Über das Museum

Mit welchen Methoden wurden Krankheiten erforscht? Welche gesellschaftlichen Bedingungen trugen dazu bei, Pflege, Diagnostik und Therapie für Alle zu ermöglichen? Und was genau geschah in Hamburger Kliniken während des Nationalsozialismus?

Das Medizinhistorischen Museum Hamburg steht unter der Leitung des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin . Die Dauerausstellung des Medizinhistorischen Museums Hamburg füllt sechs Räume des denkmalgeschützten Fritz-Schumacher-Hauses in der ehemaligen Pathologie des UKE. Sie stellt die Geschichte der Medizin der vergangenen 150 Jahre in ihren Höhen und Tiefen vor. Neben dem originalgetreu restaurierten Sektionssaal aus dem Jahr 1926 präsentieren wir den Aufstieg der Mikroskopie, die ersten Schritte der chemischen Arzneimittelforschung, die Bedeutung der Krankenpflege und die Entwicklung der Bildgebenden Verfahren von der Patientenfotografie über das Röntgenbild und die Aufzeichnungen von Hirnströmen bis hin zu virtuellen Darstellungen des lebendigen Körpers zur Vorbereitung komplexer chirurgische Eingriffe.

Erfahrbar wird, wie sehr die materielle Kultur der Medizin wissenschaftliche Entwicklungen gebahnt hat, und wie sehr neue Nachweismethoden dazu beitrugen, neue Forschungsfelder zu erschließen und andere obsolet erscheinen zu lassen. Zugleich ist die Medizin vor allem eine soziale Wissenschaft. Gesundheit und Stadt, Medizin und Hafen sind Hamburg-spezifische Themenfelder die Blicke in die Sozialgeschichte von Gesundheit und Krankheit ermöglichen.

Neu entstehen zwei Räume, die sich mit den Medizinverbrechen im Nationalsozialismus befassen. Ab 2017 werden sie als Lehrort einen festen Platz im Gedenkkonzept der Freien- und Hansestadt Hamburg für die Krankenmorde im Nationalsozialismus einnehmen. Gegenwärtig informieren wir mit Texttafeln exemplarisch über das Schicksal der Psychiatriepatientin Irma Sperling, die im Alter von 13 Jahren aus Hamburg deportiert und 1944 in einer Wiener Klinik ermordet wurde.

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