Aktuelle News & Presseberichte 2021

  • 10.06.2021

    Dem Vorhofflimmern auf der Spur | weltweite AFNET-Studie

    Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) ist ein interdisziplinäres Forschungsnetz, in dem Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen aus Kliniken und Praxen deutschland- und weltweit zusammenarbeiten.

    Ziel ist es, die Behandlung und Versorgung von Patient:innen mit Vorhofflimmern in Deutschland und weltweit durch koordinierte Forschung zu verbessern. Dazu führt das AFNET wissenschaftsinitiierte klinische Studien, Register und weitere Projekte auf nationaler und internationaler Ebene durch.

    Die British Heart Foundation hat anlässlich ihres 60. Geburtstags einen Artikel veröffentlicht, in dem die Studie unter der Leitung von Professor Paulus Kirchhof vorgestellt wird. Der Artikel Treating atrial fibrillation to prevent strokes ist über diesen Link abrufbar.

     

    Mit kurzen Stromstößen gegen falsche Rhythmusgeber des Herzens

    Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung, allein in Deutschland sind davon rund zwei Millionen Menschen betroffen. Um schwere Komplikationen wie beispielsweise einen Schlaganfall zu verhindern, ist eine effektive und frühzeitige Behandlung notwendig. Im Universitären Herz- und Gefäßzentrum UKE Hamburg wird seit kurzem eine innovative Methode der katheterbasierten Ablation von Vorhofflimmern, die sogenannte Elektroporation, angewendet.

    Bislang wurden meist thermische Verfahren wie Wärme (Hochfrequenzstromablation) oder Kälte (Kryoabalation) eingesetzt, um die störenden elektrischen Impulse, die sich in den sogenannten Lungenvenen bilden, durch eine elektrische Isolation der Lungenvenen auszuschalten. Bei der neuen Methode wird mit kurzen, pulsierenden Stromstößen selektiv nur das Herzmuskelgewebe behandelt, das für die Störimpulse verantwortlich ist. Die hochenergetischen Impulse verursachen so gezielt eine Perforation der Zellmembran der Herzmuskelzellen mit dem Vorteil, dass die umliegenden Gefäß- oder Nervenzellen im Herzen bzw. im Brustkorb oder aber die Speiseröhre nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Dieses neue Verfahren ist somit sicherer und gleichzeitig hocheffektiv. „Wir haben als erste Universitätsklinik in Deutschland diese innovative Kathetertechnologie erfolgreich bei 12 Patient:innen eingesetzt. Künftig können wir mit dieser Methode eine noch effektivere und sicherere Behandlung der stetig wachsenden Zahl an Patient:innen mit Vorhofflimmern ermöglichen“, sagt Priv.-Doz. Dr. Andreas Metzner, Leiter der Sektion interventionelle Elektrophysiologie der Klinik und Poliklinik für Kardiologie.

    Die Elektroporation wird künftig zusätzlich zu den bereits etablierten Ablationsverfahren am Universitären Herz- und Gefäßzentrum eingesetzt und wissenschaftlich von den Kardiolog:innen begleitet und evaluiert. „Mit diesem neuen Verfahren können wir die hohe Qualität der Ablationsbehandlungen am UKE weiter steigern. So verbessern wir die Umsetzung einer frühen rhythmuserhaltenden Therapie für alle in Hamburg“, so Prof. Dr. Paulus Kirchhof, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie.

  • Aufstieg auf den Turm des Michel
    Auf dem Hamburger Michel
    Ch. Oelschner, M. Kritzky und A. Röder

    30.04.2021 | Hamburger Abendblatt
    Autorin: Insa Gall

    Aufstieg auf den Turm des Michel – mit einem neuen Herz

    2019 musste Marc Kritzky mehrfach reanimiert werden. Nach langer Leidenszeit erhielt er ein Spenderorgan. Und schloss eine Art Handel mit sich selbst.

    Als Marc Kritzky die 452 Stufen des Michel-Turms erklommen hat, liegt die Stadt in der Sonne unterihm. Der 55-Jährige ist erst einmal etwasaußer Atem. Das würde wohl jedem sogehen, aber für Kritzky ist dieser Aufstieg etwas ganz Besonderes. Der Hamburger hat eine Herz-Transplantation hinter sich. Vor eineinhalb Jahren war erfast schon tot. Beim langen Warten auf ein Spenderherz im Krankenhaus hat er eine Art Handel mit sich selbst gemacht: Wenn alles gut wird, wenn er das übersteht und sich wieder fit fühlt, dann willer die Aussichtsplattform der Hauptkirche St. Michaelis, 106 Meter über der Elbe,erklimmen. Und nun steht er hier,wirkt trainiert wie ein deutlich jüngerer Mann, und ist voller Dankbarkeit. Nicht nur dafür, dass Michel-Hauptpastor Alexander Röder ihm den Zugang zum ansonsten wegen Corona für die Öffentlichkeit geschlossenen Turm ermöglicht hat. Sondern vor allem für die zweite Chance, die er bekommen hat.

    Es war ein ganz normaler Tag im Herbst 2019, als sein Leben beinahe geendet hätte. Kritzky war schon lange herzkrank. Im August 2019 hatten die Ärzte festgestellt, dass seine Mitralklappe nicht mehr richtig schloss, im September wurde sie rekonstruiert. Der Diplom-Ingenieur erholte sich zunächst nur langsam, absolvierte eine Reha und hatte gerade wieder begonnen zu arbeiten. An diesem sonnigen Tag ging er nun mit seiner Frau Katrin Mehrens erst einkaufen und dann spazieren. Und es ging ihm gut. Zum ersten Mal habe er wieder das Gefühl, es gehe aufwärts, sagte er seiner Frau, als sie später zusammen zu Hause auf dem Sofa saßen. Sie ging in die Küche, um etwas zu trinken zu holen,und als sie zurückkam, war er auf dem Polster zusammengesunken und zuckte immer wieder. Das war der eingebaute Defibrillator, der unablässig Stromimpulse gab, um sein Herz wieder zum Schlagen zu bringen.

    Panisch rief Katrin Mehrens den Rettungsdienst. Die Stimme am anderen Ende gab ihr Anweisungen: sofort mit der Herzdruckmassage beginnen, jede Minute zählt. Mehrens wusste nicht, wie das geht, der letzte Erste-Hilfe-Kurs war eine Ewigkeit her. Macht nichts, sagte der Notrufmitarbeiter: Ich leite Sie dadurch. Nach dem Takt von „Stayin’ alive“ presste sie rhythmisch auf die Brust ihres Mannes, bis die Retter an der Tür klingelten. Ich war wie in Trance, sagt die 54-Jährige. 45 Minuten lang wurde ihr Mann noch zu Hause reanimiert, bis sich die Retter mit ihm auf den Weg ins Heidberg-Krankenhaus machten. Unterwegs musste Kritzky abermals reanimiert werden. Es dauerte, bis Mehrens aus der Klinik die erlösende Nachricht bekam: Ihr Mann war erst mal stabil. Allerdings hatte eine Computertomografie in seinem Kopf Auffälligkeiten gezeigt, die auf eine Schädigung des Hirns infolge von Sauerstoffmangel hindeuten könnten. Man hat mir gesagt, es sei nicht abzusehen, wie er sein werde, wenn er aufwache, erzählt sie. Kritzky wurde ins künstliche Koma versetzt, sein Körper heruntergekühlt, um die Organe zu schonen. Vier Tage lang saß sie bei ihm am Bett und hielt seine Hand, bis sie plötzlich merkte, dass die sich in ihrer bewegt.

    Nach dem Aufwachen erkannte Kritzky seine Frau zuerst nicht, konnte auch kaum verständlich sprechen. Eine harte Zeit. Doch ein weiterer Scan des Kopfes ergab, dass sich die Auffälligkeitenin seinem Gehirn zurückgebildet hatten, er wurde wieder klarer. Auch wenn er weiterhin selbst keinerlei Erinnerungen mehr an seinen Zusammenbruch hat. Oder an die Stunden davor. An den Film, den er am Vorabend gesehen hat. Da war ein Faden gerissen ,sagt er. Immer wieder fragte er nach, ließ sich seine eigene Geschichte erzählen und irgendwann schaltete sich mein Hirn wieder ein.

    Dann die Frage: Wie geht es weiter? Kann ich ein neues Herz bekommen? Will ich das? Er wurde ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) verlegt. Sein Körper war so ausgebrannt,dass er nicht nur zur Transplantation angemeldet wurde, sondern auch zügig auf eine Hochdringlichkeitsliste kam. Hier begegnete er auch Christine Oelschner, der Transplantationskoordinatorin für Herz und Lunge im Universitären Herz- und Gefäßzentrum des UKE. Fast vier Monate lang musste er warten, bis es so weit war. In der Klinik, zu Hause wäre die Gefahr zu groß gewesen. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Am 21. Februar 2020 – den Tag kann er wie aus der Pistole geschossen nennen – wurde er informiert, dass möglicherweise ein passendes Herz für ihn gefunden war. In dem Moment schaltetes ich bei mir das Gehirn aus, ich war nicht mehr in der Lage, meine Sachen zusammenzupacken, erzählt er. Parallel dazu fuhr ein Team zu dem Spender, um zu prüfen, ob dessen Herz infrage kam. Abends gegen 20 Uhr wurde Kritzky auf die Operation vorbereitet. Morgens um 5 Uhr erhielt seine Frau den Anruf: Die Transplantation ist geglückt.

    Kritzky betrachtet sich selbst als nicht religiös. Aber in den Monaten in der Klinik, in seinem Zimmer, hatte er viel Zeit zum Nachdenken. Darüber, wieviel Glück er hatte, wie dankbar er ist –seinen Ärzten, dem Team des UKE und natürlich dem Spender, der den Vorschriften entsprechend anonym bleibt, aber dem er so viel zu verdanken hat. Und ich kam zu dem Schluss, dass da vielleicht doch jemand dahintersteckt, der lenkend in mein Leben eingreift. Also besucht Kritzky nun Orte, um sich zu bedanken. Orte wie den Michelturm.

    2020 wurden am UKE 28 Herzen transplantiert
    Anfang April 2020 konnte er wieder nach Hause. Vor allem in der ersten Zeit begleitete ihn stets die Angst: Sein Körper kann das neue Herz jederzeit abstoßen.Täglich muss er 25 Tabletten einnehmen. Sie unterdrücken die Immunreaktion, machen aber auch beispielsweise Infektionen besonders gefährlich. Jedes Mal, wenn sein Blutdruck absackt, ist sofort die Panik da, es könnte etwas Schwerwiegendes sein. Doch die UKE Transplantationskoordinatorin ChristineOelschner begleitet die Patienten eng. Kritzky und seine Frau sind längst per Du mit ihr. Sie können sie jederzeit anrufen. Etwa wenn er versehentlich einen Schokoriegel gegessen hat, der Nüsse enthält, sie eigentlich verboten sind. Oder das Blutbild Auffälligkeiten zeigt. Frau Oelschner ist immer da, das ist eine Riesenerleichterung, so Kritzky. Mit ihr haben er und seine Frau in den eineinhalb Jahren mehr Zeit verbracht als mit manchen Familienmitgliedern.

    Am Herzzentrum des UKE wurden im vergangenen Jahr 28 Herzen transplantiert, deutschlandweit waren es 339. Aber 700 Menschen warteten 2020 auf ein neues Herz, 77 von ihnen standen in dieser Woche auf der Hochdringlichkeitsliste der Stiftung Eurotransplant, die Organe an geeignete Empfänger vermittelt. Aber auch dringend transplantationsbedürftige Patienten warten meist drei bis sechs Monate auf ein neues Herz. Derzeit sind es am UKE acht Menschen, darunter zwei Kinder. Jeden Tag, sagt Oelschner, sterben in Deutschland drei Menschen, weil sie kein passendes Organ bekämen. Sie hätte sich ebenso wie die allermeisten Transplantationsmediziner eine Widerspruchslösung gewünscht, als das Organspendegesetz 2019 vom Bundestag novelliert wurde.

    Oelschner wünscht sich, dass sich jeder zu Lebzeiten einmal mit dem Thema Organspende auseinandersetzt und seine persönliche Entscheidung dazu in einem Organspendeausweis einträgt. Man könne eine Spende auch ablehnen, aber mit einer Entscheidung, die man zu Lebzeiten trifft, würden die Angehörigen entlastet, die im Ernstfall eine Entscheidung treffen müssen. Komme es dazu und Angehörige müssten entscheiden, lehnten leider 60 Prozent eine Organspende ab.

    Kritzkys neues Leben ist nicht ohne Einschränkungen. Er weiß, dass man mit einem transplantierten Herz durchschnittlich zehn bis 20 Jahre leben kann, manche schaffen aber auch 35 Jahre. Der Diplom-Ingenieur arbeitet wieder, 5,5 Stunden am Tag, auch wenn er eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit beziehen könnte. Doch das ist ihm wichtig. Er will sein altes Leben zurück, will wieder reisen mit seiner Frau, wenn die Corona-Pandemie hinter uns liegt. Das Herz zu spenden, sagt Kritzky, bevor er sich anden Abstieg vom Michelturm macht, das ist ein wahres Zeichen der Nächstenliebe. Und das meint er auch im christlichen Sinn. Der 55-Jährige weiß nicht, wessen Herz da nun in seiner Brust schlägt, da ist der Datenschutz außerordentlich streng. Nur so viel: Das Herz gehörte einem jungen Menschen. Kritzky hat dessen Familie einen Brief geschrieben, der über die Transplantationskoordinatorin weitergegeben wurde. Sehr lange hat er überlegt, was er schreiben soll, und sich am Ende bedankt für dieses unglaubliche Geschenk, das ihm neues Leben ermöglicht. Die Familie, soweit ist bekannt, hat seinen Brief erhalten. Nur ein Wunsch ist nun noch offen: Es wäre das Größte, wenn sie mir zurückschreiben würde, sagt Kritzky.

     

    Lupe zum Vergrößern des Bildes
    Kompetenz, die sich ergänzt:
    Staatsopern-Intendant G. Delnon mit H. Reichenspurner & H. Klose

    29.04.2021 | Hamburger Abendblatt
    Autor: Joachim Mischke

    Singen gegen Corona-Spätfolgen

    Die Staatsoper organisiert für Covid-Langzeitgeschädigte mit dem UKE Reha-Maßnahmen für die Atemmuskulatur

    Blubbern Ihre Wangenmit?, fragt die Mezzosopranistin Kristina Stanek ins iPad hinein, nach einerAtemübung mit Strohhalm und Wasserflasche. Ihr Gegenüber ist ein Hamburger Long-Covid-Patient, man hört ihn leise blubbern und pusten. Die Umstände – konzentrierte Atemübungen übers Tablet im leeren Foyer der Staatsoper, beobachtet von einigen Journalisten und Kameras – wären unter normalen Umständen schon reichlich skurril. Doch normalerweise wäre Stanek in diesen Tagen einige Meter weiter vielleicht anders aktiv, auf der Bühne, als Orlofsky in dern euen „Fledermaus“. Stattdessen ist sie Teil eines Projekts, mit dem die Staatsoper und das UKE Covid-Folgen bei Betroffenen mildern wollen.

    Über die massiven, unvorhersehbaren Langzeitfolgen weiß man nach über einem Jahr Pandemie noch längst nicht alles. Viele kommen glimpflich davon.Viele sterben. Und viele leiden weiter, unter anderem unter quälender, chronischer Luftnot, weil die geschwächte Atemmuskulatur nicht zu ihrer alten Form zurückfindet. Es hat schon etwas leicht Ironisches, dass nun ausgerechnet eine Instanz wie die Hamburger Staatsoper, an der das professionelle Singen vor Publikum seit Monaten höchstbehördlich verunmöglicht ist, einer Instanz wie dem UKE hilft, durch eben diese gesangstechnischen Atemübungen therapeutische Fortschritte bei Long-Covid-Patienten zu erzielen. Vor allem aber istes ein großer Trost, eine große Hilfe, eine zutiefst menschliche Geste der Hilfsbereitschaft und des Mitgefühls. Ein Geben und Nehmen. Was sich hier und jetzt als sinnvoll erweist, wird den zukünftigen Umgang mit weiteren Patienten erleichtern.

    Staatsopern-Intendant Georges Delnon sagte zu diesem Projekt, es sei sofort Begeisterung im Haus aufgekommen, als die Idee, einem Vorbild aus Großbritannien folgend, Form annahm. Der Bedarf an Hilfe ist groß. Die Effekte von regelmäßigen Gesangs - und Atemübungen auf die Lunge, den Körper und die Seele sind nicht zu unterschätzen, betonte auch Dr. Hans Klose, Leitender UKE Pneumologe. Er nannte die Atem-Lektionenein Leuchtturmprojekt in ganz, ganz grauen Zeiten. Bislang konnte manl ediglich Symptome auflisten, aber keine konkrete Therapie anbieten. Seit April treffen sich nun Ensemblemitglieder zweimal wöchentlich virtuell mit Patientinnen und Patienten, um in 30-minütigen digitalen Einzel-Coachings zu zeigen, wie sie langfristig ihre Atemfunktionen verbessern können. Aus vier Freiwilligen wurden zehn. An Interessenten für die Übungen wird leider kein Mangel herrschen. Konservative Schätzungen, so der Pneumologe, gehen von drei bis fünf Prozent Long-Covid-Fällen bei allen Erkrankten aus. Klose begleitet das Projekt wissenschaftlich. Es sei ein Highlight der letzten Monate, weil man den Patiente nendlich etwas anbieten kann.Alles hilft besser als das bisherige Verwalten von Leiden. Wir trainieren Körper und Seele, beide sind betroffen.

    15 Patientinnen und Patienten nehmen teil, sie wurden in Abstimmung mit niedergelassenen Hamburger Pneumologen ausgewählt. Zu Beginn und am Ende des sechswöchigen Unterrichts werden Lungenfunktion und Atemmuskelkraft gemessen. Außerdem wird die Lebensqualität durch Fragebögen erfasst. Wir wissen, dass Singen bei Menschenmit chronischen respiratorischen Erkrankungen Lungenfunktion und Lebensqualität verbessert, erklärt Klose, wer könnte die Post-Covid-Patientinnen und -Patienten besser unterstützen als die Gesangsprofis der Staatsoper.

    In das Training fließen Übungen zu Körperhaltung und Atemkontrolle ein. Tief durchatmen, ansonsten eine Selbstverständlichkeit unterhalb der alltäglichen Wahrnehmungsgrenze – hier ist es das ersehnte Ziel. Kunst heilt, das sagt sich leicht. In dieser Ansicht steckt viel Wahres. Doch Atmen, richtiges, effektives Atmen? Viel schwerer, als man denkt. In dieser schwierigen Zeit die Staatsoper Hamburg an unserer Seite zu wissen, um unseren Patientinnen und Patienten bei der Bewältigung ihrer Beschwerden infolge einer Covid-19-Erkrankung zu unterstützen, erfreut uns sehr, hatte Hermann Reichenspurner erklärt, stellvertretender Ärztlicher Leiter des UKE-Herz- und Gefäßzentrums. Er dankte den Sängerinnen und Sängern „außerordentlich“.

    Kristina Staneks Unterrichtswerkzeuge sind Geduld und klare Ansagen: Schnell rein, schnell raus soll die Luft in einer Übung, es geht um Kontrolle und Stärkung, auch des Selbstvertrauens. Ihrem Patienten der letzten Wochen wurde kürzlich bei einem Lungencheck eine Steigerung von 40 auf 60 Prozent attestiert. Es wirkt also, auch bei Stanek: Man hat sich wieder nützlich und sinnvoll gefühlt.

    FOTO: BRINKHOFF-MOEGENBURG

     

    3sat | nano vom 14. April 2021

    Corona bei Organtransplantierten

    Organtransplantierte leiden besonders. Sie haben das Virus länger im Körper, weil ihr Immunsystem mit Medikamenten heruntergefahren wird. Auch Impfungen schlagen deshalb weniger gut an.

    Corona mit transplantiertem Herz
    Sarah, die im Juni 2008 herztransplantiert wurde, ist seit drei Monaten mit dem Corona-Virus infiziert. Ihr geht es aber auch mit dem transplantierten Herzen nicht gut, sie leidet schon länger unter Herzrhythmusstörungen. Solange sie aber das Virus in sich trägt, kann sie nicht den kardiologischen Eingriff erhalten, den sie braucht, um die Herzrhythmusstörungen zu behandeln.

    Zum Beitrag in der Mediathek (verfügbar bis zum bis 14.10.2021).

    Im Beitrag: Dr. Dorit Knappe, Klinik und Poliklinik für Kardiologie (ab Min. 0:48); Prof. Dr. Hermann Reichenspurner, Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie (ab Min. 6:45).

  • 15.02.2021
    Digitale Verleihung des ältesten Medizinpreises Deutschlands

    Dr. Martini-Preis 2021 an fünf Nachwuchsforschende
    des UKE verliehen

    Fünf junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) sind heute im Beisein von Staatsrätin Dr. Eva Gümbel, Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke, mit dem Dr. Martini-Preis 2021 ausgezeichnet worden.

    Dr. Fabian J. Brunner und Priv.-Doz. Dr. Christoph Waldeyer, Klinik für Kardiologie des Universitären Herz- und Gefäßzentrums Hamburg, haben die mit 4.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Modell, das das cholesterinabhängige Langzeitrisiko für einen Herzinfarkt berechnet, erhalten. Die beiden zweiten Preise über jeweils 3.000 Euro gingen an Dr. Luzia Veletzky, I. Medizinische Klinik und Poliklinik, sowie Dr. Jan Kempski, I. Medizinische Klinik und Poliklinik, und Dr. Anastasios Giannou, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie.

    Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin in der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Be-zirke: Die Corona-Pandemie führt uns aktuell vor Augen, wie wichtig die Innovationskraft der Wis-senschaft ist. Ein herausragendes Beispiel hierfür stellen die mit dem Dr. Martini-Preis ausgezeichneten Forschungsarbeiten darvon neuen Präventions- und Therapieverfahren bis zur Erforschung bislang vernachlässigter Krankheiten. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, um die medizinische Versorgung weit über Hamburgs Grenzen hinaus nachhaltig zu stärken. Ich danke der Preisträgerin und den Preisträgern für ihre wichtige Arbeit und gratuliere herzlich zu der verdienten Auszeichnung!

    Der älteste Medizinpreis Deutschlands honoriert herausragende klinische Forschungsarbeiten, deren Erkenntnisse nicht nur zum Verständnis der Entstehung von Krankheiten beitragen, sondern neue Therapieoptionen eröffnen. Dank der großzügigen Unterstützung der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve können wir auch in diesem Jahr die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entsprechend würdigen. Dafür danken wir der Spenderin Eva-Maria Greve herzlich, sagt Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Vorsitzender des Kuratoriums der Dr. Martini-Stiftung und Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE.

    Erster Preis geht an internationale Studie zur Berechnung des Langzeitrisikos für Herzinfarkt
    Die Preisträger Dr. Brunner und Priv.-Doz. Dr. Waldeyer haben ein Modell entwickelt, mit dem sich das cholesterinabhängige Risiko für einen Herzinfarkt bis zum Alter von 75 Jahren berechnen lässt. Ihre internationalen Studienergebnisse, beruhend auf Daten von rund 400.000 Menschen der europäischen, nordamerikanischen und australischen Allgemeinbevölkerung, wurden 2019 in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht. Ihre Analysen zeigen, dass bereits bei jungen Menschen das Risiko, im Laufe des Lebens einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, stark von den Blutspiegeln des non-HDL-Cholesterins abhängt. Auf dieser Basis entwickelten sie einen Risikorechner, der das individuelle Langzeitrisiko für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse abschätztund zugleich den potenziellen Nutzen einer cholesterinsenkenden Therapie simuliert. Der Risikorechner ist unter www.nonhdlrisk.com frei verfügbar.

    LiteraturLancet, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31810609/

     

    Prof. Dr. Michael Hübler

    Neu im UHZ: Prof. Michael Hübler

    09.02.2021
    UKE beruft Prof. Dr. Michael Hübler als Klinikdirektor für die Kinderherzmedizin

    Neue Doppelspitze stärkt die Kinderherzmedizin des Universitären Herz- und Gefäßzentrums

    In der Kinderherzmedizin am Universitären Herz- und Gefäßzentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) gibt es eine neue Doppelspitze: Prof. Dr. Michael Hübler hat zum 1. Februar 2021 seine Tätigkeit als W3-Professor für Kinderherzchirurgie und Chirurgie angeborener Herzfehler aufgenommen. Gemeinsam mit dem Kinderkardiologen Prof. Dr. Rainer Kozlik-Feldmann leitet er die neu strukturierte Klinik und Poliklinik für Kinderherzmedizin und Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern.

    Mit der zukünftigen Doppelspitze wird die umfassende universitäre Versorgung von Neugeborenen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern langfristig mit höchster Versorgungsqualität fortgesetzt.

    Wir freuen uns, mit Herrn Prof. Hübler einen international anerkannten Herzspezialisten gewonnen zu haben. Mit seinen herausragenden chirurgischen Fertigkeiten wird er zur konsequenten Weiterentwicklung einer schonenden und exzellenten Kinderherzchirurgie beitragen, die unseren Weg zum Neubau des Universitären Herz- und Gefäßzentrums nachdrücklich unterstützen werden, sagen Prof. Dr. Stefan Blankenberg und Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner, Ärztliche Leitung des Universitären Herz- und Gefäßzentrums.

    Prof. Hübler war zuletzt Chefarzt der Abteilung für Herzchirurgie des Universitäts-Kinderspitals Zürich und außerordentlicher Professor für Kinderherzchirurgie an der Universität Zürich. Er verfügt über langjährige Expertise im Bereich der komplexen rekonstruktiven Kinderherzchirurgie sowie der Kinderherztransplantation und der mechanischen Kreislaufunterstützungssysteme bei Säuglingen und Kindern.

    Nach seinem Medizinstudium an der Universität Duisburg-Essen arbeitete Prof. Hübler von 1989 bis 2012 am Deutschen Herzzentrum Berlin, wo er die Abteilung für Chirurgie angeborener Herzfehler leitete und ab 2009 als stellvertretender Klinikdirektor wirkte. Im Jahr 2012 erfolgte die Ernennung zum Professor für Kinderherzchirurgie an der Universität Zürich.

  • NDR Visite vom 05.01.2021

    Thrombose: Warnzeichen rechtzeitig erkennen

    Jedes Jahr erkrankt einer von 1.000 Menschen an einer Thrombose, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Wird eine Thrombose nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, drohen langwierige Probleme mit den Beinvenen (Postthrombotisches Syndrom) und es kann in seltenen Fällen, vor allem bei Thrombosen im Oberschenkel, sogar zu lebensgefährlichen Komplikationen wie einer Lungenembolie kommen.

    Schweregefühl, Kribbeln, Ziehen im Unterschenkel, eine Schwellung am Bein, ein Druck- oder Hitzegefühl - das können Hinweise auf eine Thrombose sein. Im Beitrag: Prof. Dr. Sebastian Debus, Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin.

    Hier gelangen Sie zum Beitrag auf ndr.de

Archiv