Schlafbezogene Atmungsstörungen

und obstruktive Schlafapnoe

Bei schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS) handelt es sich um eine Gruppe unterschiedlicher Krankheitsbilder, die während des Schlafs auftreten und seine Erholungsfunktion beeinträchtigen.

An obstruktiver Schlafapnoe (OSA) leiden ca. 22 Prozent aller SBAS-Patientinnen und -Patienten. Hierbei kommt es während des Schlafs zu Atemaussetzern. Die Atemaussetzer, sog. Apnoen, treten auf, wenn sich die Zunge und andere Teile des Rachens im Schlaf entspannen und die oberen Atemwege blockieren. Typische Symptome sind hierbei das Schnarchen, Leistungsminderung und Tagesschläfrigkeit. Die OSA ist eine nicht zu unterschätzende Krankheit, da sie im Zusammenhang mit erhöhten Risiken für die Entstehung von Herz-Kreislauf-, neurologischen und metabolischen Erkrankungen steht.


Diagnostik und Therapie

In unserer Schlafsprechstunde ermitteln wir anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung die Ursache des Schnarchens. Die Ausprägung der Erkrankung wird durch ein ambulantes Schlafscreening (Polygraphie) oder eine Untersuchung in einem mit unserer Klinik kooperierenden Schlaflabor ermittelt. Bei entsprechenden Konstellationen bieten wir zudem ambulante Schlafendoskopien (DISE – engl. drug induced sleep endoscopy) an, bei der in Sedierung der Ort und die Art des Kollapses des oberen Luftwegs noch genauer festgelegt werden kann.

Der Goldstandard in der Behandlung einer Schlafapnoe ist die nächtliche Überdruckbeatmung mittels „Schlafmaske“ (CPAP-Therapie), die auch von unserer Seite primär empfohlen wird. Bei Versagen oder Intoleranz der CPAP-Therapie kommt neben den klassischen operativen Verfahren wie beispielsweise Gaumenstraffungen, auch die Implantation eines Zungenschrittmachers (Hypoglossus-Stimulationstherapie) in Frage. Bei dieser Therapieform wird im Rahmen eines minimalinvasiven Eingriffs der Zungenschrittmacher implantiert. Die individuelle Beratung und Therapieplanung erfolgt durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Schlaflaboren und der LungenClinic Großhansdorf. Unsere Klinik ist eine von wenigen Spezialzentren in Deutschland, die diese Therapieform anbietet.

Hypoglossusnerv-Stimulation

Diese Therapieform kommt vor allem für Betroffene mit mittel- bis schwergradiger obstruktiver Schlafapnoe in Frage, die eine Maskenbeatmung nicht vertragen und nicht zu stark übergewichtig sind (Body Mass Index < 35). Bei Interesse werden zunächst diese und weitere Voraussetzungen überprüft. Bei Eignung und nach ausführlicher Aufklärung erfolgt sodann die Implantation im Rahmen eines minimal-invasiven Eingriffs. Vier Wochen nach dem Eingriff erfolgt die erste Aktivierung des Systems, und der Patient erhält eine umfassende Einführung in die Bedienung des Systems über eine kleine und einfach zu bedienende Fernsteuerung. Nach weiteren vier Wochen erfolgt die Feineinstellung im Schlaflabor, bei der das System individuell an den Patienten angepasst wird. Hierfür kooperiert das UKE mit dem schlafmedizinisch sehr renommierten Expertenteam der Lungenclinic Großhansdorf.

Falls Sie unter obstruktiver Schlafapnoe leiden und die CPAP-Therapie nicht vertragen, stellen Sie sich gerne bei uns vor und lassen eine mögliche Behandlung mit der Atemwegstimulation prüfen.


Kontaktmöglichkeiten:

„Schlafmedizinische Sprechstunde“, mittwochs

Anmeldung:

Telefon: +49 (0) 40 7410 - 22500

Ansprechpartner:

PD Dr. med. Arne Böttcher