• Darmkrebserkrankungen sind mit ca. 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland die zweithäufigste Krebsart. Wird die Diagnose frühzeitig gestellt und erfolgt eine auf den Patienten individuell abgestimmte Therapie, bestehen heutzutage gute Heilungschancen.

    Meist ergibt sich der Verdacht auf einen tumorösen Prozess bei einer routinemäßigen Testung des Stuhlgangs auf okkultes (mit bloßem Auge nicht sichtbares) Blut in der Praxis des Hausarztes. Zur weiteren Abklärung wird bei einem Spezialisten für Magen- und Darmerkrankungen (Gastroenterologen) eine Darmspiegelung durchgeführt. Bei einem auffälligen Befund gewinnt der Untersucher Gewebeproben, die vom Pathologen auf Krebszellen untersucht werden.

    Die Vorsorgeuntersuchungen können auch im Darmzentrum des UKE ambulant vorgenommen werden. Bestätigt sich der Verdacht eines Darmkrebses, erfolgt über unsere ambulante Darm-Sprechstunde die Einweisung des Patienten in die Klinik. Dort werden bereits alle bislang erhobenen Befunde besprochen und ein Therapievorschlag unterbreitet oder, falls notwendig, noch weitere Untersuchungen veranlasst.

  • Bevor eine Therapie eingeleitet werden kann, wird der Tumor durch endoskopische und bildgebende Verfahren genau lokalisiert. Mit Hilfe radiologischer Untersuchungen wie Ultraschalldiagnostik, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) wird neben der Darstellung des Tumors diagnostiziert, ob Lymphknoten vergrößert sind und Tochterabsiedelungen des Tumors (Metastasen) in anderen Organen vorhanden sind.

  • Bei Vorliegen eines feingeweblichen Befundes, der das Krebsgeschwür bestätigt und vor dem Hintergrund gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse wird im Rahmen der wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenzen das therapeutische Vorgehen individuell für jeden Patienten festgelegt und dem Patienten empfohlen.

    Alle Operationen werden in unserem Zentrum routinemäßig durchgeführt. Durch eine leitliniengerechte Vorbehandlung und moderne Operationstechniken kann heute in bis zu 90% die Erhaltung des Schließmuskels und der Verzicht auf einen dauerhaften künstlichen Darmausgang bei Darmkrebs realisiert werden. Sofern keine Notwendigkeit einer Strahlen- oder Chemotherapie vor einer Operation gegeben ist, erfolgt die Operation nach onkochirurgischen (spezifischen, darmkrebsbezogenen) Kriterien, ggf. auch minimal- invasiv, d. h. in „Schlüssellochtechnik“.

    Größere Blutverluste bei der Operation können durch moderne Ultraschall- und Elektrokoagulationsskalpelle vermieden werden. Zur gleichzeitigen Therapie und zur Diagnose von Lebermetastasen kommt die intraoperative Ultraschalluntersuchung zum Einsatz, so dass Lebermetastasen (Tochtergeschwülste in der Leber) ggf. auch gleichzeitig mit dem Krebstumor entfernt werden können. Ist dies nicht möglich, kann durch eine spätere Operation oder durch ein anderes Verfahren heilend eingegriffen werden. Die Operationen werden von für dieses Gebiet spezialisierten Ärzten für Viszeralchirurgie durchgeführt.

    Nach dem operativen Eingriff gewährt eine unter anästhesiologischer Leitung stehende moderne Intensivstation eine bestmögliche Versorgung. Bis zur Entlassung werden die Patienten in engster Zusammenarbeit von den Hauptbehandlungspartnern des Darmzentrums behandelt. Die Zusammenarbeit der Klinikärzte mit den niedergelassenen Ärzten gewährleistet eine strukturierte Nachsorge oder eine erforderliche Nachbehandlung. Ob nach der Operation eine Strahlen- oder Chemotherapie notwendig ist, hängt von der Ausdehnung des Tumors ab. Eine lückenlose Weiterbehandlung durch die Anbindung an die weiterbehandelnden niedergelassenen Hausärzte und Gastroenterologen ist gewährleistet.

  • Die stationäre Behandlung von Patienten mit einem Krebsleiden erfordert vor und nach der Operation eine spezielle onkologische Pflege, wie sie im Darmzentrum am UKE gegeben ist.

    Viele an Darmkrebs erkrankte Menschen benötigen eine spezielle Ernährung, über die sie und ihre Angehörigen von Ernährungsberatern aufgeklärt werden.

    Musste ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, beginnen erfahrene Stomatherapeuten unsere Patienten bereits in der Klinik zu betreuen. Sie versuchen Ängste abzubauen und erleichtern den Umgang mit dem künstlichen Darmausgang. Nach Entlassung der Patienten setzen sie ihre Tätigkeit in der Häuslichkeit mit regelmäßigen Besuchen fort und tragen Sorge, dass kein Patient sich im Umgang mit dem künstlichen Darmausgang alleingelassen fühlt.

    Über die Möglichkeiten der medizinischen und beruflichen Rehabilitation und sozialrechtliche Hilfeleistungen beraten die fachkundigen Mitarbeiter des Sozialdienstes.

    Jedem Patienten mit Darmkrebs wird die Möglichkeit einer onkopsychologischen Betreuung gegeben. Diese ist als Hilfestellung für die Betroffenen und deren Angehörige beim Umgang mit der bösartigen Erkrankung anzusehen.

    Mit einer etablierten Selbsthilfegruppe (ILCO e.V.) besteht zudem eine Kooperationsvereinbarung. Jeder Darmkrebspatient, aber auch jeder Patient mit einem künstlichen Darmausgang wird über die Selbsthilfegruppe und ihre Treffen informiert. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Selbsthilfegruppe ILCO e. V. suchen auch schon im Krankenhaus den Kontakt mit Betroffenen.

    Ihren persönlichen Nachsorgeplan können Sie mithilfe dieser Exceldatei erstellen, selbstverständlich wird im Rahmen der Behandlung ein Nachsorgeplan für Sie erstellt und mit Ihnen besprochen.

  • Die Behandlungsqualität wird durch ein klinikinternes Qualitätsmanagement sowie durch die jährliche Teilnahme an einer bundesweit einheitlichen Qualitätskontrolle gesichert. Innerhalb des Darmzentrums bestehen festgelegte Kommunikationsstrukturen untereinander sowie zu den niedergelassenen Kooperationskollegen, um eine einheitliche Dokumentation mit Langzeitbeobachtung der Behandlungsdaten zu erreichen. Besonders wichtig ist die Dokumentation aller Behandlungsdaten der Patienten bis zum letzten Nachsorgeergebnis. Mit Einwilligung der Patienten werden diese Befunde auch den weiterbehandelnden Ärzten zur Verfügung gestellt, so dass hier Schnittstellen entstehen, die Doppeluntersuchungen oder gar verschwundene Befunde vermeiden helfen.

Sprechstunden

Terminvereinbarung für die onkologische oder chirurgische Sprechstunden

Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie
Montag - Freitag 08:00 – 16:00 Uhr
Tel. +49 (0) 40 7410-56120

Hubertus Wald Tumorzentrum - Universitäres Cancer Center Hamburg
Montag - Donnerstag 08:00 - 16:00 Uhr
Freitag 08:00 - 14:30 Uhr
Tel. +49 (0) 40 7410-55692