wenn Sie dazu eine Person Ihres Vertrauens mitbringen. An diesem Tag werden Sie Kontakt mit Vertreter:innen der verschiedenen Professionen haben, die an Ihrer Behandlung beteiligt sind. Außerdem werden alle Untersuchungen durchgeführt, die für die geplante Operation notwendig sind. Zu unserem interprofessionellen ERAS-Team gehören:

    • ERAS-Nurse
    • Herzchirurgie
    • Anästhesie
    • Physiotherapie
    • Reha-Management
    • Psychosomatik

    Die ERAS-Nurse, Ihre Ansprechpartnerin während des gesamten Verfahrens, begleitet Sie durch den prästationären Tag. Sie koordiniert zum einen die geplanten Untersuchungen und Gespräche. Zum anderen erhalten Sie von ihr Informationen über die bestmögliche individuelle Vorbereitung auf die Operation und den weiteren Verlauf.

    Die Kolleg:innen der Herzchirurgie und der Anästhesie erklären Ihnen die Operation im Detail und beantworten alle Fragen, die Sie für Ihren stationären Aufenthalt haben. Nach Sichtung aller Untersuchungsbefunde erfolgt eine ausführliche ärztliche Aufklärung über den geplanten Eingriff. Alle Eingriffe werden in Vollnarkose durchgeführt.

    Unsere Physiotherapeut:innen zeigen Ihnen Übungen, die Sie darauf vorbereiten sollen, wie Sie sich nach der Operation mobilisieren können. Außerdem werden Ihnen Atemtrainingsübungen gezeigt, die Sie nach der Operation selbstständig durchführen können.

    Die Kolleg:innen der Psychosomatik helfen Ihnen, sich auch auf psychischer Ebene auf die Herzoperation vorzubereiten und diese auch postoperativ mental zu verarbeiten.

    Nach der Operation haben Sie Anspruch auf eine Rehabilitation. Die Kolleg:innen unseres Reha-Managements beraten Sie, welche Rehabilitationseinrichtungen für Sie in Frage kommen. Sie organisieren bereits einen Termin und die Kostenübernahme, damit Sie möglichst zeitnah nach dem Krankenhausaufenthalt weiterbehandelt werden können.

    Nach der OP

    Nach der Operation verbringen Sie eine Nacht auf der Intensiv- oder Überwachungsstation. Dort werden Sie bereits wenige Stunden nach der Operation in Zusammenarbeit mit der Physiotherapie und der Pflege mobilisiert. Ziel ist es, Sie so früh wie möglich zur selbständigen Mobilisation zu befähigen. Hier können Sie die Übungen aus dem Vorgespräch anwenden. Des Weiteren werden im Rahmen der ERAS Versorgung Zu- und Ableitungen (ZVK, Drainagen etc.) so früh wie möglich entfernt. Am Tag nach der Operation werden Sie auf die herzchirurgische Normalstation zurückverlegt. In den Tagen nach der Operation steht die frühzeitige Genesung und Mobilisation im Vordergrund, so dass Sie bereits nach wenigen Tagen nach Hause oder in eine Anschlussheilbehandlung entlassen werden können.

    Ziel des ERAS-Programms

    Das Hauptziel von ERAS ist es, Sie so schnell wie möglich wieder selbstständig und mobil zu machen und dabei ein hohes Maß an medizinischer Sicherheit zu gewährleisten. Durch frühzeitige Mobilisation und intensive Vorbereitung möchten wir erreichen, dass Sie sich sicher fühlen und optimal auf die Operation und die Zeit danach vorbereitet sind. Wenn Sie weitere Informationen wünschen oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an unsere ERAS-Nurse oder ein anderes Mitglied des ERAS-Teams. Wir sind für Sie da, um Ihre Genesung zu unterstützen und Ihnen das bestmögliche Behandlungsergebnis zu gewährleisten

    Abbildung 1: ERAS Behandlungspfad
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    Abbildung 1: ERAS Behandlungspfad
    Abbildung 2: Körperliche und mentale Erholung durch ERAS
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    Abbildung 2: Körperliche und mentale Erholung durch ERAS
    Abbildung 3: ERAS Zertifikat des UHZ
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    Abbildung 3: ERAS Zertifikat des UHZ

    Kontakt

    Johannes Petersen
    Priv.-Doz. Dr. med.
    Johannes Petersen
    MHBA
    • Personaloberarzt
    • Leitung minimal-invasive / rekonstruktive Aortenklappenchirurgie
    • Leiter ERAS- und SDS-Programm
    • Facharzt für Herzchirurgie
    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.006
  • SDS – Same Day Surgery

    Im Rahmen des ERAS-Programms bieten wir optional die Same Day Surgery (SDS) an. Da bereits alle notwendigen Untersuchungen und Vorbereitungen auf die Operation im Rahmen des prästationären Termins erfolgt sind, können Sie erst am Morgen des Operationstages zu uns kommen. An diesem werden Sie abschließend vorbereitet und gehen direkt in den Operationssaal. Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass Sie sich vor der Operation zu Hause im Rahmen eines prästationären Termins optimal vorbereiten können und kein Krankenhausaufenthalt vor der OP benötigen. Dadurch können Sie auch die Nacht vor der Operation zu Hause im Beisein Ihrer Angehörigen verbringen. Zudem entfallen jegliche Wartezeiten vor der Operation, da Sie nach Ihrer Ankunft im Krankenhaus unmittelbar in den Operationssaal gebracht werden.

    Kontakt

    Johannes Petersen
    Priv.-Doz. Dr. med.
    Johannes Petersen
    MHBA
    • Personaloberarzt
    • Leitung minimal-invasive / rekonstruktive Aortenklappenchirurgie
    • Leiter ERAS- und SDS-Programm
    • Facharzt für Herzchirurgie
    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.006
  • Aortokoronare Bypassoperation

    Das Herz hat aufgrund der ständigen mechanischen Beanspruchung einen hohen Sauerstoff- und Nährstoffbedarf, welcher über die Herzkranzgefäße (Koronargefäße), die an der Oberfläche des Herzmuskels verlaufen gewährleistet wird. Infolge bestimmter Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder familiärer Veranlagung, manchmal aber auch ohne erkenntliche Vorerkrankungen kann es zu Einengungen (Stenosen) dieser Gefäße kommen, der sogenannten koronaren Herzerkrankung (KHK).

    Diese führt zu einer Minderdurchblutung des Herzens, welche sich durch Angina pectoris (Brustenge, stechende Schmerzen in der Brust, Luftnot, Übelkeit, etc.) häufig zunächst bei Belastung, dann aber auch in Ruhe bemerkbar machen kann. In bestimmten Fällen wird dann eine Bypass-Operation notwendig. Häufig wird die Operation unter Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt, welche für die Dauer des Eingriffes die Funktion des stillgestellten Herzens und der Lungen übernimmt.

    Es kommen in erster Linie körpereigene Gefäße in Betracht. Routinemäßig wird die linke, in der Mehrzahl der Fälle auch die rechte Brustwandarterie verwendet. Selten kommen Venen von der Innenseite des Beines (vena saphena magna) oder Armarterien (arteria radialis) in Betracht. Diese beiden Gefäße können komplett endoskopisch entnommen werden. Die Bypässe werden hinter den Einengungen der Herzkranzgefäße aufgenäht und leiten so den vormals unterversorgten Herzmuskelarealen wieder ausreichend Blut zu.

    Total- und vorwiegend arterielle Myokardrevaskularisation

    Im Langzeitverlauf zeigt sich nach zehn und mehr Jahren ein Vorteil für arterielle Bypässe gegenüber solchen aus Venen hinsichtlich der Offenheitsrate. Dies bedeutet für den Patienten ein längeres beschwerdefreies Intervall ohne Notwendigkeit erneuter Eingriffe. Dieser Effekt liegt insbesondere bei Verwendung beider Brustwandarterien vor, mit denen auch drei und mehr Herzkranzgefäße versorgt werden können. Ein weiterer Vorteil dieser Technik besteht in der Vermeidung einer neuen Verbindung zur Hauptschlagader, wodurch das Embolierisiko bei Manipulationen an dieser verringert wird. Sollte aufgrund der Lage der Herzkranzgefäße oder andere patientenspezifischer Merkmale eine arterielle Revaskularisation nur mit beiden Brustwandarterien nicht möglich sein, steht noch die Unterarmarterie zur Verfügung.

    Im UHZ steigt der Anteil voll-arteriell versorgter Patienten stetig an. Mittlerweile hat sich auch in größeren Studien gezeigt, dass die Verwendung beider Brustwandarterien mit Ausnahme von bestimmten Risikogruppen die Wundheilung nicht beeinträchtigt und somit ohne zusätzliche Risiken für die Patienten ist.

    Die Anlage der Bypässe kann auch voll-arteriell sowohl konventionell, als auch ohne Herz-Lungen Maschine, am schlagenden Herzen erfolgen.

    Bypass-Operationen ohne Herz-Lungen Maschine (OPCAB)

    (engl.: Off-Pump-Coronary-Artery-Bypass, OPCAB)

    Durch ein standardisiertes Verfahren, in dem im Team zusammen mit der Anästhesie das Management der Patienten während der Operation optimiert wurde, können alle geplanten Bypass-Operationen auch ohne Herz-Lungen Maschine durchgeführt werden. Dies ist insbesondere bei Patienten von Vorteil, die aufgrund von Begleiterkrankungen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen durch die Herz-Lungen Maschine aufweisen.

    Am UHZ ist die Bypassanlage ohne Herz-Lungen Maschine, das sogenannte OPCAB-Verfahren, mittlerweile Standard. Es wird noch ein weiterer Anstieg angestrebt. Hierbei werden die Patienten natürlich auch mit arteriellen Bypässen versorgt. Die Anzahl der angelegten Bypässe unterscheidet sich ebenfalls nicht vom konventionellen Verfahren: Es wird ebenso eine vollständige Revaskularisation aller betroffenen Herzkranzgefäße angestrebt und auch durchgeführt.

    AG Koronarchirurgie

    AG Koronarchirurgie

    AG Koronarchirurgie

    Kontakt

    Beate Reiter
    Dr. med.
    Beate Reiter
    • Fachärztin für Herzchirurgie
    • Fachärztin für Intensivmedizin
    • Hygienebeauftragte
    Björn Sill
    Dr. med.
    Björn Sill
    • Stellvertretender Klinikdirektor
    • Leiter Lungentransplantation & Koronarchirurgie
    • Facharzt für Herzchirurgie
    Standort

    O60 , 2. Etage, Raumnummer 02.4.035
    Svante Zipfel
    Kontakt

    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.028
  • Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion (MIC MKR)

    Das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum Hamburg genießt einen internationalen Ruf als Klinik mit einem besonderen Schwerpunkt auf moderner, minimal-invasiver Herzchirurgie. Der Erhalt und die Rekonstruktion der Mitralklappe in minimal-invasiver Technik wird an unserer Klinik als Standardverfahren durchgeführt. Bei diesem Vorgehen wird der Zugang zum Herzen über einen Zwischenrippenraum im Bereich des rechten Brustkorbes gewählt wird und der Eingriff unter Zuhilfenahme eines 3D Endoskops durchgeführt. Auf eine Spreizung der Rippen kann gänzlich verzichtet werden. Diese hochentwickelte OP-Technik wird weltweit nur von wenigen Kliniken angeboten. So kann die Rekonstruktion der Mitralklappe in einem für den Patienten schonenden Verfahren mit überdies exzellentem kosmetischem Ergebnis durchgeführt werden. Zusätzliche Eingriffe wie die Rekonstruktion der Trikuspidalklappe oder die Vorhofablation bei Vorhofflimmern können durch diesen Zugangsweg begleitend mit durchgeführt werden. Durch die hohe Expertise des Universitären Herz- und Gefäßzentrums können inzwischen über 90% aller Mitralklappen rekonstruiert werden, nur selten muss die Herzklappe ersetzt werden.

    Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion

    Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion (MIC MKR)
    Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion

    Minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion

    Minimal-invasiver Aortenklappenersatz (MIC AKE)

    Bei den meisten Patienten, die einen isolierten Aortenklappenersatz benötigen, kann heutzutage auf die vollständige Längseröffnung des Brustbeines verzichtet werden. Die Darstellung der Aortenwurzel kann über eine sogenannte partielle obere Sternotomie, also eine Durchtrennung lediglich des oberen Anteils des Brustbeines erfolgen. Alternativ kann bei geeigneter Anatomie auch ein Zugang durch den zweiten Zwischenrippenraum unterhalb des rechten Schlüsselbeines gewählt werden, hierbei bleiben die knöchernen Strukturen des Brustkorbes vollständig intakt. Vorteilhaft ist bei diesen schonenden, minimal-invasiven Verfahren, dass die Patienten so von einem schnelleren Heilungsverlauf profitieren. Auch der Blutverlust und das Ausmaß post-operativer Schmerzen sind nach minimal-invasivem Vorgehen deutlich geringer. Am Universitären Herzzentrum Hamburg ist ein minimal-invasives Vorgehen beim isolierten Aortenklappenersatz mittlerweile zum Standardverfahren geworden und wird bei der weit überwiegenden Mehrzahl der Patienten angewendet.

    Minimal-invasiver Aortenklappenersatz

    Minimal-invasiver Aortenklappenersatz (MIC AKE)

    Kontakt

    Benjamin Kloth
    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.028
    Anton Tomšič
    Kontakt

    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.027
  • Minimal-invasive Bypass-Operation (MIDCAB Verfahren)

    Sind bei Patienten isoliert die Herzkranzgefäße der Herzvorderwand betroffen, kann der chirurgische Zugang zum Herzen alternativ zur Längseröffnung des Brustbeins auch durch eine sogenannte anterolaterale Minithorakotomie erfolgen (MIDCAB Verfahren, Minimally-invasive direct coronary artery bypass grafting). Hierbei wird über einen wenige Zentimeter langen Schnitt ein Zwischenrippenraum im Bereich des linken Brustkorbes unmittelbar über dem Herzen eröffnet. Über diesen Zugangsweg erfolgt dann die Präparation der linken inneren Brustwandarterie und Anlage des Bypasses ohne Verwendung der Herzlungenmaschine. Durch dieses Vorgehen ist der postoperative Heilungsverlauf deutlich schneller, so dass die Patienten die Klinik häufig bereits nach wenigen Tagen wieder verlassen können.

    Minimal-invasive Bypass-Operation (MIDCAB Verfahren)

    Minimal-invasive Bypass-Operation (MIDCAB Verfahren)

    Hybridrevaskularisation

    Dem interdisziplinären Ansatz des Universitären Herzzentrums Hamburg folgend werden komplexe Krankheitsfälle von Herzchirurgen und Kardiologen gemeinsam diskutiert, um das ideale, individuelle Behandlungskonzept für den jeweiligen Patienten zu ermitteln. In ausgewählten Fällen kommt ein sogenanntes Hybridverfahren zum Einsatz, bei dem eine minimal-invasive Bypassversorgung (MIDCAB Verfahren) mit einem kathetergestützten Verfahren (Ballondilatation, Stentimplantation) kombiniert wird. Diese Art des Eingriffes findet in einem neuen, mit hochmoderner Technik ausgestatteten Hybrid-Operationssaal statt.

    Kontakt

    Benjamin Kloth
    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.028
  • Kathetergestützte Herzklappentherapie

    Neben der chirurgischen Versorgung von Herzklappenerkrankungen, die den Einsatz der extrakorporalen Zirkulation („Herz- Lungen-Maschine“) sowie die Eröffnung des Thorax über eine Brustbeineröffnung oder die Eröffnung eines Zwischenrippenraums (minimal-invasiver, chirurgischer Zugang) beinhalten, werden an der Klinik für Herzchirurgie in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie des Universitären Herz- und Gefäßzentrums Hamburg (UHZ), alle gängigen katheter-gestützten Herzklappentherapien am schlagenden Herzen angeboten. Unser Zentrum nimmt hierbei seit vielen Jahren eine Vorreiterrolle bei der Etablierung dieser Therapien in den klinischen Alltag ein und ist an zahlreichen Studien führend beteiligt. Die Vorteile der katheter-gestützten Herzklappentherapien sind hierbei die schnellere Rekonvaleszenz nach erfolgtem Eingriff durch die Vermeidung einer Narkose (OP unter Lokalanästhesie), Vermeidung einer Thoraxeröffnung und Vermeidung eines intensivstationären Aufenthalts. Der Großteil der Patienten kann die Klinik bereits wenige Tage nach der Prozedur bereits wieder in die Häuslichkeit verlassen.

    Die angebotenen Therapien umfassen hierbei:

    Aortenklappe

    • Transkatheter Aortenklappenimplantation („TAVI“) zur Therapie der Aortenklappenstenose, in ausgewählten Fällen zur Therapie der Aortenklappeninsuffizienz, mit ballon- und selbst-expandierenden Prothesen
    • Valve-in-Valve Prozeduren zur Therapie degenerierter biologischer Herzklappenprothesen in Aortenklappenposition mit Einsatz neuester Techniken zur Optimierung der Ergebnisse (BASILICA, Bioprosthetic Stent fracture)
    • Ca. 99% aller TAVI Prozeduren am UHZ werden in Lokalanästhesie über den transfemoralen Zugang (Leistenschlagader) angeboten, in Sonderfällen wird die Herzklappe über die Schlüsselbeinarterie (in Lokalanästhesie) oder die Herzspitze („transapikal“ in Vollnarkose) eingebracht
    • In speziellen Fällen kommen Systeme zum Schutz vor Schlaganfällen zum Einsatz (cerebrale Emboliprotektion)

    Das TAVI Verfahren wird in einem hochmodernen Hybrid-Operationssaal durch ein spezialisiertes, interdisziplinäres Team aus Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten durchgeführt. Hierdurch wird die größtmögliche Sicherheit für den Patienten gewährleistet. Mit derzeit über 500 Prozeduren im Jahr zählt das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum Hamburg zu den größten Programmen überhaupt. Diese große Erfahrung erhöht die Sicherheit des Verfahrens und kommt unseren Patienten zugute.

    Mitralklappe

    • TEER/ Clipping: Transkatheter edge-to-edge repair zur Therapie der Mitralklappeninsuffizienz über die Leistenvene
    • TMVI: Transkatheter Mitralklappenimplantation unter Verwendung biologischer Prothesen über die Leistenvene oder die Herzspitze
    • Valve-in-Ring/ Valve-in-Valve Prozeduren in Mitralklappenposition: bei bereits erfolgten offen chirurgischen Operationen an der Mitralklappe und einer erneuten Insuffizienz bzw. Degeneration der Mitralklappe (nach Anuloplastie) bzw. der eingebrachten Bioprothese kann ein erneuter Eingriff durch das katheter-gestützte Einbringen einer Bioprothese, die in den Anuloplastiering bzw. die vorhandene Bioprothese verankert wird, vermieden werden. Hierbei kommen neueste Systeme und Techniken (LAMPOON) zum Einsatz um die Sicherheit und Anwendbarkeit der Prozedur zu gewährleisten

    Beim Einsatz der TEER Prozedur kann der behandelnde Arzt einen kleinen Clip am schlagenden Herzen zwischen die beiden Segel der Mitralklappe setzen. Ein solcher Clip kann gesetzt werden ohne dass der Brustraum chirurgisch eröffnet werden muss und ohne den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Hierbei wird mit Hilfe eines kleinen Katheters über eine Leistenvene echokardiographisch in das linke Herz gesteuert. Der Clip befindet sich an der Spitze eines solchen Katheters und wird unter Ultraschall-Steuerung platziert. Vielen Patienten, für die eine Operation an der Mitralklappe zu belastend wäre, kann somit auf schonende Weise geholfen werden. Das TEER Verfahren wurde in Europa zuerst am UHZ angewendet, seither sind hier weltweit die meisten Patienten behandelt worden. Diese große Erfahrung erhöht die Sicherheit und die Erfolgsaussichten des Verfahrens und kommt unseren Patienten zu Gute. Ebenso nimmt unser Zentrum eine Vorreiterrolle im Bereich TMVI ein.

    Trikuspidalklappe

    • TEER/Clipping: Transkatheter edge-to-edge repair zur Therapie der Trikuspidalklappeninsuffizienz über die Leistenvene
    • TTVR: Transkatheter Trikuspidalklappenersatz zur Therapie der Trikuspidalklappeninsuffizienz bei Patienten bei denen aus anatomischen Gründen das TEER Verfahren nicht zum Einsatz kommen kann

    Die katheter-gestützte Behandlung der Trikuspidalklappeninsuffizienz ist ein vergleichsweise neues Verfahren. Bei Patienten, bei denen eine chirurgische Behandlung der Trikuspidalklappeninsuffizienz nicht möglich ist, kann diese Herzklappe mittels Clipverfahren oder kompletten Ersatz mittels einer biologischen Prothese behandelt werden. Der Eingriff zeichnet sich durch eine schnelle Rekonvaleszenz und ein exzellentes Sicherheitsprofil aus.

    Die Behandlung erfolgt nach ausführlicher Diagnostik die individualisierte Besprechung eines jeden Falls in unserer interdisziplinären Konferenz. Auf dieser Basis wird entschieden, ob eine chirurgische, interventionelle oder nur medikamentöse Therapie das beste Verfahren darstellt.

    Kontakt

    Andreas Schäfer
    Priv.-Doz. Dr. med.
    Andreas Schäfer
    MHBA
    • Oberarzt
    • Leiter des Programms für Strukturelle Herzerkrankungen
    • Facharzt für Herzchirurgie
  • Mininmal-invasive Aortenklappenrekonstruktion und Behandlung bikuspider Aortenklappen

    Durch die Weiterentwicklung minimal-invasiver und rekonstruktiver Verfahren haben klappenerhaltendeOperationen bei Aortenklappeninsuffizienz (Undichtigkeit) und bikuspider Aortenklappenerkrankung zunehmendan Bedeutung gewonnen. Sie bilden heute einen zentralen Bestandteil des Behandlungskonzeptsdes Universitären Herz- und Gefäßzentrums.

    Am UHZ wurde auf Basis einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit ein spezialisiertes Behandlungskonzeptfür die Aortenklappeninsuffizienz entwickelt. Dieses umfasst minimal-invasive klappenerhaltendeOperationsverfahren sowie eine differenzierte Therapie der häufig begleitenden Erweiterung der Hauptschlagader.

    Ergänzt wird das Konzept durch eine interdisziplinär von Kardiologie und Herzchirurgie geführte BAVSprechstunde.In dieser werden Patient:innen mit Aortenklappeninsuffizienz oder bikuspider Aortenklappenerkrankungjeden Montag individuell und ganzheitlich beraten (Kontakt: +49 (0) 40 7410 - 55873 ).

    Rekonstruktion der Aortenklappe

    Das Ziel der Aortenklappenrekonstruktion ist der Erhalt der eigenen, nativen Aortenklappe. Die Wahl desgeeigneten Operationsverfahrens bei Aortenklappeninsuffizienz bzw. bikuspider Aortenklappe erfolgt gemeinsammit den Patient:innen und orientiert sich an ihren individuellen Bedürfnissen. Ein wesentlicherVorteil der Aortenklappenrekonstruktion gegenüber dem Ersatz durch eine Herzklappenprothese ist, dasssämtliche Komplikationen, die mit Herzklappenprothesen assoziiert sind, vermieden werden. Dazu zählenbeispielsweise eine lebenslange Blutverdünnung (Marcumar) oder Klappengeräusche bei mechanischenProthesen sowie die begrenzte Haltbarkeit biologischer Prothesen.

    Eine Aortenklappenrekonstruktion ist insbesondere bei überwiegender Aortenklappeninsuffizienz möglichund stellt vor allem für jüngere Patient:innen eine sinnvolle Behandlungsoption dar. Ursache der Undichtigkeitist häufig eine Erweiterung des Klappenrings und/oder Veränderungen der Klappentaschen (sog.Prolaps), die zu einem unvollständigen Klappenschluss führen. Ziel der Operation ist die Wiederherstellungder natürlichen Klappengeometrie und natürliche Flussverhältnisse im Bereich der Aortenklappe und Hauptschlagader.

    Das operative Vorgehen richtet sich nach dem individuellen Mechanismus der Undichtigkeit und wird mittelsUltraschalluntersuchung des Herzens sowie ergänzender bildgebender Verfahren (CT und/oder MRT) bestimmt. In der Regel umfasst die Rekonstruktion die Korrektur der Klappentaschen sowie die Stabilisierungdes erweiterten Klappenrings (Abbildung 1). Die langfristigen Ergebnisse sowie die hämodynamischenEigenschaften nach einer Aortenklappenrekonstruktion sind insgesamt sehr gut (Abbildung 2).

    Am Universitären Herz- und Gefäßzentrum führen wir Aortenklappenrekonstruktionen seit vielen Jahrenroutinemäßig minimalinvasiv durch (Abbildung 3 und 4). Dabei wird lediglich das obere Drittel des Brustbeinseröffnet (partielle obere Sternotomie). Dieser schonende Zugangsweg ermöglicht eine schnellere Erholungbei gleichzeitig gutem kosmetischem Ergebnis. Bei Bedarf kann im selben Eingriff auch der aufsteigendeAnteil der Hauptschlagader (Aorta ascendens) ersetzt werden.

    Aortenwurzel-Operation bei bikuspider Aortenklappe

    Bei einer bikuspiden Aortenklappe ist häufig nicht nur die Klappe selbst undicht, sondern es liegt auch eineErweiterung der Aortenwurzel oder der aufsteigenden Hauptschlagader vor. In diesen Fällen stellt die David-oder Yacoub-Operation eine besondere Form des Aortenklappen-erhaltenden Ersatzes der Aortenwurzeldar, sofern die eigene Klappe rekonstruktionsfähig ist (Abbildung 5).

    Im Rahmen dieses Verfahrens wird die erweiterte Aortenwurzel durch eine Gefäßprothese ersetzt, währenddie bikuspide Aortenklappe wieder in diese Prothese eingesetzt wird. Das Ziel besteht darin, die Klappenfunktiondauerhaft zu stabilisieren und den erweiterten Teil der Hauptschlagader vollständig zu ersetzen.

    Die Entscheidung für diese Operation erfolgt individuell auf Grundlage einer detaillierten bildgebenden Diagnostik(CT und/oder MRT) sowie der interdisziplinären Beurteilung im spezialisierten Team. Als rekonstruktivesVerfahren innerhalb des Behandlungskonzepts der Aortenklappeninsuffizienz bei bikuspider Aortenklappebietet die David- bzw. Yacoub-Operation eine nachhaltige und schonende Behandlungsoptionmit sehr guten Langzeitergebnissen.

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    Abbildung 1:
    Schematische Darstellung der Rekonstruktion einer bikuspiden Aortenklappe mit Plikationsnähten der fusionierten Tasche
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    Abbildung 2:
    4D-Fluss-MRT-basierte Charakterisierung der Flussdynamik bei einem 24-jährig. Pat. mit bikuspider Aortenklappe vor(a) und nach(b) Aortenklappenrekonstruktion
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    Abbildung 3:
    Schematische Darstellung eines minimalinvasiven Zugangsweges im Rahmen einer Aortenklappenrekonstruktion
    Abbildung 4:
    Kosmetisches Ergebnis nach einer Aortenklappenrekonstruktion über einen minimalinvasiven Zugangsweg

    Kontakt

    Björn Sill
    Dr. med.
    Björn Sill
    • Stellvertretender Klinikdirektor
    • Leiter Lungentransplantation & Koronarchirurgie
    • Facharzt für Herzchirurgie
    Johannes Petersen
    Priv.-Doz. Dr. med.
    Johannes Petersen
    MHBA
    • Personaloberarzt
    • Leitung minimal-invasive / rekonstruktive Aortenklappenchirurgie
    • Leiter ERAS- und SDS-Programm
    • Facharzt für Herzchirurgie
    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.006
    Sina Stock
    Priv.-Doz. Dr. med.
    Sina Stock
    • Oberärztin
    • Leitung minimal-invasive / rekonstruktive Aortenklappenchirurgie
    • Leiterin ERAS- und SDS-Programm
    • Fachärztin für Herzchirurgie
    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.008
  • Die Therapie von Erkrankungen der Aortenklappe, insbesondere bei jungen Erwachsenen (< 65 Jahre), bedarf eines interdisziplinären Expertenteams. Die Entscheidung über die Wahl des Operationsverfahren sollte gemeinsam mit den informierten Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse erfolgen.

    Die aktuellen Empfehlungen der europäischen kardiologisch sowie kardiochirurgischen Gesellschaften empfehlen bei jungen Erwachsenen die mechanische Aortenklappenprothese. Der primäre Vorteil der mechanischen Aortenklappenprothesen ist ihre Haltbarkeit. Allerdings erfordern diese, aufgrund ihrer erhöhten Neigung zu Blutgerinnseln (Thrombogenität), eine lebenslange Blutverdünnung. Durch stetige Blutwert (INR)-Kontrollen, hörbare Klappengeräusche und das Risiko für Blutungs- sowie thromboembolische Komplikationen kann die Lebensqualität beeinträchtigt werden. Auf Basis einer statistischen Metaanalyse resultiert eine mechanische Aortenklappenprothese, z.B. für einen 45-jährigen Patienten, in eine geschätzte Lebenserwartung von 19 Jahren (im Vergleich dazu die Allgemeinbevölkerung: 34 Jahre) und in ein lebenslanges Risiko für Thromboembolien, Blutungen und erneute Eingriffe von 10-18 Prozent.

    Während die biologische Prothese keine lebenslange Blutverdünnung notwendig macht, führt sie zu einer altersabhängigen Degeneration mit konsekutiver Notwendigkeit einer erneuten Operation. Nach biologischem Aortenklappenersatz bei Patientinnen und Patienten unter 60 Jahren liegt das Risiko einer solchen Reoperation nach 10 Jahren bei fast 33 Prozent. Basierend auf einer statistischen Mikrosimulation führt ein biologischer Aortenklappenersatz bei einem 45-jährigen Patienten zu einer geschätzten Lebenserwartung von 21 Jahren, einem lebenslangen Risiko einer erneuten Aortenklappenoperation von 78 Prozent sowie einem erhöhten Risiko für klappenassoziierte Komplikationen.

    Sind bei jungen Erwachsenen die Taschen restriktiv verändert bzw. überwiegend verkalkt – insbesondere im Falle von unikuspiden oder bikuspiden Aortenklappen – ist eine Aortenklappenrekonstruktion häufig nicht möglich (Siehe auch Rubrik „Aortenklappenrekonstruktion und Behandlung bikuspider Aortenklappen“). In diesem Fall ist eine sogenannte Ross-Operation eine sehr gute Alternative zur Aortenklappenrekonstruktion bzw. zum Ersatz mittels mechanischer oder biologischer Prothese.

    Im Rahmen dieser Operation wird die Pulmonalklappe als Autograft in Aortenklappenposition implantiert (Abbildung 1). In Pulmonalklappenposition erfolgt die Implantation eines Homografts (menschliche Spenderklappe). Wie nach der Aortenklappenrekonstruktion ist auch nach dieser Prozedur keine lebenslange Antikoagulation notwendig. Zudem konnten verschiedene Studien eine hervorragende Hämodynamik, eine geringe Inzidenz von Blutgerinnseln und Blutungen sowie eine hohe Lebensqualität nachweisen. Trotz einer etwas komplexeren Operation mit einem Zweiklappen-Eingriff konnten Langzeitstudien exzellente Ergebnisse nachweisen – eine Reoperation war innerhalb von 20-25 Jahren nur bei 15-17 Prozent notwendig. Letztendlich ist die Ross-Operation der einzige Eingriff an der Aortenklappe, der die normale Lebenserwartung im Vergleich zu der gesunden Bevölkerung wiederherstellen kann (Abbildung 2).

    Neben der Aortenklappenrekonstruktion wird die Ross-Operation seit vielen Jahren am Universitären Herz- und Gefäßzentrum mit großem Erfolg durchgeführt. Das individuelle Behandlungskonzept wird im Rahmen der interdisziplinär (durch Kardiologie und Herzchirurgie) geführten Sprechstunde für bikuspide Aortenklappen (BAV) (jeden Montag; Kontakt: +49 (0) 40 7410 - 52440 ) mit den Patienten und Patientinnen erstellt.

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    Abbildung 1: Schematische Darstellung der Ross-Operation (Bildquelle: wikipedia.org)
    Die Pulmonalklappe wird als Autograft in Aortenklappenposition implantiert; in Pulmoanklappenposition erfolgt die Implantation einer menschlichen Spenderklappe
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    Abbildung 2 (adpatiert von Gökalp AL, et al.; Ann Cardiothorac Surg. 2019 May;8(3):372-382.):
    Die Lebenserwartung nach Ross-OP (orange) ist gleichwertig zur Normalbevölkerung (orange – gestrichelte Linie)

    Veröffentlichung | Fachartikel

    Hamburger Ärzteblatt 12/2021
    10. Dezember | 75. Jahrgang

    Titelthema: Therapieoptionen bei Aortenklappeninsuffizienz
    Sehr gute Behandlungsmöglichkeiten für junge Erwachsene sind die Aortenklappenrekonstruktion und alternativ die Ross-Operation. Beide weisen gute Langzeitergebnisse auf und machen eine lebenslange Antikoagulation unnötig.

    Den gesamten Fachartikel können Sie hier lesen.

    Autoren:
    Dr. Johannes Petersen, MHBA
    Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner

    Kontakt

    Yousuf Al Assar
    Dr. med.
    Yousuf Al Assar
    • Oberarzt
    • Stellvertretender Klinikdirektor
    • Facharzt für Herzchirurgie
    Johannes Petersen
    Priv.-Doz. Dr. med.
    Johannes Petersen
    MHBA
    • Personaloberarzt
    • Leitung minimal-invasive / rekonstruktive Aortenklappenchirurgie
    • Leiter ERAS- und SDS-Programm
    • Facharzt für Herzchirurgie
    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.006
  • Herztransplantation

    Das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum UKE Hamburg gehört zu den sechs größten Transplantationszentren in Deutschland. Seit der ersten Herztransplantation in Hamburg 1984 wurden bereits mehr als 300 dieser Operationen durchgeführt, um Patienten, die an terminaler Herzschwäche leiden, ein neues Leben zu ermöglichen.

    Die enge Vernetzung zwischen den verschiedenen medizinischen Disziplinen der Kardiologie, Herzchirurgie und Intensivmedizin, sowie die enge Anbindung unserer Patienten an unser Zentrum bei der Nachsorge ermöglicht die hohe Qualität.

    Herzunterstützungssysteme

    Terminal herzinsuffiziente Patienten können erfolgreich mit einem Herzunterstützungssystem (VAD) behandelt werden.

    Dieses System pumpt Blut aus der linken Herzkammer in die Aorta. Die Pumpe ist über ein Kabel mit einem Kontrollgerät verbunden, welches der Patient in einer Art Bauchtasche mit sich führt, um eine ständige Stromzufuhr zu gewährleisten. Diese Form der Therapie ermöglicht es den Patienten, mit ihrem Gerät ein normales Leben zu führen, sich mehr zu belasten und dadurch eine höhere Lebendqualität zu erlangen.

    Weitere Informationen finden Sie auch auf der Seite der Ambulanz für Herzinsuffizienz, Herz- und Lungentransplantation und Kunstherzsyste

    Patienten mit akuter kardialer Dekompensation in zuweisenden Krankenhäusern – ECMO Transport

    Bei Patienten mit akuter Dekompensationen der Herzinsuffizienz bis zum therapierefraktären Kreislaufversagen, werden im Universitäres Herz- und Gefäßzentrum als Erstversorgung temporäre Kreislaufunterstützungssysteme mit extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO) eingesetzt. Der arterielle und der venöse Zugang der ECMO erfolgt meistens über Punktion oder die offene Freilegung der Leistengefäße. Angetrieben von einer Zentrifugalpumpe kann mit der ECMO das erforderliche Kreislaufvolumen zur Überbrückung der Herz- und Lungenfunktion eingestellt werden, sodass bei rechtzeitiger ECMO-Therapie ein dauerhafter Schaden der Organe - vor allem der Niere und der Leber - verhindert wird.

    Die ECMO-Therapie ist geeignet für einen Zeitraum von wenigen Tagen bis zu einem Monat und erlaubt einerseits, eine Erholung des Herzversagens abzuwarten. Anderseits ermöglicht es im Falle eines persistierenden Herzversagens aus der Verlaufsbeurteilung weiterführende Therapieentscheidungen, wie Listung zur Herztransplantation, Implantation eines dauerhaften mechanischen Kreislaufunterstützungssystems, wie LVAD oder BVAD, oder aber auch die Entscheidung zum Therapiebeendigung, zu treffen. Gerade bei unklarem neurologischen Zustand bei reanimierten Patienten bietet die ECMO-Therapie Zeit, die für eine weiterführende Therapieentscheidung wichtige Beurteilung der Bewusstseinslage und der neurologischen, sowie kognitiven Fähigkeiten des Patienten.

    Befinden sich Patienten mit Kreislaufversagen wegen einer akuter Herzinsuffizienz in Krankenhäusern in Hamburg oder Umgebung bietet das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum an, diese Patienten vor Ort mit einer mobilen, miniaturisierten ECMO - einem sog. extracorporeal life support (ECLS)-System - zu stabilisieren und zur weiteren Therapie mitzunehmen. Die weitere Therapieentscheidung erfolgt in enger Absprache mit den zuweisenden Krankenhäusern und niedergelassenen Kardiologen. Dazu wurde eigens eine Rufbereitschaft eingerichtet, um diese Leistung rund um die Uhr anbieten zu können.

    Kontakt

    Alexander Bernhardt
    Priv.-Doz. Dr. med.
    Alexander Bernhardt
    • Facharzt für Herzchirurgie
    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.009
    Lennart Bax
    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.027

    Lungentransplantation (LuTx)

    Lungentransplantationen werden als chirurgische Standardtherapie für Patienten mit terminaler Lungenerkrankung routinemäßig weltweit angeboten. Hierbei sind verschiedene pulmonale Grunderkrankungen ursächlich. So kann die COPD, die pulmonale Fibrose, die Mukoviszidose (Cystische Fibrose) oder die pulmonal-arterielle Hypertonie eine Indikation zur Transplantation darstellen. Andere Grunderkrankungen sind sehr viel seltener.

    Nach Überweisung der Patienten, meist eines Lungenfacharztes, in unsere Transplantationsambulanz führen wir nach Durchsicht der Befunde ein ausführliches Gespräch durch. Hierbei werden Therapieoptionen, Lebensqualität, Erfolgsaussichten und Risiken der operativen Versorgung zusammen mit einem Pulmologen und einem Transplantationschirurgen genau besprochen. Weitere Untersuchungen bestätigen dann im Verlauf, ob ein Patient für eine Transplantation geeignet ist oder nicht. Im Anschluss werden alle Patienten in unserer interdisziplinären Transplantationskonferenz besprochen. Hier wird dann endgültig die Listung für eine Lungentransplantation festgelegt.

    Die Transplantation wird zumeist als Doppellungen-TX (Verpflanzung beider Lungenflügel) oder als Einzellungen-TX (eines Lungenflügels) durchgeführt. In sehr seltenen Fällen kann auch eine kombinierte Herz-Lungen-Transplantation nötig sein. Im Rahmen der Lungentransplantation können, falls notwendig, auch operative Eingriffe am Herzen parallel vorgenommen werden.

    Durch eine Kooperation verschiedener Kliniken:

    • Das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum Hamburg (Prof. Dr. H. Reichenspurner, PhD)
    • Die Pneumologie (II. Medizinische Klinik) des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (Dr. H. Klose)
    • Die Pneumologie der LungenClinic Grosshandsdorf (Prof. Dr. Klaus F. Rabe)

    wird die Betreuung unserer Patienten nach der Transplantation sichergestellt. Unser Team besteht aus Krankenschwestern der Ambulanz, unserer Transplantationkoordinatorin (Frau C. Oelschner) sowie Fachärzte für Pulmologie, Intensivmedizin und Herz- und Thoraxchirurgie.

    Kontakt

    Björn Sill
    Dr. med.
    Björn Sill
    • Stellvertretender Klinikdirektor
    • Leiter Lungentransplantation & Koronarchirurgie
    • Facharzt für Herzchirurgie
  • Die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Universitären Herz- und Gefäßzentrum (UHZ) Hamburg ist Teil des Deutschen Aortenzentrums Hamburg. Gemeinsam mit der Kardiologie und der Gefäßmedizin des UHZ bieten wir eine interdisziplinäre, leitliniengerechte Versorgung von Patient:innen mit Erkrankungen der gesamten Hauptschlagader (Aorta). Komplexe Befunde werden in unserer wöchentlichen interdisziplinären Aortenkonferenz individuell besprochen.

    Häufige Erkrankungen der thorakalen Aorta

    Aortenaneurysma
    Ein Aortenaneurysma ist eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader. Mit zunehmender Größe steigt das Risiko eines Einrisses oder Platzens der Aorta.

    Aortendissektion
    Bei einer Aortendissektion kommt es zu einem Einriss der inneren Gefäßwand, wodurch sich die Wandschichten der Aorta aufspalten. Dies ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die häufig eine rasche spezialisierte Behandlung erfordert. Dissektionen können mittels vorsorglicher Operationen bei bekannter Aortenerkrankung verhindert werden.

    Wann ist eine Operation sinnvoll?

    Eine vorsorgliche Operation ist dann angezeigt, wenn das Risiko einer Aortendissektion oder -ruptur das Operationsrisiko deutlich übersteigt.
    Diese Entscheidung treffen wir gemeinsam mit Ihnen und patientenindividuell, unter Berücksichtigung von u.a.:

    • Durchmesser und Wachstumsgeschwindigkeit des Aneurysmas
    • genetischen Faktoren (z. B. Bindegewebserkrankungen)
    • Alter, Geschlecht und Begleiterkrankungen
    • individuellen anatomischen Gegebenheiten

    Eine strukturierte Risikoevaluation sollte bei jeder neu diagnostizierten Aortenerkrankung erfolgen, insbesondere bei einem Aortendurchmesser ab 4,5 cm.

    Abbildung 1: Schematische Darstellung der Hauptschlagader (Aorta)

    Operatives Spektrum

    Wir bieten das vollständige Spektrum der offenen thorakalen Aortenchirurgie an:

    • Ersatz der aufsteigenden Aorta (Aszendens)
    • Aortenwurzelersatz, mit Spezialisierung auf klappenerhaltende Verfahren nach David und Yacoub
    • Teilweiser und kompletter Aortenbogenersatz
    • Komplexe Rekonstruktionen inklusive Frozen Elephant Trunk (FET)
    Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt der nativen Aortenklappe, um langfristig optimale Ergebnisse ohne dauerhafte Blutverdünnung und ohne spätere erneute Operation zu erzielen.

    Minimalinvasive Aortenchirurgie

    Als eines der führenden Zentren in Deutschland sind wir auf minimalinvasive Zugangswege spezialisiert. Aortenwurzel-, Aszendens- und Teilbogenersätze führen wir – wenn medizinisch sinnvoll – über eine obere Teilsternotomie durch. Dies ermöglicht kleinere Schnitte, eine schnellere Erholung und eine hohe Sicherheit.

    Erfahrung, Komplexität und Qualität

    Mit rund 200 offen-chirurgischen Eingriffen an der thorakalen Aorta pro Jahr zählen wir zu den größten aortenchirurgischen Abteilungen in Deutschland. Die Fallzahlen steigen kontinuierlich. Wir behandeln ausdrücklich auch komplexe, vorbehandelte Fälle und sind auf Reoperationen spezialisiert. Unsere Ergebnisse liegen im internationalen Vergleich auf exzellentem Niveau bei sehr niedrigen Komplikationsraten.

    Aortensprechstunde – Ablauf und Organisation

    In unserer Spezialsprechstunde für thorakale Aortenerkrankungen erfolgen:

    • Sorgfältige Abklärung Ihrer Aortenerkrankung
    • Gemeinsame Festlegung der optimalen Behandlung
    • Verlässliche Betreuung vor und nach der Operation

    Informationen für Zuweiser

    Die stationäre Direktübernahme komplexer Aortenpatient:innen ist jederzeit möglich.

    Die Organisation erfolgt über unsere Klinikkoordination; Ansprechpartner: Dr. med. Teymour Ahmadzade (Tel. +49 (0) 152 2281 6243 ).

    Leitung der Aortenchirurgie

    Ausführliche Informationen zur interdisziplinären Versorgung von Patient:innen und Patienten mit Aortenerkrankungen finden Sie auf der Webseite des Deutschen Aortenzentrums Hamburg .

    Für eine individuelle Beratung, Risikoevaluation und Therapieplanung bieten wir die Sprechstunde Thorakale Aortenchirurgie an. Informationen zum Ablauf, zu Untersuchungen und zur Terminvereinbarung finden Sie hier .

    Kontakt

    Till Demal
    PD Dr. med.
    Till Joscha Demal
    M. Sc.
    • Oberarzt
    • Leiter Aortenchirurgie
    • Leiter Translational Aortic Biology & Surgery (TABS) Group
    • Facharzt für Herzchirurgie
    • Prüfarzt (Medizinproduktegesetz)
    Kontakt

    Standort

    O60 , 5. Etage, Raumnummer 05.2.028
    Jens Brickwedel
    Dr. med.
    Jens Brickwedel
    • Facharzt für Herzchirurgie
  • Begleitende chirurgische Vorhofflimmerablation
    Die begleitende chirurgische Ablation wird bei Patienten mit Vorhofflimmern, welche sich einer Herzklappen- oder Bypass Operation unterziehen routinemäßig im Rahmen der OP durchgeführt. Dieses Verfahren stellt eine sehr sichere und effiziente Therapie des Vorhofflimmerns dar. Zusätzlich wird in diesem Rahmen das linke Vorhofohr entfernt, wodurch das Schlaganfallrisiko erheblich gesenkt werden kann.

    Ca. 10% aller herzchirurgischer Patienten und bis zu 50% der Patienten mit Mitralklappenerkrankung leiden an begleitendem Vorhofflimmern, verbunden mit reduzierter Leistungsfähigkeit und erhöhtem Schlaganfallsrisiko. Am Universitärem Herz- und Gefäßzentrum gehört es zum Standard, Vorhofrhythmusstörungen durch gezielte Verödung bestimmter Bereiche des Vorhofgewebes (sog. Vorhofablation) begleitend zu herzchirurgischen Eingriffen schnell, effektiv und schonend zu beseitigen. Hierbei wird für jeden Patienten, je nach Dauer und Art des Vorhofflimmerns die passende Ablationsmethode ausgewählt. Außerdem wird durch zusätzliche Entfernung des linken Vorhofohrs, welches als Hauptquelle von Blutgerinnseln gilt, das spätere Schlaganfallrisiko deutlich gesenkt.

    Alleinige chirurgische Vorhofflimmerablation (Stand-Alone Ablation)
    Ca. 1-2% unserer Bevölkerung leidet an Vorhofflimmern oder –flattern ohne begleitende Herzerkrankung. Dieses kann durch zu langsamen Herzschlag oder anhaltendes Herzrasen zu deutlich reduzierter Leistungsfähigkeit und Lebensqualität führen. Außerdem kommt es häufiger zu Schlaganfällen und gelegentlich auch zu Todesfällen. Gerade chronisches, seit langem bestehendes Vorhofflimmern ist selten erfolgreich durch alleinige Einnahme von Medikamenten oder und nur sehr schwer durch Katheterablationen behandelbar. Dank modernster 3-D Technologie kann dieses langanhaltende Vorhofflimmern heute herzchirurgisch komplett endoskopisch, also ohne Eröffnung des Brustkorbs, schonend, sicher und mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit behandelt werden. Gleichzeitig kann hierbei auch das linke Vorhofohr entfernt werden. Dieses endoskopische Verfahren wird in unserer Klinik seit mehreren Jahren erfolgreich durchgeführt.

    Des Weiteren besteht die Möglichkeit der sogenannten Hybrid Ablationsprozedur. Hierbei wird bei Patienten mit bereits sehr großen Vorhöfen und seit langen Jahren bestehendem Vorhofflimmern, erst eine minimal-invasive chirurgische Ablation durchgeführt. In einem zweiten Schritt werden dann mittels Katheterablation noch mögliche vorhandene Vorhofflimmerpotentiale ausgeschaltet. Durch die Kombination der beiden Verfahren, werden selbst bei diesem schwierigen Patientenkollektiv sehr gute Erfolgsraten erzielt.

    Vorhofohr-Clip
    Bei Patienten mit Vorhofflimmern und einer Unverträglichkeit gegen blutverdünnende Medikamente, kann das linke Vorhofohr als Ursache für Schlaganfälle ausgeschalten werden. Hierbei wird über eine endoskopische Technik, ohne Eröffnung des Brustkorbs, ein Clip (Atriclip) auf das linke Herzohr gesetzt, sodass dieses komplett an der Basis verschlossen ist. Hierdurch können sich keine Blutgerinnsel mehr im Vorhofohr bilden und das Schlaganfallrisiko kann hierdurch erheblich gesenkt werden.

    Kontakt

    Simon Pecha
    Prof. Dr. med.
    Simon Pecha
    • Facharzt für Herzchirurgie
    • Leiter Forschungslabor Herzchirurgie

    Chirurgische Ablation

    Chirurgische Ablation