Wahlpflichtfach Präventive Medizin (2nd Track)

Hintergrund:
Erstmals bietet der Reformstudiengang iMED am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Medizinstudierenden ein eigenständiges Wahlpflichtmodul (2nd Track) Präventive Medizin über 9 Semester an. Ziel ist die Etablierung von Maßnahmen zur Primär-, Sekundär und Tertiärprävention in Lehre, Forschung und medizinischer Versorgung vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft und steigenden Kosten der kurativen Medizin. Im Rahmen des neuen Präventionsgesetzes ist es Ärztinnen und Ärzten in der Funktion eines Präventionslotsen möglich, gezielte Empfehlungen zu Präventionsleistungen in Form einer ärztlichen Bescheinigung auszusprechen und Versicherte zur Inanspruchnahme von primärpräventiven zertifizierten Angeboten zu motivieren.

Methoden:
Das entwickelte Wahlpflichtfach vernetzt die wesentlichen präventiv arbeitenden Teilgebiete der unterschiedlichen medizinischen Fachgebiete wie kardiovaskuläre Medizin, Onkologie, Osteologie, Maritime Medizin sowie Dermatologie, Rechtsmedizin und Naturheilverfahren. Sowohl die Prävention bei Kindern und Jugendlichen, wie auch bei Erwachsenen einschließlich Gerontologie werden berücksichtigt und Genderaspekte durch die Gynäkologie und die Urologie repräsentiert. Zu den tragenden Basisdisziplinen der Prävention zählen die Ernährungsmedizin, die Sportmedizin, die Arbeitsmedizin, die Suchtprävention und die Gesundheitspsychologie. Gesundheitsökonomische und soziale Aspekte werden ebenso thematisiert, wie Möglichkeiten der modernen Labor- und genetischen Diagnostik sowie bildgebender Verfahren. Mehr als 15 Institute sind am 2nd Track Präventive Medizin beteiligt. Der Unterricht des Tracks umfasst 220 Stunden in 9 Semestern und findet überwiegend in Form interaktiver Seminare statt ergänzt durch Besichtigungen und praktische Unterweisungen. Erweitert wird das Lehrangebot durch Elemente des wissenschaftlichen Arbeitens und einer Studienarbeit mit der Zielsetzung, das Verständnis und Interesse für medizinische Forschung zu fördern.

Praktische Implikation:
Ein höherer Stellenwert der Prävention in der zukünftigen medizinischen Ausbildung kann einen Beitrag dazu leisten, Ärztinnen und Ärzte stärker in die Gesundheitsförderung einzubinden und Patienten mit gesundheitsbezogenen Risiken zur Inanspruchnahme von präventiven Angeboten zu motivieren.

E-Projekt Diabetes-Prävention

Basierend auf den Vorarbeiten von Studierenden des 2nd Tracks Präventive Medizin erfolgte die Ausarbeitung eines Online-Tools zur Abschätzung des persönlichen Diabetes-Risikos. Über die Plattform der Hamburg Online University steht der Risiko-Check sowohl Fachkräften als auch interessierten Laien zur Verfügung.

https://www.hoou.de/

Präsentation des 2nd Tracks auf Kongressen

Zyriax BC, Preisser AM, Diestelkamp S, Patra S, Windler E.. Präventive Medizin - ein Wahlpflichtmodul im Rahmen des Reformstudienganges iMED am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Jahrestagung der Gesellschaft für medizinische Ausbildung (GMA), 20.-23.9.2017, Münster

Zyriax BC, Windler E. Prävention als integraler Bestandteil der ärztlichen Tätigkeit – Anforderungen an die medizinische Ausbildung. 16. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 4.-6.10.2017, Berlin

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    PD Dr. oec. troph. Birgit-Christiane Zyriax

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