Folgende Sprechstunden bieten wir an:

  • Informationen zur Rheumasprechstunde

    1. Was ist die Rheumasprechstunde?

    Die Rheumasprechstunde wurde vor 15 Jahren in der Poliklinik für Kieferorthopädie eingerichtet. So sollte sichergestellt werden, dass die an juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) erkrankten Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern sowie die betreuenden Rheumatologen einen Ansprechpartner für Kiefergelenkprobleme haben.
    Die Rheumasprechstunde findet in enger Kooperation mit den behandelnden Kinderrheumatologen im UKE, im AK Eilbek, in Bad Bramstedt, in Sendenhorst und diversen anderen Kliniken statt.

    2. Welche Verbindung besteht zwischen Rheuma und Kieferorthopädie?

    Rheuma kann auch die Kiefergelenke befallen. Bei den betroffenen Patienten kann es zu Funktions- und Bewegungseinschränkungen des Unterkiefers sowie zu Veränderungen des Kiefer- und Gesichtsschädelwachstums kommen.
    Hauptaufgabe des Kieferorthopäden ist es, eine Mitbeteiligung der Kiefergelenke so früh wie möglich zu erkennen, um eine fachzahnärztliche Behandlung einleiten zu können.

    3. Woran erkennt man eine rheumatoide Mitbeteiligung der Kiefergelenke?

    Die Gelenkentzündung führt zu einer gesteigerten Produktion von Gelenkflüssigkeit, was zu einer Druckerhöhung in der engen und derben Gelenkkapsel führt. Es kommt zu Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Rötung und Schwellung.
    Die Muskeln um das Kiefergelenk herum verkürzen sich und werden schwächer. Es kommt zu Muskelschmerzen sowie Funktions- und Bewegungseinschränkungen, wodurch das Kauen deutlich erschwert ist.
    Folge einer anhaltenden Gelenkentzündung ist die Gelenkschädigung, die von einer Abflachung bis hin zur vollständigen Zerstörung der Kiefergelenkköpfe reichen kann. Da das Wachstumszentrum des Unterkiefers im Bereich der Kiefergelenkköpfe liegt, kommt es bei deren entzündlicher Zerstörung auch zu Wachstumsstörungen. Bei beidseitigem Befall entwickelt sich ein kurzer und weit zurückliegender Unterkiefer (Vogelgesicht), bei einseitigem Befall, verschiebt sich der Unterkiefer zur Entzündungsseite und das Gesicht wird „schief“.
    Ein besonderes Problem stellt die Tatsache dar, dass die beschriebene Entzündung auch ohne Schmerzen ablaufen kann, daher können sich die Veränderungen an den Kiefergelenken auch völlig unbemerkt entwickeln.

    4. Wie hoch sind Risiko und Häufigkeit einer rheumatoiden Mitbeteiligung der Kiefergelenke?

    Eine Mitbeteiligung der Kiefergelenke findet sich laut internationaler Literatur bei bis zu fast 90% der Patienten mit JIA. Das Risiko ist besonders hoch, wenn die Krankheit sehr früh einsetzt (vor dem 4. Lebensjahr), die Krankheit lange andauert und einen schweren Verlauf nimmt. Sind mehr als fünf Gelenke betroffen, polyartikuläre JIA genannt, und sind Rheumafaktoren nachweisbar, steigt das Risiko ebenfalls. Außerdem sind bei Mädchen die Kiefergelenke häufiger befallen als bei Jungen.

    5. Was wird in der Rheumsprechstunde untersucht?

    Bei der ersten Vorstellung werden die Kiefergelenke gründlich klinisch untersucht und bei entsprechender rechtfertigender Indikation eine Röntgenaufnahme erstellt, um Folgen einer rheumatischen Mitbeteiligung festzustellen bzw. auszuschließen. Alle Untersuchungsergebnisse werden nachhaltig dokumentiert, so dass der Verlauf der Erkrankung nachvollzogen werden kann. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Erstuntersuchung können weitere Untersuchungen, z.B. die Anfertigung kernspintomografischer Bilder des Kiefergelenks, erforderlich sein. Mit ihrer Hilfe können gegenwärtige Entzündungen festgestellt werden.

    6. Wie sieht die Behandlung aus?

    Leider ist Rheuma nicht heilbar, so dass sich die Behandlung der entzündlich befallenen Kiefergelenke auf Entzündungshemmung, Schmerzlinderung, Verhindern oder Verringern der Gelenkschädigung und den Erhalt der Funktion bei Unterkieferbewegungen konzentriert.
    In der akuten Phase während der Entzündung werden die Kiefergelenke mit einer Schiene entlastet, die regelmäßig kontrolliert und angepasst werden muss. Ergänzend erfolgt die Medikation durch den betreuenden Rheumatologen.
    Hat während der aktiven Phase eine Gelenkschädigung und somit auch eine Wachstumsänderung des Gesichtsschädels stattgefunden, ist das Ziel der Behandlung diese Schädigung auszugleichen. Hierzu werden kieferorthopädische Apparaturen eingesetzt, die das Unterkieferwachstum fördern und in die richtige Richtung lenken.

  • Die Langzeitbetreuung von Patienten mit Lippen-, Kiefer- Gaumenspalten ist ein weiterer Schwerpunkt der Poliklinik. Wir bieten das gesamte kieferorthopädische Behandlungsspektrum von der Primärversorung nach der Geburt über die klassische kieferorthopädische Behandlung während des Wachstums bis hin zur Feinjustierung vor eventuell notwendiger zahnärztlich prothetischer Therapie.
    Die Betreuung der Patienten mit Lippen-, Kiefer- Gaumenspalten führen wir in enger Kooperation mit der Klinik und Poliklink für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirugie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durch.

    Terminvereinbarung: +49 (0) 40 7410 53253

  • Das Marfan-Syndrom ist eine genetisch determinierte, generalisierte Bindegewebsschwäche. Für den Kiefer- und Gesichtsbereich werden die Symptome hoher, schmaler Gaumen, ein Distalbiss sowie atypisch geformte Zähne im Engstand beschrieben.

    Terminvereinbarung: +49 (0) 40 7410 53253