Forschung - AG "Implantologie und augmentative Verfahren"
Als weitere Säule der Forschung wird die Weiterentwicklung von dentalen Implantaten vorangetrieben:
- Bioresorbierbaren Magnesiumschraube zur Augmentation von Hartgewebe
- Entwicklung einer neuartigen funktionalisierten GBR/GTR-Membran
- Entwicklung eines neuartigen BioBoneExpanders
Ein ausreichendes Knochenangebot ist die Grundvoraussetzung, um ein Implantat sicher einzubringen. Sollte kein zufriedenstellendes Knochenangebot vorhanden sein, stehen unterschiedliche Augmentationsverfahren zur Verfügung. Jede Methode weist dabei spezifische Vor- und Nachteile auf.
So können kleiner Defekte mit künstlichem Knochenersatzmaterial oder körpereignen Knochen aufgefüllt werden. Meistens ist allerdings ein erneuter Eingriff notwendig um die eingebrachten Hilfsmittel (Schrauben, Pins, Titangitter) zu entfernen. Daher forschen wir an der Anwendung einer Magnesiumschraube zur Fixierung von Knochen an dem Kieferkamm. Diese resorbiert sich vollständig und ermöglicht dennoch eine stabile Einheilung des augmentierten Knochens. Dabei wurde sowohl eine Magnesium-basierte Fixationsschraube als auch eine Magnesium-basierte Schirmschraube entwickelt. So kann je nach Bedarf eine individuelle Lösung angeboten werden. Die Forschungsgruppe hat hierfür einen ITI-Large Grant No. 1588_2021 mit dem Titel „Clinical evaluation of a novel bioabsorbable magnesium screw (Mg-FixationScrew CBS) for hard tissue augmentation via autogenous bone grafts in the human alveolar ridge“ bewilligt bekommen.
Die oben aufgeführten Forschungsprojekte der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie beschäftigen sich mit einer Verbesserung der knöchernen Einheilung dentaler Implantate.
Die Modifikation von Implantatoberflächen stellt einen wichtigen Forschungsschwerpunkt unserer Klinik dar. Es wird danach gestrebt, eine schnellere und bessere Haftung der Knochenzellen am Implantat zu erreichen. Dies kann durch eine Vergrößerung der Implantatoberfläche oder durch eine spezielle Oberflächenmodifikation erfolgen. Außerdem können bestehende Implantatoberflächen durch die Behandlung beispielsweise mit Plasma oder UV-Licht derart beeinflusst werden, dass eine schnellere Einheilung in den Knochen erfolgt.
Unsere Klinik erforscht zudem die Periimplantitis. Darunter wird die Entzündung von Schleimhaut und Knochen nach erfolgreicher Implantateinheilung verstanden. Die Mundhöhle ist von einer Vielzahl an Bakterien besiedelt. Bestimmte Bakterienarten sind in besonderem Maße für die Periimplantitis verantwortlich. Ein von uns erforschter Ansatz solchen Entzündungsprozessen vorzubeugen, ist die Herstellung spezieller Implantatoberflächen, die antibakterielle Substanzen freisetzen. Weiterhin ist die Untersuchung und Verbesserung der Einheilvorgänge des transplantierten Fremd- oder Eigenknochens interessant.
Als Alternative zu den aufbauenden Methoden im Bereich der Kiefer, wird in einem Forschungsprojekt ein sogenannter BioBoneExpander erforscht, welcher das Potential besitzt, in bestimmten Situationen eine Knochentransplantation im Kieferbereich komplett verzichtbar zu machen.