Unsere Behandlungsschwerpunkte

Seit 1998 bietet ein Team aus mittlerweile 14 Ärzt:innen, Therapeut:innen sowie Sozialpädagog:innen Kindern und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte sowie deren Angehörigen Hilfe bei der Bewältigung von Traumafolgestörungen und bei ihrer Integration in Deutschland.

Seit 2022 koordiniert die Flüchtlingsambulanz die psychosoziale Versorgung von geflüchteten Kindern,Jugendlichen und deren Angehörigen aus der Ukraine, die in Hamburg angekommen sind. In Einzelfällen können diese direkt in der Flüchtlingsambulanz behandelt werden.

Das multikulturelle und interdisziplinäre Team bietet Psychotherapien, psychiatrische und psychoziale Angebote sowie non-verbale Therapieformen wie Kunsttherapie sowohl einzeln als auch in Gruppen an. Die Behandlungen werden ungeachtet des Aufenthaltstatus der Patient:innen durchgeführt. Knapp 70 Prozent von ihnen leiden an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), ein Großteil unter depressiven Episoden und Anpassungsschwierigkeiten. Alle Therapeut:innen verfügen über Zusatzqualifikationen in der Behandlung von Traumata.

Ergänzt werden die therapeutischen und psychosozialen Angebote durch wechselnde Programme für Flüchtlingskinder und -jugendliche während der Hamburger Ferien. Seit 2017 erforscht die Flüchtlingsambulanz überdies anonymisiert die unterschiedlichen Behandlungsformen in Bezug auf ihre Wirksamkeit bei Traumata.

Besonderheiten

Die Flüchtlingsambulanz hat 47 Sprachvermittler:innen unter Vertrag, die mehr als 21 Sprachen bedienen, darunter etwa Ukrainisch, Dari/Farsi, Fula, Kurmanci oder Mandinka. Voraussetzung für die Mitarbeit in der Flüchtlingsambulanz ist eine Pflichtfortbildung zu den Grundlagen und Besonderheiten des Dolmetschens im therapeutischen Setting. Durchschnittlich werden die Dolmetscher:innen 1100 Mal pro Quartal in der Flüchtlingsambulanz eingesetzt.

Etwa einmal pro Monat bietet die Flüchtlingsambulanz eine Fortbildung für Berufsgruppen aus dem Bildungssektor, darunter Lehrer:innen, Erzieher:innen und Jugendhelfer:innen, an. 2018 haben 92 Teilnehmer:innen die Fortbildungen für Berufsgruppen aus dem Bildungs- und Gesundheitssektor wahrgenommen. Die Themen reichen vom Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung über berufsspezifische Fallsupervision bis zu Techniken zur Anspannungsregulation bei geflüchteten Jugendlichen.

Patient:innen und Herkunftsländer

In der Flüchtlingsambulanz werden jährlich rund 540 Patient:innen pro Jahr auf bis zu 21 Sprachen behandelt, die meisten von ihnen stammen aus Afghanistan, Syrien und Somalia.

Stellenwert in Deutschland

Die Einrichtung zählt zu den ältesten, größten und umfangreichsten ihrer Art in Deutschland.

Förderer

Gefördert wird die Flüchtlingsambulanz von der Sozialbehörde sowie von der Stiftung Children for Tomorrow (CfT) mit ihrer Botschafterin Stefanie Graf.