Forschung & Studien am Pankreaszentrum des UKE

Aktuelle Pankreas Studien am Chirurgischen Studienzentrum (CSC) des UKE

CSC Team
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Das Team des
Chirurgischen Studienzentrum (CSC) des UKE

Als universitäres Pankreaszentrum forschen wir kontinuierlich an neuen Therapieansätzen und verbessern bestehende Behandlungsstandards für gut- und bösartige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.

Hier finden Sie eine Auswahl laufender klinischer Studien, an denen Sie ggf. teilnehmen können – abhängig von Ihrem Befund, Ihrer Therapieplanung und Ihrer Einwilligung.

METAPANC-Studie - Chirurgische Behandlung beim Pankreaskarzinom trotz Lebermetastasen?

  • Worum geht es?

    Die METAPANC-Studie untersucht, ob bei ausgewählten Patient:innen mit einem Bauchspeicheldrüsenkrebs mit wenigen Lebermetastasen (sogenannt „oligometastasiert“) neben der Chemotherapie auch eine chirurgische Entfernung des Tumors und der Metastasen sinnvoll ist. Ziel ist es herauszufinden, ob dieser kombinierte Behandlungsansatz das Überleben und die Lebensqualität im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie verbessern kann.

    Was ist das Besondere?

    • Erste prospektiv-randomisierte Studie im deutschsprachigen Raum, die die Rolle der Operation trotz Metastasierung wissenschaftlich untersucht

    • Kombination aus intensivierter Chemotherapie (FOLFIRINOX) und anschließender chirurgischer Entfernung des Tumors und der Lebermetastasen

    • Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die eine ausschließliche Chemotherapie erhält

    • Ziel: Verbesserung des Gesamtüberlebens (Overall Survival)

    Wer kann teilnehmen?

    • Alter: 18–80 Jahre

    • Histologisch bestätigter Pankreaskrebs mit maximal 3 Lebermetastasen

    • Kein Hinweis auf weitere Metastasen (z. B. Lunge, Bauchfell)

    • Allgemeinzustand gut (ECOG 0 oder 1)

    • Der Tumor muss prinzipiell operabel sein

    • Keine Chemotherapie in den letzten 6 Monaten (bei metachroner Metastasierung)

    Wo wird die Studie durchgeführt?

    Die METAPANC-Studie ist eine multizentrische Studie unter der Leitung der Universitätsmedizin Göttingen und wird an über 25 Kliniken in Deutschland durchgeführt – darunter auch am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

    Warum ist das wichtig?

    Bislang gilt ein Pankreaskarzinom mit Lebermetastasen als nicht operabel. Erste Erfahrungen deuten jedoch darauf hin, dass ein multimodaler Ansatz – also die Kombination aus Chemotherapie und Operation – in ausgewählten Fällen Vorteile für Überleben und Lebensqualität bringen könnte. METAPANC untersucht dies erstmals im Rahmen einer streng wissenschaftlichen Studie.

DIPLOMA 2x2 Studie - Minimalinvasive vs. offene Operation bei Tumoren im Pankreaskopf

  • DIPLOMA 2×2-Studie: Minimalinvasive vs. offene Operation bei Tumoren im Pankreaskopf

    Worum geht es?
    Die DIPLOMA 2×2-Studie ist eine große europäische Vergleichsstudie, in der untersucht wird, ob die sogenannte minimalinvasive Whipple-Operation (laparoskopisch oder roboterassistiert) bei Tumoren im Kopf der Bauchspeicheldrüse genauso sicher und wirksam ist wie die klassische offene Operation.
    Das Ziel: Patient:innen mit Bauchspeicheldrüsentumoren eine schonendere Operation zu ermöglichen – ohne Kompromisse bei der onkologischen Sicherheit.Wie läuft die Studie ab?

    • Teilnahme: Patienten mit einem Tumor im Kopf der Bauchspeicheldrüse, der operativ entfernt werden kann (kein Gefäßkontakt)
    • Randomisierung: Die Zuteilung zur offenen oder minimalinvasiven OP erfolgt zufällig.
    • Ziel der Studie: Vergleich der beiden OP-Methoden hinsichtlich:
      • Komplikationen
      • Tumorentfernung (Vollständigkeit)
      • Erholung und Lebensqualität
    Was bedeutet das für Patient:innen?
    • Bei einer Tumorerkrankung im Kopf der Bauchspeicheldrüse (z. B. Pankreaskarzinom) erfolgt häufig eine sogenannte Whipple-Operation.
    • Diese kann klassisch „offen“ oder auch mit minimalinvasiver Technik durchgeführt werden.
    • In der DIPLOMA 2×2-Studie soll untersucht werden, ob die roboterassistierte Technik ebenfalls eine vollständige, sichere Tumorentfernung ermöglicht – bei gleichzeitig geringerem OP-Trauma.
    • So kann in Zukunft besser entschieden werden, welche OP-Technik bei welchen Patienten geeignet ist.
    Wer kann teilnehmen?
    • Diagnose eines operablen Tumors im Pankreaskopf
    • Gute allgemeine körperliche Verfassung für eine größere Operation
    • Keine vorangegangenen größeren Baucheingriffe
    • Bereitschaft zur zufälligen Zuteilung (Randomisierung) der OP-Technik
    Die Rolle des UKE
    • Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist eines der Studienzentren für die DIPLOMA 2×2-Studie.
    • Als eines der führenden roboterassistierten Pankreaszentren in Deutschland führen wir jährlich zahlreiche minimalinvasive Whipple-Operationen durch.
    • Unsere Patient:innen werden umfassend über die Studienteilnahme aufgeklärt und während des gesamten Prozesses interdisziplinär betreut.

GuideMRD Studie - Liquid Biopsy zur Steuerung der Nachsorge beim Pankreaskarzinom

  • GuideMRD-Studie: Liquid Biopsy zur Steuerung der Nachsorge beim Pankreaskarzinom

    Was ist die GuideMRD-Studie? GuideMRD (GUIDing Multi-moDal thErapies against MRD by Liquid Biopsies) ist ein EU-weites Forschungsprojekt unter Federführung des UKE, bei dem Patient:innen das Potenzial von Liquid Biopsies (Bluttests zur Messung von zirkulierender Tumor-DNA, ctDNA) nach einer Operation bei Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht wird.

    Warum ist das wichtig? Nach einer kurativen Operation ist häufig unklar, ob Minimal Residual Disease (MRD) – also winzige, nicht sichtbare Tumorzellen – im Körper verblieben sind. Die Liquid Biopsy kann helfen, diese frühzeitig zu erkennen und so die Nachsorge und Therapie besser zu steuern.

    Wie läuft die Studie ab?

    • Blutabnahme nach der OP und später im Verlauf Regelmäßige ctDNA-Messungen etwa drei, sechs und zwölf Monate nach der OP helfen, potenziell verbliebene Tumorzellen aufzuspüren .
    • Vergleich verschiedener ctDNA-Tests Die Studie prüft mehrere kommerzielle Tests auf ihre Sensitivität und Genauigkeit, um die besten Verfahren zu identifizieren .
    • Entscheidungshilfe Enthält ctDNA → Therapie intensiveren oder frühzeitig eingreifenKein ctDNA-Anstieg → auf zusätzliche Chemotherapie verzichtenDamit sollen Nebenwirkungen verringert und Therapie gezielter eingesetzt werden .

    Teilnahme am UKE möglich

    • Reine Beobachtungsstudie: Ihre Behandlung erfolgt nach Standardleitlinien – die Liquid Biopsy beeinflusst den Therapieverlauf nicht direkt .
    • Teilnehmende Patient:innen sind:
      • Operierte Pankreaskarzinom-Patient:innen (Stadium I–III)
      • Am UKE und ausgewählten internationalen Zentren
    • Dauer: 5 Jahre, Abschluss im Juli 2030

    Warum ist GuideMRD für Sie relevant?

    • Frühzeitige Erkennung eines Wiederauftretens (Rezidiv)
    • Bessere Entscheidungsgrundlage für adjuvante Therapien
    • Weniger unnötige Behandlung, gezieltere Therapie – mit Fokus auf Lebensqualität und Sicherheit.

Leitlinien & wissenschaftliche Netzwerke

Neben der Durchführung klinischer Studien ist das Pankreaszentrum des UKE auch maßgeblich an der Entwicklung nationaler und internationaler Leitlinien beteiligt.

Als aktives Mitglied der International Study Group of Pancreatic Surgery (ISGPS) bringen wir unsere klinische und wissenschaftliche Expertise direkt in die Erstellung evidenzbasierter Empfehlungen zur Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ein.

Beispiele für diese Mitwirkung sind:

  • Definitionen und Klassifikationen operativer Techniken
  • Standards zur Bewertung von Komplikationen (z. B. Fistel, Blutung, Pankreasstumpfinsuffizienz)
  • Aktuelle Konsensusprozesse z. B. zur arteriellen Resektion beim Pankreaskarzinom

Durch diese enge Verzahnung von klinischer Versorgung, Forschung und Leitlinienarbeit profitieren unsere Patientinnen und Patienten direkt von den international aktuellsten Standards

Sie haben Fragen zur Studienteilnahme oder zu unseren Forschungsaktivitäten?

Pankreas-Hotline: 01522 2843830

E-Mail: pankreas@uke.de