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  • Homepage des SFB 841

    Entzündliche Lebererkrankungen unterschiedlichster Ursache gehören sowohl in Deutschland als auch weltweit zu den Erkrankungen mit der höchsten Prävalenz. Die Leberzirrhose ist eine der zehn häufigsten Todesursachen in der WHO-Statistik. Das Leberzellkarzinom ist die häufigste entzündungsabhängige Tumorerkrankung und nach dem Lungenkrebs die häufigste Todesursache unter den Tumoren. Obwohl die Impfung gegen Hepatitis B Virus einen Rückgang der Tumorraten insbesondere in Südostasien bewirkte, treten andere Lebererkrankungen vermehrt und mit verstärkter Mortalität auf, insbesondere die Nicht-Alkoholische Steatohepatitis (NASH).

    Aufgrund ihrer Schlüsselstellung als zentrales Stoffwechselorgan, erfüllt die Leber eine lebenswichtige Funktion, die auch unter belastenden Umständen gewährleistet sein muss. Deshalb ist die Leber das einzige solide Organ, welches die Fähigkeit besitzt, sich vollständig zu regenerieren und, wie wir in diesem SFB zunehmend erkennen, auch überschießende Entzündungsreaktionen hemmen kann. Diese Eigenschaften der Leber sind im evolutionären Maßstab von Vorteil. Jedoch können diese Lebereigenschaften unter Umständen, z.B. bei Leberinfektionen, auch von Nachteil sein, da diese aufgrund abgeschwächter Immunität in der Leber häufig chronisch werden. Auch trägt die Fähigkeit der Leber zur Regeneration und zur Abschwächung von Immunantworten zu einem erhöhten Risiko der malignen Transformation bei.

    Die zentrale Hypothese des SFB 841 ist: Die Regulation der Immunantworten in der Leber entscheidet über den Verlauf von Entzündungsreaktionen und das Risiko der malignen Entartung. Ein genaueres Verständnis der Regulationsmechanismen wird eine therapeutische Beeinflussung ermöglichen. Aus dem besseren Verständnis immunregulatorischer Mechanismen und Effekte in der Leber werden auch allgemein gültige Prinzipien der Entzündungsentstehung, Entzündungsabheilung und Entzündungsfolgen im Menschen resultieren.

  • Homepage des SFB 1192

    Kurzbeschreibung auf Deutsch folgt

  • Sonderforschungsbereich 1328
  • Homepage der KFO 296

    Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper einer schwangeren Frau sowohl sichtbar, wie auch unsichtbar. Zu den "unsichtbaren Veränderungen" zählt, dass das mütterliche Immunsystem eine immunologische Toleranz gegen den Fötus entwickelt. Diese Toleranz ist erforderlich, da der Fötus Marker vom Vater erbt, die auf der Zelloberfläche exprimiert werden. Diese Marker, die sogenannten Antigene, könnten eine Reaktion des mütterlichen Immunsystems im Sinne einer Transplantat-Abstoßung provozieren. Aufgrund der spezifischen Anpassung des mütterlichen Immunsystems während der Schwangerschaft wird eine Abstoßung des Fötus jedoch unterdrückt. Diese Anpassung entsteht aus dem intensiven Dialog von Schwangerschaftshormonen und Immunzellen und trägt zu einem komplikationsfreien Verlauf der Schwangerschaft bis zur Geburt des Kindes bei.

    Diese Anpassung an die Schwangerschaft kann weiterhin wesentliche Vorteile für die Gesundheit der Mutter mit sich bringen. So kann sich die Aktivität von vorbestehenden mütterlichen Autoimmun-Erkrankungen verbessern. Autoimmunität bedeutet, dass das Immunsystem gegen Strukturen des eigenen Körpers reagiert, beispielsweise gegen Gewebestrukturen im Gehirn bei Multipler Sklerose (MS). Es gibt derzeit kein Medikament zur Behandlung der MS, welches eine mit der Schwangerschaft vergleichbare Linderung der MS-Symptome bewirkt. Deshalb kann man die Schwangerschaft auch als ein Modell sehen, welches zu einem verbesserten Verständnis der Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei Autoimmunität beiträgt.

    Andererseits sind schwangeren Frauen von einem erheblichen gesundheitlichen Nachteil betroffen, da sie eine hohe Anfälligkeit für Infektionen ausweisen, beispielsweise mit dem Grippevirus. Eine Infektion mit dem Grippevirus während der Schwangerschaft kann sehr gefährlich für die Mutter und das ungeborene Kind zu sein.

    Neben diesen Vor- bzw. Nachteilen, die eine Schwangerschaft für die Gesundheit der Mütter vermittelt, kann der Ursprung von Erkrankungen im späteren Leben der Kinder auch in der Zeit vor der Geburt liegen. Herausforderungen während der Schwangerschaft, zum Beispiel mütterliche Stressbelastung und Medikamenteneinnahme, können Nachteile für die Gesundheit der Kinder im späteren Leben nach sich ziehen. Diese Nachteile sind beispielweise ein eingeschränkter Impfschutz, ein häufiges Auftreten von Infektionen im frühen Lebensalter oder ein hohes Risiko für chronische Immunkrankheiten wie Allergien und Asthma bei den Kindern im späteren Leben.

    Diese Vor- und Nachteile für die Gesundheit von Mutter und Kind, die mit der Schwangerschaft verbunden sind, wurden bislang in Bevölkerungsstudien beobachtet. Konkrete Hinweise, welche Immunzellen oder Hormone diese Vorteile und Nachteile übermitteln, sind noch weitgehend unbekannt. In der Klinischen Forschergruppe 296 haben sich nun Ärzte und Grundlagenforscher aus unterschiedlichen medizinischen Disziplinen zusammengeschlossen, die allesamt an der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg und dem Heinrich-Pette-Institut (einem Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie) tätig sind. Insgesamt 14 Gruppenleiter und ihre Teams adressieren nun gemeinsam zwei Ziele. Zuerst wollen wir ermitteln, wie das sorgfältig abgestimmte Gleichgewicht der Immunzellen und Hormone, welches während der mütterlichen Anpassung an die Schwangerschaft aktiviert wird, von Vor- oder Nachteil für die Gesundheit von Müttern ist. Zweitens versuchen wir zu verstehen, wie eine pränatale Stressbelastung oder Medikamenteneinnahme nachteilig für das ungeborene Kindes sein kann und das Risiko für Immunerkrankungen im späteren Leben dieser Kinder erhöht. Um diese Ziele zu adressieren, verwenden wir grundlagenwissenschaftliche Ansätze in Verbindung mit klinischen Studien.

    Wir erwarten, dass unsere Ergebnisse die Grundlage für die Entdeckung neuer Biomarker bilden. Dieses Wissen kann helfen, eine "Schwangerschafts-ähnliche“ Immunantwort zur der Behandlung von Patienten mit MS zu entwickeln. Weiterhin wollen wir die Risiken für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder reduzieren, an schweren Infektionen zu erkranken. Schließlich wollen wir Leitlinien für die Identifizierung von ungeborenen oder neugeborenen Kindern mit einem hohen Risiko für Immunerkrankungen im späteren Leben entwickeln, um das Risiko dieser Kinder so früh wie möglich zu reduzieren.

  • Homepage der KFO 306

    Die Primär Sklerosierende Cholangitis (PSC) ist eine chronische, vernarbende Erkrankung der Gallengänge in und außerhalb der Leber. Die PSC ist in 2/3 der Fälle mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung assoziiert. Die Erkrankung befällt vorwiegend junge Erwachsene und führt innerhalb von 10-20 Jahren zur biliären Leberzirrhose, Lebertransplantation oder zum Tod der Patienten durch die Entwicklung hepatobiliärer Malignome. Die Pathogenese der PSC ist unverstanden. Die PSC ist eine der häufigsten Indikationen zur Lebertransplantation, die derzeit die einzige wirksame Therapie dieser progredienten Erkrankung ist.

    Unsere Klinische Forschergruppe setzt sich zum Ziel, die Pathogenese der PSC aufzuklären, um durch dieses Verständnis neue Therapiemöglichkeiten zu eröffnen. Wir postulieren, dass die Gallengangsentzündung durch eine fehlgeleitete Immunreaktion an der mukosalen Barriere verursacht wird. Wir vertreten die Hypothese, dass das Mikrobiom in der immunologischen und metabolischen Wechselwirkung mit dem Wirt hierbei eine große Rolle spielt. Um diese Interaktionen zu verstehen, werden Wissenschaftler verschiedener Expertise aus Grundlagen- und klinischer Forschung in der KFO 306 zusammengeführt.

    Die Ziele der KFO 306 sind die Aufklärung der Immunpathogenese der PSC mit einem Fokus auf das intestinale und biliäre Mikrobiom und die Immunreaktion an der mukosalen Barriere, die Identifikation der pathogenetischen Zusammenhänge zwischen Mikrobiom und dem Gallensäure- und Lipidstoffwechsel sowie der Entzündung in Leber und Colon. Das Ziel ist es, diese Erkenntnisse in klinische Studien zu übertragen.

  • Kurzbeschreibung auf Deutsch folgt

  • Kurzbeschreibung auf Deutsch folgt