Spezialambulanz für Psychoonkologie

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen über Arbeit und Team der Spezialambulanz für Psychoonkologie sowie über verschiedene bedarfsorientierte Unterstützungsmöglichkeiten.

  • Team
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    Im Team der Spezialambulanz für Psychoonkologie sind etwa 20 Kolleginnen und Kollegen tätig. Wir arbeiten in den Räumen unserer Ambulanz, im Ambulanzzentrum und auf onkologischen Stationen des UKE. Die meisten von uns sind Diplom-Psychologinnen und -Psychologen und Psychotherapeuten, außerdem arbeiten einige Ärzte, eine Theologin sowie eine Kunst- und eine Musiktherapeutin im Team mit.

    Viele von uns haben nach ihrem Studium eine spezielle psychoonkologische Weiterbildung absolviert. Einige sind Psychotherapeuten mit einer Ausbildung in Verhaltens-, Gesprächs- oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, andere haben besondere therapeutische Verfahren gelernt, die gerade in der Arbeit mit Krebspatienten hilfreich sind, z. B. Hypno- oder Traumatherapie.

    Das Team trifft sich wöchentlich zur Verteilung der Neuanmeldungen sowie zur Supervision, angeleitet von einem erfahrenen Supervisor.

    Wir führen regelmäßig interne Fortbildungen durch und bieten auch Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für andere Kollegen und Selbsthilfegruppen an.

    Zudem sind wir, als Teil eines universitären Institutes, an entsprechenden Lehrveranstaltungen für Medizinstudierende und Forschungsprojekten der medizinischen Psychologie beteiligt.

  • Unsere psychoonkologische Arbeit ist eingebettet in ein Netz aus UKE-internen und externen Kooperationspartnern, denn die Probleme von Krebsbetroffenen und deren Lösung kann nur in interdisziplinärer und multiprofessioneller Zusammenarbeit gelingen. Unsere eigene Expertise konzentriert sich auf psychosoziale und psychoonkologische Angebote. Wenn es z. B. um fachärztliche Informationen oder sozialrechtliches Know-how, um psychiatrische Hilfestellungen oder Unterstützung für minderjährige Kinder unserer Patienten geht, ziehen wir unsere Kooperationspartner hinzu. UKE-interne Kooperationspartner (Auswahl):

    Externe regionale Kooperationspartner (Auswahl):

    • Hamburger Krebsgesellschaft
    • Krebsberatung der Arbeiterwohlfahrt (AWO)
    • Selbsthilfegruppen, z. B. Frauenselbsthilfe nach Krebs
    • Onkologische und Psychoonkologische Schwerpunktpraxen
    • Onkologische Organzentren
    • Psychoonkologisches Treffen Hamburg (POT)
    • Ambulante Hospizdienste und stationäre Hospize
  • mögliche Ziele Psychoonkologischer Interventionen
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    mögliche Ziele Psychoonkologischer Interventionen

    Die Zielsetzungen Psychoonkologischer Interventionen sind unterschiedlich und orientieren sich am Bedarf der Patienten. Mögliche Ziele könnten sein: (siehe Bild rechts)

  • Unser großes Team vereint Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher Professionen. Auf dieser Basis können wir ein breit gefächertes Leistungsspektrum anbieten, das unterschiedliche Angebote für Patienten und für ihre Angehörigen umfasst:

    • Klärung der aktuellen Problemlage, z. B. durch psychologische Diagnostik
    • Einzeltherapie (verhaltens-, gesprächs- und tiefenpsychologisch orientiert)
    • Therapeutische Gruppenangebote
    • Paartherapie
    • Familientherapie
    • Supportive Therapie (z. B. Ressourcenaktivierung, Achtsamkeitsübungen, Imaginations- und Entspannungsverfahren)
    • Psychoedukation (Informationsvermittlung)
    • Kunst- und Musiktherapie
    • Krisenintervention
    • Interdisziplinäre Zusammenarbeit (z. B. mit der Beratungsstelle für Kinder krebskranker Eltern COSIP, mit Komplementärmedizin/Naturheilkunde oder Psychiatrie)
    • Informationsveranstaltungen (z. B. Ressourcenzirkus, Hamburger Gespräche, Klinisches Kolloquium, Freundeskreis)

    Psychologische Diagnostik versucht, die aktuelle psychische und soziale Problemlage durch die Verwendung von speziellen Fragebögen oder durch gezielte Fragen und Interviews zu klären. Wir verwenden z. B. einen "Eingangsfragebogen", der unter anderem das sogenannte Distress-Thermometer oder Fragen zu Ängstlichkeit und Depressionen enthält.

    Einzeltherapie ist das, was in unserer Ambulanz am häufigsten geschieht: Ein/e Therapeut/in sitzt einem Patienten oder Angehörigen gegenüber und spricht mit ihm oder ihr bzw. führt bestimmte Übungen durch. Einzeltherapie kann sich über einen kurzen Zeitraum, aber auch über mehrere Jahre erstrecken. [zu den Angeboten] Therapeutische Gruppenangebote richten sich an Patienten und Angehörige: Patienten - oder Angehörigenrunde von etwa 8-12 Teilnehmern mit zumeist zwei Therapeuten. Wir unterscheiden offene und geschlossene sowie strukturierte und teilstrukturierte Gruppenangebote: Offene Gruppen nehmen zu bestimmten Zeiten weitere Teilnehmer auf, geschlossene Gruppen bleiben über einen bestimmten Zeitraum in gleicher Besetzung zusammen. Strukturierte Angebote haben ein mehr oder weniger festgelegtes Gruppenprogramm, teilstrukturierte Gruppenangebote leben eher von den aktuell eingebrachten Anliegen der Teilnehmer.

    Paartherapie richtet sich zumeist an Lebenspartnerschaften, in denen einer von beiden von der Krebskrankheit betroffen ist. Häufig geht es in Paargesprächen um Moderation, um das gegenseitige Verständnis und die Kommunikation zwischen den Partnern zu verbessern. Paartherapie kann nach einigen Sitzungen auch in Einzeltherapien für beide Partner übergehen.

    Familientherapie bringt möglichst alle zusammenlebenden Familienmitglieder in eine Gesprächsrunde und hilft ihnen, die im Zuge einer Krebskrankheit auftretenden Veränderungen und Probleme zu klären und zu verbessern.

    Psychoedukation umfasst alle Möglichkeiten der Informationsvermittlung und der Einübung. Dazu gehört z. B. die Vermittlung von hilfreichen, praktischen Hinweisen, von anderen Hilfsangeboten oder von Informationsquellen, wie dem Internet. Einige unserer Gruppenangebote sind ebenfalls psychoedukativ ausgerichtet.

    Die kreativen Angebote

    Musik- und Kunsttherapie werden zum Teil außerhalb unserer eigenen Räume von besonders ausgebildeten Kolleginnen durchgeführt. Beide Verfahren werden - zumeist in Einzel-, aber auch in Gruppentherapien - zur Vertiefung des seelischen Erlebens und zum Ausdruck und der Verarbeitung von belastenden Erfahrungen und zur Verbesserung der körperlichen und psychischen Befindlichkeit eingesetzt.

    Krisenintervention richtet sich an Menschen, die mit eigenen Mitteln keinen Ausweg aus einer akut bedrohlichen Lage finden. Seelische Not kann z. B. mit plötzlich auftretenden gesundheitlichen Verschlechterungen oder Mitteilungen ernster medizinischer Nachrichten verbunden sein. In solchen Fällen erfolgt unser Hilfsangebot möglichst zeitnah und dient der unmittelbaren, schnellen Entlastung.

    Interdisziplinäre Zusammenarbeit hilft überall da, wo die Kernkompetenzen unserer eigenen Ambulanzmitarbeiter überschritten werden. Das betrifft z. B. psychiatrisches Know How bei der Verordnung und Überwachung von Psychopharmaka oder kindertherapeutische Möglichkeiten, die die Beratungsstelle für Kinder krebskranker Eltern COSIP zur Verfügung stellt. Weitere wichtige Angebote, wie zum Beispiel Naturheilkunde, spirituelle Beratung, Sportmedizin, Ernährungsberatung oder fachmedizinische Beratungen hält das Universitäre Cancer Center UCCH bereit.

    Informationsveranstaltungen umfasst einerseits Angebote für Patienten und Angehörige, z. B. den Ressourcenzirkus, eine unterhaltsame Abendveranstaltung, bei der praktisch einzuübende Hilfsangebote vorgestellt und miteinander ausprobiert werden. Zum anderen bieten wir eine Vielzahl von Informationsangeboten, die sich an Kollegen (z. B. klinische und wissenschaftliche Fortbildungen, Supervision etc.) oder an Selbsthilfegruppen (z. B. Coaching für Selbsthilfegruppenleiterinnen) richten.

Wenn Sie Interesse an einem unserer Angebote haben, melden Sie sich bitte zunächst telefonisch im Ambulanzsekretariat an.

Wir schicken Ihnen dann einen Fragebogen zu, in dem Sie zu Ihren Belastungen und Anliegen befragt werden. Wenn Sie uns diesen Fragebogen ausgefüllt zurück gesandt haben, erhalten Sie einen Termin zu einem Erstgespräch und bei Bedarf die Zuweisung zu einem der Therapeuten der Ambulanz, der die weitere Beratung und Psychotherapie plant und durchführt.

Wir sind eine Psychiatrische Institutsambulanz (PIA). Daher werden alle ambulanten Leistungen (Teilnahme an Gesprächsgruppen, Beratung und Therapie in der Psychoonkologischen Ambulanz) von den Krankenkassen finanziert. Bitte bringen Sie zu Ihrem ersten Termin bei uns einen Überweisungsschein (ausgestellt auf: PIA - Psychoonkologie) des behandelnden Onkologen oder von Ihrem Hausarzt mit.