Kardiale Bildgebung

Zertifikat der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie
Zertifikat der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie

Echokardiographie

Unser Labor für Echokardiographie wurde durch die Europäische Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert.

European Society of Cardiologiy

  • Mit der Echokardiographie wird das Herz und seine Funktion sowie Teile der zu- und abführenden Gefäße mittels Ultraschall beurteilt, um Erkrankungen des Herzen zu diagnostizieren oder ausschließen zu können und um damit einige kardiologische Behandlungsmethoden steuern zu können. Im Universitären Herzzentrum Hamburg wird das gesamte Spektrum des Herzultraschalls wie Transthorakale Echokardiographie (TTE), Transösophageale Echokardiographie (TEE) und Stressechokardiographie mit langer Erfahrung auf sehr hohem Niveau durchgeführt.

  • Bei der TTE wird das Herz mit Ultraschall von außen, vom Brustkorb aus, untersucht. Die TTE gehört, neben dem Elektrokardiogramm (EKG) zu den wichtigsten Routineuntersuchungen in der Kardiologie. Mit dieser strahlenfreien und schonenden Methode kann die Beschaffenheit und Funktion des Herzmuskels, der Herzklappen, sowie der ab- und zuführenden Gefäße beurteilt werden. Die Untersuchung wird in der Regel auf einer Liege in der Linksseitenlage durchgeführt und dauert in den meisten Fällen ca. 10-15 min. Bei eingeschränkter Bildqualität (u.a. nach Operationen im Brustkorb, Lungenüberblähung oder Übergewicht) kann mit einem Ultraschallkontrastmittel die Beurteilung des Herzens deutlich verbessert werden.

  • Die TEE („Schluckecho) ist die Ultraschalluntersuchung des Herzens von der Speiseröhre aus.
    Diese wird dann durchgeführt, wenn nach einem TTE bestimmte zusätzliche Informationen für die Diagnose bestimmter Herzerkrankungen erforderlich sind (z.B. zur genaueren Beurteilung der Herzklappen, zum Auffinden von Ursachen für Schlaganfälle oder bei unzureichender Darstellbarkeit des Herzens im TTE). Dabei wird eine Sonde, vergleichbar mit der bei einer Magenspiegelung, in die Speiseröhre eingeführt. Da die Speiseröhre sehr nah am Herzen verläuft, können die Herzstrukturen aus großer Nähe sehr genau eingesehen werden. Diese Untersuchung wird mit betäubendem Rachenspray sowie mit oder ohne beruhigende Medikamente durchgeführt, in jedem Fall aber müssen Sie als Patient nüchtern sein (kein Essen oder Trinken 6 Stunden vor der Untersuchung). Wenn keine beruhigenden Medikamente gegeben werden, können Sie das Krankenhaus direkt nach der Untersuchung verlassen, wenn beruhigende Medikamente gegeben werden, nach einer ca. 2 stündigen Überwachungszeit.

  • Ziel einer Stressechountersuchung ist es, ähnlich wie bei einem Belastungs-EKG, herauszufinden, ob bei einem Patient der Verdacht besteht, dass eine bedeutsame Einengung der Herzkranzgefäße vorliegt (koronare Herzerkrankung). Dazu wird die Muskeltätigkeit des Herzens in Ruhe und unter Belastung untersucht. Sollte z.B. in einer speziellen Herzregion die Pumpleistung unter Belastung, im Vergleich zur Ruhe, schwächer werden, besteht der Verdacht (ist aber nicht sicher!), dass das Gefäß, das dieses Gebiet mit Blut versorgt, eingeengt ist. Umgekehrt wird diese Untersuchung aber auch durchgeführt, um bei nicht eindeutigen Beschwerden des Patienten eine Einengung der Herzkranzgefäße wenig wahrscheinlich zu machen. Eine Stressechokardiographie wird in einzelnen Fällen auch dann durchgeführt, um den Schweregrad einer Klappenerkrankung (meist Aortenklappenstenose oder Mitralklappeninsuffizienz) zusätzlich mitbestimmen zu können.

    Zwei Formen der Stressechokardiographie werden unterschieden, die Fahrrad- und die medikamentöse Stressechokardiographie.
    Bei einer Fahrrad-Stressechokardiographie wird der Patient auf einer speziellen Fahrrad-Stressecholiege in einer schrägen Linksseitenlage belastet. Während der gesamten Untersuchung werden gleichzeitig ein EKG und die transthorakale Echokardiographie (TTE) durchgeführt. Für die Patienten, die kein oder nicht ausreichend Fahrrad fahren können, kann eine medikamentöse Stressechokardiographie durchgeführt werden. Anders als bei der Fahrrad-Stressechokardiographie wird hier die Belastung des Herzmuskels mit einem Medikament (z. B. Dobutamin) ausgelöst.

    Für beide Untersuchungsformen (Fahrrad oder Medikament) dürfen am Untersuchungstag keine ß-Blocker eingenommen werden, da diese die Aussagekraft des Untersuchungsergebnisses verringern. Für die Medikamenten-Stressechokardiographie müssen Sie als Patient nüchtern zu uns kommen und können das Krankenhaus nach einer ca. 2-stündigen Überwachungszeit wieder verlassen.

Kontakt

Kardiale Magnetresonanztherapie (Kardio-MRT)

  • Die kardiale Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie) ist ein mittlerweile gut etabliertes Verfahren zur nicht-invasiven Diagnostik bei verschiedensten Herz- und Gefäßerkrankungen. Besonders häufige Fragestellungen sind die Frage nach einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis), angeborenen Herzmuskelerkrankungen wie z.B. einer sogenannten Hypertrophen Kardiomyopathie oder möglichen Durchblutungsstörungen des Herzmuskels bei koronarer Herzerkrankung. Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf werden die kardialen MRT Untersuchungen in Kooperation zwischen dem Universitären Herzzentrum Hamburg und der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie durchgeführt. Hierfür stehen in der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie moderne Geräte mit verschiedenen Feldstärken (1,5 Tesla und 3,0 Tesla) für kardiale MRT Untersuchungen zur Verfügung.

  • Die Darstellung des Herzens durch die MRT basiert auf elektromagnetischen Effekten von Wasserstoffatomen im menschlichen Körper. Für eine MRT-Untersuchung des Herzens werden daher keine Röntgenstrahlung oder radioaktiv markierte Substanzen benötigt. Bei den meisten Fragestellungen ist zur Verbesserung der Aussagekraft der MRT-Untersuchung die Gabe eines Kontrastmittels erforderlich. MRT-Kontrastmittel bestehen in der Regel aus Gadolinium-Verbindungen und enthalten im Gegensatz zu Kontrastmitteln in der Röntgendiagnostik kein Jod. Für die Untersuchung müssen Sie in dem röhrenförmigen MRT-Gerät ruhig liegen und Atemkommandos befolgen. Während der gesamten Untersuchung besteht über ein Sichtfenster und eine Sprechanlage ständiger Kontakt zum medizinischen Personal. Die Untersuchung dauert typischerweise etwa 30-45 Minuten.

  • Ziel einer Stress-MRT Untersuchung ist es, ähnlich wie bei einem Belastungs-EKG, bedeutsame Verengungen der Herzkranzgefäße aufzudecken. Anders als bei einem Belastungs-EKG wird bei einer Stress-MRT jedoch die Durchblutung des Herzmuskels in Ruhe und unter einer Belastung mit einem Medikament (Adenosin oder Dobutamin) verglichen. Die medikamentöse Belastung kann mit Beschwerden im Brustkorb (Angina Pectoris) verbunden sein. Während einer Stress-MRT erfolgt eine besonders engmaschige Überwachung durch das erfahrene medizinische Personal.

  • Insgesamt sind Nebenwirkungen bei einer kardialen MRT sehr selten, so treten statistisch gesehen leichte Nebenwirkungen etwa bei jedem 100. Patienten, schwere Nebenwirkungen jedoch bei weniger als jedem 1000. Patienten auf (Bruder et al. Journal of the American College of Cardiology 2009). Einige Besonderheiten sind jedoch zu beachten:

    • Metallteile, die in das Magnetfeld gelangen, können zu einer Verletzung oder Erwärmung führen. Daher dürfen Patienten, welche einen Herzschrittmacher oder bestimmte andere metallische Implantate, wie z.B. eine Insulinpumpe tragen, in der Regel nicht mittels MRT untersucht werden. Bitte geben Sie dies daher beim Aufklärungsgespräch an. Legen Sie bitte vor der Untersuchung in der Umkleidekabine unbedingt alle metallischen oder magnetischen Gegenstände ab.
    • Sehr selten können Nebenwirkungen von MRT-Kontrastmitteln wie zum Beispiel allergische Reaktionen eintreten. Zudem werden MRT-Kontrastmittel bei Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion in der Regel nicht verwendet. Vor der Untersuchung ist daher eine Bestimmung der Nierenfunktion („Kreatinin-Wert“) zum Beispiel durch Ihren Hausarzt erforderlich.
    • Bei einer Stress-MRT können Medikamente, die zur Belastung eingesetzt werden, bei bestimmten Begleiterkrankungen Nebenwirkungen verursachen. Es ist insbesondere wichtig, Ihren Arzt über Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale und Ihre eingenommenen Medikamente zu informieren.

    Weitere Informationen zu diesen Punkten erhalten Sie vor der Untersuchung durch Ihren betreuenden Arzt.

Kontakt

Ulf Radunski
Priv.-Doz. Dr. med.
Ulf K. Radunski
  • Oberarzt
  • Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Standort

N36 , EG, Raumnummer 5

Kardiale Computertomographie (CT)

  • Eine Computertomographie (CT) des Herzens hat in der Regel das Ziel einer nicht-invasiven Beurteilung der Herzkranzgefäße (Koronararterien) hinsichtlich möglicher Engstellen, selten auch hinsichtlich angeborener Anomalien. Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf werden CT Untersuchungen des Herzens in der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an einem modernen 256-Zeilen Computertomographen durchgeführt. Eine CT stellt in ausgewählten Fällen eine gute Alternative zur Herzkatheteruntersuchung für die Beurteilung der Herzkranzgefäße dar. Wesentlicher Vorteil der CT gegenüber der Herzkatheteruntersuchung ist das Fehlen der Risiken eines invasiven Eingriffes. Allerdings kann die Beurteilbarkeit einer CT des Herzens zum Beispiel durch Herzrhythmusstörungen, Verkalkungen der Herzkranzgefäße oder bereits implantierten Stents eingeschränkt sein. Für eine optimale Bildqualität ist in manchen Fällen vor der Untersuchung die Gabe eines Betablockers zur Senkung der Herzfrequenz notwendig. Wie bei einer Herzkatheteruntersuchung werden bei der Koronar-CT Röntgenstrahlung Röntgenkontrastmittel verwendet. Welches Verfahren für Sie optimal geeignet ist sollte daher nur nach gründlicher Beratung mit Ihrem betreuenden Arzt/Kardiologen entschieden werden.