Moulage eines Mädchens
Abbild und Modell?
Moulagen in der Forschung

Naturgetreue Objekte? Moulagen und Modelle zwischen Wissenschaft und Ästhetik

Internationale Tagung, 4.-5. März 2016

in Kooperation mit dem Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité

im Rahmen des Kooperativen Forschungsprojekts "Naturgetreue Objekte" im Spannungsfeld zeitgenössischer medizinischer Wissenschaft und Repräsentationsformen.

gefördert von der VolkswagenStiftung

Als medizinische Lehr- und Forschungsobjekte, aber auch als Exponate populärwissenschaftlicher Ausstellungen haben Moulagen in jüngster Zeit verstärkt das Interesse der kultur- und wissenschaftshistorischen Forschung geweckt. Moulagen (frz. mouler - etw. abformen) sind Nachbildungen von Krankheitsbildern auf dem Körper. Im 19. Jahrhundert etablierte sich diese Objektgattung insbesondere im neu konstituierten Spezialfach der Dermatologie. Im Kontext einer „hygienischen Volksaufklärung“ erlangten sie z.B. in Wanderausstellungen im 20. Jahrhundert gar gesellschaftspolitische Bedeutung.

Auf Gipsabdrücken realer Patientinnen und Patienten beruhend, wird Moulagen ein „Zwitter-Status“ zugeschrieben: Als „naturgetreues“ Abbild repräsentieren sie das Individuum, als Lehr- und Forschungsmodell das „Charakteristische“ einer Krankheit. Nicht selten von Künstlern gefertigt, erlebten diese Objekte ihre Blütezeit ausgerechnet in eben jener Epoche der Wissenschaft, die eigentlich dem mechanischen, scheinbar objektiven Bild gehörte.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Naturgetreue Objekte“ im Spannungsfeld zeitgenössischer medizinischer Wissenschaft und Repräsentationsformen, knüpft die Tagung thematisch an der vorangegangenen Konferenz „Wachsmoulagen als Kulturgut. Erforschen, Erhalten und Restaurieren" 2009 im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden an. Im Vordergrund stehen Fragen nach der zeitgenössisch-ästhetischen Kontextualisierung der Moulage sowie ihrer jeweiligen Bedeutung aus historisch-epistemologischer Sicht.

Die interdisziplinär ausgerichtete Konferenz stellt das Objekt Moulage als aktuelles Lehrmodell, kulturhistorisches Artefakt und museales Exponat in den Mittelpunkt. Eingeladen sind Forscher/innen aus der Medizin, der Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte ebenso wie Museumsfachleute, -pädagog/innen und Restaurator/innen.

Zum Tagungsprogramm

Tagungsort
Medizinhistorisches Museum Hamburg
Fritz Schumacher-Haus (Gebäude N30)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Seiteneingang Frickestraße/Ecke Schedestraße

Anmeldung und Information
Dr. Victoria Asschenfeldt
Henrik Eßler M.A.
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Mail: v.asschenfeldt@uke.de

Um eine Anmeldung per E-Mail wird gebeten

Tagungsgebühr
Die Tagungsgebühr beträgt 25,00 € (ermäßigt für Studierende 15,00 €)
Bitte überweisen Sie den Betrag bis zum 29.02.2016 auf folgendes Konto:

Empfänger: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
IBAN: DE27 2005 0550 1002 1533 00
BIC: HASPDEHHXXX
Verwendungszweck: 0626/111/2-3