Klinische Studien

Unsere Klinik ist bestrebt, die Behandlung und die Prognose unserer Patienten ständig zu verbessern. Dazu gehört es auch Therapien im Rahmen von klinischen Studien durchzuführen, um Bewährtes zu verbessern und neue Ansätze zu etablieren. Die HNO ist sowohl an zahlreichen nationalen und internationalen Studien beteiligt als auch federführend im Aufbau und der Durchführung von relevanten nationalen Studien. Einige Beispiele werden hier vorgestellt. Ein Schwerpunkt der Klinik ist die Behandlung von Kopf-Hals Tumoren. Um einen vollständigen Überblick über die aktuell laufenden Studien zu erhalten können Sie sich über den Trial Finder informieren.

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    Deutsche Krebshilfe
    Deutsche Krebshilfe

    Bei der TopROC Studie handelt es sich um eine randomisierte, vergleichende Effektivitätsstudie von transoraler Operation gefolgt von Strahlen(chemo)therapie versus direkter Strahlenchemotherapie bei Plattenepithelkarzinomen des Mundrachenraums (Comparative Effectiveness Trial of Transoral Head&Neck Surgery followed by adjuvant Radio(chemo)therapy versus primary Radiochemotherapy for Oropharyngeal Cancer).

    Ziel dieser Studie ist es, die Effektivität einer durch die Mundöffnung durchgeführten Operation gefolgt von einer Strahlentherapie mit einer alleinigen Bestrahlungschemotherapie bei fortgeschrittenen, aber durch die Mundöffnung operablen Tumor zu vergleichen. Gerade vor dem Hintergrund evidenzbasierter Medizin und dem zunehmenden Blick nicht nur auf die Tumorkontrolle, sondern auch auf die Lebensqualität der Patienten, wäre es wichtig zu zeigen, dass die Chirurgie nicht nur eine lange Tradition hat. Sie zeigt sowohl onkologisch als auch funktionell gute Resultate und ist eine der wichtigen Säulen in der Therapie von Kopf-Hals-Karzinomen, was aufgrund der guten Ergebnisse der Strahlentherapiestudien zunehmend angezweifelt wird.

    Die Kernfrage ist daher, ob einer dieser Therapieansätze in der klinischen Routine, mit allen Gegebenheiten hinsichtlich der Patienten und unseres Gesundheitssystems (nicht idealisierte Studienbedingungen), der anderen überlegen ist. Für diese spezielle Fragestellung wird ein Studienkonzept im Sinne der Comparative Effectivenes Research (CER) angewendet. Damit soll nicht nur eine Überlegenheit der Chirurgie bezüglich der Wirksamkeit (im Sinne von Tumorfreiheit), sondern auch der Effektivität (im Sinne von funktionellem Resultat und Lebensqualität) untersucht werden.

    Der direkte Vergleich einer operativen zu einer konservativen Therapie zeigt, dass alle beteiligten Fachdisziplinen unabhängig von ihrem eigenen Interesse die best-mögliche Therapie für den Patienten verlangen. Das Projekt ist international führend bzgl. der Beantwortung dieser dringenden onkologischen Fragestellung und wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

    Leiter der klinischen Prüfung: PD Dr. med. Chia-Jung Busch

    Hier finden Sie weitere Informationen zur Studie

    Diese klinische Studie untersucht die Effektivität einer Immuntherapie als Erhaltungstherapie nach erfolgter Therapie in Hinblick auf das krankheitsfreie Überleben im Vergleich zur Standardtherapie bei Patienten mit fortgeschrittenen, operablen Kopf-Hals-Karzinomen. Während klinische Studien bereits zur Zulassung und Etablierung einer Immuntherapie bei metastasierten Kopf-Hals-Karzinomen geführt haben, steht bei kurativ therapierbaren Kopf-Hals-Karzinomen ein Effektivitätsnachweis (krankheitsfreies Überleben) der Immuntherapie derzeit aus. Kurative Standardbehandlungen bestehen aus einer Kombination aus Operation, Strahlen- mit ggf. Chemotherapie und führen trotz aller Bemühungen und Nebenwirkungen zu einer nicht unerheblichen Anzahl von Rezidiven. 30% dieser Patienten leiden nach 2 Jahren erneut unter einem Tumor.

    Es ist von großem Interesse, ob hierbei die Immuntherapie eine Reduktion der Rezidive bewirken kann. In dieser klinischen Prüfung erhalten Patienten mit operablen Kopf-Hals-Tumoren vor und im Anschluss an einer Standardbehandlung, die eine Operation und eine darauffolgende Strahlenchemotherapie umfasst, Nivolumab (PD-1 Antikörper). Zusätzlich wird der Frage nachgegangen, ob die Kombination mit einem weiteren Antikörper (Ipilimumab) in der Erhaltungstherapie einen Vorteil hat. Die potentielle Überlegenheit der Immuntherapie soll durch den Vergleich zu der Standardtherapie verdeutlicht werden.

    Hier finden Sie weitere Informationen zur IMSTAR HN Studie.

    Leiter der klinischen Prüfung: PD Dr. med. Chia-Jung Busch

  • Bei dieser klinischen Prüfung handelt es sich um eine akute, prospektive, unverblindete (offene), transversale, monozentrische „Proof-of-Principle“ Fallserie mit adaptivem Design. Der Zweck dieser klinischen Prüfung ist es zu untersuchen, ob bei direkter Stimulation des ipsilateralen N. laryngeus recurrens (RLN) eine Antwort der Stimmlippenadduktoren (TA und/oder LCA) auf der erkrankten Seite von Patienten mit unilateraler Stimmlippenlähmung (UVFP) zu beobachten ist, welche mit einer effektiven Medialisierung der erkrankten Stimmlippe korreliert. Das primäre Ziel der klinischen Prüfung ist die Bestimmung der Parameter zur elektrischen Stimulation des ipsilateralen RLN, welche eine effektive Medialisierung der erkrankten Stimmlippe von UVFP Patienten durch Aktivierung der Stimmlippenadduktoren (TA und/oder LCA) hervorrufen.

    Ansprechpartner: PD Dr. med. Adrian Münscher

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