Arbeitsgruppe Krankenhausforschung

Leitung: Dr. phil. Stefan Nickel

Die AG Krankenhausforschung sieht ihre Hauptaufgabe darin, Zielkriterien und Informationen zum Handlungsbedarf im sozialen System Krankenhaus sowie zur besseren Entscheidungsfindung für die Praxis zur Verfügung zu stellen. Neben der Entwicklung und Testung von Messinstrumenten umfasst die Forschung auch die wissenschaftliche Begleitung von Modellvorhaben im Krankenhaus unter Einbeziehung von Gesichtspunkten der Gesundheitsförderung und Qualitätssicherung.

Projekte

  • Aktuelle Projekte
  • Aktuelle Projekte

    Aktuell werden keine Projekte bearbeitet (weitere Projekte siehe AG Patientenorientierung und Selbsthilfe).

  • Qualitätskonzept „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ als Ansatz patientenorientierter, partizipativer Versorgungsgestaltung

    Projektleitung: Alf Trojan, Stefan Nickel

    Laufzeit: 01/2008 - 12/2011

    Gefördert durch: BMBF

    Thema des Projektes ist die dauerhafte strukturelle Verankerung von Patientenorientierung durch institutionalisierte Kooperation zwischen Krankenhäusern und Selbsthilfezusammenschlüssen chronisch Kranker. Das Forschungsfeld für die Hauptstudien sind zwei Hamburger Krankenhäuser mit sieben Fachabteilungen, denen im August 2006 das Qualitätssiegel "Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" verliehen wurde. Ziele sind erstens die Entwicklung eines generischen Instrumentes für die Messung von selbsthilfebezogener Patientenorientierung aus Patientensicht (Selbsthilfegruppen-Teilnehmer) und Personalsicht und zweitens die Identifikation förderlicher und hinderlicher Faktoren für die Ingangsetzung und Aufrechterhaltung von Patientenorientierung im Rahmen partizipativer Versorgungsgestaltung. Das Design der Studie ist eine Längsschnittstudie zu zwei Zeitpunkten in den zwei Pilot-Krankenhäusern, ergänzt durch nachfolgende Querschnittsstudien in vier weiteren Krankenhäusern in anderen Bundesländern. Das Projekt soll wissenschaftliche Grundlagen schaffen, mit deren Hilfe selbsthilfebezogene Patientenorientierung in Krankenhäusern nachhaltig verankert werden kann.

    Nutzen der Integrierten Versorgung für TK-Versicherte im Krankenhaus („Herzstudie 2006“)

    Projektleitung: Olaf von dem Knesebeck, Stefan Nickel

    Laufzeit: 01/2007 - 06/2008

    Gefördert durch: Techniker Krankenkasse

    Im Rahmen der Integrierten Versorgung (IGV) hat die Techniker Krankenkasse die Möglichkeit, direkt mit ausgewählten Leistungserbringern Verträge über eine verschiedene Leistungssektoren übergreifende oder interdisziplinär-fachübergreifende Versorgung zu schließen. Ziel der IGV ist es, die Qualität der Versorgung zu steigern, neue Serviceleistungen zu implementieren und die einzelnen Therapieschritte besser aufeinander abzustimmen, um so die Effizienz in der Behandlung zu steigern. Mit einer schriftlichen Patientenbefragung soll der Nutzen dieses Versorgungsangebotes für die Versicherten untersucht werden. Im Fokus der Befragung steht der Krankenhausaufenthalt der an der Integrierten Versorgung teilnehmenden Versicherten, die im Jahr 2006 aus kardiologischen und kardiochirurgischen Abteilungen entlassen wurden (ca. 750 Personen). Parallel wird eine Befragung unter Versicherten durchgeführt, die in der Regelversorgung behandelt wurden (Kontrollgruppe).

    Begleitforschung eines Modellversuchs zur Umwandlung von Arbeitszeiten im Kontext aktueller Innovationen im Krankenhaus

    Projektleitung: Alf Trojan, Stefan Nickel

    Laufzeit: 03/2003 - 12/2006

    Gefördert durch: Hans-Böckler-Stiftung

    Allgemeines Ziel des Forschungsprojekts ist die wissenschaftliche Begleitung („formative Evaluation“) der Umwandlung ärztlicher Arbeitszeiten, die seit November 2002 in verschiedenen Pilotbereichen des LBK Hamburg im Rahmen des dort angesiedelten Projekts PANDA („Prozessorientierte Arbeitsorganisation / Neue Dienst- und Arbeitszeiten“) erprobt wird. Über die allgemeine Zielsetzung hinaus werden spezifische ergänzende Fragestellungen bearbeitet. Diese betreffen die Analyse von Unterschieden zwischen kurz- und mittelfristigen wahrgenommenen Auswirkungen der Arbeitszeitmodelle, ihrer Akzeptanz und Umsetzbarkeit aus Sicht verschiedener Akteure, sowie ihrer Übertragbarkeit auf andere Arbeitsbereiche. Zudem soll die Realisierbarkeit und Bedeutung der Modelle für den Innovationsprozess im Rahmen des LBK und für betriebliche Gesundheitsförderung ausgelotet werden.

    TransKom-Teilprojekt „MQM“: Mitarbeiterqualifizierung - Qualitätssicherung - Marketing

    Laufzeit: 07/2005 - 12/2007

    Kooperationspartner: Niels-Jens Albrecht, Maren Böhmert
    siehe: AG Migration und Gesundheit

    Gütesiegel Selbsthilfefreundliches Krankenhaus (mit KISS-Hamburg, Monika Bolzien)

    Laufzeit: 11/2004 - 12/2006

    Kooperationspartner: Alf Trojan, Silke Werner
    siehe: AG Patientenorientierung und Selbsthilfe

    Prozess- und ergebnisorientiertes Qualitätsmanagement in der Kurzzeitchirurgie

    Projektleitung: Alf Trojan, Stefan Nickel

    Laufzeit: 1999/03-2002/08

    Gefördert durch: BMBF

    Das Projekt dient der Entwicklung und empirischen Prüfung eines patientenorientierten Systems des Qualitätsmanagements (Prozess- und Ergebnisqualität) zum routinemäßigen Einsatz in der Kurzzeitchirurgie. In diesem Zusammenhang werden das im NFV-Projekt B II 1 entwickelte generische prozessorientierte Instrument zur Patientenzufriedenheit von Kurzzeit-Patienten erweitert sowie die indikationsspezifischen Instrumente zur Ergebnisqualität neu entwickelt. Über diese zentrale Zielsetzung hinaus sollen zusätzlich verschiedene methodische Fragestellungen bearbeitet werden, u.a. die Analyse von Interdependenzen zwischen verschiedenen Dimensionen der Ergebnisbewertung im zeitlichen Verlauf (Erweiterung und Vertiefung des HOST-Projekts D II 1) und die Analyse der Validität der indirekten und direkten Veränderungsmessung in Kooperation mit dem Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität zu Lübeck.

    Sind Personalbefragungen ein effektiveres Instrument der Qualitätsverbesserung im Krankenhaus als Patientenbefragungen?


    Projektleitung: Alf Trojan, Stefan Nickel

    Laufzeit: 1999/02-2002/06

    Gefördert durch: BMBF

    Das Projekt setzt die Forschung zur patientenseitigen Bewertung von Krankenhausqualität fort. In unseren eigenen wie auch anderen Patientenbefragungen haben sich dabei verschiedene Probleme hinsichtlich Sensitivität, Validität, Durchführung und Umsetzung von Patientenbefragungen herausgestellt. Angesichts dieser Situation stellt sich die Forschungsfrage, ob Personalbefragungen effektiver sind als Patientenbefragungen für eine handlungsleitende Analyse von bestimmten Schwächen und Stärken eines Krankenhauses. Trotz der angenommenen Vorteile einer parallel durchgeführten Befragung bei Personal und Patienten gehen wir nicht davon aus, dass Patientenbefragungen umstandslos durch Personalbefragungen zu ersetzen seien.

    Entwicklung eines Standard-Instruments zur Messung von Patientenzufriedenheit bei Kurzzeitpatienten


    Projektleitung: Alf Trojan, Stefan Nickel

    Laufzeit: 1997/01-1998/12

    Gefördert durch: BMBF

    Im Projekt wird unter spezifischen Fragestellungen ein Instrument zur Erhebung der Patientenzufriedenheit bei Kurzzeitpatienten entwickelt, wobei qualitative Studien quantitative Patientenbefragungen in verschiedenen Krankenhäusern vorbereiten (z.B. Patienten-Zufriedenheit, Relevanz von Versorgungsmerkmalen, Hürden und positive Ansätze zur Organisationsentwicklung und Gesundheitsförderung). Forschungsleitende These ist, dass zunehmend eine "Krankenhauspolitik" für Kurzzeitpatienten entstehen wird, bei der Maßnahmen des Qualitätsmanagements nötig sind.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsgruppe

Dr. phil.
Stefan Nickel
Dipl.-Soz.
Silke Werner
Alf Trojan
Prof. Dr. Dr. em.
Alf Trojan
M. Sc.

Publikationen

2015

Bobzien M, Trojan A (2015) „Selbsthilfefreundlichkeit“ als Element patientenorientierter Rehabilitation - Ergebnisse eines Modellversuchs. Rehabilitation 54 (2):116-122 Trojan A, Nickel S, Kofahl C (2015) Implementing “self-help friendliness” in German hospitals: A longitudinal study. Health Promotion International Dec 10, 2014. pii: dau103 (im Druck)

2014

Kofahl C, Trojan A, Knesebeck Ovd, Nickel S (2014) Self-Help Friendliness: A German Approach for Strengthening the Cooperation between Self-Help Groups and Health Care Professionals. Social Science & Medicine 123:217-25.

Trojan A (2014) „Selbsthilfefreundlichkeit“ als Ansatz der Kooperation von Selbsthilfegruppen und niedergelassenen Ärzten. Zeitschrift für Allgemeinmedizin 90(10):415-418

Trojan A, Nickel S (2013) Selbsthilfefreundlichkeit als Kernelement der Patientenorientierung - Entstehungsgeschichte und Weiterentwicklung zu einem Qualitätsmerkmal von Gesundheitseinrichtungen. In: Emrich I, Fröhlich-Güzelsoy L, Frewer A (Hg) Ethik in der Medizin aus Patientensicht. Frankfurt a. M.: Peter Lang Academic Research, 21-50.

Trojan A, Nickel S (2014) Selbsthilfefreundlichkeit als Kernelement der Patientenorientierung - Entstehungsgeschichte und Weiterentwicklung zu einem Qualitätsmerkmal von Gesundheitseinrichtungen. In: Emrich I, Fröhlich-Güzelsoy L, Frewer A (Hg) Ethik in der Medizin aus Patientensicht. Peter Lang Academic Research. Frankfurt am Main, 21-50

2013

Albrecht NJ, Nickel S (2013) Notwendigkeit und Akzeptanz von medizinischen Laien als Dolmetscher in der Arzt-Patient-Kommunikation. Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis 45(1):73-89.

Trojan A, Bobzien M, Steinhoff-Kemper C, Nickel S (2013) Selbsthilfefreundlichkeit als Ansatz für mehr Patientenorientierung im Krankenhaus: Konzept, Praxiserfahrungen und Bewertung durch die beteiligten Akteure. Erscheint in: Das Krankenhaus 102(7):715-722.

Trojan A, Nickel S (2013) „Selbsthilfefreundlichkeit“ als Schlüsselkonzept für Partizipation und patientenorientierte Qualitätsverbesserung im Gesundheitswesen. In: Hill B, Zink G, Eisenstecken E, Grothe-Bortlik K, Hönigschmid C, Kreling E (Hg) Selbsthilfe und Soziale Arbeit. Das Feld neu vermessen. Weinheim: Juventa, 113-123.

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