Lebertransplantation bei Erwachsenen

  • Indikation
  • Wie die Aufnahme auf die Lebertransplantations-Warteliste erfolgt

    Um auf die Lebertransplantations-Warteliste aufgenommen zu werden, sollten Sie sich in der Lebertransplantations-Ambulanz vorstellen. Wir werden dann die Indikation zu einer Transplantation überprüfen. Danach werden ggf. Voruntersuchungen in die Wege geleitet, die meist mit einem kurzen stationären Aufenthalt verbunden sind, um zu überprüfen, ob Ihre übrigen Organe gesund sind.

    Nach Abschluss aller Untersuchungen werden die Ergebnisse in der Transplantationskonferenz besprochen und die endgültige Entscheidung über Ihre Aufnahme auf die Warteliste getroffen.

    Was die Wartezeit beeinflusst

    Die Vergabe der Lebertransplantate durch EUROTRANSPLANT erfolgt nach dem Dringlichkeitsprinzip. Die medizinische Dringlichkeit einer Transplantation wird durch den sogenannten MELD-Score festgelegt. Der MELD-Score errechnet sich nach einer komplizierten Formel ( MELD-Score ) aus drei Laborwerten:

    Zusätzlich gibt es den sogenannten Sonder-(SE-)MELD-Score, der für bestimmte Erkrankungen ( Bundesärztekammer ) angewendet wird.

    Verantwortlich für den Inhalt
    Erstellung: 07.07.2015
    Letzte Änderung: 07.07.2015
  • Wie die Operation verläuft

    Durch unsere Transplantationskoordination werden Sie informiert, wenn ein Organ für Sie zur Verfügung steht. Die Kollegen organisieren für Sie den Weg ins Krankenhaus.

    Sie werden dann zunächst auf der Transplantationsstation (Station 3G ) aufgenommen und dort von unserem spezialisierten Pflegepersonal und Ärzten empfangen.

    Während der Lebertransplantation wird Ihre Leber entnommen und durch eine Spenderleber ersetzt. Die Transplantation ist eine große Operation, die etwa sechs bis acht Stunden dauert. Heutzutage besteht die Möglichkeit, dass Sie entweder ein ganzes Organ eines verstorbenen Spenders oder den rechten oder linken Leberlappen eines verstorbenen oder lebenden Spenders erhalten. Genaue Informationen zur Operation finden Sie in unserem Aufklärungs- und Einverständnisbogen .

    Wie der Krankenhausaufenthalt aussieht

    Nach der Transplantation werden Sie zunächst auf die Intensivstation verlegt.

    Angehörige müssen damit rechnen, dass Sie zwölf Stunden im Operationsbereich verbringen, auch wenn die Operation selbst in der Regel nicht so lange verläuft.

    Die Dauer des Intensivaufenthaltes richtet sich wesentlich danach, wie krank Sie vor der Operation sind. Danach werden Sie wieder in die Transplantationsstation (Station 3G ) verlegt.

    Wenn die Transplantation normal verläuft, werden Sie ungefähr nach drei bis vier Wochen entlassen werden.

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    Erstellung: 07.07.2015
    Letzte Änderung: 07.07.2015
  • Wie die Anschlussheilbehandlung aussieht

    Um nach der großen Operation wieder richtig fit zu werden, raten wir allen Patienten zu einer "Kur" nach dem Krankenhausaufenthalt. Hier können die Leberwerte zunächst noch regelmäßig überwacht werden. Zusätzlich können Sie durch Krankengymnastik wieder mit dem Muskelaufbau beginnen. Einige Rehabilitationseinrichtungen (Link) arbeiten eng mit uns zusammen und sind auf die Betreuung transplantierter Patienten spezialisiert.

    Wo die Nachsorge erfolgt

    Nach der Lebertransplantation sollten Sie sich regelmäßig in unserer Transplantationsambulanz sowie bei Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt vorstellen.

    Alle Patientinnen und Patienten erhalten nach einer Transplantation von uns ein Transplantationsnachsorgeheft. Hier sind wesentliche Untersuchungen, die durchgeführt werden sollten, aufgeführt.

    Um die Kooperation mit dem Hausarzt zu vereinfachen, haben wir eine Arzthotline, über die Ihr Hausarzt jederzeit einen Ambulanzarzt für Rückfragen erreichen kann.

    Hotline für Ärzte: +49 (0) 40 7410 - 23409

    Patienten erreichen uns über die Transplantationsambulanz oder in Notfällen über die Transplantationskoordination :

    Welche Nachuntersuchungen regelmäßig notwendig sind

    Alle transplantierten Patientinnen und Patienten sollten sich lebenslang in der Transplantationsambulanz vorstellen, um die Transplantatfunktion zu überprüfen und gegebenenfalls die immunsuppressive Therapie anzugleichen. Hierzu sind regelmäßig Blutuntersuchungen und ein Ultraschall notwendig. Nur selten muss eine Biopsie der Leber erfolgen.

    In unserem Merkblatt finden Sie Informationen zu den Untersuchungen, die regelmäßig erfolgen sollten.

    Wie die Jahreskontrolluntersuchung aussieht

    Zum "Jahres-Check-up" finden ausführlichere Untersuchungen statt, die in Ihrem Nachsorgebogen aufgeführt sind.

    In der Regel sollten Sie die folgenden Dinge zu der Jahreskontrolle mitbringen:

    • alle Befunde von Vorsorgeuntersuchungen
    • den Impfausweis
    • 24-Stunden-Sammelurin
    • alle Arztbriefe, die Ihnen vorliegen
    • alle Röntgenuntersuchungen auf CD

    Wie wir Patienten schulen

    Optimale Patientenschulung nach der Transplantation ist für uns ein besonders wichtiges Ziel, damit Sie als Transplantierter Ihre Gesundheit und Ihre Leberfunktion mit uns gemeinsam überwachen können. Durch unsere speziell ausgebildeten Transplantationspflegekräfte und dem spezialisiertem Ärzteteam werden wir Sie auf den Stationen und in der Ambulanz zu allen Themen nach der Transplantation ausführlich informieren.

    Zu vielen Themen haben wir spezielle Broschüren entwickelt, die unser geschultes Pflegeteam mit Ihnen gemeinsam liest und bespricht:

    Hier noch ein paar Tipps und Information

    Um Ihren Hausarzt optimal zu informieren, finden Sie hier unser ausführliches Merkblatt für Hausärzte

    Zusätzlich haben wir Merkblätter für häufig gestellte Fragen von Patienten und Ärzten entworfen:

    • Merkblatt zur Impfung von transplantierten Patienten
    • Merkblatt zur Antibiotikaprophylaxe bei Zahnbehandlungen
    • Information zu geplanten Operationen und Schmerztherapie (pdf)

    Medikamente nach der Transplantation

    Damit Ihre neue Leber nicht abgestoßen wird, müssen Sie in Zukunft sehr regelmäßig Medikamente, sogenannte immunsuppressive Medikamente, einnehmen.

    Diese Medikamente setzen Ihre Immunabwehr herab und verhindern, dass Ihr Immunsystem die "neue Leber" angreift und abstößt.

    Bitte bedenken Sie, dass dies Ihr ganzes Leben so bleibt und Sie die Medikamente immer regelmäßig einnehmen müssen.

    Zu diesen wichtigen immunsuppressiven Medikamenten gehören:

    • Ciclosporin A
    • Tacrolismus
    • Kortison-Präparate
    • Mycophenolat Mofetil
    • Azathioprin
    • Everolimus
    • Sirolimus
    • Basiliximab

    Genauere Informationen zu diesen Medikamenten erhalten Sie während unserer individuellen Schulung, in unseren Broschüren oder in unserem Transplantationsbuch.

    Wichtige Laborparameter, die Sie kennenlernen sollten

    • GOT und GPT (Enzyme in den Leberzellen)
    • Bilirubin (Gelber Blutfarbstoff, den die Leber bildet)
    • Gamma-GT und alkalische Phosphatase (Leberwerte)
    • CRP (Entzündungsparameter)
    • Kreatinin und Harnstoff (Nierenwerte)
    • Cyclosporin-A-, Tacrolimus-, Everolimus- oder Sirolimus-Spiegel
    • Blutzucker
    • Cholesterin und Triglyceride (Blutfette)

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