Überregionales HFU-Zentrum
Zertifiziert
"Überregionales HFU-Zentrum"

Die Gesellschaften Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) und Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) bescheinigen, dass das Universitäre Herzzentrum Hamburg die Kriterien für ein überregionales HFU-Zentrum erfüllt.

Die Klinik erhält daher die Auszeichnung Überregionales HFU-Zentrum - zertifiziert

  • Herzinsuffizienz bezeichnet eine Leistungsschwäche des Herzens, die in den meisten Fällen in einer Funktionseinschränkung des Herzmuskels begründet liegt. Für Ihre Entstehung gibt es viele Ursachen. Die häufigsten sind eine Minderdurchblutung (zum Beispiel nach einem Herzinfarkt), eine Entzündung (Myokarditis) oder auch eine Strahlen- oder Chemotherapie; es existieren aber auch angeborene Formen der Herzinsuffizienz. Häufige Symptome sind Luftnot, Wassereinlagerungen mit damit verbundener Gewichtszunahme und allgemeine Schwäche. In unserer spezialisierten Herzinsuffizienzambulanz betreuen wir Menschen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz. Wird eine stationäre Aufnahme erforderlich, ist eine Behandlung auf unserer Herzinsuffizienzstation (Heart Failure Unit) möglich.

  • Kontakt

    Meike Rybczynski
    Priv.-Doz. Dr. med.
    Meike Rybczynski
    • Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie
  • Im Zusammenhang mit Organtransplantationen treten immer wieder psychosoziale Belastungen und psychische Probleme auf, so dass sich für die betroffenen Patienten ein besonderer Betreuungsbedarf ergibt, der sich auch in einem gesetzlich vorgesehenen Betreuungsangebot für Organtransplantierte widerspiegelt (Transplantationsgesetz §10 Abs. 2 Nr. 7). Im UHZ bieten wir Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Institut und der Poliklinik für Medizinische Psychologie des UKE sowohl vor als auch nach Herz- oder Lungentransplantation psychologische Unterstützung an. Diese kann sich z.B. auf folgende Themen beziehen:

    • Förderung der Krankheitsakzeptanz und –verarbeitung
    • Umgang mit Belastungen, erlebten Rollenveränderungen in Familie und Beruf und körperlichen Veränderungen
    • Unterstützung bei Belastungen von Angehörigen (z.B. Ehe-/Lebenspartner, Kinder)
    • Erarbeiten neuer Lebensinhalte und -ziele, Entwicklung einer realistischen Zukunftsperspektive
    • Unterstützung bei der Verarbeitung der Transplantation und damit verbundenen Ängsten
    • Förderung der Zusammenarbeit mit dem Behandlungsteam
    • Unterstützung bei Problemen bei der Medikamenteneinnahme
    • Verbesserung des Gesundheitsverhaltens, z.B. Rückfallbearbeitung bei Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum
    • Behandlung psychischer Erkrankungen
    • Fragen zu Sterben und Tod

    Die psychologische Unterstützung findet sowohl im Rahmen von Einzelgesprächen als auch für stationär wartende Patienten im Rahmen von Gruppensitzungen statt. Gerne sind wir auch bei der Suche nach einer langfristigen ambulanten psychotherapeutischen Behandlung behilflich.

    Ansprechpartner

    Juliane Otto
    Dipl.-Psych.
    Juliane Otto
    • Psychologische Psychotherapeutin
    Kontakt

    Standort

    O70
    Judith Beck
    Dipl.-Psych.
    Judith Beck
    • Psychologische Psychotherapeutin
    Standort

    W26 , 1. Etage

Herztransplantation bei Erwachsenen

  • Indikation
  • Indikation

    Indikation und Kontraindikation

    Nach Ausschöpfen aller pharmakologischen und konventionell-kardiochirurgischen Therapien terminal herzinsuffizienter Patienten bleibt die Herztransplantation für einige selektierte Patienten oftmals die beste Therapiealternative. Dabei muss das prädiktive Risiko des operativen Eingriffs und der Langzeitkomplikationen geringer als das individuelle Risiko der terminalen Herzinsuffizienz sein.

    Indikationen zur HTx:

    • Stadium NYHA IV
    • Links /Rechtsherzdekompensation
    • Serum Natrium < 135 mmol/l
    • Serum Noradrenalin > 800 pg/ml, Renin > 15ng/ml/h, ANP > 125pg/ml
    • Komplexe ventrikuläre Arrhythmien
    • Linksventrikulärer enddiastolischer Diameter > 75mm
    • Linksventrikulärer endsystolischer Diameter > 65 mm
    • Linksventrikuläre Verkürzungsfraktion < 15%
    • Herz Thorax Quotient > 0,55
    • Linksventrikuläre Ejektionsfraktion < 20%
    • Rechtsventrikuläre Ejektionsfraktion < 35%
    • Herzindex < 2 l/min/m2
    • Linksventrikulärer enddiastolischer Druck > 20 mmHg
    • Zentraler Venendruck > 15 mm Hg
    • Maximale Sauerstoff Aufnahme (VO2) < 10 12 ml/kg/min

    Zu Kontraindikationen gehören alle Begleiterkrankungen mit einer Überlebenswahrscheinlichkeit unter fünf Jahren. Floride Myokarditiden sowie akute postpartale Kardiomyopathien werden nicht primär transplantiert, sondern zunächst konservativ behandelt oder vorübergehend an ventrikulären Unterstützungssystemen entlastet. Erholt sich in diesen Fällen das Herz nicht, wird die Indikation zur HTx erneut evaluiert.

    Kontraindikationen zur HTx:

    • Fixierte pulmonale Hypertonie (PVR > 400 dyn * s * cm -5 oder transpulmonaler Gradient (TPG) > 15 mm Hg)
    • Klinisch manifeste Infektionserkrankung
    • HIV Infektion
    • Akute Lungenembolie
    • Fortgeschrittene irreversible Niereninsuffizienz
    • Fortgeschrittene irreversible Leberinsuffizienz
    • Nicht kurativ behandelte Tumorerkrankung
    • Systemerkrankungen wie Amyloidose oder Sarkoidose
    • Fortgeschrittene generalisierte zerebrale/periphere arterielle Gefäßerkrankung
    • Bestehender Nikotin , Alkohol und Drogenabusus
    • Unzureichende Compliance des Patienten

    Von der HTx ausgeschlossen werden nur noch Diabetiker mit schweren Ausprägungen der Retino-, Neuro- oder Nephropathie. Diabetiker ohne Endorgandysfunktion zeigen gute Langzeitergebnisse. Das Patientenalter sollte nicht mehr allein als Ausschlusskriterium verwendet werden. Ältere Patienten neigen häufiger zu Infektionen und Neoplasmen, zeigen aber insgesamt akzeptable Ergebnisse.

  • Organisation der Organentnahme

    Alle Organangebote für Patienten auf unserer Warteliste laufen über die zentrale Verteilungsstelle von Eurotransplant in Leiden in den Niederlanden.
    Sobald ein passendes Organ vorhanden ist, informiert Eurotransplant das Transplantzentrum im UKE, welches wiederum den zuständigen Transplantationschirurgen des UHZ kontaktiert. Das UHZ nimmt daraufhin Kontakt mit dem Spenderkrankenhaus auf, um weitere, ganz aktuelle Informationen über den Zustand des Organspenders, den Zeitpunkt der geplanten Organentnahme sowie eventuell andere Organentnahmen (Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Niere) durch andere Explantationsteams zu erhalten.

    Wenn das Herz von der Qualität her gut transplantabel erscheint und sich aufgrund ähnlicher Größenverhältnisse von Spender und Empfänger für unseren Patienten eignet, wird das Organ akzeptiert. Wartet der Organempfänger zuhause, so wird er in die Klinik bestellt Ist er bereits stationär im UHZ, so wird er informiert und die Vorbereitungen für die OP werden begonnen. Das beinhaltet Blutabnahmen, Rasur des Brustkorbs und eventuell ein Röntgenbild.

    Ein Entnahmeteam des UHZ wird auf den Weg ins Spenderkrankenhaus gesandt. Abhängig von der Entfernung wird der Transport mittels Flugzeug oder Notarztwagen organisiert.

    Im Spenderkrankenhaus angekommen informiert sich das Entnahmeteam über die aktuellen Labor- und Kreislaufparameter des Spenders und nimmt im Operationssaal die Begutachtung des Spenderherzens vor. Erst wenn der Brustkorb des Organspenders geöffnet ist, kann die Funktion und der Zustand des Herzens endgültig beurteilt werden und die endgültige Entscheidung, ob ein Herz zur Transplantation geeignet ist, getroffen werden.

    Es erfolgt die telefonische Benachrichtigung des Empfängerkrankenhauses. Die Narkose des Organempfängers im Heimatkrankenhaus wird erst nach endgültiger Akzeptanz des Herzen begonnen. Durch die Notwendigkeit der Begutachtung vor Ort kann es in wenigen Fällen vorkommen, dass eine Organtransplantation noch in letzter Minute abgesagt werden muss. Obwohl dies für Patienten psychisch belastend sein kann, steht die Sicherheit des Patienten und das Gelingen der Transplantation an höchster Stelle.

    Im Spenderkrankenhaus präparieren die verschiedenen Teams die entsprechenden Organe und bereiten sie auf die Entnahme vor. Alle Organe werden dann zum selben Zeitpunkt mit einer organspezifischen Konservierungslösung durchspült und gekühlt. Der Reihe nach werden die Organe dann entnommen: Das Herz-Team beginnt, das Lungen-Team arbeitet danach, gefolgt von den Abdominalchirurgen für die Leber und schließlich die Nieren.

    Das Herz wird dann für den Transport gekühlt verpackt und das Entnahmeteam macht sich auf den schnellstmöglichen Rückweg.

    Durch engen telefonischen Kontakt zwischen Entnahmeteam und Transplantationschirurgen wird der Beginn der Empfänger-Operation so geplant, dass bei Eintreffen des Spenderherzens im UHZ direkt mit der Implantation begonnen werden kann, um die Ischämiezeit, d.h. die Zeit in der das Spenderorgan nicht durchblutet wird, so kurz wie möglich zu halten.

  • Der Brustkorb wird in der Mitte über eine Sternotomie eröffnet. Der Herzbeutel wird eröffnet und bei Re-Operationen wird das Herz freigelegt.

    Anschließend wird die Herz-Lungen-Maschine durch Kanülen in der Hauptschlagader (Aorta) und beiden Hohlvenen angeschlossen. Wenn das Spenderherz im Operationssaal eintrifft, wird die Herz-Lungen-Maschine angefahren und der Körper-Blutkreislauf wird jetzt durch die Maschine aufrechterhalten.

    Das kranke Herz wird durch eine Gefäßklemme vom Körperkreislauf getrennt und aus dem Brustkorb entfernt, indem die obere und unter Hohlvene, die Lungenschlagader, die Lungenvenen und die Aorta durchtrennt werden. Dabei wird ein Rest vom linken Vorhof des alten Herzens belassen.

    Die Implantation des Spenderherzens erfolgt in der Regel in der sogenannten "bikavalen Technik":

    Zunächst wird der linke Vorhof des Spenderherzens mit der verbliebenen Vorhofmanschette des Empfängers verbunden.

    Dann werden beide Hohlvenen, die Lungenschlagader, und die Aorta angeschlossen.

    Dieser Vorgang nimmt etwa 40-60 Minuten in Anspruch. Das neue Herz übernimmt die Pumpfunktion und die Herz- Lungen Maschine kann abgestellt werden. Der Kreislauf muss in der Regel anfangs noch mit Medikamenten unterstützt werden. Schließlich wird der Brustkorb wieder mit Drähten verschlossen.

    Der Patient wird anschließend auf die Transplantationseinheit der Intensivstation verlegt.

  • Wie die Anschlußheilbehandlung aussieht
    Nach einer Herztransplantation stellt die stationäre Rehabilitation einen weiteren Baustein zu Ihrer Genesung dar. Wir arbeiten mit Kliniken zusammen, die auch die Behandlung herztransplantierter Patienten spezialisiert sind (link Bad Fallingbostel). Hier haben Sie die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen und unter ärztlicher Aufsicht wieder mit dem Muskelaufbau zu beginnen und weiter im Umgang mit den Medikamenten geschult zu werden.

    Wo die Nachsorge erfolgt
    Nach der Transplantation sollten Sie sich regelmäßig in unserer Transplantationsambulanz (Link), sowie bei Ihrem Hausarzt und Kardiologen vorstellen. In der Regel erfolgt die Vorstellung im UHZ alle 4 Monate. Sie erhalten von uns einen Transplantationsausweis (Link), auf dem alle wesentlichen Daten und Untersuchungen, sowie die Medikation festgehalten werden. Für Rückfragen erreichen Sie und über die Transplantationsambulanz (Link) und in Notfällen über die Transplantationskoordination (Link).

    Welche Nachuntersuchungen regelmäßig notwendig sind
    Nach einer Herztransplantation ist eine regelmäßige Überprüfung der Transplantatfunktion notwendig, um die immunsuppressive Therapie optimal anzupassen. Im ersten Jahr nach der Transplantation sind mehrfach Biopsien (Entnahme von Gewebeproben) erforderlich.

    Wie eine Routinenachuntersuchung aussieht

    • Arztgespräch
    • Echokardiographie
    • EKG
    • Blutentnahme
    Wie wir die Patienten schulen
    Eine optimale Patientenschulung ist für uns eine unabdingbare Voraussatzung, damit Sie Ihre Gesundheit und Ihre Herzfunktion mit uns gemeinsam gut überwachen können. Durch unsere speziell ausgebildeten Transplantationskoordinatoren und unser spezialisiertes Ärzteteam werden wir Sie auf Station und in unserer Ambulanz, gern auch gemeinsam mit Ihren Angehörigen zu allen Themen der Transplantation ausführlich informieren. Zu vielen Themen haben wir spezielle Broschüren entwickelt, die wir gemeinsam besprechen.
    • Ernährung nach Transplantation (Link)
    • Weitere
    Medikamente nach Transplantation
    Damit Ihr neues Herz nicht abgestoßen wird, ist es nötig, die körpereigene Abwehr durch Medikamente, sog. Immunsuppressiva zu beeinflussen. In der Regel werden zwei bis drei Medikamente miteinander kombiniert. Bitte bedenken Sie, dass Sie diese Medikamente nach der Transplantation lebenslang regelmäßig einnehmen müssen. Zu diesen Medikamenten gehören
    • Ciclosporin A
    • Tacrolimus
    • Everolimus
    • Mycophenolat Mofetil
    • Kortison-Präparate
    Genauere Informationen zu den Medikamenten erhalten während der Schulung oder in unserer Transplantationsambulanz.

  • Im Zusammenhang mit Organtransplantationen treten immer wieder psychosoziale Belastungen und psychische Probleme auf, so dass sich für die betroffenen Patienten ein besonderer Betreuungsbedarf ergibt, der sich auch in einem gesetzlich vorgesehenen Betreuungsangebot für Organtransplantierte widerspiegelt (Transplantationsgesetz §10 Abs. 2 Nr. 7).

    Im UHZ bieten wir Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Institut und der Poliklinik für Medizinische Psychologie des UKE sowohl vor als auch nach Herz- oder Lungentransplantation psychologische Unterstützung an. Diese kann sich z.B. auf folgende Themen beziehen:

    • Förderung der Krankheitsakzeptanz und –verarbeitung

    • Umgang mit Belastungen, erlebten Rollenveränderungen in Familie und Beruf und körperlichen Veränderungen

    • Unterstützung bei Belastungen von Angehörigen (z.B. Ehe-/Lebenspartner, Kinder)

    • Erarbeiten neuer Lebensinhalte und -ziele, Entwicklung einer realistischen Zukunftsperspektive

    • Unterstützung bei der Verarbeitung der Transplantation und damit verbundenen Ängsten

    • Förderung der Zusammenarbeit mit dem Behandlungsteam

    • Unterstützung bei Problemen bei der Medikamenteneinnahme

    • Verbesserung des Gesundheitsverhaltens, z.B. Rückfallbearbeitung bei Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum

    • Behandlung psychischer Erkrankungen

    • Fragen zu Sterben und Tod

    Die psychologische Unterstützung findet sowohl im Rahmen von Einzelgesprächen als auch für stationär wartende Patienten im Rahmen von Gruppensitzungen statt. Gerne sind wir auch bei der Suche nach einer langfristigen ambulanten psychotherapeutischen Behandlung behilflich.

Kontakt

  • Herzinsuffizienz