Was bedeutet Forschung für mich als Patient:in?

Behandlung in einem Forschungszentrum ist für Sie ein Vorteil. Weil wir aktiv forschen, sind wir immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft - und können Ihnen unter Umständen Zugang zu Therapien geben, die anderswo noch nicht verfügbar sind. Ob für Sie die Teilnahme an einer Studie infrage kommt, besprechen wir individuell mit Ihnen. Eine Teilnahme ist immer freiwillig, und Ihre Behandlung ist auch ohne Studie nach bestem Standard gesichert.

Zur Entwicklung neuer Therapieansätze sind sowohl klinische Studien als auch experimentelle Grundlagenforschung von besonderer Bedeutung. Am UKE laufen daher zahlreiche Forschungsprojekte mit direktem Bezug zur Behandlung sowie Studien auf dem Gebiet der experimentellen Grundlagenforschung.

Wir gestalten Behandlungsstandards mit

Eine Leitlinie ist eine Behandlungsempfehlung, an der sich Ärztinnen und Ärzte weltweit orientieren. Wir gestalten solche Standards aktiv mit: Gemeinsam mit internationalen Fachgesellschaften haben wir eine neue Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Strahlentherapie (ESTRO) - unterstützt von der amerikanischen Fachgesellschaft (ASTRO) - zur Strahlentherapie von Weichgewebesarkomen bei Erwachsenen veröffentlicht.

Zur Strahlentherapie-Leitlinie (ESTRO/ASTRO)

Klinische Studien zu neuen Behandlungen

In diesen Studien werden neue Behandlungen untersucht. Für manche kommt eine Teilnahme infrage - das besprechen wir gern persönlich mit Ihnen.

iEuroEwing (iEE) Studie

Das Ewing-Sarkom ist ein seltener, aber aggressiver Knochentumor, der vor allem jüngere Menschen betrifft. In der internationalen iEuroEwing-Studie wird untersucht, wie sich die Behandlung noch wirksamer und verträglicher gestalten lässt. Dabei werden verschiedene Kombinationen von Chemotherapie und Bestrahlung miteinander verglichen. Außerdem prüft die Studie, ob eine anschließende Erhaltungstherapie das Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung verringern kann. Ziel ist es, die Heilungschancen weiter zu verbessern und gleichzeitig Nebenwirkungen zu reduzieren. Teilnehmen können Patient:innen im Alter von > 2 bis < 50 Jahren mit Erstdiagnose eines Ewing-/Ewing-like Sarkoms.

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CHONQUER

Chondrosarkome sind seltene, bösartige Knochentumoren, die aus Knorpelgewebe hervorgehen. Eine klas-sische Chemotherapie ist bei dieser Erkrankung nicht effektiv. Besonders wenn die Erkrankung fortge-schritten ist oder bereits gestreut (metastasiert) hat, sind die Behandlungsmöglichkeiten bislang sehr begrenzt. An der CHONQUER-Studie können Patient:innen teilnehmen, deren Tumore lokal fortgeschritten oder metastasiert sind und eine bestimmte genetische Veränderung (IDH-Mutation) aufweisen. Untersucht wird dabei das Medikament Ivosidenib, das gezielt in den Stoffwechsel der Krebszellen eingreift und deren Wachstum hemmen soll. Die Studie vergleicht Ivosidenib mit einem Placebo, um den tatsächlichen Nutzen und die Sicherheitder Therapie zu bewerten. Ziel ist es, die Behandlungsmöglichkeiten für diese seltene Tumorartzu erweitern und damit die Situation betroffener Patient:innen zu verbessern.

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TRABTRAP

Weichteilsarkome sind seltene Tumoren des Binde- und Stützgewebes. Wenn die Erkrankung nacheiner ersten Therapie zurückkehrt oder bereits im Körper verteilt (metastasiert) ist, stoßen herkömmlicheBehandlungen oft an ihre Grenzen. In der TRABTRAP-Studie wird daher das bereits bewährte Medikament Trabectedin mit einem neuen Wirkstoff namens tTF-NGR kombiniert. Dieser greift gezieltdie Blutgefäße des Tumors an, blockiert deren Durchblutung und soll so die Wirkung von Trabectedinverstärken. Mit der Studie soll herausgefunden werden, ob die Kombinationstherapie im Vergleich zu ei-ner Behandlung mit Trabectedin allein die Krankheitskontrolle verbessert und Patient:innen länger von der Behandlung profitieren.

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SAVE (Sarcoma Surgery with Vacuum Enhanced wound treatment)

Nach der Entfernung großer Sarkome können Wunden schlecht heilen. Die SAVE-Studie prüft, ob ein Vakuumverband die Heilung verbessert: Die Wunde wird entweder direkt verschlossen oder zunächst einige Tage mit einem Vakuumverband behandelt und dann verschlossen. Ziel ist es, Wundkomplikationen zu verringern.

In Kürze Aktiv:

DCC-3116 Weitere Informationen

FaR-RMS Weitere Informationen

Experimentelle Grundlagenforschung

Zellkultur

SarcOrganoids - Mini-Tumore im Reagenzglas

Weichteilsarkome manifestieren sich oft als große, teils unregelmäßige Tumore, bestehend aus Tumorzellen, aber auch aus Stütz- und Bindegwebe. Zur Evaluation neuer Therapieansätze für seltene Weichteilsarkome erstellen wir im Labor dreidimensionale Tumormodelle aus menschlichen Sarkom-Tumorzellen.


Immunzellen in gemeinsamer Kultur mit Sarkom-Organoid (Modell)
Sarkomtumorzellen unter dem Fluoreszenzmikroskop

Tiefgreifende Analyse im Labor

Im Rahmen des SarcOrganois-Projekts werden dabei nach vorherigem Einverständnis der Patient:innen im Rahmen großer Tumor-Operationen Gewebeproben aus dem entfernten Tumor entnommen.

Diese Proben werden aus dem OP direkt ins Labor gebracht und hier einzelne Tumorzellen isoliert. Über ein spezielles Verfahren erstellen wir sogenannte Organoide, wobei die Tumorzellen im dreidimensionalen Verbund weiterwachsen.

An diesen Mini-Tumoren untersuchen wir die Interaktionen von Tumor und Immunsystem der Patient:innen und wollen im Verlauf individuelle Therapieansätze (Immuntherapie, Medikamententestung etc.) erproben.

Forschung an neuen Diagnose-Methoden (Liquid Biopsy)

„Liquid Biopsy" bedeutet, Hinweise auf einen Tumor in einer einfachen Blutprobe zu finden - zum Beispiel kleinste DNA-Bruchstücke, die Tumorzellen ins Blut abgeben. Wir erforschen, wie sich das für Diagnose und Verlaufskontrolle nutzen lässt.

GISG-19 (Biomarker-Programm bei GIST)

Bei operierbaren gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) untersucht GISG-19, ob sich mit einer Blutprobe besser vorhersagen lässt, wie hoch das Rückfallrisiko nach der Operation ist - und ob solche Bluttests bei Therapieentscheidungen helfen.

Liquid Biopsy bei Weichteilsarkomen

Weichteilsarkome sind schwer zu erkennen, weil sie unspezifische Beschwerden machen und überall im Körper auftreten können. Dieses Projekt will mit einer Blutuntersuchung die Diagnose erleichtern, die Prognose besser einschätzen und ein Wiederauftreten früher erkennen.

Register- und Beobachtungsstudien

Diese Projekte verändern Ihre Behandlung nicht. Sie sammeln Daten und Erfahrungen, damit wir Sarkome und GIST besser verstehen und die Versorgung langfristig verbessern können.

GISAR-Register

In der GISAR-Studie werden Patient:innen mit Weichgewebs- sowie Knochensarkomen über längere Zeit begleitet.Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Medikamentenstudie, sondern um eineBeobachtungsstudie. Es wird dokumentiert, wie die Erkrankung verläuft, welche Therapien eingesetztwerden und welche Erfahrungen die Patient:innen damit machen. Ziel ist es, ein besseres Verständnisfür Sarkome und deren Behandlung zu gewinnen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, dieVersorgung und die Entwicklung neuer Therapiekonzepte langfristig zu verbessern.

Weitere Informationen

RESAR (Retroperitoneal Sarcoma Registry)

RESAR ist eine internationale Datensammlung zu retroperitonealen Sarkomen (Sarkome tief im Bauchraum). Über 80 Sarkomzentren weltweit tragen Daten zusammen, um diese seltene Erkrankung besser zu verstehen und die Versorgungsqualität zu verbessern. Wir sind Teil dieser TransAtlantic Australasian Retroperitoneal Sarcoma Working Group.

COLOSARC-Q

Bei Operationen retroperitonealer Sarkome müssen häufig Darmabschnitte entfernt und wieder verbunden werden. COLOSARC-Q untersucht, welche Operationstechniken am sichersten sind und wie sich die Eingriffe auf die Lebensqualität auswirken - mit dem Ziel, diese Operationen noch sicherer und individueller zu gestalten.

Ringversuch Sarkome

Die feingewebliche Beurteilung von Sarkomen ist anspruchsvoll. Beim Ringversuch werden anonymisierte Patientenfälle an verschiedene deutsche Sarkomzentren geschickt und die Einschätzungen verglichen. So lässt sich erkennen, wo Behandlungen schon einheitlich sind und wo eine bessere Standardisierung sinnvoll ist.

Mitgliedschaften und Kooperationen

  • TransAtlantic Australasian Retroperitoneal Sarcoma Working Group (TARPSWG)
  • NCT/DKTK-MASTER-Programm, Universitätsklinikum Heidelberg
  • Deutsche Sarkom-Stiftung

Sie haben Interesse an einer Studienteilnahme?

Sprechen Sie uns an - wir prüfen gern, ob für Sie eine Studie infrage kommt. Schreiben Sie uns am besten per E-Mail.