Neurochirurgische Behandlungsmöglichkeiten im UKE

Als Klinik der universitären Maximalversorgung wird im UKE das gesamte Spektrum neurochirurgischer Krankheitsbilder abgedeckt. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf den Tumorerkrankungen des Gehirns und des Rückenmarkes. Durch die enge Verknüpfung von Forschung und klinischer Behandlung können am UKE moderne Therapieprinzipien unter Berücksichtigung der aktuellen Erkenntnisse der Medizin realisiert werden wodurch stets ein höchstmögliches Maß an Patientenzufriedenheit und Patientensicherheit gewährleistet werden. Informationen und Ansprechpartner zu den krankheitsspezifischen Behandlungsstrategien finden sie im unteren Bereich.

Sollten sich Fragen ergeben welche durch die gegebenen Informationen nicht abgedeckt werden stehen wir natürlich auch gerne persönlich im Rahmen unserer Sprechstunden ( links aufgeführt) zu Ihrer Verfügung.

  • Die neurochirurgische Klinik ist seit Jahren für Ihre Expertise hinsichtlich der Behandlung von Tumoren des zentralen Nervensystems bekannt. Die Tumoren lassen sich generell nach Ihrer Herkunft, nämlich aus dem Nervengewebe selbst oder aber als Geschwulst der Hirnhäute einteilen. Häufig fallen die Tumore durch Kopfschmerzen, epileptische Anfälle oder Funktionseinschränkungen der von dem betroffenen Gehirnareal versorgten Gebiete auf (Lähmungen, Gefühlseinschränkungen, Sprachstörungen, Wesensveränderungen, Merkfähigkeitsstörungen etc.). Die Therapie solcher Tumorentitäten erfolgt stets in enger Absprache mit und in individueller Anpassung an unsere Patienten um ein möglichst zufriedenstellendes Therapieziel zu erreichen. Eventuell notwendige Anschlusstherapien oder Rehabilitationsmaßnahmen werden von unserem Behandlungsteam koordiniert um auch nach dem stationären Aufenthalt einen reibungslosen Behandlungsablauf zu gewährleisten.

  • Die Klinik für Neurochirurgie bietet das gesamte Spektrum der Schädelbasischirurgie an. Gefäßerkrankungen wie Aneurysmen (Gefäßausackungen) können in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Neuroradiologie einer jeweils individuell auf unsere Patienten zugeschnittenen Therapie zugeführt werden. Auch die Tumorerkrankungen des Gehirns und seiner Häute, die sich regelhaft auch im Bereich der Schädelbasis befinden, können hier auf Grundlage jahrelanger Erfahrung im Umgang mit diesen Tumoren therapiert werden. Dafür stehen modernste Techniken wie die Neuronavigation, moderne Operationsmikroskope und die intraoperative Fluoreszenz sowie ein erfahrenes und eingespieltes Behandlungsteam zur Verfügung.

  • Chirurgisch therapierbare Erkrankungen der Hypophysenregion/Sellaregion spielen seit mehreren Jahrzehnten eine große Rolle in unserer Klinik. In Kooperation mit der Sektion Endokrinologie des UKE wurde die „Interdisziplinäre Endokrinologie/Hypophysenchirurgie“ etabliert, um Betroffenen sowohl ambulant als auch stationär eine möglichst optimale und interdisziplinäre Beratung und Versorgung anbieten zu können. Ergänzend besteht mit der Strahlentherapie des UKE eine enge Absprache, um Bestrahlungsplanungen individuell anpassen zu können. Zur Zeit werden pro Jahr über 270 Patienten auf transnasal-transsphenoidalem Wege (durch die Nase und Keilbeinhöhle) an unterschiedlichen Tumoren – Adenome und andere Prozesse der Schädelbasis – behandelt, ferner werden transcranielle Eingriffe bei Bedarf durchgeführt. Die Hypophysenchirurgie des UKE gehört seit Jahrzehnten zu den beiden großen Deutschen und auch international führenden Kliniken in diesem Bereich. Es bestehen enge Kooperationen mit u.a. endokrinologischen Schwerpunktpraxen bundesweit und diversen Universitätskliniken in der Versorgung der Betroffenen. Alle gängigen chirurgischen Techniken (Mikroskop/Endoskop, Mikrodoppler, Spülsauger/ Mikrospiegel) sowie unterstützende Maßnahmen (intraoperative Bildgebung per Durchleuchtung oder CT, Navigation, Zytologie/Schnellschnittdiagnostik, diagnostische Neuroradiologie, Hormondiagnostik) finden - individuell geplant – Einsatz in der Behandlung. Als universitäre Einrichtung führt der Bereich ferner gezielt klinische und grundlagen-wissenschaftliche Studien zur Erforschung von hypophysären Krankheitsbildern durch. In Kooperation mit anderen Universitäten werden weitere Projekte unterstützt. Außerdem beteiligt sich der Bereich auch an internationalen, multizentrischen Studien.

    Weiterführende Informationen finden Sie in unserer Informationsbroschüre zur operativen Behandlung von Hypophysenerkrankungen. Download Sowie im Flyer zur Hypophysenchirurgie des UKE Download

  • Epileptische Anfälle, die durch Medikamente allein nicht ausreichend beherrschbar sind, können unter bestimmten Gegebenheiten durch eine Operation behandelt werden. Hierfür ist zunächst eine amfangreiche prächirurgische Diagnostik erforderlich, die im Epilepsiezentrum Hamburg-Alsterdorf erfolgt. Sofern der Anfallsursprung nicht durch Bildgebung und Aufzeichung der Anfälle gefunden wird, kann es sinnvoll sein, vorübergehend EEG-Elektroden in das Gehirn zu implantieren, um den Anfallsursprung zu lokalisieren. Danach wird in einer interdisziplinären Konferenz besprochen, inwieweit eine Entfernung des Anfallsursprungs sinnvoll und möglich ist. Zu den epilepsiechirurgischen Eingriffen gehören die Entfernung des Hippocampus (Amygdalahippocampektomie ) -selektiv oder mit Temporalpol-, die Entfernung ganzer Hirnlappen oder fehlgebildeter Hirnrindenareale (Dyplasien). Zudem können bei Hirntumoren oder anderen Läsionen möglicherweise anfallsauslösende Areale identifiziert und auf den Patienten maßgeschneidert operiert werden. Wenn die Entfernung eines anfallsauslösenden Gebiets nicht möglich ist, aber dennoch eine unbefriedigende Anfallssituation vorliegt, so sind Stimulationsverfahren wie die Vagusnervstimulation oder die tiefe Hirnstimulation in Erwägung zu ziehen. Sämtliche Entscheidungen werden im interdisziplinären Team bestehend aus Epileptologen, Neurochirurgen, Neuroradiologen und Neuropsychologen getroffen. Es werden auch epilepsiechirurgische Operationen bei Kindern angeboten, die in Kooperation mit dem Kinderkrankenhaus Wilhelmstift prächirurgisch diagnostiziert werden.

  • Seit Jahrzehnten ist die Neurochirurgische Universitätsklinik Hamburg Eppendorf (UKE) auf Eingriffe im Bereich der Wirbelsäule und im besonderen des Rückenmarkes spezialisiert. Hierzu ist ein hochspezialisiertes Behandlungsteam bestehend aus den behandelnden Ärzten, der Pflege, sowie Technikern im OP notwendig. Aufgrund der hohen Erfahrung werden in der Neurochirurgie des UKE auch besonders schwere und komplizierte Erkrankungen behandelt. Interdisziplinarität hat hierbei einen besonderen Stellenwert. So tauschen wir uns im Rahmen des Universitären Wirbelsäulenzentrums (UWZ) mit den benachbarten Disziplinen regelmäßig aus um die bestmögliche Behandlung für unseren Patienten zu gewähren. Wir behandeln alle Arten von verschleißbedingten Wirbelsäulenerkrankungen wie die Spinalkanalstenose, Bandscheibenvorfäll, Wirbelgleiten sowie osteoporotische, pathologische und traumatische Frakturen, alle Arten von Tumorerkrankungen der Wirbelsäule, der Nerven und des Rückenmarks sowie angeborener Fehlbildungen.

  • Seit Jahren besteht in der Klinik für Neurochirurgie die enge Zusammenarbeit mit der neurologischen Klinik (Bewegungsstörungs Ambulanz ) zur Therapie der Patienten mit Bewegungsstörungen. Behandelt werden primär die Patienten welche unter der Parkinson-Krankheit, Zitter-Erkankungen oder aber Dystonien leiden und aufgrund von schweren Nebenwirkungen oder unzureichender Wirksamkeit nicht ausreichend medikamentös behandelt werden können. Eine weitere Indikation zu gezielten Stimulation des Gehirns oder aber des Rückenmarkes stellt die Therapie unzureichend beherrschbarer Schmerzsyndrome dar.

    Im Rahmen der Hirnstimulation werden über ein Schrittmachersystem aus Elektroden die tief im inneren des Gehirns liegenden Zellkomplexe stimuliert welche als Hirnnervenkerne für die Feinkoordination der Bewegungsabläufe zuständig sind. Hierdurch lässt sich häufig, bei adäquater Therapieeinstellung, eine Verbesserung der Bewegungssituation und Reduktion der Medikamentendosis erzielen.

    Artikel zur tiefen Hirnstimulation am UKE im Hamburger Ärzteblatt

  • Das Hirnwasser, auch Nervenwasser oder Liquor genannt, dient der Pufferung des Gehirns innerhalb des Schädels und ist Voraussetzung für den Transport unterschiedlicher Stoffe innerhalb des Gehirns und des Rückenmarks. Ein Erwachsener bildet ca. 500 ml Hirnwasser pro Tag in bestimmten Zellen des Plexus choroideus. Es besteht ein Gleichgewicht zwischen der Liquor Produktion und Liquor Resorption, also der Wiederaufnahme des Hirnwassers, da ansonsten der Druck innerhalb des Schädels kontinuierlich anwachsen würde. Kommt es aus verschieden Gründen zu einem Missverhältnis zwischen Produktion und Resorption, oder aber auch zu einem Abflusshindernis, kann ein symptomatischer Hydrozephalus entstehen. Wir unterscheiden:

    • Hydrocephalus
    • Normaldruckhydrocephalus
    • Aquäduktstenose

    Nach sorgfältiger Diagnostik und Beratung können im Rahmen unserer Sprechstunde und in Kooperation mit den Kollegen der Klinik für Neurologie individuelle Therapiekonzepte für Sie als betroffene Patienten erstellt werden.

  • Unsere Aufgabe in der pädiatrischen Neurochirurgie ist es, Kinder und Jugendliche mit Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der peripheren Nerven, sowie Fehlbildungen am Schädel und Rücken zu behandeln. Die Kinderneurochirurgie wird in unserem Haus als Subspezialisierung der allgemeinen Neurochirurgie gesehen und ist mit dieser fest verknüpft. Hieraus ergibt sich eine umfassende Kompetenz für alle neurochirurgischen Krankheitsbilder auf der einen Seite, aber auch spezielle Kenntnis über die Besonderheiten der neurochirurgischen Erkrankungen im Kindes-und Jugendalter. Die Behandlung und Betreuung der kleinen Patienten erfordert große fachliche Erfahrung, aber auch eine intensive Betreuung der Patienten und der Angehörigen. Die Kinderneurochirurgie arbeitet eng mit den Nachbardisziplinen, der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin , der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie , sowie der Radiologie und der Neuroradiologie zusammen. Die optimale Versorgung unserer kleinen Patienten setzt eine enge personelle und verlässliche Anbindung voraus.

  • Die neurochirurgische Klinik behandelt in Kooperation mit der Klinik für Intensivmedizin kritisch erkrankte Patienten mit vorwiegend neurochirurgischen Krankheitsbildern auf der 12 Betten umfassenden vollwertigen eigenen Intensivstation. Schwerpunkte sind hier die Behandlung von Patienten nach Operationen, Hirnblutungen und Traumata sowie bei fortgeschrittenen Tumorleiden.

    Weitere Informationen finden sie unter:

  • Erkrankungen der Nervenstrukturen können, auch außerhalb des Gehirns, als Erkrankungen der so genannten peripheren Nerven auftreten. Ursache dieser Erkrankungen können Tumoren oder entzündliche Erkrankungen sein. Häufig wird das intakte Nervengewebe hierbei bedrängt und wird dadurch in seiner Funktion beeinträchttigt was zu starken Schmerzen und Funktionseinschränkungen der jeweiligen Zielstrukturen des Nerven führen kann. Betroffene Patienten sind häufig im Alltag stark durch Ihre Symptome beeinträchtigt und können gegebenenfalls von einer operativen Therapie mit Entlastung der Nervenstrukturen profitieren.