Seit seinem Bestehen bearbeitet das ZfAM mit wissenschaftlichen Methoden aktuelle Arbeits- und Gesundheitsschutzthemen.

Ziel der Forschung ist es arbeitsbedingte Gesundheitsstörungen zu erfassen und deren Ursache zu erforschen. Die gewonnen Erkenntnisse sollen dann in der Praxis, also am Arbeitsplatz, wenn möglich zur Beseitigung der Gesundheitsbeeinträchtigung umgesetzt werden.

  • Projektbeantragung und Fragebogenkonzeption zur Erhebung von arbeitsbedingter Belastungen und Beanspruchungen durch Schichtarbeit. AWMF-Leitlinienerstellung

  • Im Rahmen einer populationsbasierten Fall-Kontroll-Studie zu Brustkrebs „Gene-Environment Interaction and Breast Cancer in Germany“ (GENICA) werden epidemiologische Analysen zum Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und Brustkrebs durchgeführt. Dabei bestehen wissenschaftliche Kooperationen sowohl in nationalen als auch internationalen Netzwerken wie dem Breast Cancer Association Consortium (BCAC).

  • Die Studie „Lipids and Glucose Prospective Survey (LUPS)” zur Früherkennung von Stoffwechselerkrankungen wurde im November 2008 in der Belegschaft einer Luftwerft gestartet. Im Fokus der Studie stehen die Früherkennung des Metabolischen Syndroms und des Diabetes mellitus sowie die potentiellen Risikofaktoren. Zur Teilnahme an der prospektiven Arbeitnehmer-Kohortenstudie waren insgesamt 1962 Mitarbeiterinnen (n=637) und Mitarbeiter (n=1325) eingeladen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten in einem umfangreichen Fragebogen zu ihren Ernährungsgewohnheiten, zu Bewegung und Sport sowie Angaben zu psychologischen Faktoren. Zu einem weiteren Follow-up wurden die Mitarbeiter gebeten.

  • Teilprojekt: Psychische Belastungen im Beruf während der Schwangerschaft Befragung von Schwangeren und ihren Lebenspartnern zu Erfahrungen am Arbeitsplatz

  • Evaluation einer Intervention im Rahmen der Organisationsentwicklung eines Bankunternehmens.

  • In dieser Studie wird die Belastungs- und Beanspruchungssituation von Seeleuten an Bord erhoben, wobei insbesondere die spezifischen, schifffahrtsbedingten Belastungssituationen, schwere seelische Belastungen, die Erholungs- und Entspannungsmöglichkeiten sowie die Kommunikation und die sozialen Einrichtungen / Institutionen (Welfare) für Schiffsbesatzungen im Fokus stehen. Ausgehend von den erfassten Daten erfolgt die Entwicklung konkreter Strategien zur Reduktion von Belastung und Beanspruchung an Bord.

  • Die in 2013 abgeschlossenen Untersuchungen der 65 Entsorger (davon 35 Müllwerker aus dem Bereich Restmüllabfuhr, 12 von der Biomüllabfuhr und 18 Straßenreiniger) wurden ausgewertet. Auch die Ergebnisse der Feldmessungen mit 18 Restmüll-, 6 Biomüllentsorger und 15 Stras-senreiniger wurden verarbeitet. Ziel war, die Belastungs- und Beanspruchungssituation sowie das gesundheitliche Befinden der Müllwerker und Straßenreiniger möglichst umfassend zu erfassen und zu beschreiben.

    Publikation der Daten zur Sauerstoffaufnahme und Herzfrequenzverhalten als Maß der körperlichen Belastung im Feld international. Hierbei zeigte sich, dass die Müllwerker in ihrer Tätigkeit eine hohe phy-sische Leistung aufbringen. Nach bisherigen Messverfahren, die vor-nehmlich auf der Pulsmessung basieren, liegen diese im hohen und möglicherweise bereits oberhalb bisheriger Toleranzmarken. Die Ergebnisse und auch bisherige Bewertungsskalen zur Schwere von physischer Arbeit sollten in weiteren Studien überprüft werden.

    Entwicklung von Kriterien für die Einstellung von Müllwerkerinnen. Wissenschaftliche Begleitung der Arbeit von Frauen in der Müllentsorgung.

  • Evaluation eines neuen Dienstzeitmodells für den Polizeidienst

  • Betreuung und Untersuchung (mit Spirometrie, FeNO, Bestimmung spez. IgE und weiteres sowie Beratung der Betroffenen) von ca. 100 Bäckern aus Norddeutschland, die mit ihrer Asthma-Erkrankung im Beruf verbleiben möchten. Auswertung der bisher erhobenen Daten zum Asthma-Erkrankungsverlauf, zur Lebensqualität sowie zur allergischen Sensibilisierung gegen die Mehle und Arbeitsstoffe; letztere auch im Längsschnittverlauf aus zurückliegenden Jahren

  • Die restriktiven Lungenerkrankungen durch asbestbedingte Lungen- und Pleuraerkrankungen zeigen neben der Minderung der Lungenvolumina eine, die Lebensqualität der Betroffenen besonders beeinträchtigende, Minderung der Sauerstoffdiffusion zwischen Alveolen und Lungenkapillaren. Für die Verifizie-rung des Gasaustausches in der Lunge können die Diffusionskapazität für CO und NO, die Blutgasanalyse sowie die alveoloarterielle Differenz des Sauerstoffpartialdruckes in Ruhe und unter Belastung bestimmt werden. Die Bestimmung der Lungencompliance gibt außerdem Hinweise auf eine mögliche Fibrosierung des Lungengerüstes.

    Laufende Datensammlung zum 2.Teil des Projektes mit Vergleich der Diffusionsparameter und den Veränderungen in der Thorax-Computer­tomographie,

  • Fortsetzung der halbjährlichen Vorsorgeuntersuchungen gegenüber Tiefkälte
    (< -55°C) exponierter Arbeiter (n=12-15): Nach abgeschlossener Zwischenauswertung in 2011 im 3,5 jährigen Verlauf (n=28), welche keine Änderung der Lungenfunktionswerte zeigte, werden nun auf Personen mit täglich mehrstündiger Exposition untersucht.

  • Die S1-Leitlinie ist bei der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich-medizinischer Fachgesellschaften (AWMF-Register-Nr. 002/043; LL-Koordination A. Preisser) über die DGAUM angemeldet. Die DGMM-Empfehlung (zuletzt überarbeitet und erschienen 2012) für die arbeitsmedizinischen Eignungsuntersuchungen bei Offshore-Arbeitnehmern dient als Grundlage der Überarbeitung und LL-Erstellung.

    Abschluss der Leitlinien-Erstellung mittels Konsensfindung in der LL-Gruppe mit Vertretern der betroffenen Gruppen. Vergleich und besondere Berücksichtigung der Kompatibilität mit internationalen Grundsätzen unter dem Ziel der internationalen Anerkennung gleichwertig zu Richtlinien der europäischen Nachbarländer (UK, NL, N, DK). Fortsetzung der Gremienarbeit im Beirat des ROW-Projektes und dem Folgeprojekt.

  • Insbesondere während der Seereisen in tropischen Regionen besteht für Seeleute eine hohe UV-Belastung im Sinne einer berufsbedingten schädigenden Einwirkung. Das Risiko von Seefahrern zur Ausprägung von Hautveränderungen wurde nach dermatologischer Erhebung des Hautstatus von 514 Seeleuten abgeschätzt. Insgesamt wurde bei 18% der untersuchten Seeleute eine aktinische Keratose klinisch diagnostiziert. In der multivariaten Regressionsanalyse für Ein-flussfaktoren zur Ausbildung von aktinischen Keratosen fand sich erwar-tungsgemäß eine Assoziation mit dem Hauttyp nach Fitzpatrick und mit dem Alter, aber auch mit der Dauer der Berufstätigkeit als Seemann. Außerdem stellten sich Unterschiede in der Einstellung zur Sonnenexposition in Abhängigkeit von der Herkunft der Seeleute (Kaukasier vs. nicht-Kaukasier) heraus. Nur etwa die Hälfte der befragten Seeleute war sich ihrer berufsbedingt erhöhten Gefährdung zur Ausbildung einer UV-induzierten Hautveränderung bewusst.

  • Seeleute verbringen in der Regel mehrere Monate in Folge an Bord, ohne dass sie während der Seereisen oftmals nennenswert Einfluss auf ihre Ver-pflegung nehmen können. Daher ist eine bedarfsangepasste und ausgewo-gene Bordverpflegung essentiell, wobei auch Besonderheiten von Ernäh-rungsgewohnheiten in den multikulturellen Besatzungen zu berücksichtigen sind. Erfahrungsgemäß ist die Bordverpflegung heutzutage oftmals sehr fetthaltig.

    Es soll im Rahmen einer medizinischen Promotionsarbeit die Verpflegungs- und Ernährungssituation von Seeleuten erfasst werden. Im Fokus dieser Untersuchung standen kiribatische Seefahrer, die in der Vergangenheit auf-grund eines ungesunden Essverhaltens auffällig geworden sind.
    Es erfolgten Borduntersuchung auf 4 Containerschiffen im transatlantischen Seeverkehr (über 100 Seetage) mit Erfassung von über 80 Seeleuten. Erstellen erster Zwischenanalysen; Kiribati hatten im Vergleich zu anderen Besatzungsgruppen an Bord ein höheres kardiovaskuläres Risiko (u.a. höhere Kalorienaufnahme mit konsekutiv signifi-kant höherem Body-Mass Index). Weiterhin gaben diese an, einen hohen Aufklärungsbedarf hinsichtlich „gesunder Ernährung“ zu haben.

  • Bis dato liegen nur unzureichend Kenntnisse über Prävalenzen von Krankheiten unter deutschen Seeleuten vor. Derartige Daten sind jedoch notwendig, um erfahrungsbasiert Prävention betreiben zu können.

    Es wurden die Krankenhausentlassungsdiagnosen von Seeleuten in dem Zeitraum von Januar 1997 bis Dezember 2007 ausgewertet (257.800 Seefahrerjahre).

    Im Vergleich zur bundesdeutschen Allgemeinbevölkerung wiesen deutsche Seemänner ein signifikant höheres Hospitalisationsrisiko u.a. für Lungen- und Atemwegskarzinome, non Hodgkin Lymphome und für Leukämien auf. Unter den nichttumorösen Erkrankungen, die zu einer Krankenhausaufnahme führten, dominierten unter Seefahrern Herzkreislauferkrankungen sowie Erkrankungen des Verdauungs- und Muskuloskeletal-Systems. Unter Fischerleuten traten u.a. vermehrt arbeitsbedingte Verletzungen auf.

  • Technisch hergestelltes Dinitrotoluol (DNT) ist ein Gemisch von 2,4- und 2,6-DNTIsomeren und wird u. a. in Explosiv-, Treib- und Farbstoffen ver-wendet. Die MAK-Kommission stufte DNT aufgrund toxikologischer Studien im Jahre 1985 in die Kanzerogenitätsklasse 2 ein. Das Ziel dieser Studie ist es, das Krebsrisiko von ehemals DNT-Exponierten in der Kohorte des Kupferschieferbergbaus in Mansfeld (N=16.441), insbesondere für das Nierenzell- und Urothelkarzinom, zu bewerten.

    Es erfolgen Publikationen zu Krebserkrankungen und zur Biostatistik.

  • EU-COST-DiMoPEx

  • DGAUM-Task force

  • Teil eines EU-Verbundes

  • Datenerhebung; Entwicklung weiterer Forschungsfragen im Einverständnis mit der BGN. Mit der Methodik des Phage display werden Seren symptomatischer Arbeitnehmer (Kaffeearbeiter, Bäcker, Botaniker) aus eigens hergestellten cDNA-Banken Einzel­allergene aus Kaffee, Weizen und Mais identifiziert, rekombinant hergestellt und an Kollektiven exponierter Berufsgruppen hinsichtlich ihrer Allergenität charakterisiert.

  • Für die Sekundärprävention (Früherkennung) nicht nur beruflichbedingter Krebserkrankungen ergibt sich nach wie vor die Herausforderung, neue diagnostische Verfahren zu finden, die sowohl eine frühzeitige Entdeckung der Erkrankung als auch eine hohe Akzeptanz der Untersuchungsmethode durch eine minimale Invasivität und Belastung ermöglichen.

    Weitere Beteiligung an Multicenter-Studien und Publikationen, dazu Prüfung des Aufbaus eines klinischen Netzwerkes/Biobank zur qualitäts-gesicherten Diagnostik in Kooperation mit dem UKE.

  • Strukturuntersuchungen der Konjugate von industriell verwendeten aromatischen Diisocyanaten zur Verbesserung der Diagnostik der Isocyanat-Asthmas und zur Einführung eines neuen Biomonitorings in der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung.

  • Analytische Optimierung einer Ambientmonitoring-Messmethode: Gefahrstofferfassung beim globalem Transport und Warenumschlag von Cerealien als Grundlage für arbeits- und umweltmedizinische Bewertung und Prävention.