Wissenschaft im Fokus

Zur Entwicklung neuer Therapieansätze sind sowohl klinische Studien als auch experimentelle Grundlagenforschung von besonderer Bedeutung. Hierfür laufen am UKE eine Reihe von Forschungsprojekten mit klinischem Bezug, aber auch Studien auf dem Gebiet der experimentellen Grundlagenforschung.

Aktuelle Klinische Studien

iEuroEwing (iEE) Studie

Das Ewing-Sarkom ist ein seltener, aber aggressiver Knochentumor, der vor allem jüngere Menschen betrifft. In der internationalen iEuroEwing-Studie wird untersucht, wie sich die Behandlung noch wirksamer und verträglicher gestalten lässt. Dabei werden verschiedene Kombinationen von Chemotherapie und Bestrahlung miteinander verglichen. Außerdem prüft die Studie, ob eine anschließende Erhaltungstherapie das Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung verringern kann. Ziel ist es, die Heilungschancen weiter zu verbessern und gleichzeitig Nebenwirkungen zu reduzieren. Teilnehmen können Patient:innen im Alter von > 2 bis < 50 Jahren mit Erstdiagnose eines Ewing-/Ewing-like Sarkoms.

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GISAR-Register

In der GISAR-Studie werden Patient:innen mit Weichgewebs- sowie Knochensarkomen über längere Zeit begleitet.Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Medikamentenstudie, sondern um eineBeobachtungsstudie. Es wird dokumentiert, wie die Erkrankung verläuft, welche Therapien eingesetztwerden und welche Erfahrungen die Patient:innen damit machen. Ziel ist es, ein besseres Verständnisfür Sarkome und deren Behandlung zu gewinnen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, dieVersorgung und die Entwicklung neuer Therapiekonzepte langfristig zu verbessern.

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CHONQUER

Chondrosarkome sind seltene, bösartige Knochentumoren, die aus Knorpelgewebe hervorgehen. Eine klas-sische Chemotherapie ist bei dieser Erkrankung nicht effektiv. Besonders wenn die Erkrankung fortge-schritten ist oder bereits gestreut (metastasiert) hat, sind die Behandlungsmöglichkeiten bislang sehr begrenzt. An der CHONQUER-Studie können Patient:innen teilnehmen, deren Tumore lokal fortgeschritten oder metastasiert sind und eine bestimmte genetische Veränderung (IDH-Mutation) aufweisen. Untersucht wird dabei das Medikament Ivosidenib, das gezielt in den Stoffwechsel der Krebszellen eingreift und deren Wachstum hemmen soll. Die Studie vergleicht Ivosidenib mit einem Placebo, um den tatsächlichen Nutzen und die Sicherheitder Therapie zu bewerten. Ziel ist es, die Behandlungsmöglichkeiten für diese seltene Tumorartzu erweitern und damit die Situation betroffener Patient:innen zu verbessern.

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TRABTRAP

Weichteilsarkome sind seltene Tumoren des Binde- und Stützgewebes. Wenn die Erkrankung nacheiner ersten Therapie zurückkehrt oder bereits im Körper verteilt (metastasiert) ist, stoßen herkömmlicheBehandlungen oft an ihre Grenzen. In der TRABTRAP-Studie wird daher das bereits bewährte Medikament Trabectedin mit einem neuen Wirkstoff namens tTF-NGR kombiniert. Dieser greift gezieltdie Blutgefäße des Tumors an, blockiert deren Durchblutung und soll so die Wirkung von Trabectedinverstärken. Mit der Studie soll herausgefunden werden, ob die Kombinationstherapie im Vergleich zu ei-ner Behandlung mit Trabectedin allein die Krankheitskontrolle verbessert und Patient:innen länger von der Behandlung profitieren.

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In Kürze Aktiv:

DCC-3116 Weitere Informationen

FaR-RMS Weitere Informationen

Experimentelle Grundlagenforschung

Zellkultur

SarcOrganoids - Mini-Tumore im Reagenzglas

Weichteilsarkome manifestieren sich oft als große, teils unregelmäßige Tumore, bestehend aus Tumorzellen, aber auch aus Stütz- und Bindegwebe. Zur Evaluation neuer Therapieansätze für seltene Weichteilsarkome erstellen wir im Labor dreidimensionale Tumormodelle aus menschlichen Sarkom-Tumorzellen.


Immunzellen in gemeinsamer Kultur mit Sarkom-Organoid (Modell)
Sarkomtumorzellen unter dem Fluoreszenzmikroskop

Tiefgreifende Analyse im Labor

Im Rahmen des SarcOrganois-Projekts werden dabei nach vorherigem Einverständnis der Patient:innen im Rahmen großer Tumor-Operationen Gewebeproben aus dem entfernten Tumor entnommen.

Diese Proben werden aus dem OP direkt ins Labor gebracht und hier einzelne Tumorzellen isoliert. Über ein spezielles Verfahren erstellen wir sogenannte Organoide, wobei die Tumorzellen im dreidimensionalen Verbund weiterwachsen.

An diesen Mini-Tumoren untersuchen wir die Interaktionen von Tumor und Immunsystem der Patient:innen und wollen im Verlauf individuelle Therapieansätze (Immuntherapie, Medikamententestung etc.) erproben.

Ansprechpartner:innen

PD Dr.med. Anna Duprée

Oberärztin Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie


Dr. med. Adrian Sagebiel

Assistenzarzt Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie


Simone Müller

Assistenzärztin Allgemein- Viszeral- und Thoraxchirurgie