Projekt KOMPAT

DAK Gesundheit- Forschungsprojekt zur Gesundheitsförderung von Pflegenden

Buchstaben DAK auf orangfarbendem Hintergrund
DAK Gesundheit

Seit dem 01. Juli 2021 fördert die DAK-Gesundheit zwei neue Forschungsprojekte im UKE:

Mittels innovativer Ansätze sollen die Projekte zur Entlastung von Pflegefachpersonen bei ihrer Arbeit beitragen. Das gemeinsame Ziel ist es, ein verbessertes und gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen, wovon schlussendlich Pflegende und Patient:innen gleichermaßen profitieren sollen.

Hier finden Sie die offizielle Pressemitteilung zum DAK-Projekt.

Entwicklung, Evaluation und Implementierung eines patient:innenorientierten Kommunikationstrainings für Pflegefachpersonen

Derzeit mangelt es in Deutschland an bedarfsorientiert entwickelten und wissenschaftlich evaluierten Kommunikationstrainings für Pflegefachpersonen. Gleichzeitig gibt es einen hohen Bedarf an stärkerer Durchführung und Umsetzung solcher Trainings in der Aus-, Weiter- und Fortbildung der Pflege, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Arbeitsbelastungen. Im Rahmen des Projektes „Kommunikation in der patient:innenorientierten Pflege (Kurz: KOMPAT)“ wird deswegen ein bedarfsorientiertes Trainingskonzept zur Förderung der kommunikativen Kompetenzen von Pflegefachpersonen entwickeln, durchgeführt und mittels einer Studie evaluiert, um daraus Empfehlungen für eine langfristige Implementierung abzuleiten. Das Projekt wird am Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie durchgeführt und von Prof. Dr. Isabelle Scholl und Prof. Dr. Dr. Martin Härter geleitet.

Projektziele

Ziel des Projektes ist mittels einer Evaluationsstudie zu überprüfen, inwieweit die Förderung kommunikativer Kompetenzen durch spezifische Trainings

  • zu einer Reaktion der Teilnehmer:innen führt,
  • Lernerfolge bei den Teilnehmer:innen zu verzeichnen sind (u.a. Veränderung des Wissens und der Selbstwirksamkeitserwartung),
  • das Kommunikationsverhalten sich gegenüber Patient:innen verändert und
  • diese zu einer Entlastung der teilnehmenden Pflegefachpersonen führt. Psychische Belastungen sollen so vermindert und das Wohlbefinden gestärkt werden.

Aus den Ergebnissen der Evaluationsstudie sollen so Umsetzungsempfehlungen für andere Settings abgeleitet werden.

Projektphasen

    • Interviews mit Leitungspersonen
    • Fokusgruppen mit Pflegefachpersonen
    • Literaturuntersuchung bestehender internationaler Kommunikationstrainings in der Pflege

    Dies beinhaltet eine qualitative Befragung relevanter Akteur:innen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf aus möglichst unterschiedlichen klinischen Bereichen und mit unterschiedlicher Berufserfahrung. Die Ergebnisse fließen schließlich in die Entwicklung und Umsetzung des Trainings mit ein.

    • Vorbereitung des Trainings
    • Durchführung des Trainings
    • Evaluation der Trainingswirksamkeit mit Hilfe ausgewählter Messinstrumente

    Das Training wird mittels einer randomisiert-kontrollierten Studie zu drei Messzeitpunkten evaluiert. Die Phase 2 wird durchgängig von einer Prozessevaluation begleitet, um mögliche Einflussfaktoren für die Umsetzung und spätere Implementierung zu erfassen. Insgesamt sollen 400 Pflegefachpersonen für die Studie gewonnen werden, wovon 200 einer Wartekontrollgruppe und 200 einer Interventionsgruppe zugeordnet werden.

    • Ableitung von Handlungs- und Implementierungsempfehlungen durch Aufbereitung der Ergebnisse
    • Transfersicherung durch Expert:innenworkshops und Schulungen von Multiplikator:innen

    In der letzten Phase werden die Ergebnisse aus Phase 1 und Phase 2 aufbereitet und entsprechend Handlungsempfehlungen für weitere Implementierungen abgeleitet, u.a. in andere Arbeitssettings von Pflegefachpersonen (z.B. Alten- und Pflegeeinrichtungen).

Projekterfolg

Die Arbeitsbelastungen von Pflegefachpersonen sind aktuell so hoch wie nie zuvor. Durch die Covid-19 Pandemie hat sich die Situation in den letzten 2 Jahren weiter verschlechtert. Unter diesen Bedingungen ist es besonders herausfordernd, patient:innenorientiert auf die Bedürfnisse der Patient:innen und deren Angehörigen eingehen zu können. Besonders Situationen im Umgang mit Schwerstkranken und Sterbenden und deren Angehörigen sowie mit wütenden, fordernden oder der Krankheit leugnenden Patient:innen werden als besonders belastend beschrieben.

Durch die Förderung kommunikativer Kompetenzen und dem Erlernen verschiedener Gesprächsführungstechniken in diesen Situationen soll das KOMPAT Projekt die Pflegefachpersonen in ihrer Kommunikation stärken und dadurch für eine Entlastung im Arbeitsalltag sorgen. Dabei soll eng mit den Pflegenden zusammen bedarfsorientiert ein solches Training entwickelt werden, um entsprechend den Wünschen und Anforderungen gerecht zu werden und ein anwendbares und erfolgreiches Training entwickeln zu können.

Weitere Vernetzung im UKE

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

Das Projekt KOMPAT knüpft an eine Vielzahl von Projekten und Studien rund um das Thema Patient:innenorientierung an. Eingebettet ist das Projekt KOMPAT in der Forschungsgruppe Patient:innenzentrierte Versorgung: Evaluation und Umsetzung und der Professur für Pyschoonkologie und Patient:innenzentrierte Medizin von Prof. Dr. Isabelle Scholl zugeordnet.

Zusätzlich knüpft das KOMPAT Projekt an das Forum Patient:innenorientierung des UKEs an. Ein zentrales Ziel des UKEs ist es, Patient:innen noch stärker in den Mittelpunkt unserer gemeinsamen Arbeit zu stellen und dabei eine optimale Versorgung unter Berücksichtigung individueller Wünsche und Bedürfnisse zu schaffen.

Auch das Projekt Patient:in als Partner:in bietet übergeordnet einen Baustein der Patient:innenorientierung, die Partizipation Entscheidungsfindung (PEF), als eine Art Portal für Patient:innen, Ärzt:innen, Wissenschaftler:innen und für andere Gesundheitsberufe an, um PEF im Gesundheitswesen zu fördern.

* Pflichtfeld

Ansprechpartner:innen

Projektleitung DAK-Projekte

Martin Härter
Prof. Dr. med. Dr. phil. Dipl.-Psych.
Martin Härter
  • Institutsdirektor
Kontakt

Standort

W26 , 2. Etage

Projektleitung KOMPAT

Isabelle Scholl
Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych.
Isabelle Scholl
  • Stellvertretende Institutsdirektorin
  • Leiterin der Spezialambulanz für Psychoonkologie
Kontakt

Standort

W26 , 2. Etage

Projektteam

Wiebke Frerichs
Standort

W26 , 3. Etage
Katja Cöllen
Katja Cöllen
M. Sc. Psychologie
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Kontakt

Standort

W26 , 3. Etage
Kendra Mielke
Kontakt

Standort

W26 , 3. Etage