• Moin
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    Prof. Dr. Michael Ramharter

    Prof. Dr. Michael Ramharter tauschte Kaiserschmarrn gegen Fischbrötchen, um im UKE die klinische Tropenmedizin noch weiter voranzutreiben. Wiener Schmäh im UKE eben.

    „Ich komme aus der schönsten Stadt in die zweitschönste deutschsprachige Stadt“, lächelt der Wiener verschmitzt. Eigentlich war es für ihn undenkbar, die österreichische Hauptstadt zu verlassen, aber die Verlockung, im renommiertesten Zentrum für Tropenmedizin in Deutschland zu arbeiten, war zu groß, um ihr zu widerstehen. Seit dem 1. Februar ist er neuer Professor für klinische Tropenmedizin am UKE und leitet die klinische Forschung am Bernhard-Nocht-Institut. Schnell hat er für sich und seine Familie eine Wohnung in der Hansestadt gefunden, erste Segelerfahrungen auf der Alster gemacht und die regionale Küche getestet: „Labskaus schmeckt besser, als es aussieht.“ Neben seinem Wiener Dialekt bringt er viel Erfahrung in der Tropenmedizin mit. Sein Spezialgebiet ist die klinische Entwicklung von Malariamedikamenten in Afrika und die Erforschung von vernachlässigten Tropenerkrankungen.

    "Labskaus schmeckt besser, als es aussieht“,
    lacht der gebürtige Wiener und Neu-Hamburger.

    Für Parasitenkreisläufe interessierte er sich schon während seines Studiums, schlug rasch eine wissenschaftliche Laufbahn an der Klinik für Infektionen &Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien ein und sammelte erste praktische Erfahrung in der Malariabehandlung in einem Flüchtlingslager in der thailändisch- burmesischen Grenzregion. Es folgten Forschungsreisen nach Südostasien und Zentralafrika. Seit 18 Jahren entwickelt er am „Centre de Recherches Médicales de Lambaréné“ (CERMEL) in Gabun mit seiner Forschergruppe Malariamedikamente für Kleinkinder und Schwangere. Mehrfach im Jahr ist der 42-Jährige in Afrika: „Erst vor Ort sieht man die Auswirkungen der Erkrankungen auf die Gesellschaft, auf die Kinder, die Familien“, ist er überzeugt. Für sein Engagement wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Jetzt freut er sich, „die Führungsrolle der Hamburger Tropenmedizin in Deutschland weiter auszubauen.“

  • Tschüss
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    Prof. Dr. Thorsten Schlomm

    Der versierte Spezialist für die Erforschung und Behandlung von Prostatakrebs hat die Martini-Klinik verlassen und ist neuer Klinikleiter an der berühmten Berliner Charité geworden.

    Mit einem weinenden und einem lachenden Auge blickt der Gründer der Martini-Klinik, Prof. Dr. Hartwig Huland, auf den Weggang von Prof. Schlomm. Er sei stolz, dass Thorsten Schlomm einen Ruf als Chefarzt an die Charité erhalten habe, aber er bedauere den Verlust eines forschenden, unbequemen Geistes. Und Prof. Dr. Markus Graefen ergänzte bei der Verabschiedung, dass sich Thorsten Schlomm in Berlin anstrengen möge, weil der Ruf der Martini-Klinik auch von seinem erfolgreichen Wirken abhänge. Nein, ein neues Prostatakrebszentrum wie die Martini-Klinik plane er in Berlin nicht, so Prof. Schlomm mit einem Augenzwinkern, „aber die Urologie der Charité auf Martini-Klinik-Niveau zu heben.“

    "Zwölf Jahre Martini-Klinik waren ein Privileg. Natürlich werde ich es vermissen."

    Zwölf Jahre hat Schlomm die Entwicklung der Martini-Klinik, das Prostatakrebszentrum des UKE, entscheidend mitgeprägt – bei der Entwicklung schonender Operationsmethoden, die die Lebensqualität der behandelten Patienten erhalten, und in seiner Funktion als wissenschaftlicher Leiter der Martini-Klinik. „Ich habe mich immer als Übersetzer zwischen Grundlagenforschung und Medizin gesehen. Mein Ziel ist es, die entschlüsselten genetischen Grundlagen der Krebsentstehung für die Diagnostik und Therapie nutzbar zu machen.“

    Mit der Martini-Klinik habe man Maßstäbe gesetzt, an denen sich Medizin messen lassen sollte, sagt Prof. Schlomm. Dazu gehöre die Superspezialisierung, die ständige Qualitätsmessung durch langfristige Patientenbefragung sowie die Messung und der Vergleich der Ergebnisse der Operateure der Martini-Klinik. Vermissen werde er die großen Forschungsprojekte, an denen die Martini-Klinik durch ihre weltweit einmaligen Daten und das geballte Expertenwissen beteiligt ist. „Und natürlich die liebgewonnenen Kollegen! Aber ich habe mir schon eine Bahncard gekauft.“

Text: Katja Strube, Katrin Zacharias
Fotos: Eva Hecht