Aktuelle News & Presseberichte 2020

  • Dr. Christian-Alexander Behrendt

    15.05.2020

    Dr. Christian-Alexander Behrendt neuer Vorsitzender des internationalen VASCUNET Komitee

    Am 14. Mai 2020 wurde Dr. Christian-Alexander Behrendt, Leiter der Forschungsgruppe GermanVasc, für die kommenden drei Jahre (2020-2023) zum Vorsitzenden des internationalen VASCUNET Komitee gewählt.

    VASCUNET wurde bereits 1997 als Zusammenschluss europäischer Registerinitiativen der Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin gegründet und vereint mittlerweile mehr als 25 Register in Europa, Australasien, Südamerika und Russland. An den internationalen Treffen, die jährlich wechselnd auf den beteiligten Kontinenten stattfinden, nehmen mittlerweile etwa 40 Delegierte aus 26 Ländern teil. Gemeinsam verfolgen die beteiligten Registerinitiativen Ziele der Versorgungsforschung und Qualitätsentwicklung und konnten bereits über 25 Reports zu Gefäßerkrankungen publizieren. Mit der Ernennung zum VASCUNET-Vorsitzenden unterstützt das Netzwerk die langjährigen Bemühungen von Dr. Behrendt, die umfangreichen Analysen von Register- und Routinedaten aus dem Forschungsverbund zukünftig weiter am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zu bündeln.

  • 20.04.2020

    Frankfurter Allgemeine WOCHE | 17.04.2020 | Gespräch mit...

    „ Viele kommen zu spät“

    Wegen des Coronavirus haben Menschen mit anderen Erkrankungen Angst vor Krankenhäusern. Mit fatalen Folgen. Ein Gespräch mit einem Klinikdirektor aus Hamburg.

    Herr Professor Blankenberg, Sie sind Klinikdirektor des Universitären Herz- und Gefäßzentrums am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg. Wie sieht es bei Ihnen gerade aus?
    Es ist deutlich leerer als üblich. Im Universitären Herz- und Gefäßzentrum haben wir derzeit nur etwa 60 bis 65 Prozent der üblichen Operationen und Eingriffe.

    Weil Sie Operationen wegen der Corona-Pandemie aufgeschoben haben, um Kapazitäten bereitzuhalten?
    Wir haben zwar zum einen die sogenannten elektiven Operationen aufgeschoben, das ist allerdings im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur bedingt möglich: Was gemacht werden muss, ist meist auch dringlich. Das viel größere Thema ist bei uns aber zum anderen, dass einige Patienten, die einen Termin haben, einfach nicht kommen.

    Das heißt?
    Wir haben Absagen von Patienten für Eingriffe, die in unseren Augen dringend notwendig sind. Wir sehen hier viel weniger Menschen, die mit Herzinfarkten zu uns kommen. Auch aus der Notaufnahme erhalten wir die Rückmeldung, dass immer weniger Patienten mit Herzinfarkten oder auch Schlaganfällen kommen, als sonst üblich.

    Wie erklären Sie sich das?
    Bei den Operationen haben uns schon Patienten angerufen, um den Termin abzusagen, weil sie Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus haben. Mit Blick auf die Herzinfarkte oder Schlaganfälle kann ich mir das nur schwer erklären, weil die doch so symptomatisch sind, dass man unbedingt sofort ins Krankenhaus kommen müsste. Wenn Sie klare Symptome wie Brustschmerz oder Luftnot haben, die akut einsetzen, müssen Sie sofort den Notarzt rufen. Das passiert aber deutlich weniger. Wir haben stattdessen schon mehrere Fälle gehabt in den vergangenen Wochen, bei welchen die Patienten einfach zu spät ins Krankenhaus kommen. Es scheint, als versuchten manche Betroffene aufgrund der Angst vor dem Coronavirus die Dinge zu Hause auszusitzen. Das ist ein Problem.

    Was sind die Folgen?
    Die medizinischen Folgen sind dramatisch, auch wenn ich das Wort nicht gerne in den Mund nehme. Aber 25 Prozent der Infarktpatienten, die nicht in die Klinik kommen, versterben zu Hause. Die übrigen 75 Prozent riskieren schlicht und ergreifend eine Einschränkung der Pumpfunktion ihres Herzens, die sogenannte Herzinsuffizienz, die dann über Jahre hinaus zu einer deutlich schlechteren Prognose führt, als bei einer unmittelbar wiederhergestellten Herzkranz-Arterie. Oder wenn Sie eine Verengung der Aorten-Klappe haben, also des Ventils, welches die Hauptschlagader von der linken Hauptkammer des Herzens trennt, können Sie nicht einfach die Operation oder Intervention aufschieben. Wenn sie kritisch verengt ist, hat man eine deutlich verringerte Lebenserwartung und das Ganze muss innerhalb von vier bis sechs Wochen therapiert werden, das geht eigentlich recht elegant und problemlos. Aber wenn man es aufschiebt, gibt es eine deutliche erhöhte Gefahr eines plötzlichen Herztodes oder einer Herzschwäche. Wir wissen einfach, dass die Gefahr, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu versterben, aufgrund verzögerter Eingriffe mindestens so groß ist, wie die Gefahr der Covid-19-Erkrankung selbst.

    Was antworten Sie den Patienten am Telefon, wenn sie ihre Termine absagen wollen?
    Wir versuchen, ihnen klarzumachen, dass wir in unserem Universitären Herzund Gefäßzentrum kein Covid-19-Problem haben. Die mit dem Coronavirus infizierten Patienten werden in einem anderen Gebäude des Universitätsklinikums behandelt, unsere Intensivstationen sind somit räumlich und personell komplett getrennt von den Covid- 19-Fällen.

    Aber können Sie solche Sorgen nicht auch nachvollziehen? Immerhin haben sich jüngst an Ihrem Klinikum auf einer Krebsstation 20 Mitarbeiter und 20 Patienten mit Corona infiziert.
    Natürlich kann ich die Bedenken der Menschen verstehen, und daher treffen wir auch zahlreiche Vorkehrungen. Wir prüfen nahezu jeden Herzpatienten bei der Aufnahme auf das neue Coronavirus. Bisher ist kein Patient bei der Aufnahme positiv getestet worden und kein Patient wurde unserer Erkenntnis nach im Universitären Herz- und Gefäßzentrum infektiös.

    Hoffen Sie darauf, dass als Ergebnis der Exit-Debatte auch bei Ihnen eine Normalisierung einsetzt?
    Zu den Exit-Debatten kann ich natürlich nicht viel sagen, weil noch völlig offen scheint, inwieweit eine Lockerung der Maßnahmen wieder zu einem Anstieg der Infektionen – oder eine Verzögerung der Lockerungen zu anderen Schäden führt. Die Exit-Debatte muss man davon also getrennt betrachten. Aber wir müssen klarmachen, dass wir nicht nur die Covid-19-Erkrankten angemessen behandeln, sondern dass wir gleichzeitig die normalen Volkskrankheiten versorgen können und müssen. Und das schaffen wir hier auch. Wie auch immer die Exit-Debatte geführt wird.

    Wenn jetzt so viele Operationen ausfallen, wird das nicht auch Folgen für die künftige Kapazität der Krankenhäuser haben?
    Genau das befürchten wir. Ich habe die Sorge, dass wir die Kapazitäten dann noch einmal ausreizen könnten, wenn die Operationen nachgeholt werden, und es weiterhin Covid-19-Patienten gibt. Vor allem erwarten wir eine deutlich höhere Mortalitätsrate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Etwas, das wir in Deutschland und Europa bislang hervorragend im Griff haben.

    Gibt es bei Ihnen schon Erkenntnisse, was das Coronavirus zum Beispiel am Herzen anrichten kann?
    Wir haben Vermutungen, die sich unter anderem auf Erkenntnisse und Beobachtungen aus China stützen. Daraus ist zu erkennen, dass es scheinbar eine Assoziation zwischen Covid- 19-Erkrankungen und Herz-Kreislauf- Erkrankungen geben könnte. Das würde eine erhöhte Herzinfarktrate betreffen, Herzschwäche, weil der Herzmuskel angegriffen wird, oder Herzrhythmusstörungen. Ich bin da aber sehr vorsichtig, das sind noch Vermutungen. Bislang treten diese Erkrankungen nicht vermehrt auf. Viel wesentlicher ist tatsächlich das Nichtkommen, das Verzögern, das Ignorieren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die letztlich völlig unabhängig von Covid- 19 weiter eintreten.

    Die Fragen stellte Matthias Wyssuwa.

     

    Prof. Dr. Stefan Blankenberg

    15.04.2020

    NDR-Visite | 14.04.2020

    Herzinfarkt: Auch in Corona-Zeiten Notarzt rufen

    Ein Herzinfarkt bedeutet immer Lebensgefahr. Bei einem Verdacht sollte man daher nicht zögern, sofort den Rettungsdienst zu alarmieren. Welche Symptome sind typisch?

    Im Beitrag: Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums UKE Hamburg.

    Weiter zum NDR-Visite Beitrag.

     

    01.04.2020 | Pressemitteilung

    Akutversorgung während Corona-Pandemie gesichert

    Bei Schlaganfall- oder Herzinfarkt-Symptomen trotz Corona-Pandemie bitte Notruf wählen

    Schlaganfall und Herzinfarkt gehören zu den häufigsten Ursachen von Tod und Behinderung. In Ham-burg erleiden pro Jahr etwa 6000 Menschen einen Schlaganfall und 4000 einen Herzinfarkt. Für die Metropolregion Hamburg sind die Zahlen etwa doppelt so hoch. Bei schneller Versorgung können beide Erkrankungen aber gut und ohne bleibende Einschränkungen überstanden werden. Auch in Zeiten der COVID-19-Pandemie ist die effektive Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt in Hamburg gesichert. Alle Hamburgerinnen und Hamburger sollten unverzüglich den Notruf 112 wählen, wenn sie bei sich oder anderen Symptome bemerken, die auf einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hinweisen.

    Schlaganfall und Herzinfarkt sind akute Notfälle, bei deren Behandlung jede Minute zählt – auch in Zeiten einer Pandemie. Patientinnen und Patienten sollten keinesfalls vor Sorge um eine Ansteckung eine Krankenhausbehandlung vermeiden. Die Krankenhäuser halten entsprechende Hygienemaßnahmen ein und die Versorgung von Patienten mit Schlaganfall und Herzinfarkt erfolgt in räumlicher Trennung von Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind, sagt Prof. Dr. Christian Gerloff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie des UKE.

    Durch eine effektive Akutbehandlung von Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt kann häufig Schlimmeres verhindert werden. Gerade in den ersten Stunden und Tagen sind Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall und Herzinfarkt durch mögliche schwere Komplikationen gefährdet. Eine Überwachung und Behandlung im frühen Erkrankungsstadium können diese Komplikationen vermeiden. Daher bieten die Krankenhäuser Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall und Herzinfarkt auch während der Corona-Pandemie eine sofortige qualifizierte und sichere Behandlung, sagt Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie des UKE.

    Typische Symptome Schlaganfall

    Folgende Symptome können auf einen Schlaganfall hinweisen:

    1. Plötzlich einsetzende Schwäche oder Lähmung auf einer Körperseite, d.h. eines Armes, Beines oder im Gesicht

    2. Plötzliche Sprachschwierigkeiten in Verbindung mit einer Lähmung

    3. Sehstörungen (z.B. Doppelbilder)

    4. Schwindel mit Gangunsicherheit

    5. Plötzliche Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit

    6. Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit

    7. Plötzlich auftretende sehr starke Kopfschmerzen

    Typische Symptome Herzinfarkt

    Folgende Symptome können auf einen Herzinfarkt hinweisen:

    1. Plötzlich einsetzende Brust- oder Oberbauchschmerzen

    2. Akute Luftnot

    3. Engegefühl im Brustbereich

    4. Übelkeit, Erbrechen

    5. Angstschweiß

    6. Brennen hinter dem Brustbein

  • Prof. Dr. Tilo Kölbel

    18.02.2020

    Aortenaneurysma: Erfolgreiche Behandlung im UKE

    Eine gerissene Hauptschlagader hätte fast zum Tod von Andreas Baum geführt. Schnelle Hilfe fand er im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), eine Notoperation rettete sein Leben. Prof. Dr. Tilo Kölbel und sein Team im Aortenzentrum behandeln viele Patienten mit einer gefährlichen Erweiterung der Hauptschlagader, einem Aortenaneurysma. Oft setzen sie ihnen Gefäßprothesen ein.

    Weiter zum Filmbeitrag "Nah am Abgrund" | UKE Life

     

    Scheckübergabe NAVIGATOR-energie Service
    M. Weichert-Prinz, Prof. Dr. R. Kozlik-Feldmann, Peter Jacobsen
    Scheckübergabe MERIDIAN
    M. Weichert-Prnz, Prof. Dr. R. Kozlik-Feldmann, Leo Eckstein

    06.02.2020

    Energie für Kinderherzen -
    Kinderkardiologie hat doppelten Grund zur Freude

    Direkt zum Jahresstart gab es für die Kinderkardiologie des Universitären Herz- und Gefäßzentrums UKE Hamburg doppelten Grund zur Freude. Nicht eine, sondern gleich zwei tolle Spenden durfte Prof. Dr. Rainer Kozlik-Feldmann, Direktor der Klinik für Kinderkardiologie, dank des Projektes „Energie für Kinderherzen“ am 27. Januar 2020 entgegennehmen.

    Die ersten 500 Euro überreichte Peter Jacobsen, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der NAVIGATOR-energie Service GmbH. Das Unternehmen fördert das Projekt „Energie für Kinderherzen“ seit Beginn an tatkräftig, indem es als Servicepartner kostenfrei die Prüfung und Optimierung von Strom- und Gastarifen interessierter Privat- und Firmenkunden übernimmt. Hinzu kommt, dass NAVIGATOR-energie Service und deren bundesweite Vertriebspartner weitere 5 Euro für jeden Strom- und Gaszähler spenden, wenn der Kunde selbst auch für kranke Kinderherzen spendet – und genau daraus ist auch die Spende in Höhe von 500 Euro entstanden, die nun für kleine Kinderherzen eingesetzt wird. Mit unserer Unterstützung möchten wir die kleinen Patienten und ihre Familien in der schweren Krankenhauszeit unterstützen. Es wäre außerdem schön, wenn diese Spende eine kleine Motivation für andere Kunden und Unternehmen sein kann, sich ebenfalls an dem Projekt zu beteiligen und etwas für die kleinen Herzkinder zu tun. , so Peter Jacobsen.

    Die zweite Spende wurde an diesem Tag von Leo Eckstein, Geschäftsführer der Meridian Spa & Fitness Deutschland GmbH, auf der Kinderherzstation überreicht. Dank einer fantastischen Weihnachtsaktion, bei der von jedem verkauften Weihnachtsgutschein 1 Euro an das Projekt „Energie für Kinderherzen“ gespendet und die von Meridian am Ende nochmal aufgestockt wurde, durfte Prof. Dr. Rainer Kozlik-Feldmann 5.000 Euro entgegennehmen. 5.000 Euro, die unter anderem für aktuell fehlende kindgerechte Raumausstattungen eingesetzt werden und die damit direkt den kleinen Herzpatienten zu Gute kommen. Für MERIDIAN ist ‚Energie für Kinderherzen‘ ein echtes Herzensprojekt. Es ist schön zu sehen, dass wir mit unserer Spende den Kindern glückliche Momente im oftmals tristen Krankenhausalltag ermöglichen können , äußerte sich Leo Eckstein bei seinem Besuch auf der Kinderherzstation.


    Gutes tun und gleichzeitig Geld sparen

    ENERGIE FÜR KINDERHERZEN ist ein gemeinsames Projekt des Freundes- und Förderkreises von HAMBURG schnackt!

    Mit der Idee „Eine Handvoll Leben – eine Handvoll Vorteile“ können Unternehmen und Privatpersonen Strom- und Gaskosten reduzieren und aus der Einsparung Geld für herzkranke Kinder im Universitären Herz- und Gefäßzentrum spenden.

    „Eine Handvoll Leben – eine Handvoll Vorteile“
    Aus den Energie-Einsparungen helfen Unterstützer dann ohne eigenen finanziellen Aufwand:
    Sie geben „eine Handvoll Leben“, das heißt, sie spenden 5 % ihrer Energiekosten-Einsparungen an ENERGIE FÜR KINDERHERZEN zugunsten der herzkranken Kinder. Für jeden Gas- oder Stromzähler eines Unterstützers werden zusätzlich 5 Euro an das Projekt gespendet.

    Weitere Bilder der Scheckübergabe sowie Informationen zum Projekt finden Sie hier.

    Tschüss -
    Priv.-Doz. Dr. Ulf Radunski

    Mehr als zehn Jahre war Priv.-Doz. Dr. Ulf Radunski als Kardio­loge im Herz- und Gefäßzentrum aktiv. Zum Jahresbeginn startete er als neuer kardiologischer Chefarzt der Regio Kliniken – mit großer Freude auf das Neue und einer Prise Wehmut.

    Zur ganzen Geschichte | UKE Life

     

    16.01.2020

    SAT.1 Regional

    Organspende: Bundestag stimmt gegen Widerspruchslösung und für Einverständnislösung

    Das Organspendegesetz war am Donnerstag das große Thema in Deutschland und damit auch bei uns im Norden. Die Abgeordneten des Bundestags haben mehrheitlich gegen die doppelte Widerspruchslösung entschieden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte angestrebt, dass jeder automatisch Organspender ist – es sei denn, er widerspricht ausdrücklich.

    Durchgekommen ist der Gesetzentwurf der Grünen, bei dem im Grunde alles bleibt, wie es ist. Der Gesetzentwurf zur Einverständnislösung sieht vor, dass man alle zehn Jahre im Einwohnermeldeamt bei der Beantragung eines neuen Personalausweises angesprochen wird, wie man sich im Falle einer Organspende entscheiden will. Man kann sich dort in ein Zentralregister eintragen lassen. Außerdem kann man sich alle zwei Jahre von seinem Hausarzt zum Thema beraten lassen...

    ...Hier sehen und lesen Sie den gesamten Beitrag auf SAT.1 Regional.

    Im Interview/Beitrag: Prof. Dr. Stefan Kluge, Klinik für Intensivmedizin und Prof. Dr. Hermann Reichenspurner, Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie

     

    D. Günther-Gemeinhardt vor dem Reichstag in Berlin

    16.01.2020

    Hamburger Abendblatt | Autor: Peter Wenig

    Warum ein Hamburger für Organspendergesetz kämpft

    Dennis Günther-Gemeinhardt wirbt für die Widerspruchslösung von Gesundheitsminister Jens Spahn. Dem Rahlstedter wurde vor Jahren ein Herz transplantiert.

    Der Mann hat, man darf das sagen, eine Mission. Seit Monaten wirbt Dennis Günther-Gemeinhardt für sein großes Ziel: Der Bundestag soll heute die Organspende neu regeln. Im Endspurt reiste der Rahlstedter in die Hauptstadt, um Abgeordnete zu überzeugen, für den gemeinsamen Entwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zu stimmen. Beide Politiker kämpfen mit einem parteiübergreifenden Unterstützerkreis für die doppelte Widerspruchslösung. Wer zu Lebzeiten nicht einer Organspende widerspricht – ob über ein Online-Register oder in einer Erklärung gegenüber Verwandten oder Freunden – wäre dann Spender. Günther-Gemeinhardt traf Befürworter wie den Hamburger CDU-Abgeordneten Christoph Ploß und Gegner wie die Grünen Co-Chefin Annalena Baerbock, die für eine Reform der jetzigen Entscheidungsregelung wirbt.

    Wir brauchen die Widerspruchslösung, sagt Günther-Gemeinhardt. Nur so könne die Zahl der Transplantationen steigen. Der 40-Jährige spricht aus eigener leidvoller Erfahrung. Bereits mit 20 hatte er mehrere Herzinfarkte, die sein Herz so schädigten, dass auch Bypass- Operationen nicht mehr halfen. Er kämpfte um sein Leben, musste reanimiert werden, lag über drei Monate auf der Intensivstation: Meine Herzleistung lag nur noch bei fünf Prozent. Ich war so schwach, dass ich kaum noch die Zahnbürste heben konnte. Im Januar 2008 setzte ihm UKE-Herzchirurg Prof. Hermann Reichenspurner ein Spenderherz ein.

    Seitdem fühle ich mich wie neugeboren, sagt Günther-Gemeinhardt. Mit anderen Transplantierten startete er die Online-Petition „Leben retten: Einführung der Widerspruchslösung“ über die Plattform change.org. Inzwischen haben sich über 151.000 Menschen dieser Petition angeschlossen. Die Widerspruchslösung ist mir buchstäblich eine Herzensangelegenheit, sagt Günther-Gemeinhardt. Er habe Verständnis für jeden, der eine Organspende für sich ablehne, aber es sei zumutbar, dieses dann auch zu bekunden. Zu oft komme es vor, dass ein Spenderausweis nicht ausgefüllt werde oder im Fall der Fälle nicht auffindbar sei. Auf Dauer werden es andere Länder, in denen die Widerspruchslösung längst gilt, nicht hinnehmen, dass wir viel zu wenig Organe spenden.

    Günther-Gemeinhardt kämpft auch aus eigenem Interesse für eine Neuregelung. Denn irgendwann wird auch er wieder ein Herz brauchen. Ein Spenderorgan altert schon durch die Medikamente, die ein Transplantierter nehmen muss, deutlich schneller: Der Rahlstedter schluckt jeden Tag 14 Tabletten – auch gegen Abstoßungsreaktionen. Dennoch ist er so fit, dass er Mega-Partys am Hühnerposten veranstalten kann: Ich treibe viel Sport, mir geht es blendend.

     

    09.01.2020

    UKE-Herzforscherinnen und -Forscher leiten neue, weltweite Studie zur Früherkennung

    Vorhofflimmern – die unterschätzte Gefahr

    Lange vor einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt bei vielen Betroffenen das Herz unmerklich aus dem Takt: Vorhofflimmern verursacht häufig keine Beschwerden, ist aber ein Vorläufer lebensbe-drohlicher Durchblutungsstörungen. Ein von der EU finanziertes internationales Forschungsprojekt, das von Prof. Dr. Renate Schnabel aus dem Universitären Herz- und Gefäßzentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) geleitet wird, soll jetzt die Früherkennung von Vorhofflimmern deutlich verbessern.

    Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen in der Allgemeinbevölkerung. Insbesondere in alternden Gesellschaften wie in Deutschland ist das ein zunehmendes Problem", sagt UKE-Herzforscherin Prof. Schnabel. Herzrhythmusstörungen seien an sich nicht lebensbedrohlich, sie würden aber einhergehen mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall, Herzinsuffizienz oder auch Demenz. Eine eingeschränkte Lebensqualität und eine erhöhte Sterblichkeit seien die Folgen. Besonders problematisch dabei ist, dass Vorhofflimmern oft symptomlos verläuft und die Betroffene daher gar nicht wissen, dass ihr Herzschlag außer Takt geraten ist und auf Dauer weitere Erkrankungen verursachen kann, erläutert die Projektleiterin, die sich mit ihrem Team im Universitären Herz- und Gefäßzentrum des UKE seit Jahren intensiv mit der Erforschung von Vorhofflimmern beschäftigt.

    Gefährdete Personen identifizieren und effektiv untersuchen
    Gemeinsam mit den internationalen Projektpartner sollen nun Strategien entwickelt werden, um gefährdete Personen zu identifizieren und effizient auf Vorhofflimmern zu untersuchen. Die ent-scheidenden Fragen lauten: Wer genau muss untersucht werden und welche Methoden sind dafür die am besten geeigneten?, erklärt die Herzforscherin. Standard zur Untersuchung von Herzrhyth-musstörungen sei ein Zwölf-Kanal-EKG, bei dem mehrere Elektroden auf den Oberkörper der Pati-enten geklebt werden müssen. Das ist sehr aufwändig und nicht jeder Hausarzt hat ein solches Gerät, so Prof. Schnabel. Günstige und weit verbreitete technische Alternativen, die Hinweise auf Vorhofflimmern liefern können, seien zum Beispiel Blutdruck- oder Pulsmessgeräte, tragbare Gürtel, unter die Haut implantierbare Mini-Geräte, aber auch die Kamera des Handys oder eine Smart-Watch. Ein Screening muss möglichst einfach sein, um bei möglichst vielen Menschen angewendet werden zu können. Ob alle oder nur Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, mit Übergewicht oder ab einem bestimmten Alter untersucht werden sollten, seien weitere Fragen, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beantworten wollen. Ich hoffe, dass wir bereits in zwei, drei Jahren erste Ergebnisse haben, von denen die Patientinnen und Patienten profitieren können, sagt Prof. Schnabel.

    Internationales Projekt wird mit sechs Millionen Euro von der EU gefördert
    Das zum Jahresbeginn gestartete und auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben mit der Be-zeichnung „AFFECT-EU" (Titel: Digital, risk-based screening for atrial fibrillation in the European Community) wird von der EU im Rahmen des aktuellen Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020" mit insgesamt knapp sechs Millionen Euro unterstützt. Auf das UKE als Studien-zentrale entfallen etwa 1,5 Millionen Euro Fördergelder. Beteiligt sind 26 Einrichtungen und Insti-tutionen aus 16 Ländern. Das Projekt hat weltweit ein solches Interesse geweckt, dass nicht nur Partner aus der Förderregion EU teilnehmen, sondern auch aus den USA, Kanada und Australien – letztere sogar ausschließlich mit eigenen Mitteln.

     

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