Heart in Space - Kooperation zwischen NASA und UHZ

Im Jahr 2018 soll ein Astronautenteam den Mars in einem kleinen Raumschiff umrunden. Das Team würde dazu insgesamt 501 Tage in einer engen Kapsel verbringen.

Die gesundheitlichen Konsequenzen der permanenten Schwerelosigkeit für das Gefäßsystem
der Astronauten sind bisher nur schwer einschätzbar und wenig erforscht. Zwar ist die Auswirkung
der Schwerelosigkeit auf das Muskel- und Skelettsystem relativ gut beschrieben,
es fehlen aber detaillierte Studien des Effekts von Schwerelosigkeit auf das kardiovaskuläre
System.

Das Forschungsprojekt „Heart in Space“ soll daher herausfinden, wie sich die Gravitation auf
das Herz- und Gefäßsystem auswirkt.

Dazu wurde Prof. Sonja Schrepfer aus dem Universitären Herzzentrum Hamburg von der NASA
beauftragt – Ihr Team und sie haben zuvor im TSI-Labor am Universitären Herzzentrum Hamburg
entsprechende Labormethoden entwickelt und werden diese nun für "Heart in Space"
zum Einsatz bringen.

Herr Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner
Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner
„Durch die einzigartige Zusammenarbeit von Klinik und Forschung und von internationalen Arbeitsgruppen ist es uns möglich, unsere in Hamburg entstandene Idee tatkräftig umzusetzen und vor Ort bei der NASA in Kalifornien zu realisieren.“
Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner
Klinikdirektor


Heart in Space - Newsletter

Interview mit Prof. Dr. Sonja Schrepfer

  • "2013 gab es einen Kongress in Texas; mein Mann und ich haben an einem Nachmittag das Space Center Houston besucht.

    Die Ausstellung dort hat mich sehr beeindruckt. Am Ende gab es eine wissenschaftliche Präsentation der NASA und man wurde aufgefordert, sich online zu informieren, wenn man wissenschaftlich interessiert ist.

    Auf dem Heimflug nach Hamburg hat mich das Thema "Zukünftige Marsmission; Weltall; Krankheiten im Weltall" nicht losgelassen und ich habe mit meinem Mann eine Studienidee entwickelt: "Wie verändern sich die Gefäße, wenn man für einen längeren Zeitraum im Weltall ist?".

    Zurück in Hamburg habe ich die Website gesucht und gesehen, dass 14 Tage später die Deadline für "Spaceflight Opportunities Cell Biology" ist.

    Kurzerhand habe ich die von uns im Flugzeug entwickelte Idee zusammengeschrieben und eingereicht - und wir haben tatsächlich den Grant erhalten!"

  • "Ich bin seit dem 15.12.2015 hier. Wir haben uns schnell eingelebt, da wir hier bereits früher für einige Jahre gelebt hatten. Unsere Freunde sind noch hier und wir genießen die Zeit sehr."

  • "Für die Marsmission werden Astronauten zum ersten Mal für einen langen Zeitraum im Weltall (in Schwerelosigkeit) sein.

    Wir untersuchen vorab, ob sich durch die Schwerelosigkeit die Gefäße so verändern können, dass die Astronauten Probleme bekommen könnten (Herzinfarkt; Schlaganfall; Verschluss von Beinarterien, etc.)."

  • "Wir freuen uns sehr den Grant erhalten zu haben und hierdurch die einzigartige Möglichkeit zu haben, in einem neuen Feld zu forschen.

    Außerdem erhoffen wir uns hierdurch den Mechanismus bei Gefäß-Stenosen ein weiteres Stück zu entschlüsseln und hieraus auch für Patienten auf der Erde neue Therapieansätze zu finden."

  • "Am liebsten würden alle Hamburger Kollegen mit vor Ort sein.

    Dies ist teils familiär oder auch finanziell nicht möglich.

    Wir arbeiten dennoch als eine "globale" Gruppe zusammen. Jede Woche besprechen wir uns alle via Skype-Konferenz und ich spreche außerdem mit jeden Labmember regelmäßig unter 4 Augen.

    Mit in San Francisco sind zurzeit:

    • Christiane Pahrmann
    • Dr. Dong Wang
    • Xiaomeng Hu
    • Katharine Miller
    • mein Mann und Kollege Tobias Deuse"

  • "Ähnlich wie in Hamburg: wir kommen gegen 7.30 Uhr ins Labor und führen unsere Versuche durch. Wissenschaft kennt keinen 8-Stunden-Tag. An manchen Tagen gibt es sehr viel zu tun, an anderen haben wir Zeit für eine Lunch-Pause unter der Golden Gate Brücke."

  • "Wir untersuchen gerade Gefäße von Mäusen, die für 4 Wochen auf der Internationalen Space Station (ISS) waren.

    Auf RNA-Ebene versuchen wir kleinste Veränderungen in der Zellregulierung zu finden.

    Die besondere Herausforderung ist, dass wir mit einzigartigem Probenmaterial arbeiten.

    Es gibt keine Möglichkeit diese Versuche zu wiederholen (wie es sonst in der Forschung üblich ist, falls ein Versuch nicht klappen sollte)."

  • "Biologie war für mich sehr spannend und die Teilnahme bei "Jugend forscht" war entscheidend, um zu erkennen, dass ich diese Art des "Denkens" und "Handelns" mag:

    Wir beantworten Fragen, auf die es bisher keine Antworten gibt.

    Das ist faszinierend und nur dadurch entwickeln wir uns weiter.

    Die Forschungsatmosphäre habe ich von Anfang an gemocht. Meine experimentelle Doktorarbeit hat mich dann bestärkt, dass ich in diesem Bereich weitermachen möchte."

Impressionen

TSI Labor UHZ

Unser Labor in Hamburg.
Das Team um Prof. Schrepfer hat den Grant der NASA erhalten

Wir haben den NASA Grant erhalten und ziehen nach San Francisco!
Blick vom Labor auf Golden Gate Bridge

Unser Blick aus dem Labor der University of California San Francisco (UCSF) auf die Golden Gate Bridge.
Das Labor ist eingerichtet und wir starten die Versuche

Das Labor ist eingerichtet und wir starten die Versuche!
Zellkultur

Im Zellkultur-Labor: Hier werden menschliche Gefäßzellen in Schwerelosigkeit kultiviert. Die Versuche haben begonnen!
Bay Area Space Consortium
Gründung des „Bay Area Space Consortium“ im Februar 2016:
Space-interessierte Wissenschaftler, Mitarbeiter und Studenten werden jeden Monat über NASA-Forschungsprojekte von der UCSF und Stanford University informiert.
Forschungsgebäude

Das Forschungsgebäude „Medical Sciences“ in San Francisco. In der Empfangshalle sind die UCSF Nobelpreisträger gezeigt.
Grüße aus San Francisco nach Hamburg

Grüße aus San Francisco nach Hamburg!
Zellkulturversuche
Die ersten Zellkulturversuche sind fertig und werden nun analysiert und ausgewertet.
Hierfür werden Färbungen der Zellen durchgeführt und untersucht, ob sie sich in Schwerelosigkeit verändert haben.
Probetraining NASA
NASA-Probetraining in Mountain View:
Für die richtigen Experimente haben wir nur 3 Minuten Zeit, um die Gefäße zu präparieren und für unsere Analysen aufzubereiten.
Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus
Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus
Heart in Space wird den Wissenschaftsstandort Hamburg stärken. Ich bin stolz, dass Frau Prof. Schrepfer den Grant der NASA erhalten hat und nun in Kalifornien forscht. Hamburg leistet damit einen wichtigen Beitrag für die internationale Forschung.“
Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus
Dekan
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Frau Prof. Sonja Schrepfer und ihr Team legen die wissenschaftlichen Grundlagen für die Herz-Gefäßgesundheit in der Schwerelosigkeit.

Im Fokus der Forschung stehen sogenannte microRNAs (miRNAs) und glatte Muskelzellen.

Ihr Einfluss auf die kardiovaskuläre Gesundheit der Astronauten wird untersucht.

Das primäre Ziel dieser Studie ist es, ein besseres Verständnis der miRNA-Regulierung in der Schwerelosigkeit und die daraus resultierenden Folgen für die Gefäßgesundheit zu erlangen, um bestehende kardiovaskuläre Veränderungen von Astronauten zu enträtseln.


SPACE

  • Sonja Schrepfer wurde am 26.12.1974 in Würzburg geboren, sie ist verheiratet und hat einen Sohn.

    Ihr Spezialgebiet ist neben der Stammzellimmunbiologie die Transplantationsimmunologie.

    2009 erhielt Prof. Dr. Sonja Schrepfer den Ruf zur Heisenbergprofessur an der Universität Hamburg und zur Gastprofessur an der Stanford University in Kalifornien, USA.

    Im gleichen Jahr hat sie das Transplant and Stem Cell Immunobiology (TSI)-Labor gegründet.

    Ihre Forschungsarbeiten wurden u.a. 2014 mit dem renommierten "Innovationspreis der Deutschen
    Hochschulmedizin", 2015 mit dem "Paul Martinipreis" und dem "Thiemepreis der Nationalen Akademie der Wissenschaft Leopoldina" ausgezeichnet.

    Kontakt

    Sonja Schrepfer
    Prof. Dr. med.
    Sonja Schrepfer
  • Projekt - Die Marsmission

    Das Forschungsprojekt "Heart in Space" wird die erste Studie sein, die den Fokus auf die Gefäßgesundheit und das Verhalten der glatten Muskelzellen in Schwerelosigkeit legt.

    Die Forschungsergebnisse werden für die Marsmission von großer Bedeutung sein: Nur wenn die Astronauten gesund zurückkehren, ist die Mission erfolgreich.

  • Auftrag - Forschungsidee

    Das TSI-Labor untersucht, ob sich die Gefäßphysiologie in der Schwerelosigkeit ändert und hierdurch eine Gefäßverengung gefördert wird.

    Bisher wurden die Gefäße von Astronauten nicht untersucht. Für die Marsmission ist zum ersten Mal ein "Langzeitaufenthalt" in der Schwerelosigkeit geplant.

    Für den Erfolg der Mission ist es wichtig, dass die Astronauten gesund zurückkehren. Die TSI-Crew untersucht deshalb, wie sich die Schwerelosigkeit auf das Gefäßsystem auswirkt.

  • Chronologie - Meilensteine

    Dezember 2015:

    • Bezug der Laborräumlichkeiten in Kalifornien

    Januar 2016:

    • Einrichtung des Labors
    • Etablierung der Projektgruppe auf dem Gelände der National Aeronautics and Space Administration (NASA)
    • Einarbeitung der TSI-Crew

    Februar 2016:

    • Start der Versuche: Beginn Zellkultur und Imitation von Schwerelosigkeit

    März 2016:

    • Erste Versuche an biologischem Gewebe bei der NASA und Probenaufbereitung

    April 2016:

    • Anlayse der Proben

    Mai 2016:

    • Zellkulturexperimente

    Juni 2016:

    • Erste valide Ergebnisse

  • Erfolg - Zukunftsperspektiven

    Die Ergebnisse von Heart in Space einen entscheidenden Beitrag für die NASA-Missionen der Zunkunft.

    Sie bieten nicht nur einen neuen Einblick in Genregulationen, sondern eröffnen auch neue therapeutische Möglichkeiten, die zu neuen pharmazeutischen Produkten führen können.

    Nur durch ein umfassendes Verständnis der biologischen Vorgänge ist es möglich, neue Wirkmechanismen zu finden, die zu neuen Therapieoptionen für den Patienten führen.

Kontakt

  • Adresse Anfahrt
    Kontakt San Francisco

    University of California San Francisco (UCSF)

    Department of Surgery

    Transplant and Stem Cell Immunobiology (TSI) Lab

    Medical Sciences S1207

    513 Parnassus Avenue, San Francisco, CA 94143-2205, USA

    contact: +1 415 502 8742

    http://tsi.ucsf.edu

    Email: sonja.schrepfer@ucsf.edu

  • Adresse Anfahrt
    Kontakt Hamburg

    Prof. Dr. Sonja Schrepfer

    University Heart Center Hamburg

    Transplant and Stem Cell Immunobiology (TSI) Lab

    Campus Research, N27

    Martinistr. 52, 20146 Hamburg, Germany

    Contact: +49 (0) 40 7410 - 58048

    http://www.tsi-lab.de