• HCHS HNO
    HCHS HNO

    Involvierung der HNO-Klinik in die Hamburg City HealthStudy (HCHS)

    Was ist die Hamburg City Health Study?

    Die Hamburg City HealthStudy (HCHS) ist die größte lokale Gesundheitsstudie der Welt und findet auf Initiative des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) statt. In diesem Projekt arbeiten über 30 Kliniken und Institute des UKE zusammen, um interdisziplinär für die Medizin von morgen zu forschen. Eingeschleust werden sollen 45.000 Teilnehmer der Stadt Hamburg im Alter von 45 – 74 Jahren.

    Onkologische Fragestellungen:

    1. Analyse von Antikörpern gegen frühe HPV16-Antigene und Follow-up von HPV16 E6-positiven Patienten in der prospektiven Kohorte der HCHS in Zusammenarbeitmit dem DKFZ, Heidelberg

    2. Dysbiose des oralen Mikrobioms bei Patienten mit positiver HPV-Infektion und HPV-assoziierten Oropharynxkarzinom

    Rhinologische Fragestellungen:

    1. Ist das Tau-Protein im Nasensekret als prädiktiver Marker bzw.Früherkennungstool bei neurodegenerativen Erkrankungen verwendbar?

    2. Auswertung der SNOT-22 Fragebögen (validierter Fragebogen zur Bewertung der Auswirkungen einer chronischen Rhinosinusitis auf die Lebensqualität und krankheits-(CRS-) spezifischen Symptome)

    Otologische Fragestellungen:

    1. Prävalenz der Schwerhörigkeit in einer städtischen Bevölkerung (zw. 45-74J.)

    - Früherkennung einer Hörstörung, frühzeitige Therapieoptionen

    - Etablierung eines Hörscreening Tools (Shoebox) in die HCHS

    Ansprechpartner: Dr. Anna-Sophie Hoffmann Dr. Benjamin Becker

  • Die molekulare Charakterisierung von Kopf-Hals-Tumoren bietet die Möglichkeit einer individualisierten Tumortherapie, angepasst an die Tumorcharakteristika der einzelnen Patienten. Dazu untersuchen wir in Kopf-Hals Tumoren in enger Kooperation mit dem Labor für Strahlenbiologie & Experimentelle Radioonkologie das Aktivitätsmuster von Tyrosinkinasen. Hyperaktive, also fehlregulierte Kinasen werden dann auf ihre Eignung als individuelles Ziel für die molekulare Therapie hin getestet. Dabei werden sowohl Zellkulturen aber auch frisches Tumorgewebe untersucht. Für das Kinomprofiling wird zudem die neueste Kinomics-Technologie verwendet, nämlich die PamStation-Technologie der Firma PamGene. Mit Hilfe von small-molecule-Inhibitoren wird anschließend die Wirkung einer Inhibition der neu identifizierten Targets untersucht. Dabei steht nicht nur die alleinige Wirkung der Substanzen im Vordergrund, sondern auch deren Kombination mit Radio- und Chemotherapie. Das Wissen sowohl über individuelle Fehlregulationen als auch über die Wirkung einer gezielten Inhibition sind wichtige Voraussetzungen zur Etablierung personalisierter Targeting-Strategien.

    Ansprechpartner: Dr. med. Lara Bußmann

  • Die Arbeitsgruppe „Innovative Optische Diagnoseverfahren“ verfolgt das Ziel, die Tumordiagnostik mit Hilfe von auf Licht basierenden Methoden zu verbessern. Die Arbeiten der Forschungsgruppe sind sehr kliniknah, das heißt die Forschung kommt den Patienten des UKE oft direkt zugute. Zudem sind die zum Einsatz gelangenden Wellenlängen und Lichtintensitäten für das untersuchte Gewebe unbedenklich. Mit unseren Ansätzen verfolgen wir vornehmlich zweierlei unterschiedliche Ziele:

    • Verbesserung der Tumorfrühdiagnostik: Bösartige Tumoren des oberen Luft-Speisewegs werden häufig erst spät entdeckt, was mitunter darauf zurückzuführen ist, dass Vorstufen und Frühformen oft nicht eindeutig als solche erkennbar sind. Durch geschickten Einsatz unterschiedlicher optischer Verfahren, die durch die Arbeitsgruppe im klinischen Einsatz evaluiert werden, kann diese Situation maßgeblich verbessert werden. Mittels Fluoreszenzbildgebung oder Narrow Band Imaging beispielsweise können auffällige Schleimhautareale bei Risikopatienten besser als mittels reiner Endoskopie gefunden und gegenüber normaler Schleimhaut abgegrenzt werden. Die Optische Kohärenztomographie (oft auch „optischer Ultraschall“ genannt) ermöglicht es, in hochauflösenden Schnittbildern unter die Oberfläche zu schauen und Gewebeschichten zu beurteilen, um beispielsweise Tumorvorstufen von frühen, echten Krebsgeschwülsten abzugrenzen. Die konfokale Fluoreszenz-Endomikroskopie sowie nicht-lineare optische Methoden schließlich liefern Bilddaten von vitalem Gewebe in subzellulärer Auflösung und erlauben zudem Rückschlüsse auf den Zellstoffwechsel, was eine detaillierte Beurteilung von unterschiedlichen Gewebetypen möglich macht. Alles in allem erscheint in Zukunft unter Zuhilfenahme derartiger Verfahren eine nichtinvasive, „optische“ Biopsie möglich, um beispielsweise die Diagnosefindung zu erleichtern, die Sicherheit der Therapie zu verbessern oder gar in bestimmten Situationen auf invasive Gewebeproben-Entnahmen gänzlich verzichten zu können. Unsere Arbeitsgruppe leistet bei diesen Entwicklungen einen wichtigen Beitrag.
    • Erleichterung der intraoperativen Tumorabgrenzung: Die Voraussetzung für eine vollständige Resektion bösartiger Geschwülste im Gesunden ist eine eindeutige, dreidimensionale Abgrenzung derselben vor und insbesondere während des Eingriffs. Diese ist jedoch im Kopf-Hals-Bereich vor allem bei Patienten mit Rezidiv-Tumorgeschehen aufgrund operations- oder strahlenbedingter Narbenbildungen oft deutlich erschwert, was sich negativ auf die Prognose der betroffenen Patienten auswirkt. Der Einsatz fluoreszierender („leuchtender“), tumorspezifischer Moleküle könnte – wie in anderen Fachbereichen nachgewiesen – als zusätzliches Hilfsmittel bei den erwähnten Eingriffen zum Einsatz kommen, um die Rate der onkologischen Komplettresektionen zu erhöhen. Nach erfolgreichen Vorversuchen durch unsere Arbeitsgruppe befinden sich nun erste präklinische und klinische Einsätze in Kooperation mit anderen Forschungsgruppen in Planung.
    Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Christian S Betz, Dr. rer. nat. Dennis Eggert

  • PicoSecondInfraredLaser im Einsatz
    PicoSecondInfraredLaser im Einsatz

    Die Forschungsgruppe um den kanadische Wissenschaftler Dwayne Miller entdeckte kürzlich eine Möglichkeit, bei der Materie direkt von festem oder flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand versetzt wird, ohne dabei die Energie in thermischer Form, durch akustische Schockwellen oder durch ionisierende Strahlung auf das umliegende Gewebe zu übertragen und das Gewebe zu schädigen. Die Grundlage für das „kalte Verdampfen“ von Gewebe bildet dabei eine besondere Konfiguration von Laserparametern, die als DIVE-Effekt „Desorption by impulsive vibrational excitation“ beschrieben wurde (Physik). Mit der Entwicklung des neuartigen Lasers resultierten neue Konzepte in der Laserchirurgie, die neben einer präziseren und gewebeschonenderen Operation mit kaum noch Narbenbildung (Chirurgie) neue Dimensionen in der ex- und in-vivo Diagnostik von biologischem Gewebe versprechen (Analytik). Derzeit arbeitet ein Team aus Ärzten, Bioanalytikern, Physikern und Chemikern am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und dem Max-Planck-Institut in Hamburg daran, die Machbarkeit dieses neuen Konzepts zu analysieren und eine spätere Umsetzung in die Praxis vorzubereiten. Seit Beginn des Projektes konnte die Arbeitsgruppe das erwartet große Potential des neuartigen Lasers als chirurgisches und diagnostisches Instrument belegen und die Weiterentwicklung fortsetzen.

    Ansprechpartner: PD Dr. med. Arne Böttcher

  • Die Strahlentherapie ist ein essentieller Bestandteil der Behandlung vieler Tumoren des Kopf-Hals-Bereiches und die Tumorstrahlenempfindlichkeit von großer Bedeutung für den Therapieerfolg. So konnten wir u.a. zeigen, dass bei den prognostisch günstigen HPV-positiven Kopf-Hals-Tumoren eine erhöhte zelluläre Strahlenempfindlichkeit besteht. In einer engen Kooperation der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde mit dem Labor für Strahlenbiologie werden die zugrundeliegenden Mechanismen weitergehend untersucht. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Optimierung der Therapie für diese Tumoren, indem die bereits erhöhte zelluläre Strahlenempfindlichkeit durch eine gezielte Inhibition der zellulären Strahlenantwort und DNA-Reparatursysteme weiter gesteigert wird. So sollen sichere und besser verträgliche Behandlungsmöglichkeiten für diese Tumoren im Rahmen sogenannter deintensivierter Therapiekonzepte etabliert werden.

    Ansprechpartner: Dr. phil. nat. Thorsten Rieckmann

  • Kopf-Hals-Karzinome haben trotz meist intensiver Therapie weiterhin eine schlechte Heilungsrate. Innerhalb dieser Tumore bedeutet ein positiver HPV-Status bei einigen Tumoren eine besonders günstige Prognose. Allerdings ist der HPV-Status derzeit neben dem UICC Staging auch der einzige allgemein akzeptierte Prognoseparameter. Somit fehlen in der Diagnostik generell sowohl prädiktive Marker, als auch Marker für eine ungünstige Prognose, die Kandidaten für eine Intensivierung oder alternative Therapien identifizieren würden. Am UKE wurde in den vergangenen Jahren von den betroffenen Kliniken und dem Institut für Pathologie ein so genannter Tissue Micro Arrays (TMA) entwickelt. Hierbei werden kleine Proben von Tumorgeweben vieler Patienten in einem Array vereint, so dass die Charakteristika vieler Tumoren gleichzeitig analysiert und ganz direkt miteinander verglichen werden können. So lassen sich in der Forschung Zusammenhänge zwischen der Expression tumorspezifischer Proteine und z.B. dem Ansprechen auf eine bestimmte Therapie erkennen. Mit bislang 900 Tumorproben ist der Hamburger Kopf-Hals-Tumor-TMA bereits einer der größten in Europa. Die große Anzahl an Proben und genauen Daten zu Therapie und klinischen Verläufen sollen es ermöglichen unter Einbeziehung des HPV-Status erheblich validere Aussagen als bisher zum prognostischen Wert zu erhalten. Langfristiges Ziel ist die Validierung identifizierter Marker in prospektiven Studien.

    Ansprechpartner: PD Dr. Katharina Stölzel

Unsere Arbeitsgruppen im Überblick