Aktuelle News & Presseberichte 2022

  • Publikationen aus dem UKE

    Neues aus der Forschung

    Smartphone-App erkennt frühzeitig Vorhofflimmern

    Das Kompetenznetzwerk Vorhofflimmern (AFNET) unter Beteiligung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) konnte im Rahmen einer internationalen Studie bei fünf Prozent der Proband:innen mittels einer Smartphone-App Vorhofrhythmusstörungen nachweisen. Die Teilnehmenden waren zuvor zur Überprüfung ihres Herzrhythmus mit einem Messarmband samt Sensor ausgestattet worden, der in Verbindung mit einer App auf dem Smartphone den Puls misst. Die Proband:innen hatten zuvor kein bekanntes Vorhofflimmern und nahmen keine gerinnungshemmenden Medikamente ein. Die Smart in OAC – AFNET 9 Studie (Smartphone and wearable detected atrial arrhythmia in Older Adults Case finding study) wurde 2021 in Deutschland, Polen und Spanien bei 882 Menschen zwischen 65 und 90 Jahren durchgeführt. Über acht Wochen wurde der Herzrhythmus der Teilnehmenden kontinuierlich überwacht. Bei jedem zwanzigsten älteren Menschen konnten Vorhofrhythmusstörungen diagnostiziert werden.

    Für die Diagnostik von Herzrhythmusstörungen gewinnt mobile Health (mHealth) mit Apps auf Smartphones oder Smartwatches allgemein immer mehr an Bedeutung, weil die Apps leicht zugänglich und einfach zu handhaben sind. So können möglichst viele Menschen erreicht werden. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und erhöht bei älteren Menschen das Risiko für Schlaganfälle und weitere schwerwiegende Komplikationen. Bei vielen verursacht die Rhythmusstörung zunächst keine Beschwerden und bleibt daher oft lange unerkannt und unbehandelt.

    Literatur: Larissa Fabritz et.al. Smartphone and wearable detected atrial arrhythmias in Older Adults: Results of a fully digital European Case finding study. European Heart Journal Digital Health. 2022.

    DOI: https://doi.org/10.1093/ehjdh/ztac067

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    Präsentieren stolz den Erlös:
    Prof. Blankenberg, Barbara Karan, Tom Mir, Steffen Hallaschka

    05.09.2022

    Rekord-Erlös bei der 13. Auflage von „Kicken mit Herz“

    Sportlich haben die UKE-Ärzt:innen auch in diesem Jahr knapp mit 7:9 gegen das Prominenten-Team der Hamburg Allstars verloren – doch eigentlich gab es wieder nur Gewinner:innen bei der 13. Ausgabe von „Kicken mit Herz“: Tolles Wetter, ausverkauftes Stadion an der Hoheluft, beste Stimmung, 16 Tore und den Rekord-Erlös von 184.500 Euro für die Kinderherzmedizin des UKE. Viele Prominente wie Schauspieler Peter Lohmeyer, Sänger Sasha, Moderator Elton oder „Let´s Dance“-Juror Jorge González waren wieder dabei. Unterstützt von ehemaligen Profis wie Heiko Westermann, Piotr Trochowski, Ivan Klasnic oder Alex Meier und betreut von HSV-Legende Felix Magath zeigte das Promi-Team einige schöne Kombinationen. Diese führten gleich drei Mal zu umjubelten Toren von Paul, einem 14-Jährigen Jungen mit angeborenem Herzfehler, der seit langem in der Kinderkardiologie versorgt wird und der sich an diesem Sonntag einen Traum erfüllte. Spenden, Sponsoring, Tombola und Familienspaß sorgten schließlich für den neuen Rekord-Erlös.

    Foto: Wendt Pictures

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    Charity Cup 2022
    Familie Braack mit Prof. Sebastian Debus & Prof. Sabine Wipper

    20.07.2022

    Niklas Braack Charity Golf Cup 2022

    Nach zwei von Corona geprägten Jahren, konnte das bereits etablierte Turnier endlich wieder in bevorzugter und bewährter Spielform stattfinden: Mittels Kanonenstart sind dieses Mal 106 Spielerinnen und Spieler in 27 Flights an den Start gegangen. Auch das Wetter hätte nicht schöner sein können: Sonne und Wolken im Wechsel bei 23 Grad und einer leichte Brise - perfektes Golf-Wetter!

    Nachdem am Vormittag alle einen fröhlicher Golf-Tag auf dem Grün verbrachten, wurde zum Nachmittag noch der Grill angeworfen. Leckeres Grillgut und ein großes Beilagen-Buffet sorgten für den entsprechenden kulinarischen Rahmen nachdem der sportliche Teil des Turniers bereits hinter den Teilnehmer:innen lag.

    Professor Dr. Sebatsian Debus, Direktor der Klinik für Gefäßmedizin am UHZ, sowie Professor Dr. Sabine Wipper, ehemalige Oberärztin am UHZ, haben am Nachmittag gemeinsam über den Stand des Forschungsprojektes „Früherkennung und neue Therapiestrategien bei Aortenerkrankungen“ berichtet. Die Spendengelder des Turnieres fließen zu 100% in dieses Forschungsprojekt, sodass die neuen Erkenntnisse für alle Turnierteilnehmer:innen und Unterstützer:innen sehr spannend und beeindruckend waren. Dank der mitgebrachten Gefäßprothesen war der Vortrag zudem äußerst anschaulich und sehr gut verständlich.

    Durch die Startgelder, weitere sehr großzügige Spenden und die Unterstützung toller Sponsoren konnte am Ende des Tages eine Top-Spendensumme in Höhe von 20.300 Euro erzielt werden.

    Familie Braack äußerte sich nach dem Turniertag sehr gerührt: Eure Begeisterung und Freude an dem Turnier sowie eure zahlreichen persönlichen und positiven Rückmeldungen haben uns sehr gerührt - wir haben gespürt, sie kamen von Herzen!

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    Mit diesem Turnier erinnert die Familie Braack an ihren Sohn und Bruder Niklas, der als Pinnau-Mitglied jahrelang ein begeisterter und leidenschaftlicher Golfer war und im Alter von 18 Jahren im Oktober 2014, aufgrund einer Dissektion der Aorta und des daraus resultierenden Aneurysmas, verstorben ist. Gleichzeitig unterstützt die Familie mit dem Charity Golf Cup das Forschungsprojekt „Früherkennung und neue Therapiestrategien bei Aortenerkrankungen“ des Universitären Herz- und Gefäßzentrums Hamburg.

    Weitere Infos zum Turnier finden Sie unter: niklas-charity-golf-cup.de

  • 04.05.2022

    Verleihung des ältesten Medizinpreises Deutschlands

    Vier Nachwuchsforschende erhalten Dr. Martini-Preis 2022

    Der älteste Medizinpreis Deutschlands, der Dr. Martini-Preis, ist heute von Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank an vier junge Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) verliehen worden.

    Den mit 4000 Euro dotierten ersten Preis hat Dr. Max Kaufmann aus dem Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose für die Identifizierung spezifischer Immunzellen erhalten, die sich im Krankheitsverlauf der Multiple Sklerose im Gehirn ansiedeln. Der zweite Preis in Höhe von je 3000 Euro wurde gleich zweimal vergeben. Er ging zum einen an Dr. Gustav Buescher und Dr. Marcial Sebode aus der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik für ihre Arbeiten zu COVID-19 bei Patient:innen mit autoimmunen Lebererkrankungen. Zum anderen ging er an Dr. Filip Berisha aus der Klinik und Poliklinik für Kardiologie, der durch neu entwickelte hochsensitive Biomarker molekulare Veränderungen bei einer chronischen Herzschwäche sichtbar machen konnte.

    Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf leistet medizinische Spitzenforschung, und das stellen die diesjährigen Dr. Martini-Preise wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis. Die Preisträger haben wichtige Beiträge zum Verständnis von komplexen Krankheitsbildern wie Multipler Sklerose, chronischer Herzschwäche und autoimmunen Lebererkrankungen in Zusammenhang mit COVID-19 geleistet. Das ist exzellente Grundlagenforschung nah am Menschen. Ich bedanke mich herzlich für den Einsatz und gratuliere den Forschern zu der verdienten Auszeichnung, sagt Katharina Fegebank, Wissenschaftssenatorin und Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg.

    Mit dem Dr. Martini-Preis werden exzellente wissenschaftliche Arbeiten gewürdigt, die eine besondere klinische Relevanz haben, da sie neue Erkenntnisse zur Entstehung von Krankheiten liefern. Auch in diesem Jahr haben sich herausragende Wissenschaftler:innen für den mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung beworben. Dank der großzügigen Unterstützung der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve können wir die Nachwuchswissenschaftler entsprechend würdigen. Dafür danken wir der Spenderin Eva-Maria Greve herzlich, sagt Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Vorsitzender des Kuratoriums der Dr. Martini-Stiftung und Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE.

    Zweiter Preis für Sichtbarmachung molekularer Veränderungen bei chronischer Herzschwäche
    Bei der chronischen Herzschwäche spielen molekulare Veränderungen, die zu strukturellen Veränderungen der Herzmuskelzelle führen, eine wichtige Rolle. Der Preisträger Dr. Filip Berisha hat durch neu entwickelte hochsensitive Biosensoren molekulare Veränderungen sichtbar gemacht, die der Grund für ein Herzversagen sein könnten. Konkret konnten die Forschenden den cAMP-Spiegel visualisieren. cAMP ist ein wichtiger sogenannter second messenger, der eine zentrale Rolle in der Signaltransduktion innerhalb der Zelle spielt und durch verschiedene Mechanismen stark reguliert ist. Im Verlauf der Herzschwäche gehen diese strengen Regulationsmechanismen verloren, was zu einer „Überaktivierung“ der Zelle und „Überphosphorylierung“ von Calcium-regulierenden Proteinen führt. Dies wiederum kann lebensgefährliche Rhythmusstörungen verursachen.

    Literatur: Circulation Research, https://doi.org/10.1161/CIRCRESAHA.120.318234


    Foto: Die vier UKE-Nachwuchsforscher: (v.l.) Fabian Heinrich, Dr. Filip Berisha, Dr. Max Kaufmann, Dr. Marcial Sebode, Dr. Gustav Buescher erhalten den Dr. Martini-Preis 2022 von Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank und Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Vorsitzender des Kuratoriums der Dr. Martini-Stiftung und Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE (Mitte).

  • 27.04.2022 | Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

    Risikofaktoren für die postinterventionelle Aufnahme auf Intensivstation nach Katheterablation ventrikulärer Arrhythmien


    Dr. Ruben Schleberger und PD Dr. Andreas Rillig
    (Universitäres Herz- und Gefäßzentrum Hamburg)

    Die Katheterablation ist ein fester Bestandteil der Behandlung ventrikulärer Arrhythmien und wird häufig bei Patient:innen mit mehreren, und zum Teil schweren kardiovaskulären Begleiterkrankun-gen durchgeführt. Eine postinterventionelle Behandlung auf einer Intensiv- oder Intermediate Care Station (ITS/IMC) wird demnach im klinischen Alltag bei diesen Patient:innen immer wieder notwendig. Genaue Daten zur Häufigkeit der Notwendigkeit einer solchen Behandlung und zu den Risikofaktoren sind bislang jedoch nicht bekannt. Kenntnisse hierüber erlangen jedoch insbesondere in Zeiten limitierter Kapazitäten auf Intensivstation aufgrund der Covid-Pandemie zunehmend Bedeutung. Zielsetzung der vorliegenden Arbeit war eine Analyse von Risikofaktoren und Begleitumständen, welche zur periinterventionellen Aufnahme auf eine ITS/IMC führen.

    Hier gelangen Sie zur vollständigen DGK-Pressemeldung .

     

    27.04.2022 | Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

    TAVI in patients with reduced left ventricular ejection fraction and severe ornon-severe aortic stenosis: Results from the international ATLAS TAVI Registry


    Dr. Sebastian Ludwig und PD Dr. med. Niklas Schofer
    (Universitäres Herz- und Gefäßzentrum Hamburg)

    Der Einsatz von TAVI ist kontrovers
    Der Stellenwert der Kathetergestützten Aortenklappenimplantation (engl. transcatheter aortic valve implantation, TAVI) hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen, sodass diese Therapie ge-mäß der aktuellen europäischen und amerikanischen Leitlinien bereits heute der Mehrzahl an erkrankten Patient*innen als primäre Behandlungsmodalität angeboten wird. Ein besonderes Patientenkollektiv stellen dabei solche Patient:innen dar, die neben einer Aortenklappenstenose auch eine reduzierte linksventrikulärer Ejektionsfraktion, d.h. eine systolische Herzinsuffizienz, aufweisen. Diese Kombination geht unbehandelt mit einer stark eingeschränkten Prognose einher. Mehrere retrospektive Studien legten zuletzt zudem nahe, dass bereits eine mittelgradige Aortenklappenste-nose zu einer erhöhten Mortalität bei Patientinnen und Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz führt. Andererseits ist für Patient:innen mit systolischer Herzinsuffizienz und hochgradiger Aorten-klappenstenose die Sterblichkeit nach TAVI deutlich höher als für solche mit erhaltener linksventrikulärer Ejektionsfraktion, insbesondere dann, wenn vor der Behandlung eine Aortenklappenstenose mit niedrigem Gradienten, eine sog. „Low-gradient“ Aortenklappenstenose, vorlag. Der Einsatz von TAVI bei Patient*innen mit Aortenklappenstenose und systolischer Herzinsuffizienz ist demnach zum aktuellen Zeitpunkt weiterhin kontrovers und eine gezielte Untersuchung des klinischen Nut-zens dieses Verfahrens für herzinsuffiziente Patient:innen sowohl mit hoch- als auch mittelgradiger Aortenklappenstenose vonnöten.

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    27.04.2022 | Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

    Signals for reduced cognitive function are associated with subtle signs of atrial cardiomyopathy and left ventricular diastolic dysfunction – insights from the Hamburg City Health Study


    Dr. Stephan Camen und Prof. Dr. Renate Schnabel
    (Universitäres Herz- und Gefäßzentrum Hamburg)

    Hintergrund und Ziel
    Vaskuläre kognitive Beeinträchtigungen und Demenz werden durch eine Vielzahl von Mechanismen verursacht, von denen Schlaganfälle und Erkrankungen der kleinen Hirngefäße die wichtigsten sind. In den letzten Jahren wurde postuliert, dass ein thrombogenes Vorhofmilieu aufgrund verschiedener Veränderungen der Morphologie und Funktion des (linken) Vorhofs, die sogenannten atriale Kardiomyopathie, auch ohne (klinisch apparentes) Vorhofflimmern ein Risiko für Schlaganfall und kognitiven Verfall darstellen könnte. Daher war unser Ziel den Zusammenhang zwischen echokardiografischen Parametern der (links-) atrialen Kardiomyopathie und der linksventrikulären diastolischen Dysfunktion und der kognitiven Funktion bei Personen ohne bekanntes Vorhofflimmern oder vorherigen Schlaganfall zu bestimmen.

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    In luftiger Höhe schwebt der Richtkranz über dem Neubau
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    Beim Richtspruch
    Polier T. Memmel, KFE-Leiter F. Bircan & Polier J. Schrenker

    21.01.2022

    Erste Phase des Zukunftsplans 2050 des UKE

    Hier schlägt das Herz der Zukunft: Rohbau des Universitären Herz- und Gefäßzentrums ist fertig

    Mit dem Aufziehen der Richtkrone sind am Freitag die Rohbauarbeiten für das neue Universitäre Herz- und Gefäßzentrum abgeschlossen worden. Mehr als 10.000 stationäre und 18.000 ambulante Patient:innen pro Jahr machen das Herz- und Gefäßzentrum zu einem der größten Diagnostik- und Therapiezentren seiner Art in Deutschland. Aufgrund des steigenden Bedarfs entsteht ein sechsge-schossiger Klinikbau mit bis zu 388 Betten, neun Operationssälen und neun Herzkatheterlaboren auf einer Fläche von 72.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche.

    Mit der Fertigstellung des Rohbaus ist ein weiterer Meilenstein erreicht, um die universitäre Spit-zenmedizin in Hamburg weiter zu stärken. Das neue Herz- und Gefäßzentrum am UKE bietet exzellente Rahmenbedingungen auch für die Behandlung hochkomplexer und seltener Herz- und Gefäßerkrankungen. Hierfür genießt unser Universitätsklinikum bereits heute einen national wie international erstklassigen Ruf. Darüber hinaus ermöglicht der Neubau, durch die Integration des gesamten Kinderherzbereichs, eine ganzheitliche Betreuung von Herzkrankheiten und schafft Synergien, von denen alle profitieren, sagt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank.

    Rund 900 hochqualifizierte medizinische und wissenschaftliche Mitarbeitende leisten täglich Gro-ßes im Universitären Herz- und Gefäßzentrum. Mit dem Neubau schaffen wir herausragende Rahmenbedingungen, in denen die uns anvertrauten Patient:innen bestmöglich behandelt werden können. Unser Ziel ist es, die Lebensqualität der oft schwerkranken Menschen bis ins hohe Alter zu verbessern, sagt Prof. Dr. Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE.

    Für die Herzmedizin von morgen
    Der Neubau ist dringend notwendig geworden: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste To-desursache in Deutschland und verursachen insgesamt etwa 40 Prozent aller Sterbefälle. Der größte Teil der Betroffenen ist über 65 Jahre alt. Darüber hinaus sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig mit erheblichen Folgeerkrankungen verbunden. Die Mediziner:innen und Pflegenden versor-gen also immer ältere Patient:innen mit komplexen Erkrankungen. Dieser Entwicklung trägt das neue Herz- und Gefäßzentrum mit seiner hochmodernen Ausstattung und den erweiterten diagnostischen Möglichkeiten Rechnung: Um den Menschen eine personalisierte Herzmedizin auf dem neuesten Stand der Wissenschaft anzubieten, bündeln wir unser Wissen aus allen Forschungsbereichenund schaffen somit eine differenzierte Basis für die optimal auf den Patienten zugeschnitteneTherapie. Unser neues Herzzentrum verbindet menschlich zugewandte Medizin mit höchster Innovation, so Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums.

    Mit dem Neubau werden künftig alle wichtigen Klinikbereiche unter einem Dach konzentriert. Als Maximalversorger gewährleisten wir so eine hochspezialisierte Medizin für alle Altersgruppen vom Neugeborenen bis zum alten Menschen, von der Behandlung leichter Herz-und Gefäßerkrankungenbis zu komplexen Transplantationen von Herz und Lunge sowie dem Einsatz von Herzunterstützungssystemen, erklärt Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner, Stellvertretender Ärztlicher Leiterdes Universitären Herz- und Gefäßzentrums.

    Dazu trägt auch das künftige „Cardiovascular Imaging Center“ für hochspezialisierte Bildgebung bei: Herzultraschall, Herz-CT und Herz-MRT ermöglichen sowohl die Diagnostik von Herzerkrankungenin sehr frühen Stadien als auch bildgesteuerte minimal-invasive Therapien. Das Zusammenwirken von Herz- und Gefäßmedizin sowie bildgebender radiologischer Diagnostik führt zu schnellen diagnostischen Ergebnissen und optimierten Behandlungen der Patient:innen.

    Stand der Bauarbeiten
    Der sechsgeschossige Neubau entstand nach Plänen der Architekten Nickl & Partner (München). Die Klinik Facility Management Eppendorf (KFE) des UKE ist für die vollständige Bauplanung und die Koordinierung der rund 100 am Bau beteiligten Unternehmen verantwortlich. Der Neubau ist das Herzstück der ersten Phase des Zukunftsplans 2050 des UKE und soll 2023 bezugsfertig sein. Kurze Wege und klare Strukturen, vereint in einem Raum- und Funktionsprogramm, das Behandlungsprozesse aus einem Guss ermöglicht, ist das Ziel der neuen Architektur. Dafür haben die beteiligten Mitarbeitenden ihre Erfahrungen aus dem praktischen Alltag eingebracht.

    Jetzt wurde mit den Ausbauarbeiten des Gebäudes begonnen, dazu zählen die Trockenbauarbeiten, die Fassadenarbeiten sowie die Installationen der technischen Ausstattungen. Der Neubau wird andas unterirdische automatische Warentransportsystem – mit selbstfahrenden Robotern – angeschlossen. Die Gesamtbaukosten des Neubaus belaufen sich auf rund 200 Millionen Euro. Die Finanzierung wird über das Mieter-Vermieter-Modell realisiert. Die besonderen Herausforderungen der derzeitigen Personal- und Materialengpässe konnten bislang durch eine aktive Projektsteuerung gelöst werden.

     

    06.01.2022

    UKE-Gesundheitsstudie liefert neue Erkenntnisse zu mittelfristigen COVID-19-Folgen

    Hamburg City Health Study: Selbst milder COVID-19-Verlauf hinterlässt Spuren an Organen

    Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) konnten nachweisen, dass auch milde bis moderate Krankheitsverläufe mit COVID-19 die Funktionen von Herz, Lunge und Nieren mittelfristig beeinträchtigen und mit gehäuften Zeichen einer Beinvenenthrombose einhergehen. In der Hamburg City Health Study (HCHS) wurden 443 Personen nach einer SARS-CoV-2 Infektion mit nur leichteren Symptomen umfassend untersucht. Ihre Daten wurden mit denen von nicht an COVID-19 erkrankten Teilnehmenden der HCH-Studie verglichen. Die Studienergebnisse wurden heute als sogenannte Fast-Track-Publikation im renommierten European Heart Journal veröffentlicht.

    Seit Mitte 2020 wurden im Rahmen der Hamburg City Health Studie 443 Teilnehmer:innen zwischen 45 und 74 Jahren nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion im Epidemiologischen Studienzentrum des UKE eingehend untersucht. Die umfassenden Datensätze inklusive der Magnetresonanz-Tomographie des Herzens und des Gehirns sowohl bei SARS-CoV-2-Betroffenen wie auch in der Kontrollgruppe erlaubte eine organübergreifende Analyse. Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, die mehrheitlich mit milderen Symptomen einherzugehen scheint, so Prof. Dr. Raphael Twerenbold, Wissenschaftlicher Studienzentrumsleiter und Kardiologe im Universitären Herz- und Gefäßzentrum des UKE, und Erstautorin Elina Petersen, Epidemiologin im Epidemiologischen Studienzentrum des UKE.

    Die Studie wurde mit Unterstützung der Freien und Hansestadt Hamburg unter Beteiligung von mehr als zehn Kliniken und Instituten des UKE durchgeführt.

    Mit der HCHS setzen Hamburgs Wissenschaftler:innen Standards. Dass nun die ersten Ergebnisse der weltweit größten Gesundheitsstudie zu den gesundheitlichen Folgen von COVID-19 da sind, ist ein großer Erfolg und wichtiges Signal in der Pandemie. Die HCH-Studie liefert mit ihren vielfältigen epidemiologischen und klinischen Daten wichtige Erkenntnisse über die aktuelle Pandemie und den Umgang mit zukünftigen größeren Infektionsgeschehen. Ich danke dem gesamten Forscherteam für den großen Einsatz sowie allen Mitarbeitenden für ihre herausragenden Verdienste für die Wissenschaft, die Gesundheit und die Pflege in unserer Stadt in diesen fordernden Zeiten, sagt Senatorin Katharina Fegebank, Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke.

    Wir haben uns im UKE früh entschieden, die verschiedenen Dimensionen der für die Pandemierelevanten Forschung koordiniert zu begleiten, und sind erfreut von der Möglichkeit, mit diesem breit angelegten und interdisziplinären Studienprojekt die Aktivitäten der Stadt Hamburg in der Erforschung der Pandemiefolgen sichtbar zu machen, sagt Prof. Dr. Blanche Schwappach-Pignataro, Dekanin der Medizinischen Fakultät und Vorstandsmitglied des UKE.

    Die Ergebnisse ermöglichen es uns, frühzeitig mögliche organische Folgeerkrankungen zuerkennen und die entsprechenden therapeutischen Maßnahmen einzuleiten, sagt Prof. Dr. Stefan Blankenberg, HCH-Studienleiter und Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des UKE.

    COVID-19: Gesundheitliche Folgen nach mildem bis mittelschwerem Verlauf
    Die Studienteilnehmenden gaben keine, milde oder höchstens mäßiggradige Symptome zum Zeitpunkt der SARS-CoV-2-Infektion an. Die überwiegende Mehrheit von ihnen (93 Prozent) wurdedaher rein ambulant behandelt, keine:r von ihnen benötigte eine intensivmedizinische stationäre Behandlung.

    In der Studie wurden das Herz-Kreislauf- und Gefäßsystem, die Lunge, die Nieren und das Gehirnauf Funktion, Struktur und mögliche Folgeschädigungen im Mittel zehn Monate nach der SARS-CoV-2-Infektion untersucht. Anhand von Fragebögen wurde die Lebensqualität erfasst. Zum Vergleich wurden 1328 Teilnehmer:innen ähnlichen Alters, Geschlechts und Bildungsstatus aus dem HCHS Datensatz vor Ausbruch der Pandemie ausgewählt.

    Im Direktvergleich zur Normalbevölkerung fanden sich bei den Proband:innen nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion Anzeichen von mittelfristigen Organschädigungen. In der Lungenfunktionstestung konnte bei den Teilnehmenden ein um etwa drei Prozent reduziertes Lungenvolumen sowie ein leicht erhöhter Atemwegswiderstand dokumentiert werden. Die Herzuntersuchungen ergaben eine durchschnittliche Abnahme der Pumpkraft um ein bis zwei Prozent sowie eine 41-prozentige Erhöhung eines Markerproteins im Blut, welches Auskunft über die Belastung des Herzens gibt. Ein zentrales Ergebnis der Analyse: Durch die Ultraschalluntersuchung der Beine konnten zwei- bis dreifach häufiger Zeichen einer zurückliegenden Beinvenenthrombose nachgewiesen werden. Ebenso wurde bei den Proband:innen nach SARS-CoV-2-Infektion eine Abnahme der Nierenfunktion um etwa zwei Prozent festgestellt. Die Untersuchung von Struktur und Leistungsfähigkeit des Gehirns nach einer SARS-CoV-2-Infektion ergab ebenso wie die erfragte Lebensqualität keine Verschlechterung im Vergleich mit der Kontrollgruppe. Zur frühzeitigen Erfassung und gezielten Behandlung dieser möglicherweise unbemerkt beeinträchtigten Organfunktionen empfehlen die Autor:innen routinemäßig einen simplen Abklärungspfad.

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