Geschichte des Instituts für Rechtsmedizin Hamburg

Neue Rabenstraße, Harvestehuder Weg

Rechtsmedizin Geschichte
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Erich Fritz, Ferdinand Edler von Neureiter, Werner Janssen

Erich Fritz: 1942 - 1968

Ferdinand Edler von Neureiter: 1939 - 1941

Werner Janssen: 1968 - 1991

Rechtsmedizin_Raben_2a
1942-1948, Neue Rabenstraße 1
Rechtsmedizin_Harvestehuder Weg
1948-1962, Harvestehuder Weg 10
Rechtsmedizin Gebaeude N81
seit 1962, Butenfeld 34 (auf dem Gelände des Universitätsklinik

Das Ordinariat für Gerichtliche Medizin (später Rechtsmedizin) wurde im Jahr 1939 eingerichtet. In der 50-jährigen Geschichte gab es vier Lehrstuhlinhaber:

Zunächst standen für die Gerichtsmedizin an der Universität keine Sektionsräume zur Verfügung. Professor von Neureiter hatte lediglich ein kleines Büro. Er führte keine Obduktionen durch und gab den Studentenunterricht ohne praktisches Anschauungsmaterial. In der Folgezeit hatte das Institut für Gerichtliche Medizin drei Standorte:

Im Gebäude »Neue Rabenstraße Nr. 1« war das Institut für Gerichtliche Medizin und Kriminalistik von 1940 bis 1948 untergebracht. Die der katholischen Gemeinde gehörende Villa wurde unter dem Ordinariat von Prof. v. Neureiter erworben. Nach großen Um- und Ausbauarbeiten konnte 1941 unter der inzwischen auf Professor Fritz übergegangenen Leitung der lnstitutsbetrieb mit den zugehörigen Sektionen aufgenommen werden. 1943 wurden die gerade erstellten Laboratorien durch Brandbomben zerstört, bis 1944 konnten sie jedoch provisorisch wieder aufgebaut werden. Wie sich nach dem Krieg herausstellte, war die Villa 1940 lediglich beschlagnahmt worden, und die katholische Kirchengemeinde forderte sie jetzt zurück. Ein Umzug war unumgänglich. Heute befindet sich in dem ehemaligen lnstitutsgebäude die Sophie-Barat-Schule, ein staatlich anerkanntes katholisches Gymnasium unter der Leitung der Ordensfrauen vom Herzen Jesu (Sacré Coeur).

Im Gebäude des Harvestehuder Weg Nr. 10 befand sich das Institut für Gerichtliche Medizin von 1948 bis 1962. Nach dem erzwungenen Auszug aus der Neuen Rabenstraße Nr. 1 wurde die während des Krieges von Reichsstatthalter Kaufmann bewohnte ehemalige Blohm-&-Voss-Villa neuer Standort des lnstituts. Nach Einrichtung von Sektionssaal und Leichenkühlräumen im Keller konnte unter der Leitung von Professor Fritz hier die Arbeit 1948 aufgenommen werden. Gleichzeitig mit dem Institut waren in der Villa Einrichtungen anderer Fachbereiche untergebracht, so dass u. a. aus räumlichen Gründen schließlich ein Neubau am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf notwendig war. Die 1922 errichtete Villa wurde um 1967 für den Neubau der Hochschule für Musik und darstellende Kunst abgebrochen. In dem neu errichteten Gebäudekomplex werden heute über 850 Studenten unterrichtet.

Butenfeld

Seit 1962 befindet sich das Institut für Rechtsmedizin - damals zusammen mit dem ehemaligen Gerichtsärztlichen Dienst - in einem neuerbauten Gebäude am Rande des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf mit Eingang im Butenfeld Nr. 34.

Im Rahmen der starken Ausweitung der Aufgaben des Faches wurden zahlreiche Laboratorien eingerichtet. 1968 ging die Leitung des Instituts von Professor Fritz auf Professor Janssen über. In dieser Zeit hat der Mitarbeiterstab stark zugenommen. Ein kleiner Anbau (auf dem Bild rechts) erfolgte 1976. Zwischenzeitlich »platzte das Institut« - räumlich gesehen - »aus allen Nähten«. Eine großer Erweiterungsbau mit einem komplett neuen Labor - und Sektionstrakt wurde 2002 eingeweiht. Angesichts wachsender analytischer, technischer und hygienischer Anforderungen war diese Institutserweiterung dringend erforderlich.

Neben den genannten Aufgaben kam ab 1997 die verkehrsmedizinische Begutachtung hinzu.
2008 wurde der Arbeitsbereich für Forensische Bildgebung eingerichtet - Seitdem sind Computertomographien (CT) von Verstorbenen vor Obduktion in die Routine aufgenommen worden. Aber auch die Ausbildung ausländischer Ärztinnen und Ärzte wurde wesentlich verstärkt - Internationaler akademischer Austausch, die Organisation von Workshop-Programmen u.a. in arabischen Ländern und seit 2012 in Ruanda/Ostafrika sowie Weiterbildungs- Curricula von ausländischen Wissenschaftlern im Hamburger Institut sind selbstverständlich geworden.

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