Transplantation der Bauchspeicheldrüse

  • Indikation
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    Die Bauchspeicheldrüsentransplantation (Pankreastransplanation) wird meist als kombinierte Pankreas-Nierentransplantation durchgeführt.

    Als Kanditaten für eine kombinierte Pankreas-Nierentransplantation kommen Patienten in Frage mit einer fortgeschrittenen diabetischen Nephropathie bei einem langjährigen Typ-1-Diabetes-mellitus.

    Eine Organtransplantation kann notwenig werden, wenn

    • die Nieren des Patienten aufgrund einer Diabetes nur noch sehr eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten (Kreatininclearance <20 ml/min) und der Patient bereits oder demnächst auf eine Nierenersatztherapie angewiesen ist und/oder
    • der Blutzucker mit Insulin nur schwer einstellbar ist und häufig Unterzuckerungen auftreten.

  • Für die Aufnahme auf die Transplantationswarteliste zur Bauchspeicheldrüsen-/Nierentransplantation sollten Sie sich hier in der Nierentransplantations-Ambulanz , Diabetes-Ambulanz sowie der Ambulanz der Hepatobiliären Transplantationschirurgie vorstellen. Wir werden dann die Notwendigkeit einer Transplantation überprüfen. Danach werden ggf. Voruntersuchungen in die Wege geleitet, die meist in mehreren ambulanten Aufenthalten erfolgen können, um zu überprüfen, ob Ihre übrigen Organe gesund sind. Nach Abschluss aller Untersuchungen werden Ergebnisse om der Transplantationskonferenz besprochen und die endgültige Entscheidung über Ihre Aufnahme auf die Warteliste getroffen.

    Die Vergabe der Bauchspeicheldrüsen-/Nierentransplantate durch Eurotransplant erfolgt primär nach Wartezeit innerhalb der Blutgruppe. Wartezeitpunkte werden ab dem Zeitpunkt der aktiven Anmeldung auf der Eurotransplantwarteliste angerechnet.

    Die Wartezeit auf ein Organangebot zur kombinierten Bauchspeicheldrüsen- und Nierentransplantation liegt derzeit zwischen 6 Monaten bis 2 1/2 Jahren nach Anmeldung auf der Eurotransplantwarteliste.

  • Durch unsere Transplantationskoordination werden Sie informiert, wenn ein Organ für Sie vorliegt. Die Koordinatoren klären dann mit ihnen den Transport in unser Klinikum. Sie werden zunächst auf der Transplantationsstation (Station 3 G) aufgenommen und dort von unserem spezialisierten Pflegepersonal und Ärzten empfangen.

    Während der Transplantation wird die Spenderbauchspeicheldrüse auf der rechten Bauchseite eingepflanzt und die Spenderniere in das linke kleine Becken eingesetzt. Die Transplantation ist eine große Operation, die etwa vier bis sechs Stunden dauert. Genauere Informationen zur Operation finden Sie in unserem Aufklärungs- und Einwilligungsbogen.

    Nach der Transplantation werden Sie zunächst auf der Intensivstation überwacht. Angehörige müssen damit rechnen, dass Sie zwölf Stunden im Operationsbereich verbringen, auch wenn die Operation selbst in der Regel nicht so lange verläuft.

    Die Dauer des Intensivaufenthaltes richtet sich wesentlich nach dem Zeitpunkt der Funktionsaufnahme der transplantierten Organe, in der Regel dauert das ein bis vier Tage. Danach werden Sie wieder auf die Transplantationsstation (Station 3 G) verlegt.

    Wenn die Transplantation ohne größere Komplikationen verläuft, können wir Sie ungefähr nach drei bis vier Wochen entlassen.

  • Um nach der großen Operation wieder richtig fit zu werden, raten wir allen Patienten zu einer "Kur" nach dem Krankenhausaufenthalt. Hier können Sie die Blutzucker- und Nierenwerte zunächst noch regelmäßig noch engmaschig überwacht werden. Zusätzlich können Sie durch Krankengymnastik wieder mit dem Muskelaufbau beginnen. Einige Rehabiliationseinrichtungen arbeiten eng mit uns zusammen und sind auf die Betreuung transplantierter Patienten spezialisiert.

    Nach der Transplantation sollten Sie sich regelmäßig in unserer Ambulanz für Transplantation der Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse , bei unseren Transplantationschirurgen, in der diabetologischen Ambulanz sowie bei Ihrem Nierenfacharzt vorstellen. Alle Patienten erhalten nach einer Transplantation von uns ein Transplanationsnachsorgeheft. Hier sind wesentliche Untersuchungen, die durchgeführt werden sollten, aufgeführt bzw. werden individuell durch den Arzt der Ambulanz für Sie festgelegt. Um die Kooperation mit dem Nierenfacharzt zu vereinfachen, haben wir eine Arzthotline, über die Ihr Nierenfacharzt jederzeit einen Ambulanzarzt für Rückfragen erreichen kann.

    Arzthotline: +49 (0) 7410 - 23409

    Für Anfragen von Patienten stehen Ihnen stets unsere Transplantations-Pflegekräfte zur Verfügung.

    Alle transplantierten Patienten sollten sich lebenslang in der Transplantations-Ambulanz vorstellen, um die Transplantatfunktion zu überprüfen und ggf. die immunsuppressive Therapie anzugleichen. Hierzu sind regelmäßig Blutuntersuchungen und ein Ultraschall notwendig. Nur selten muss eine Biopsie des Transplantates erfolgen.

    Zum "Jahres-Check-Up" finden ausführlichere Untersuchungen statt, wie in Ihrem Nachsorgeheft angegeben. In der Regel sollten Sie zu den Jahreskontrollen folgendes mitbringen:

    • alle Befunde von Vorsorgeuntersuchungen
    • 24-Stunden-Sammelurin
    • alle Arztbriefe, die Ihnen vorliegen
    • alle Röntgenuntersuchungen auf CD und schriftlich
    • Impfpass

    Optimale Patientenschulun nach der Transplantation ist für uns ein besonders wichiges Ziel, damit Sie als Transplantierter Ihre Gesundheit und Ihre Transplantatfunktion mit uns gemeinsam überwachen können. Durch unsere speziell ausgebildeten Transplantationsschwestern und dem spezialisierten Ärzteteam werden wir Sie auf der Station und in der Ambulanz zu allen Themen nach der Transplantation ausführlich informieren. Zu vielen Themen haben wir spezielle Broschüren entwickelt, die unser geschultes Pflegeteam mit Ihnen gemeinsam liest und bespricht:

    Medikamente nach der Transplantation:

    Damit Ihre neue Bauchspeicheldrüse/Niere nicht abgestoßen wird, müssen Sie in Zukunft sehr regelmäßig Medikamente, die sogenannten immunsuppressiven Medikamente, einnehmen. Diese Medikamente setzen Ihre Immunabwehr herab und verhindern, dass Ihr Immunsystem die "neue Bauchspeicheldrüse/Niere" angreift und abstößt. Bitte bedenken Sie, dass dies Ihr ganzes Leben so bleibt und sie die Medikamente immer regelmäßig einnehmen müssen.

    Medikamente:

    • Tacrolimus (oder Cyclosporin A)
    • Everolimus (oder Mycophenolat Mofetil)
    • ggf. Kortison-Präparate

    Genauere Informationen zu diesen Medikamenten erhalten Sie während unserer individuellen Schulung, in unseren Broschüren oder Transplantationsbesuch.

    Wichtige Laborparameter, die sie kennenlernen sollten:

    • rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen
    • Kreatinin und Harnstoff (Nierenwerte)
    • Urinteststreifenuntersuchung und -Sediment, 24-Std.-Sammelurin
    • CRP = Entzündungsparameter
    • Tacrolimus- (oder Cyclosporin-A), Everolimus-Speigel
    • Blutzucker, OGTT, HbA1C, C-Peptid
    • Cholesterin und Triglyceride (Blutfette)

Verantwortlich für den Inhalt
Autoren: PD Dr. med. Jun LiDr. Silke ScheidatProf. Dr. med. Rinninger
Erstellung: 13.12.2015
Letzte Änderung: 13.12.2015